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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 444254 mal)

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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1245 am: 03. Oktober 2010, 21:48:39 »

Low ist zu Row mutiert?

Lieber Low,

wir bitten ausdrücklich um die Fortschreibung!!


Wolfram
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hmh.

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1246 am: 03. Oktober 2010, 21:52:41 »

Schließe mich an  }}

Low, wehe, Du machst bei den Gebetsmühlen mit!
Dann kannst Du Deine in feinstes Wasserbüffelleder handgebundenen Sonderexemplarere der Geschichten aus Hinterindien jedenfalls schon mal vergessen!
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wyooo

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1247 am: 04. Oktober 2010, 16:55:57 »

@Low

Irgendwann heute Abend werden es 120.000 Klicks werden,

 für diesen Thread der ohne dich garnicht existieren würde.  ;}

Spann uns nicht auf die Folter,

selbstverständlich will ich für meinen Teil am liebsten jeden Morgen eine neue Story von dir lesen.  :)

@hmh

Nicht vergessen, auf den Einband in feingegerbtem Büffelleder (der Büffel sollte schon aus dem Issan sein  }{ ) ,

gehört der Titel in gepunzten Lettern gedruckt die mit feinstem Blattgold belegt werden sollten  :D

Grüsse aus Köln am Rhein  Wyooo



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hmh.

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1248 am: 04. Oktober 2010, 18:23:55 »

Mir schwebt eher das Leder von zertifizierten Lan Na Wasserbüffeln vor.

Sie dürfen nie mit Stacheldraht in Kontakt gekommen sein und sollten nur naturbelassene Nahrung erhalten haben. Die leichte Rauchnote der Haut, verursacht durch den Staub der illegalen Brandrodungen in Lan Na, ist ledertechnisch nicht von Nachteil und hat einen konkreten Bezug zu Lows Geschichten.

Die Besitzverhältnisse der Wasserbüffel sind uns dagegen egal. Es schadet zum Beispiel nicht, wenn sie den Farang-Sponsor auf ihrem Lebensweg mehrfach gewechselt haben.  }{
Als Einbandprägung könte man die Uhr von Frau Gucci oder ein stilisiertes Lan Na Karnickelhaus wählen.  }}

Es sei denn, es fällt uns auf den ausstehenden noch mindestens 300 Seiten noch etwas besseres ein...
Grüße von der vor-redigierten Seite Nr. 383.  {:}

hmh.  :)
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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1249 am: 05. Oktober 2010, 13:45:03 »

@drwkempf
Row = Mülleimer Nick

@hmh
Bin ich erpressbar?
Einige der Geschichten sind so schmutzig, dass ich einen Umschlag aus rezyklierten Kondomen bevorzugen würde,
denn als militanter Veganer muss ich jegliche Tierhaut strikt ablehnen.

RETTET DIE LETZTEN WASSERBÜFFEL !

@wyooo

Der Lhotse im Everest Gebiet ist weiter entfernt als ich dachte.
Ich bin leider noch nicht in Kathmandu angekommen. Es könnte also noch etwas dauern bis zur Fortsetzung. Die Gesteine sind schon einige
Millionen Jahre alt. Da spielen einige Tage mehr oder weniger keine Rolle mehr.
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hmh.

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1250 am: 05. Oktober 2010, 19:57:16 »

Die letzten Wasserbüffel retten wir selbstverständlich dadurch, indem wir die Nachfrage nach ihrem Leder erhöhen und außerdem ausdrücklich auf zertifizierte Lan Na Wasserbüffel bestehen, die sich niemals an einem Stacheldraht reiben mußten.

Alternativ binden wir einige Sonderexemplare auch gerne in feinste Lan Na Seide der Firma Chinawat ("Shinawatra"), schon um die goldgelbe Fraktion bewußt vom Kauf abzuschrecken.
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Low

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Zweierlei Mass in Hinterindien
« Antwort #1251 am: 06. Oktober 2010, 12:29:54 »

Zweierlei Mass                                                                                                                                                        Mai 2010

Ich stand auf einem Brett an einer mehr als dürftig abgesicherten Baugrube. Einer der Arbeiter unterhielt sich mit mir. Von ihm ragten nur
Kopf und Schultern aus dem Loch.
Sehr wahrscheinlich war er schwul und er erregte sich. Plötzlich griff er mir von unten her mit beiden Händen zwischen die Beine und suchte
etwas Bestimmtes.
Wäre es eine Frau gewesen, hätte ich eventuell gegrinst und meinen Spass gehabt.
Aber von diesem schweisstriefenden, lehmbespritzten Rüpel liess ich mir das nicht gefallen und ich begann, ihn mit Schlägen zu traktieren.

