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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449506 mal)

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Low

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Hausaufgaben aus Hinterindien
« Antwort #1365 am: 16. Januar 2011, 11:54:49 »

Hausaufgaben                                                                                                                                             10. Januar 2011

Rannten wir früher nicht täglich morgens zur Schule und warteten, warteten den ganzen Tag gespannt auf nichts anderes als Hausaufgaben.
Fast genauso ist es in Hinterindien. Die Kinder werden noch in der Dämmerung zur Schule gekarrt. Sie dösen und verschlafen den grössten
Teil des Tages und warten dann wenige Minuten bei aufgeklartem Bewusstsein auf die Hausaufgaben. Noch in der Schule vergessen sie diese
unangenehme Beschäftigung schnellstmöglich. Kluge kaufkräftige Kinder beschaffen die Lösungen gleich auf dem Weg nach Hause in den
Aufgabenlösungsagenturen vor den Toren der Schule. Das sind kapitalistisch orientierte, privatwirtschaftliche Interessegemeinschaften in
engster Zusammenarbeit mit den Lehrkräften.
 
Ein alltägliches Drama bei uns. Mowgli kommt nach Hause. Denkt ihr, er schreit bei seiner Ankunft erfreut:
„Mae, ICH HABE Hausaufgaben!“
Nein, es ist ein grosses Geheimnis. Man muss es aus ihm herausklauben, wie Nissen im Haar oder Schmalz im Ohr, ob er mit Aufgaben
gesegnet ist oder nicht.

So war es am vergangenen Freitag. Ich fragte, ohne viel zu überlegen:
„Hast du Aufgaben für morgen?“
„Nein Onkel,“ antwortete der Schüler freundlich lächelnd.
So war es. Er hatte keine Aufgaben für Samstag, weil er erst am Montag wieder zur Schule musste.
Ich durchschaute ihn und wusste, dass er am Sonntag um 21 00 mit seinen unerledigten Geschäften aufkreuzen würde. Meine Annahme war
durch und durch falsch. Er kam bereits um 20 50. Trotzdem lehnte ich seine Bitte um Hilfe ab. Warum?

Dick prüfte nach seiner Ankunft, was Mowgli bis Montag früh erledigen sollte. Doch er sträubte sich in seinem Innersten dagegen. Ich bat ihn
noch am selben Abend, mit der Lösung des Problems zu beginnen. Er machte trotz zweimaliger Aufforderungen am Samstag fast gar nichts.
Am späteren Nachmittag suchten angesäuselte High Society Ladies in Karaokestimmung den Salon mit elektronisch verstärktem Heulen, Wimmern,
Klagen und kistenweise Alkoholika für wenige Stunden heim. Eine besonders hochkarätige Zicke belehrte meine Dicke, unser Wohnhaus mit
nebenstehendem Haar- und Körperbehandlungszentrum sei in diesem Elendsviertel denkbar ungünstig gelegen.

Das kam Mowgli sehr entgegen. Er verzog sich vor Lärm, Hunger und Armut flüchtend bis Sonntagabend, ganz bewusst die Aufgaben vergessend,
zum lieben grossen Bruder. Der macht sein Geld in der Verdummungsindustrie und beliefert ohne jegliche Diskriminierung alle Menschen. Sein
einziger Vorbehalt: Viel lockeres Bargeld. Ich fragte Mowgli nicht, mit welchen Filmen er den Abend verbrachte.

Dafür erzählte ich ihm nach seiner Rückkehr begeistert vom jungen Albert Einstein, der anfänglich wenig Freude an der Schule und den
Hausaufgaben zeigte. Als ihm sein gestresster Vater nach langem Zögern einen kräftigen Tritt in den Hintern versetzte, schrie Albert lauthals:
„E=mc^2,“
und wurde damit weltberühmt.
Darum verzichte ich auf jegliches Treten.  
.
..
...
Muss ich eine Formel hören, die ich nicht verstehen könnte?

http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84quivalenz_von_Masse_und_Energie
« Letzte Änderung: 16. Januar 2011, 12:08:21 von Low »
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Kern

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1366 am: 16. Januar 2011, 12:33:01 »

Ich hatte die Entstehungsgeschichte dieser bekannten Formel etwas anders in Erinnerung.   :D
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hmh.

