Am Dienstag veröffentlichte Amnesty International in Bangkok einen Bericht zu den Aufständen im Süden des Landes.
Daraus geht folgendes hervor:
Die Angriffe der Aufständischen im Süden Thailands sind laut Amnesty International Kriegsverbrechen.Laut Amnesty International würden die Aufständischen im Süden Thailands vermehrt Zivilisten angreifen, welches die Anzahl an Kriegsverbrechen erhöht.
Der Konflikt hat seit 2004 in den südlichen, muslimisch dominierten Provinzen durch fast täglich begangene Bombenanschläge und Schießereien tausende von Menschenleben gefordert.
Die in London ansässige Menschenrechtsorganisation sagte in einem Bericht, dass fast zwei Drittel der fast 5000 Toten in dem seit 2004 andauernden Konflikt Zivilisten waren.
"Die Aufständischen scheinen geziehlt die Menschen, in deren Namen sie angeblich kämpfen, anzugreifen und zerstören so ihr Leben und ihre Lebensgrundlagen", sagte Donna Guest, stellvertretende Direktorin von Amnesty International Asia-Pacific.
"Gegen was auch immer sie kämpfen, es rechtfertigt nicht diese gravierende und systematische Verletzung des Völkerrechts."
Die zivilen Opfer sind sowohl Muslime als auch Buddhisten, Bauern und religiöse Führer bis hin zu jenen mit semi-offiziellen Positionen wie Lehrer und Beamte.
Die Menschenrechtsorganisation sagt, das die beklagten Kriegsverbrechen durch zunehmend geziehlte Angriffe auf unbeteiligte Personen basieren und bezeichnet dies als einen "internen bewaffneten Konflikt". "Unsere Schlussfolgerung ist, dass der Zweck dieser Angriffe ist Terror zu schaffen," sagte der Autor des Berichts, Amnesty Forscher Benjamin Zawacki, auf einer Pressekonferenz in Bangkok am Dienstag.
Amnesty International forderte die Aufständischen auf "sofort sämtliche gezielten Angriffe auf Zivilpersonen, wahllose Angriffe und andere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht, von denen viele Kriegsverbrechen darstellen, zu beenden."Die meiste Gewalt wird in den drei südlichen Provinzen begangen, welche von muslimischen, ethnischen Malaien bewohnt werden, die eine Minderheit in dem überwiegend buddhistischen Thailand darstellen. Dieser Bereich war früher ein islamisches Sultanat und wurde im frühen 20. Jahrhundert von Thailand annektiert.
Seit Beginn des Konflikts wurden Mindestens 4766 Menschen getötet und 7808 verletzt, sagte Amnesty.
Während einige Zivilisten versehentlich von thailändischen Sicherheitskräften getötet wurden, beschuldigte die Menschenrechtsorganisation die Aufständischen die meisten Angriffe durchgeführt zu haben, welche sowohl in buddhistischen als auch muslimischen Gemeinden verübt wurden.
Moslem-Extremisten haben regelmäßig militärische Ziele angegriffen, allerdings sind sie dazu übergegangen vermehrt Bomben in überfüllten Märkten und belebten Straßen zu sprengen, Minen auf Kautschuk-Plantagen zu legen und Enthauptungen durchzuführen.Der am Dienstag veröffentlichte Amnesty-Bericht untersuchte die Fälle von 66 von Aufständischen getöteten Menschen und stellte fest, dass 59 Prozent der Opfer Muslime waren. Viele wurden getötet, weil die Aufständischen glaubten sie stünden der Regierung nahe, oder weil sie eine Zusammenarbeit ablehnten, so der Bericht.
Die Motive hinter der Gewalt sind immer noch unklar, obwohl der Konflikt angeheizt wird, durch die Auffassung dass ethnischen Malaien von den Behörden des buddhistischen Staates diskriminiert würden.
Amnesty sagte auch, thailändischen Behörden hatten mehr als 5000 Menschen während der Operationen zur Aufstandsbekämpfung verhaftet. Einige wären willkürlich festgenommen, gefoltert und in einigen Fällen sogar hingerichten worden.
Thailands Außenministerium sagte in einer Erklärung im Anhang des Berichts, dass es Folter oder Menschenrechtsverletzungen nicht dulden, sowie alle Vorwürfe von Fehlverhalten "eingehend untersuchen werde."
Thailands Regierung und Amnesty sagten beide, dass nicht alle Gewaltaktionen im Süden mit dem Aufstand in Verbindung stehen. Angriffe werden auch auf Drogen-, Waffen und Menschen-Schmuggel sowie politische Konflikte und organisierte Kriminalität in Verbindung gebracht.
Quelle:
http://news.smh.com.au/breaking-news-world/thai-attacks-amount-to-war-crimes-amnesty-20110927-1kv5p.html