Wer kriegte die Prügel?
Dick!
Ihre zarten Hände liessen sich im Traum nicht von den schwieligen Pranken eines Bauarbeiters unterscheiden.





Die Steingeschichte folgt später. Bin erst in Kathmandu. Der Anmarsch zum Lhotse dauert etwa zwanzig Tage, oder ich fliege mit Yeti Airways.
Man sollte sich jedoch langsam an die extreme Höhe gewöhnen.





« Letzte Änderung: 06. Oktober 2010, 12:47:27 von Low »
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wyooo

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1252 am: 06. Oktober 2010, 13:12:40 »

 :o Trotzdem Danke für die Morgengeschichte   ;]

Obwohl ich dir das mit dem Veganer nicht abnehme  {;  wäre ich auch einverstanden wenns nur eine Taschenbuchausgabe gäbe, Hauptsache es gibt sie ;}

Dir einen schönen Tag noch, hier in Köln gabs heute einen Megasonnenaufgang und im Westen einen Riesen-Regenbogen  :)

Wird also ein schöner Tag   Gruss Wyooo
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Low

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Steine vom Lhotse
« Antwort #1253 am: 08. Oktober 2010, 15:59:53 »

Steine vom Lhotse


Die folgenden Episoden sind eine Weiterführung der Geschichte “Steine“.
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg143728#msg143728

Fakten und Fiktion sind bunt gemischt. Hoffen wir, dass trotz Kopfzerbrechen etwas Lesevergnügen übrig bleibt.

Wie komme ich dazu, den Himalaya in die Geschichten aus Hinterindien zu integrieren? Ganz einfach.
Blickt man auf eine Landkarte von Indien und schaut von Süden, von Sri Lanka nordwärts, sieht man den riesigen Sub-Kontinent Indien. Dahinter
liegen die Gebirgsketten des Himalaya, eben hinter Indien. Letzte Ausläufer der Himalaya-Ketten finden sich im Raum Chiang Mai.

Europa

In Europa studierten junge Leute unter Umständen Geologie, weil ihr Interesse an der Natur auf Wanderungen, besonders im Berggebiet
geweckt wurde. Teilweise sehen schon Laien Schichtungen und Verwerfungen verschiedener Gesteinsarten. (1) An gewissen Stellen streben
Gesteinsbänder fast im fünfundvierzig Grad Winkel in die Höhe. Geringste Überlegungen lassen erahnen, dass da ungeheure Kräfte am Werk
waren und immer noch sind.

USA

In USA dürften die Geologiestudenten eher einer energiehungrigen Gilde mit Goldsuchermentalität angehören. Aber ich vergesse die
Pionierleistungen bei den Analysen von Mondgestein nicht, auch wenn dafür starke Impulse von Europa ausgingen. Die Empfindlichkeit der
Geräte erhöhte sich in kurzer Zeit um das Hundertfache, ohne dass wesentliche Genauigkeit verloren ging.

In Tulsa, Oklahoma, hatte einer der bedeutenden Ölbarone einen Sohn, der unbedingt einen akademischen Titel ergattern sollte, obwohl er
weder über grosses Denkvermögen noch Sitzleder verfügte.
Dagegen schwängerte er schon an der High School erfolgreich annähernd die Hälfte der Cheerleaders. (2) Ein Studium der Medizin oder
Jurisprudenz waren undenkbar. Geologie, mit vielen Exkursionen ins hohe Gebirge, in tiefe Schluchten, in ferne Länder, auf Erdölbohr-
plattformen und nach New York zu Modeschauen und Catwalks versprachen dem Playboy eine abwechslungsreiche Zukunft.

So studierte er denn Erdwissenschaften. Er war der erste im Gebirge, er war der schnellste in unerforschten Schluchten, manchmal erwischte er
eine Falsche. GPS gab es noch nicht.
Und wenn bei Laborarbeiten mal ein Gerätchen wegen eines wenig bedachten Handgriffs den Geist aufgab, das heisst, wenn die Elektronik bloss
noch indianische Rauchzeichen übermittelte, war Daddy mit den falschen Zähnen lächelnd mit einem Ölspritzer, nein - einer grosszügigen Spende
stets zur Stelle.