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1367 am: 16. Januar 2011, 16:42:08 »

Einstein hat die Frage, wie er den Abend verbracht hätte, als er die berühmte Formel E = mc2 fand, genau beantwortet:
http://www.thailandtip.de/tip-zeitung/nachrichten/news/aus-meinem-papierkorb/back/122/  C--

(ganz unten auf der Seite, letzter Punkt)

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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1368 am: 16. Januar 2011, 17:16:16 »

Lows kleine Geschichte passt wieder einmal lückenlos in meine Theorie vom thailändischen Bildungswesen.
Tumbe und Faule Ochsen sind von einer kleinen durchaus gebildeten Elite viel leichter an der Nase herumzuführen als gut informierte zum Mit- und Nachdenken fähige am Gemeinwohl interessierte Zeitgenossen.

Mowgli ist aktuell noch weit mehr Opfer als Täter. Aber seine "Erziehung" zum Mittäter ist bei seinen Lehrern bereits in besten Händen.

Halte durch Low! Wenn Mowgli erst einmal alt genug ist, um den Bildungssumpf und die dahinter steckenden Intentionen zu begreifen, kann er sich immer noch eines Besseren besinnen.

Wolfram

PS: habt ihr die "hochkarätige Zicke" etwa einen Blick auf das Kleptomanowitsch'sche Anwesen tun lassen? :]
     Das hätte ihre Aussage gar nicht so falsch erscheinen lassen. Gerade Besoffene haben ja schon einmal einen ganz guten Blick für Realitäten
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Tu ne quaesieris scire nefas quem mihi quem tibi finem di dederint

Low

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Hausaufgaben Antworten
« Antwort #1369 am: 17. Januar 2011, 13:18:38 »

Hausaufgaben Antworten

@ Kern
Ich hege einen Verdacht: Du warst wohl ebenfalls ein Hausaufgabenmuffel.
Im Zweifelsfall ist meine TIP-Version immer die richtige.

@drwkempf
Als ich die Statistiken ins Forum stellte, war Frau Kleptomanova bei Dick im Salon und bot ihren Krempel für zwei Millionen an. (1)
Das Wasser steht den Nachbarn offenbar bis zum Hals. Mr. K. stahl neulich in der benachbarten Gärtnerei etwa 300 Töpfe mit Setzlingen und
liess als Beigabe  (korrekt sollte es wohl Zunahme heissen) gleich die Wasserpumpe mitlaufen.

Mit den Schulen steht es weit schlimmer, als ich bisher annahm. Mit der vermittelten Materie bin ich eigentlich zufrieden. Meistens wird so doziert,
dass gähnende Langeweile herrscht. Zucht und Ordnung in Affenkäfigen sind vergleichsweise besser. Die pubertierenden Schüler können nicht
in Zaum gehalten werden. Schwangerschaften sind wie Verkehrsunfälle planmässig und keine Zufälle. Minderjährige Schwangere und
Motorradunfälle halten sich annähernd im Gleichgewicht. Die Themen betreffend Verkehr, Strassenverkehr und Geschlechtsverkehr, sind nicht
diskussionswürdig.
Sogar die Uni CNX steckt in einem Sumpf. Berichte darüber könnten sich für mich gesundheitsschädigend auswirken. Die Studenten haben
Redeverbot. Auf die Frage: „Was solltest Du niemandem erzählen?“ erhielten wir immer kompetente Antworten.

Mowgli war mit seinen Lehrern im Pfadfinderlager. Wir waren abwesend. Am Freitag war er dort zwanzig Minuten bewusstlos. Stoff für eine
fast unglaubliche Geschichte.
Zuerst widme ich meine Zeit den Korrekturen, dann der Bettlektüre, nachdem ich das Studium verschiedener Schlafzimmer erfolgreich abschliessen
konnte. Ein kleiner Schock meinerseits. Warum interessiert mich dieser Kleinkram?
Ich lebe damit. Alles ist klein: Die Frau, das Haus, der Garten, das Auto, das Einkommen, die Weinflaschen. Gross sind nur die Enttäuschungen,
Kleinigkeiten für mich.

