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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449446 mal)

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gam

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1080 am: 21. April 2010, 20:59:54 »

@Low

Nur mal ne einfache Frage an dich. Bist du gluecklich und zufrieden im LOS ?
Intressiert mich einfach nur.  8)
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Low

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« Antwort #1081 am: 22. April 2010, 11:39:22 »

@ dart
Du bist selbst schuld, wenn du über meine todernsten Sprüche lachst.

@ Pedder
Im Notfall haben wir ein Bügeleisen.

@ tom_bkk
Schneller lesen oder PC im Badezimmer installieren.


Hallo gam

Danke für die Frage.
Um eine glaubwürdige Antwort zu erhalten, solltest du besser meine Bekannten oder Freunde fragen. Ich bin meist glücklich und zufrieden mit
den Lebensumständen. Die Luftverschmutzung lässt mich husten und spucken. Das dürfte jedoch bald vorüber sein.

Etwas, das mich in meinem Berufsleben täglich beschäftigte, war das Problem Sicherheit. Dazu muss ich gestehen, dass Sicherheit in Thailand
in keiner Weise gewährleistet ist. Das ist einer der Gründe, warum ich pro Jahr über eine Million Baht opferte, um ein Fluchtdomizil zu haben.
Nachdem uns letztes Jahr die Einreise in den Schengen-Raum verweigert wurde, werde ich die teure Notlösung wohl aufgeben.
Wir schauten uns bereits in Malaysia nach einem zweit Wohnsitz um. Diese Lösung passt uns beiden bestens. Das Klima ist ausgewogener als
Chiang Mai. Eine krasse Luftverschmutzung gibt es kaum.
Ganz freiwillig würde ich allerdings den speziellen Wohnsitz CNX nicht aufgeben.

Mein grösstes Problem ist, dass wir gegenwärtig unseren Pflegesohn wegen fehlenden Ausweisen nicht mitnehmen könnten. Die Abklärungen
laufen. Gestern waren Besucher im Beautysalon. Sie fragten den Kleinen, wie er mit dem Farang auskomme. Dick erzählte mir, dass er den Leuten
antwortete:
„Ich habe endlich meinen Vater gefunden.“
« Letzte Änderung: 22. April 2010, 12:02:56 von Low »
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gam

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1082 am: 23. April 2010, 19:45:36 »

@low
Vielen Dank fuer dein Statement.

Wie du vielleichst schon bemerkst hast, bin ich der einzige in diesem Forum, welcher an deinen Geschichten rummeckert  :D
Mach dir bloss nichts draus. Ich bin nun mal so !  ;D
Manchmal les ich deine Storys 2 oder 3 mal durch, bis ich es schnalle.
Herrvorragend geschrieben, ohne Zweifel. Trotzdem hab ich mit deinen Geschichten manchmal meine Muehe !!
Egal , denke mal das ich dich sicher einmal persoenlich antreffen wird. (Irgenwo per Zufall oder so). Du wohnst ja nur ein paar Km von mir entfent.  ;)

Mit freundlichen Gruessen aus Doilor.


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Low

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Einwände
« Antwort #1083 am: 24. April 2010, 00:04:30 »

@ gam

Danke für Deine durchaus berechtigten Einwände.
Ich zweifle oft selbst an der Verständlichkeit meiner Erzählungen und verstehe es, sofern ein Eindruck von Überheblichkeit entsteht. Du bist
sicher nicht der Einzige, aber du stehst dazu. Danke.
Meine Tochter hatte vergleichbare Probleme. Freunde äusserten sich, was, der lebt in Thailand und macht dumme Sprüche?
Ich sitze nicht vierzig Meter über dem Dorf in Schiedsrichterposition wie beim Tennis, sondern wir befinden uns inmitten umgelöster Probleme.
Demnächst versuche ich, meine Position, meine vielleicht extremen Standpunkte zu erklären.

Ich denke, dass wir wenig Probleme hätten, wenn wir uns treffen sollten.

