Tja,
so hat ein Jeder seine eigenen Erfahrungen und seine eigenen Wahrheiten...
Das soziale Umfeld rekrutiert sich bei Manchem aus Vertretern der so genannten
Upper Class (das war ja auch bei Wolli der Fall), bei Anderen bestehen die Kontakte
eher zu Angehörigen der "normalen" bzw. einfachen Bevölkerungsgruppe
-> die allerdings die überwiegende Mehrheit in Thailand darstellt.
Sei es, wenn es um das (im Forum bereits ausgiebig diskutierte) Thema "Aufklärung"
geht -> hier tendieren die Erfahrungswerte beispielsweise von Sansamaki (obwohl auch er
"auf dem Land" lebt) dahingehend,
dass die thailändische Jugend sehr gut informiert sei und "Bescheid wisse"
-> meine Erfahrungen im Rahmen diverser Veranstaltungen in Schulen, an Straßen-Info-Ständen
und im Rahmen von Vorträgen bei den örtlichen Verwaltungsbehörden (ähnlich dem Landratsamt)
gehen in das krasse Gegenteil !
Die Kinder und Jugendlichen haben keinerlei Ahnung über Themen wie sexuell übertragbare Krankheiten,
Schwangerschaftsverhütung und HIV/Aids.
Ich kenne kaum eine Familie, in der solche Themen von den Erziehungsverantwortlichen auch nur
ansatzweise angesprochen werden.
(Es gab ja kürzlich auch eine Meldung hier in den Medien über die unzähligen Teenagerschwangerschaften...).
Sei es auch bezüglich der finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung hier in Thailand. Meine Erfahrungen
in den letzten Jahren diesbezüglich fußen auf dem ländlichen Bereich Nordthailands.
Ich hatte Kontakte zu einer Vielzahl von Menschen, die als Krankenschwestern, Dorfhelferinnen, Krankenhausärzte,
Verwaltungs- bzw. Behördenbeschäftigte usw. arbeiten. Da sind Summen, wie sie hier teilweise als Monatseinkommen
genannt wurden, völlig utopisch !
Auch bei den (meist ehrenamtlich) tätigen Helfern der HIV/Aids-Gruppen stellte ich fest, dass sie heilfroh sind, wenn von
dem im Rahmen von Veranstaltungen ausbezahlten Unkostenbeitrag (Benzin, Verpflegung) noch ein paar Bath für sie selber übrigblieben.
Im Dorf der Schwiegereltern gibt es nur eine "reiche" Familie, deren Wohlstand resultiert allerdings auf der jahrelangen, fleißigen "Massagetätigkeit"
der Tochter im benachbarten Ausland.
Es mag schon sein, dass eine bestimmte erfolgreiche Klientel in Thailand ein üppiges Monatssalär kassiert - aber für den ländlichen Raum im Norden
ist dies äußerst dünn gesät und die weit überwiegende Mehrheit ist definitiv arm.
Die schlimmste Armut habe ich bei den Angehörigen der HillTribes erlebt. Sie hausen in den Bergen, sprechen oftmals kein Thai (vor allem die Älteren),
haben meist keinerlei Papiere und retten sich von Tag zu Tag. Mit Glück werden die Kinder in Schulen (manches mal auch christliche Einrichtungen) unterrichtet,
verpflegt und so manches Mal während der Woche dort auch untergebracht.