(1)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg156012#msg156012
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Antares

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1370 am: 18. Januar 2011, 17:45:24 »

Hallo an alle, leider geht mein Urlaub auf Ko Samui dem Ende entgegen, gereizt hätte es mich schon mal zu schauen was den
für 2 Mio THB an Haus und Grund im Norden so zu erwerben ist. :)
Wobei das mit dem Grunderwerb ja nicht wirklich möglich ist.

Grüße

Marcus
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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1371 am: 19. Januar 2011, 11:40:39 »

Antares

Wir wünschen eine angenehme Reise.

Im Auktionskatalog des Jahres 2546 ist die Grundstückgrösse mit 1-0-49 angegeben. Der erstmalige Ausrufungspreis betrug THB 1 796 000.
Bei den folgenden zwei Auktionen wurde der Preis reduziert. Damals konnte das Land nicht verkauft werden.

Der neue Besitzer errichtete einige Wellblechschuppen für Geräte und später einen für Normalbürger nicht benutzbaren Wohnschuppen in
LanNa-Nageltechnik. Ein etwa sechs Meter hohes Bambusgerüst steht unmittelbar neben dem Salon. Wenn irgendwo Wellblech unbeaufsichtigt
herumliegt, wird sicher das Dach gedeckt.
Von Kleptomanewitsch werden drei weitere Grundstücke genutzt, die ihm nicht gehören. Zwei davon grenzen direkt an unser Land.
Sein Grundstück wird auf der einen Seite von einem zugemüllten Bach begrenzt, auf der andern Seite ist eine eigentlich öffentlich Strasse,
die aber vom Landbesitzer seit vier Jahren blockiert wird.
Die Bank will in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und Dick versuchen, die Strasse wieder zu öffnen. Auf dieser Strasse stehen
mehrere Geräte- und Fahrzeug-Schuppen. Irgendwo steht sogar ein Tuk-tuk herum.
Die Räumung dürfte schwierig werden. Sollte sie gelingen, geht der Landpreis in den Keller.
Seit einigen Tagen wissen wir: Das Land gehört der Frau, respektive der Bank. Das Ehepaar ist nicht registriert verheiratet.

Ein Erwerb ist für uns nur sinnvoll, wenn wir zusätzlich den dazwischen liegenden Streifen von etwa 60 x 4 Metern an unserer
Südseite erwerben könnten. Das Land müsste entlang der Strasse durch eine Mauer geschützt werden. Sollten wir das Grundstück
übernehmen, benötigen wir später einen Gärtner oder besser einen Landschaftspfleger.

« Letzte Änderung: 19. Januar 2011, 12:13:10 von Low »
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Kern

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1372 am: 19. Januar 2011, 12:16:34 »

Hallo Low


Das klingt einerseits nach einer schwachen "mai pen rai"-Gemeindeverwaltung und andererseits nach einem ruecksichtslosen, aber durchsetzungsfaehigem Kleptomanowitsch. Ein solcher Nachbar weckt kraeftiges Mitgefuehl fuer Eure Situation.

Hoffentlich zeigen Bank und Gemeindeverwaltung soviel Rueckgrat, sich bei ihren Aktionen nicht hinter Dick zu verstecken.


Gruss   Achim
« Letzte Änderung: 19. Januar 2011, 16:11:35 von Kern »
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Low

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Bettlektüre in Hinterindien
« Antwort #1373 am: 20. Januar 2011, 15:42:01 »

Bettlektüre in Hinterindien

Ein Klimagerät schnurrte und erzeugte zeitweise Geräusche wie ein schwer leidender Asthmatiker. Gediegen pastellfarbige Vorhänge schmückten
Fenster an zwei Aussenwänden. Der eine Vorhang hing an einer Stange. Am andern Fenster fehlte das Rohr. Ein Stangenhalter war abgebrochen.
Möglicherweise versuchte nach einer missglückten Liebesnacht jemand, sich daran zu erhängen. Am verbliebenen Träger hing ein Regenschirm.
Farblich passte der hervorragend zur angenagelten Gardine.