Ein frohes Wochende wünscht, speziell nach SanPatong.
Low
« Letzte Änderung: 24. April 2010, 00:08:25 von Low »
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Low

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Dörfliche Nachbarn
« Antwort #1084 am: 24. April 2010, 12:24:09 »

Dörfliche Nachbarn

hmh:
Alle Leute freundlich bis "Du glaubst gar nicht wie freundlich"; keiner will einem was andrehen, auch keine der (hübschen) Nachbartöchter nach
Bangkok mitschicken, wirklich einfach nur einfache freundliche und augenscheinlich grundanständige Leute. (1)

gam:
Du glaubst gar nicht wie viele Menschen aus der Stadt mittlerweilen aufs Land ziehen. Ich sehe es in unserem Dorf. Fast jeder dritte kommt aus BKK.
Die meistens sind in den letzten Jahren hierher gezogen. Meistens ältere Leute. So ab 50. Sie züchten jetzt lieber Lamyai und Mangos, halten sich
Hühner oder andere Tiere. (2)

Ähnlich ist es hier. Die meisten Einwohner liefern keine grossen Geschichten. Ihr Leben läuft in geordneten Bahnen oder auf den ausgetretenen
Trampelpfaden der letzten Reisfelder ab.
Sonderfälle wie beispielsweise Frau Kummer gibt es vielleicht zehn, maximal zwanzig Prozent. Dazu kommt, dass Frau Kummer wie andere Akteure
in einem benachbarten Dorf leben.
Die Ausnahmen der Regel sind jedoch weltweit vertreten. Ich fand sie nach Wochen im Grasland von Kamerun, sowohl Einheimische als Landsleute.
Ich traf welche in den Prärien des mittleren Westens. (3) Sie leben in Euroland. Bereits Gotthelf liess sie in seinen Werken unsterblich werden.
Es ist nicht auszuschliessen, dass ich selbst ein aktives Mitglied dieser Gesinnungstäter bin.

Es dauerte relativ lange, bis ich das Unkraut im ebenfalls grünen Garten entdeckte.  Es ist nicht immer einfach im Gewucher die Wurzeln zu finden,
denn das effektive Dickicht besteht teilweise aus aufgebauschten Gerüchten der augenscheinlich grundanständigen Leute.

Vor acht Jahren wurde eines der zwei bildhübschen Mädchen einer Nachbarin im Dunkeln auf einem Fahrrad ohne jegliche Beleuchtung angefahren.
Die erste Meldung erhielt ich möglicherweise, bevor die Verletzte im Spital war.
„Es hat ein Bein verloren.“
Drei Stunden später vernahm ich:
„Der Unterschenkel wird amputiert.“
Beim Frühstück bestehend aus einheimischen Früchten erhielt ich die traurige Mitteilung:
„Die Leute im Dorf sammeln Geld, denn der Fuss muss entfernt werden.“
Heute fährt die junge Dame nachts wieder Fahrrad ohne Licht.
Sie hat weder ein Holz- oder ein Kunststoff-Bein, noch einen Klumpfuss.
Das Nächstliegende, das sich in der Familie demnächst ereignen könnte ist, dass eine der Töchter heiratet oder ein Kind kriegt. Unter Umständen
ist es dem Chronisten entgangen, dass sie bereits Babies haben.

Die grössten Geschichtenlieferanten sind wir selbst. Wir sind die Stars der dörflichen Seifen Oper, interessanter als die meisten lokalen
Fernsehprogramme. Jeder Besucher, jeder Ausflug, wird peinlich genau registriert. Letzte Neuigkeiten und intimste Geheimnisse liefern das
Bordpersonal und der Beautysalon. Meine Gesundheit wurde peinlichst überwacht.  Seitdem ich nicht mehr regelmässig ins Spital reise, hat
sich das Thema erledigt.
Für die neuesten Gewürze der Gerüchteküche sorgt gegenwärtig unser Pflegesohn.
Ist es ihr Fehltritt, dass da nach drei erwachsenen Kindern plötzlich ein Nachzügler auftaucht? Oder schwängerte der alte Bock vor Jahren ein
unaufgeklärtes, unschuldiges Schulmädchen?