Kurz, Jim schaffte den Doktorhut im ersten Anlauf. Das Leben an der Universität mit vielen Cheerleaders, Studentinnen und Assistentinnen gefiel
ihm besser, als eine Auszeit auf einer Bohrinsel. Warum eine Insel, wenn nahezu der halbe Campus zum Bohren verführte. Deshalb plante er seine
Zukunft als Wissenschaftler - unter Verwendung neuester Technologien, die er selbst bloss aus der Literatur kannte. Daddy würde sie lächelnd
finanzieren.

Eine ausserordentliche Sitzung des Ölmagnaten mit Sohn und Schulleitung zeigte rasch handfeste Resultate. Der ältere Vorsteher der Abteilung
Erdwissenschaften, welcher mit einem zwanzig jährigen Referat die Universitäten auf sämtlichen Kontinenten immer wieder aufs Neue langweilte
und dem seit Jahren keine wesentlichen neueren Geräte finanziert wurden, war zu Tränen gerührt, als er die ehrgeizigen Pläne für die nähere
Zukunft vernahm.
Ein neues Institut, Jim’s TOUIFOGANS sollte gebaut werden: Tulsa Oklahoma University Institute for Geology and Nuclear Sciences.

Der Gerätepark müsste von AA über MS bis Z,  verständlicher - Atom Absorption, über Massenspektrometer, Argon-Gas als auch Thermionen,
bis Zyklotron so ziemlich alles enthalten, was gut und teuer ist.

Bevor die ersten Arbeiter und Maschinen zu graben begannen und während der ganzen Bauzeit, arbeitete der frisch gebackene Doktor jeweilen
für einige Monate in den renommiertesten Laboratorien rund um den Globus, besuchte wissenschaftliche Kolloquien, Konferenzen, Meetings und
Ausstellungen.

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberschiebung
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Cheerleading

Fortsetzung folgt
« Letzte Änderung: 08. Oktober 2010, 16:15:07 von Low »
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Kern

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1254 am: 09. Oktober 2010, 17:04:28 »

Mein Gedächtnis gleicht einem Sieb, dessen Maschenweite sich ständig weitet.

Momentan hat das den Vorteil, dass ich Lows geistvolle, skurrile, bildende, sehr vielseitige, sarkastische,
höchst unterhaltsame,        zum Denken, zum Mitfühlen, aber auch zum Schmunzeln und Lachen zwingende,
den Horizont erweiternde ... Geschichten, Essays, Kommentare, Bekenntnisse, Reflektionen ... aus Hinterindien
alle noch mal geniessen kann.

.....................

Danke, Low

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Low

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Der Lhotse wartet
« Antwort #1255 am: 10. Oktober 2010, 15:31:21 »

@ Kern
Hab dank.
Hoffentlich haben die Geschichten annähernd das Niveau Deines Kommentars.
Offenbar bist Du kein oberflächlicher Leser.

Literatur gleicht häufig abstrakter Kunst. Da können Experten etwas hineininterpretieren, das gar nicht vorhanden ist.
Ich versuche schon, Inhalte zu vermitteln und wenn es nur ein schlechter Witz ist. Das Ringen um das treffende Wort kann Stunden oder
Nächte dauern.

Der Lhotse wartet

Paris

Besonders Paris war ein Augenöffner. Da war das Meiste antiquiert und ungewohnt. Jim glaubte kaum, dass der Eiffelturm fast hundert Jahre
alt war. (3)
Viele prächtige Bilder im Louvre waren noch älter. Als er ausrechnete, dass die teilweise zu Zeiten angefertigt wurden, als es noch kaum weisse
Siedler in Nordamerika gab, erstickte er fast an seinem Wrigley. (4)
Linderung vom Kulturschock bot ihm die abendliche Unterhaltung im Crazy Horse Saloon. (5) Bereits nach wenigen Nächten kannte er die meisten
Akteurinnen persönlich. Mit jungen Frauen, Jungfauen waren das beileibe nicht, lernte er spielend französisch:
„Aaahhhh..., mmmmhhhhh..., ooooohhhh..., uuuuhhh..., rrrrrrhh, c’ est l’  amour... .“
In der Geologie beschäftigte ihn vor allem die Datierung der Gesteine und er zeigte ein ebenso großes Interesse für genaue Altersbestimmung
attraktiver Damen.

Um die Isotopenverhältnisse  zur Altersbestimmung in den Gesteinen zu messen, benutzten die Franzosen in den Laboratorien mehrere
spectromètre de masse. (6) Welches Instrument er zur Erforschung der Weiblichkeit benutzte, entzieht sich meiner Kenntnis.