Der ganze Raum war vollgestopft mit Gegenständen, Kommoden, Schachteln, Büchern und allerhand Gerümpel. Vor einem Fenster stand ein fast
leerer Kleiderschrank. In einer Ecke schlummerte unter einer Wolldecke ein Kühlschrank. Darauf stand ebenfalls verhüllt ein alter Fernsehapparat.
Ein neuerer LCD Bildschirm mit Lautsprechern, die hätten von der Grösse her nicht in den Kühlschrank gepasst, wozu auch – dort lagerte Lager,
dominierten den Raum. Offenbar war das ein Schlafzimmer, denn im Raum lag schwer zugänglich, jedoch durch Kleiderstapel und Ventilatoren
ausgeschildert, eine grosse Matratze mit seidenglänzenden Kissen auf dem gefliesten Boden.
Auf der Matratze regte sich etwas, etwa ein Doppelzentner Gammelfleisch. Ein schwitzender, rotgesichtiger Ausländer. In der einen Pranke hielt
er ein durch einen Spot beleuchtetes Büchlein.

Die Türe öffnete sich knarrend. Eine nicht mehr ganz gertenschlanke, mittelalterliche Frau schlurfte in den Raum. Sie trug, frisch geduscht, ein
etwas zu aufdringliches Parfum und einen Hauch von einem ausgebleichten, verführerischen Negligé aus einem europäischen Versandhauskatalog. (1)
Kenner könnten Tschibo von Beate Uhse unterscheiden.
Sie ergriff eine Fernbedienung, legte sich auf die Matratze und zog sich eine leichte Decke über ihre kaum verhüllten Blössen. Erst kraulte sie
dem Lesenden im schütteren Haar, dann massierte sie kurz seine Schulterpartie, während sie ihren feuchtwarmen Körper eng an ihn drückte.
Als der nur unverbindlich grunzte, spielte sie mit der Fernbedienung und liess sich vom Bildschirmzauber in eine gediegenere Welt entführen.

Nach einer Weile oder zwei streckte sie ihren Arm zu ihm. Die Finger ihrer Hand suchten am Körper kribbelnd spielend etwas, bis er lesend laut
knurrte. Er stiess ihren störenden Arm weg.
Kurz darauf nahm sie seine freie Hand und legte sie sich auf die eine Brust. Der Lesende benötigte seine Finger zum Wenden der Seite. Dann
fanden sie den Weg zurück zum Milchgeschirr im Ruhestand. Frauchen freute sich, als der literaturgeschädigte Bücherwurm seinen Fühler
ausstreckte. Sie führte seine Hand tiefer, zu ihren Schenkeln. Die Freude währte nur kurz. Wieder spielte er mit der Buchseite und las ungeniert
weiter, während die Lautsprecher in Surround Pop plärrten.
Seine Hand berührte die nächste Seite und ruhte danach einige Zeit in der Nähe des Buches, während sich das Weiblein unruhig gurrend reckte
und streckte. Erfolgreich, wie sie bemerkte. Die Hand des Bettgefährten suchte aus eigenem Antrieb den Weg zwischen ihre Schenkel. Ein Finger
bohrte sich sachte in das vielversprechende Land glückseliger Verheissungen, bis er feucht wurde. Exotische Erotik in Reizkultur. Sekunden später
nutzte er den benetzten Finger zum Wenden der nächste Seite.

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Neglig%C3%A9
« Letzte Änderung: 20. Januar 2011, 15:47:58 von Low »
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farang

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1374 am: 21. Januar 2011, 02:00:58 »

Ja genau wie Jeramias Gotthelf schrieb,in der Literatur liegt die Würze,oder wars Ferdinad Dürrenmatt? {--
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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1375 am: 21. Januar 2011, 22:43:03 »

Von einem, der im Bett rote Socken trägt und ein gelbes T-Shirt, erhielt ich eine Anfrage, die ich berücksichtigen muss.
Antwort:

Ferdi Kübler war ein grosser Radfahrer.
Und Fritz, der erfand die pommes fritz. (French fries)
« Letzte Änderung: 21. Januar 2011, 22:48:05 von Low »
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1376 am: 22. Januar 2011, 02:03:35 »

Genau,
und der Zweizentnertyp war Buchhalter mit ausgeprägtem
Sinn für´s Praktische.  :) 

mfg kmr
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Low

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Hinterindien
« Antwort #1377 am: 22. Januar 2011, 14:16:17 »

Danke, Volltreffer kmr.