(1)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1504.msg113679#msg113679
(2)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1504.msg113679#msg113679
(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4rie
http://www.usdabuyeralerts.com/die-praerie.html


« Letzte Änderung: 24. April 2010, 12:32:16 von Low »
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1085 am: 24. April 2010, 16:54:14 »

Lieber Low,

es ist schon klar, dass Deine Liebste und Du entscheidend zum Lokalkolorit beitragt.
Den Grund dafür kennen wir alle: Ihr seid eben irgendwie anders.
Euch fehlt der nötige Hang zu den üblichen Exzessen, ihr überlegt erst und handelt dann und ihr macht euch nicht nur Gedanken über das heute und allenfalls noch morgen. Sowas muss auffallen.
Die örtliche Gerüchteküche braucht Menschen wie euch als unbedingt erforderliche Würze im sonst oft einförmigen Mischmasch.
So erklärt sich auch der Hang, Kleinigkeiten aufzubauschen, nur so werden sie ja diskussionswürdig. Wie soll man sich auch sonst über eine junge Dame unterhälten, die sich aus Dämlichkeit heraus den Fuß geschürft und vielleicht auch etwas gequetscht hat? (von hier aus lässt sich allerdings nicht einschätzen, ob die damals stattgehabten Verletzungen von einem gewinnorientierten Arzt nicht selbst dramatisiert worden waren, um die überhöhte Behandlungsrechnung zu rechtfertigen).

Entscheidend für die hohe Qualität Deiner Geschichten ist meines Erachtens, dass Du die Begabung und die Geduld besitzt, Deine Umgebung eingehend zu beobachten. Dazu kommt, dass Du Deine Muttersprache noch wirklich beherrschst, manchmal geradezu virtuos.
Gerade letztere Gabe findet man heute immer seltener.
Das ist nicht nur jammerschade, sondern auch ein untrügliches Zeichen der zunehmenden geistigen Verflachung.
Leider wird diesem Verfall durch unser Schulsystem (in D) vVorschub geleistet, ermöglicht es doch, selbst dann ein Abitur (auch als Muttersprachler!) zu bekommen, wenn man seine  eigene Muttersprache nicht einmal ausreichend sondern allenfalls mangelhaft beherrscht.
Nun, für Dich trifft das nicht zu!
Ich hoffe daher, mich noch über viele weitere Deiner Geschichten freuen zu dürfen.

Herzliche Grüße in den Norden Thailands, auch und besonders an die Beste aller Lebnsabschnittsgefährtinnen

Wolfram
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Tu ne quaesieris scire nefas quem mihi quem tibi finem di dederint

Low

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Wenig heile Welt
« Antwort #1086 am: 26. April 2010, 23:31:37 »

Wenig heile Welt

Zwei Dörfer, weit weg von der Stadt. Das eine ist etwa vierhundert Kilometer südöstlich von Chiang Mai entfernt, das andere sogar achtzig
Kilometer weiter. Beide haben gemeinsam, dass die Hauptstrassen das tägliche Leben wenig beeinträchtigen. Am einen Dorf gibt es eine
Umfahrungsstrasse. Der andere Ort liegt am Fuss eines Hügels in einem Naturschutzgebiet, dreizehn beschwerliche Kilometer vom Distriktshauptort
entfernt.
Schwerverkehr gibt es kaum, höchstens für rare Baustellen. Nachts herrscht fast beängstigende Stille, nur unterbrochen durch heulende Hunde
und quäkende Fernseher. Selten schreit ein hungriges Neugeborenes. Irgendwo schluchzt und weint fast unhörbar ein Kind. Zwei Fremde, weiblich,
männlich, schlendern mit knurrenden Mägen leise durch die leeren Strassen.
In beiden Weilern gibt es Tempel, Schulen, kleine Gemüsemärkte, tagsüber Kneipen, Schnaps und davon mehr als genügend. Freundliche Menschen
grüssen den noch seltenen Farang mit einem Wai. Ein kleines Stück heile Welt, nach dem gemütlich gehetzten Treiben in der Nähe einer Möchtegern-
Grossstadt. Farbenprächtige Märkte, neuartige Düfte aus Garküchen mit demselben ranzigen Fett wie im Norden. Gereizte Eindrücke durch Luftfetzen
verrottenden Kehrichts.
Junge Frauen, welche ihre Komplexe trotz hohen Preisen mit gleissenden Haarfarben abreagieren. Schillernde Paradiesvögel, aufgelegt zum Turteln.
Keine rührigen Täubchen, eher schwerfällige Glucken, dennoch strahlend nett. Ältere, eher wohlbeleibtere Weiber mit strähnigen Haaren, vom Wetter
gegerbter Haut und fehlenden Zähnen, ist das der Zahn der Zeit, zeigen die eher düstere Zukunft der jungen Dinger. Vor Jahren waren gewiss
mehrere der Alten genauso appetitliche Häppchen und Häschen.