Wissenschaftliche Berater, oft abgestürzte Doktoranden, gaben sich bei Jim die Klinken in die Hand, um nicht nur brauchbare, sondern vor
allem kostspielige Geräte zu verkaufen. Es hagelte Einladungen zu Abendessen und in teure Clubs und Varietés.
Den Gipfel der Perfidität lieferte der Anpreiser eines neuen Massenspektrometers. Er erklärte Jim ohne zu erröten:
„Mit unserer Multikollektor Maschine mit automatischer dynamischer Selbstkalibrierung können sie nicht nur die Millionen Jahre der Entstehung
eines Gesteins bestimmen, sondern bei guten Proben sogar den Tag, Dienstag oder Donnerstag unterscheiden!“

Die wunderbaren Jahre als Postdoc hatten ein Ende. (7) Dad mit den falschen Zähnen holte eines Tages seinen nunmehr gebildeten Sohn von
internationalem Format in Paris ab. Am Dienstag oder Donnerstag darauf bestiegen sie trunken vom Champagne und den Weibern einen Flieger
zurück nach Tulsa, Okla, USA.

Tulsa

Der Empfang wenige Tage später an der Universität war ein unerwarteter Spektakel. Die Band schmetterte Märsche von John P. Sousa. ( 8 )
Die Girls wirbelten Stöckchen und Röckchen. Der Herr Direktor hielt eine Willkommensansprache und sprach gerührt vom verlorenen Sohn,
der wieder nach Hause zurück fand.
Der alte Vorsteher der Abteilung Geowissenschaften, nunmehr Ehrenpräsident, überreichte auf einem Samtkissen Jim als einstimmig gewähltem
Leiter die Schlüssel zum Neubau, umflankt von einer Ehrengarde im einheitlich schnittigen Arbeitsdress mit der Aufschrift GANS
(Geological and nuclear sciences) auf dem Rücken.

Jim war entzückt, als er das rote Band durchschnitt und gefolgt von Ehrengästen und Gänsen den Neubau betrat. Eine polierte, spiegelnde
Bronzetafel zeigte, dass sich Daddy und die Ölgesellschaften nicht lumpen liessen. Sogar die kleineren Unternehmen spendeten mindestens
sechsstellige Beträge.
In der Eingangshalle und in seinem imposanten Büro hingen Bilder französischer Impressionisten, bekannte Namen wie Monet, Manet, Pissarro,
Renoir und Toulouse-Lautrec. Hatte sein Vater in aller Heimlichkeit den Louvre und andere Museen geplündert?

Der Gerätepark beeindruckte Gäste und Fachleute. Wissenschaftliches Personal in Uniform mit GANS am Rücken, bediente Geräte und Apparate
neuester Technologie mit Instrumenten ähnlich wie in Flugzeugen. Aus Kühlfallen verdampfte sichtbar flüssiger Stickstoff. Lämpchen blinkten,
Computer schnurrten.
Fernab von den empfindlichen Geräten waren die Räume für die Gesteinsaufbereitung. Blankpolierte Steinbrecher, Siebmaschinen, Rütteltische
und Trennapparate warteten auf Material.
Es gab Laboratorien für Chemie und spezielle Arbeitsplätze für extreme Spurenanalysen. Mikroskope aus deutscher und einheimischer Fertigung
standen überall herum. Eine Bibliothek mit Gartensitzplätzen lud zum Verweilen ein.
Das Beindruckendste für Jim: In jedem Stockwerk stand mindestens ein Gratis-Kaugummiautomat mit Produkten von Wrigley.

(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Eiffelturm
(4)
http://de.wikipedia.org/wiki/The_Wrigley_Company
(5)
http://www.crazy-horse-saloon.de/Crazy_Horse_Saloon.html
(6)
http://fr.wikipedia.org/wiki/Spectrom%C3%A9trie_de_masse
deutsch
http://www.mpch-mainz.mpg.de/~geo/sjg/msblatt.html
(7)
http://de.wikipedia.org/wiki/Post-Doktorand
( 8 )




Fortsetzung folgt

« Letzte Änderung: 11. Oktober 2010, 19:19:27 von hmh. »
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Antares

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1256 am: 10. Oktober 2010, 23:39:56 »

Lieber Row,

vielen Dank für die Fortsetzung, am heutigen Sonntag hat mir diese viel Freude bereitet!

Gibt es in den Vereinigten Staaten wirklich noch eine Produktion von Mikroskopen? Mir fällt nur RIFE ein, und die Geräte sind  historisch.