Aus dieser Umgebung am Rande des Dschungels stammt unser Mowgli. (1)
Bei seinem ersten Besuch in Chiang Mai bemerkte ich als einziger dunkle runde Flecken, komische Verletzungen an seinen Beinen. Auf meine Frage
danach, erhielt ich keine Antwort. Dick bohrte später behutsam weiter.
Dem Knaben wurden von aussergewöhnlichen Kinderfreunden wiederholt brennende Zigaretten an den Beinen ausgelöscht. Gehobene Abendunterhaltung
im Dorf!
Beim Schuleintritt hier bat Dick darum, dass der Knabe im vorderen Teil des Klassenzimmers sitzen könne, weil er teilweise sehr schlecht hört.
Hörschaden bei Kindern? Ich vermutete als Schadensursache gleich heimtückisch plazierte Ohrfeigen und Maulschellen. Leider bestätigte Dicks
Befragung meine Vermutung. Wir kennen sogar die mir wohlgesinnte Übeltäterin. Sie prügelte trotz ihres gütigen Gesichtes und ihrer heilenden
Hände bereits mehrere Kinder spitalreif.

Möglicherweise kann ein Gehörspezialist helfen. In unserem kleinen Spital gibt es keinen Ohrenarzt. Die Spitaladministration stellt Mowgli jedoch
einen Ausweis aus, mit dem er dann am Universitätsspital behandelt werden kann. In etwa dreissig Tagen erhält er die (früher 30 Baht)
Versicherungskarte. Sollte er während dieser Zeit einen Unfall erleiden oder eine Blinddarmentzündung haben, bezahle ich.
Für den Preis von wenigen Flaschen Wein dürfte Mowglis Hörvermögen in wenigen Wochen laut den Spezialisten in Chiang Mai RAM wieder der
Norm entsprechen.
Welche unmenschlichen Gemeinheiten und Foltern musste der Knabe und müssen Kinder weltweit täglich erdulden? Sind dies die Gründe für meine
zeitweilige spastische Anorexie? Erbrechen kann ich schon lange nicht mehr.

Am Beginn meiner Schulzeit hinterliess die Ermordung eines Säuglings im Nachbarhaus bleibende Eindrücke und löst noch heute Beklemmungen aus.

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Dschungelbuch
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Anorexie
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1087 am: 27. April 2010, 03:43:30 »

Low, man beleidigt die Tiere, wenn man sie mit manchen Menschen vergleicht.

kmr
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hellmut

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Re: Wenig heile Welt
« Antwort #1088 am: 27. April 2010, 05:03:26 »

Wenig heile Welt
... Dem Knaben wurden von aussergewöhnlichen Kinderfreunden wiederholt brennende Zigaretten an den Beinen ausgelöscht. Gehobene Abendunterhaltung
im Dorf! ...

@ Low, leider irrst du in deiner Vermutung das solche Brandnarben von Kinderquälern zur allgemeinen Belustigung verabreicht werden.

Jeder Thai kennt die Bedeutung solcher Zigarettennarben. Sei froh das du sie nicht kennst.

"Mowgli" wünsche ich das er nun endlich das Elternhaus gefunden hat, das ihm dauerhaft den Schutz bieten kann, den jedes Kind von Natur aus verdient.
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unsichtbar

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1089 am: 27. April 2010, 09:51:47 »

Meine Frau ist seit Kindesalter einseitig Taub, aufgrund erzieherischer Maßnamen väterlicher Seits.
Es scheint nochimmer als probates Mittel angesehen zu werden, dem Nachwuchs die gewünschten Verhaltensweisen zu vermitteln.

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Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.   (Loriot)

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Re: Wenig heile Welt
« Antwort #1090 am: 27. April 2010, 09:58:44 »

@ Low, leider irrst du in deiner Vermutung das solche Brandnarben von Kinderquälern zur allgemeinen Belustigung verabreicht werden.
Jeder Thai kennt die Bedeutung solcher Zigarettennarben. Sei froh das du sie nicht kennst.

Ich kenne die Bedeutung auch nicht. Könntest Du mal zur Aufklärung beitragen, bitte...
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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1092 am: 27. April 2010, 14:38:44 »

Ich lebe im Mai bereits 3 Jahre im Isaan.
In dieser Zeit habe ich hier nie etwas von Kindsmisshandlungen gehoert oder gesehen.

Die Kinder muessen auch nicht mehr in der Reisfarm mithelfen (wie es frueher war).