Grüße aus dem Rheinland
Marcus
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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1257 am: 11. Oktober 2010, 16:22:11 »

Hallo Antares

Zur Zeit sehe ich ausserordentlich schlecht. Ich benötige eine neue Brille.
Darum machte ich mindestens zwei Fehler:

...

Diese Geschichte, mit Fakten und Fiktion, ist ein Aufhänger an die italienische  Expedition von 1975, spielt also nach dieser Zeit. Die meisten
Schauplätze kenne ich aus eigener Tätigkeit als eine Art Blackmicha, leider nicht in der Bier Branche.

Der Crazy Horse Saloon ist in lebhafter Erinnerung, ebenso die Getränkepreise. Eine Cola kostete dasselbe wie der Champagner, entweder
teure Cola oder billige Nuttenbrause.
Der Eiffelturm ist mittlerweile mit Baujahr 1899 über hundert Jahre alt.

Damals gab es noch amerikanische Mikroskope.
In Tulsa schleppte mich Billy in eine Ausstellung zu einigen französichen Impressionisten. In meinem Hotel sangen die Platters: „Only you,
The great pretender.“ (1)

Präsident Carter 1977, ehemaliger Kommandant eines der ersten nuklear getriebenen U-Boote, versetzte der angeschlagenen forschenden
Nuklearindustrie in den USA den Todesstoss. Danach mussten einschlägige Geräte aus Europa, vor allem England importiert werden.
(Three Mile Island Schlamperei, 1979). (2)

Der letzte Teil war für Jim noch unergründliche Zukunft, denn die Geschichte geht weiter, bevor Carter an die Macht kam. Es hiess am Ende von #1255:
Fortsetzung folgt ......

(1)

(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Three_Mile_Island



Ediert: Die Fehler sind schon verbessert. MfG hmh.  :)
« Letzte Änderung: 11. Oktober 2010, 19:21:44 von hmh. »
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Low

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EGAT plant
« Antwort #1258 am: 12. Oktober 2010, 12:19:03 »

EGAT plant in der Zukunft Strom aus Kernenergie zu erzeugen.
Interessierte, die sich die in #1257 erwähnte “Three Mile Island Schlamperei“ zu Gemüte führten, dürfen extrapolieren, was unter dem Motto
“Die sind so“ , für die Region geplant wird, oder Verantwortungsbewusstsein und Mentalität - zumindest von Ingenieuren und Technikern, -
wandelt sich geringfügig - um etwa ein My.
 
Mehr zum Thema böse Atome mit besonderer Berücksichtigung unzüchtiger Isotope, vernimmt die verehrte Leser(innen)schaft in den weiteren
Lhotse Abenteuern.
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Low

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Aufbruch zum Lhotse
« Antwort #1259 am: 14. Oktober 2010, 10:21:54 »

Aufbruch zum Lhotse

Was arbeiteten denn all die Menschen? Die meisten waren Spezialisten in einem kleinen Verantwortungsbereich. Waren sie in Grossprojekte
eingebunden?
Leider nein. Die Leute bearbeiteten meist wenig interessante Gesteinsproben von Ölgesellschaften. Die wollten bloss Resultate sehen und
lieferten selten genaue Daten über den Ursprung des Materials.
An den Massenspektrometern wurden internationale Vergleichsstandards gemessen, um zu überprüfen, wie genau und mit welchen Fehlern
die Resultate reproduzierbar waren. Da gab es ein Sorgenkind: Der Biotit Bern 4 B. Irgendwie war der unmessbar. (9)

Jim berief eine Sitzung ein. Er wollte Berichte von sämtlichen Stellen über Tätigkeit und Resultate. Insbesondere verlangte er, dass dieser
Standard aus Barn, (wo war diese miserable Scheune eigentlich?) endlich gemessen wird, denn was andere können, können wir auch.

Darauf hatte er einen Termin im Hochhausbüro von Daddy.
Er bedankte sich nochmals herzlich für den Einsatz und die unerwartete Grosszügigkeit aller Beteiligten.
Jim war nachdenklich, wurde sehr leise und meinte zu seinem Vater und Gönner:
„Wir verfügen über die besten Geräte. Die Mitarbeiter sind motiviert.
Was uns fehlt ist ein Grossprojekt, das international für Aufsehen sorgt.“