Auf meiner morgendlichen Radtour durch die Doerfer sehe ich durchwegs froehliche Kinder.
Was mich ueberrascht hatte, sind Thaimaenner die stolz ihr Baby auf dem Arm durch die Dorfstrasse spazieren.

Nach meiner Meinung haben die Kinder sogar ziemlich viel Narrenfreiheit, duerfen sich viel erlauben, ohne Strafen.

Bei uns ist oft eine ganze Kinderschar am Computer, alles froehliche aufgeweckte Kinder.
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Low

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« Antwort #1093 am: 30. April 2010, 00:20:48 »

Teilweise unfreundlich

hfunk, ich beneide Dich darum, dass Du nicht zu weit entfernt, in einer heilen Welt lebst.

Wenn ich so ein schnelles Fahrrad und vielleicht eine andere Brille hätte, wäre mein Bild von Nordthailand anders. Tatsache nach zehn Jahren ist,
dass hier jährlich mehrere Kinder unter fünfzehn Jahren bei der widerrechtlichen Benutzung von Motorfahrzeugen getötet werden, das heisst -
sich selbst umbringen.
Mord, Kindesmissbrauch, Vergewaltigungen und Prügel sind ortsüblich. Alle diese Verbrechen finden sich in keiner Zeitung. Die Quellen solcher
Greuel sind lokale Märkte, Spielhöllen, billigst Kneipen, gelangweilte Müssiggängerinnen und die Schönheitsinstitutionen. Wenn ich fliessend Thai
sprechen und verstehen würde, würden mir solche Nachrichten vorenthalten.
Ich spreche ausser der emmentalischen Hochsprache keine einzige gängige Fremdsprache. Die Verständigung mit Dick beruht auf einfachen
Rauchzeichen und Gebärden. Wenn aus meiner Banane Rauch aufsteigt, benötige ich keinen Feuerlöscher, sondern die körpereigenen Aufmerksamkeiten
der Partnerin.
Ich hatte Kollegen, bei denen schlechte Nachrichten ihren Bierdunst nie durchdringen konnten. Die bemerkten nicht einmal, dass ihre angeheirateten
Befriedigerinnen längst, seit Monaten oft zweimal täglich, fremd gingen.

Ich bekenne mich gerne als blauäugigen, unwissenden Trottel. Dennoch bitte ich die aufgeklärten Herrschaften, nicht bloss durch fingierte Blumen
zu pusten, sondern Tatsachen mutig auf den Tisch zu legen. An alle Klugscheisser: Im Bereich Kindsmisshandlung und Sexualität mit Kindern betrachte
ich die Zurückhaltung von Informationen nicht nur als Feigheit, sondern als ein Verbrechen.
Wenn ich mich in den Aufsätzen äusserster Diskretion befleissige, bedeutete das nicht unbedingt Unwissenheit, sondern wie bereits anderweitig
angedeutet, Respektierung der Opfer. Anstand und Pietät sind im Forum leider für einige beschränkte Hirnverletzte, ich frage mich: Alkohol, Unfall
oder Demenz, für solche Vielschreiber oft Mangelware.

Wir sind ab Sonntag bei unveränderter Lage in BKK mehr oder weniger unfreiwillig in der Nähe des Aufruhrs.
Beiträge sind demnächst unmöglich. Es ist nicht auszuschliessen, dass wir einige Geschichten erleben und überleben.

Mit teilweise unfreundlichen Grüssen
Low
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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1094 am: 30. April 2010, 06:40:16 »

Low
Natuerlich sterben hier auch einige an Motorradunfaellen, sind aber durchwegs groessere Jugendliche.
Da war eine Jugendgang, die Nachts Rennen veranstaltet haben.
Sind fast alle gestorben (Unfall), jetzt ist Ruhe.

Die Jungs duerfen bereits Motorradfahren, wenn sie mit den Fuessen knapp auf die Pedalen kommen.
Soviel zu Motorrad.

Bei Kindsmisshandlung schliesse ich nicht aus, das eventuell einzelne Eltern ihre Kinder zur Strafe schlagen.

Meine “pan ra jaa” ist ueber ihre Schulfreundinnen immer ueber alles im Dorf sehr gut informiert.
Und ihr sind keine Vorfaelle bekannt.

Muss ja eine schlimme Gegend sein, wo Du wohnst. IRONIE

Hans
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