In Vaters Büro hing ein Kalender an der Wand. Das Bild zeigte wild vereistes Gebirge mit schroffen Felswänden unter stahlblauem Himmel.
Der Kommentar darunter: Lhotse, Himalaya.
„Da gibt es haufenweise Steine und viele offene Fragen,“ meinte Jim beiläufig, ohne viel zu Überlegen.
Daddy kratzte sich im schütteren Haar und sagte:
„Letzte Woche traf ich meinen Schulfreund Peter in Washington. Er arbeitet beim Aussenministerium und CIA. Die haben Probleme in der
Himalaya Region. Er könnte dir unter günstigen Umständen bei der Beschaffung von einigen Kieseln für dein Grossprojekt behilflich sein.“
Darauf griff er zum Telefon, während Jim sich einen Wrigley genehmigend, zu einem Treffen mit einem anziehenden, sich ausziehenden,
silikonverstärkten Countrygirl eilte.

Nach vielen Knacken in der Leitung und reichlich Sekretärinnen und Telefonistinnen hatte er Peter am Apparat. Sehr schnell kamen sie zum
wesentlichen Punkt.
„Peter, wie ist es in Napoli?“
„Ach, du meinst wohl Nepal.
Das ist ein verdammtes Problem!
Die Kommunisten sägen wieder einmal an einer Demokratie.“
Offenbar waren die selbsternannten Weltpolizisten in Washington ahnungslos, dass in Nepal ein Königshaus die wesentlichen Entscheide fällte.

„Peter, du erinnerst Dich, mein Sohn ist Erdwissenschaftler.
Er interessiert sich für Gesteinsproben aus dem Himalaya.
Gibt es für ihn einen Weg dahin?“
„Hey Man, das ist sehr, sehr interessant. Ich rufe Dich zurück! Thanks and bye.“

Das Aussenministerium und die CIA waren wahrlich erfreut über eine amerikanische wissenschaftliche Expedition ins ferne Nepal. Bei dieser
Gelegenheit würden sich problemlos einige zusätzliche CIA Beobachter ins Land schleusen lassen.
In unglaublich kurzer Zeit erhielten Jim und seine Gruppe die erforderlichen Genehmigungen und Visa.

Bombay

Jim reiste als erster. Er machte in Bombay, seit 1995 Mumbai, gummikauend einen Besuch in einem spezialisierten Laboratorium für Blei Isotope
aus dem Himalaya.
Seine Lendengegend schmerzte, wenn er die glutäugigen, gertenschlanken Inderinnen mit den tiefschwarzen Haaren in ihren bunten Saris
studierte.

Die Forschungsstätten befanden sich an einer stark befahrenen Strasse in einem schäbigen Bau. Einige Fenster waren geöffnet. An anderen
schepperten und brummten Klimaanlagen. Im Blei-Chemie Labor waren die Fenster weit aufgesperrt. Ein Kredit fehlte, um das defekte Klimagerät
zu ersetzen oder zu reparieren.
Im gekühlten Massenspektrometer-Raum waren die Temperaturen weit erträglicher, als in der heissen Hölle der Bleispuren Chemie.

Eine verdiente Wissenschaftlerin aus Europa fand an Ort später heraus, dass die Leute mindestens für Monate ihre Bleispuren-Analysen
vergessen mussten.
Benzin war damals verbleit. (10) Das Blei der Treibstoffe gelangte mit der allgemeinen Luftverschmutzung durch die geöffneten Fenster ins
Chemie Labor. Dort vermischte sich das Treibstoffblei mit den Spuren aus den Gesteinen. Alle gemessenen Isotopenverhältnisse erwiesen
sich damit als reine Telefonnummern.
Die Empfindlichkeit gegen Verunreinigungen wird deutlich, wenn man weiss, dass aus vielen Kilogramm Gestein knapp ein millionstel Gramm
messbare Probe gewonnen wird. Heutzutage genügen Mengen im Pico-Gramm (10E-12) Bereich für zuverlässige Messungen.
Die Kontaminationsgefahr wurde nicht geringer. (11)

Global

Die Erfahrung aus Bombay zeigt:
Gewissenlose Wissenschafts-Päpste mit wertlosen Analysen schwatzen der Menschheit immer wieder neuen grossartigen Unsinn auf.
Zwei Stichworte: Waldsterben und Influenza Pandemie.

(9)
http://de.wikipedia.org/wiki/Biotit
(10)
http://de.wikipedia.org/wiki/Tetraethylblei
(11)
http://de.wikipedia.org/wiki/Uran-Blei-Datierung

Beinahe ging das
Fortsetzung folgt ...
vergessen.

« Letzte Änderung: 14. Oktober 2010, 11:00:10 von Low »
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