Die Reader’s Digest Kurzfassung von “Bettlektüre“ in einem Satz.
Vermutlich trägst Du keine Bettsocken.

Magst Du Bettlektüre?
Liest Du die "Geschichten aus Hinterindien" im Bett?
Tipp:
Dann könntest Du ja die Maus anfeuchten.

http://www.readersdigest.de/
« Letzte Änderung: 22. Januar 2011, 14:29:41 von Low »
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1378 am: 22. Januar 2011, 21:17:08 »

Low, Du kannst ja Fragen stellen!

Ja, ich mag Bettlektüre, aber ich bin anders...
Mehr und mehr höre ich Bücher, das hat Vorteile.
Es gibt nur 2 Eselsohren - ungewürzt zwar,  aber
beide Hände bleiben frei und mit  geschlossenen
Augen, kann ich die Erfindung eines  Louis Braille
auf recht angenehme Weise dem Gemeinwohl der
verehrten Phanraya - oder so, angedeien lassen.

So, jetzt isset aber juut.  :D

mfg kmr 
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Low

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Lebensqualität aus Hinterindien
« Antwort #1379 am: 25. Januar 2011, 11:38:22 »

Lebensqualität                                                                                                                                    21. Januar 2010

Faktoren, welche die Lebensbedingungen in einer Gesellschaft, beziehungsweise deren Individuen bestimmen, nennen wir Lebensqualität.
Ein wesentlicher Faktor, vermutlich wird ihm zu hohe Bedeutung zugewiesen, ist der materielle Wohlstand. Dazu kommen andere Einflüsse
wie Bildung, Berufschancen, sozialer Status, Gesundheit und Umwelt. Lebensqualität umfasst unser gesamtes leben, denken und handeln,
ohne dass wir uns stets damit befassen.
Wer steht schon mit dem Gedanken auf: „Heute will ich Lebensqualität.“
Unser Geistesgut ist eher auf Alkohol, Bargirls, Chip-Tuning bis Pferdestärken, Zaster und Zinseszins ausgerichtet. Für einige Zeitgenossen ist
Lebensqualität all das, was sie bedingt durch ihre Geld- und Raff-Gier verpisst haben.

Die Welt wartete kaum auf mich. Nur wenige Auserwählte liebten mich. Die ersten fünfundzwanzig Jahre waren hart, sehr hart. Ich war kein
Wunschkind; Urlaubskind eines Soldaten, gezeugt in einer kalten Winternacht. Als ich es verstand, geiferte und keifte die Mutter über den
seinerzeitigen Mangel an Pfennigen und Präservativen. Die Grosseltern boten mir Liebe und Geborgenheit, Mangelware im Elternhaus.

Ein Sportunfall bedrohte mein Leben. Jahrelange Spitalaufenthalte folgten. Ich vertrödelte wenig Zeit mit Selbstmitleid. Lernen war angesagt.
Meine kleine Chance im Alltag zu bestehen, war einzig die bessere Qualifikation. Trotz allem wehten dann Winde der Verheissungen. Es lockten
Frauen, Freiheit, fremde Länder und Abenteuer. Doch meine Unabhängigkeit blieb stets eingeengt.

Der Nachahmungstrieb liess mich heiraten, Häuslein bauen, Bäume pflanzen, Kinder zeugen, unnütze Dinge sammeln. Die bessere Hälfte
verlangte nach immer mehr. Das Haus wurde ihr zu klein. Gleichzeitig bereitete es ihr zuviel Arbeit. Nachbars Gras war grüner. Meine Zeit mit
ihr war kommentarlos abgelaufen. Während Monaten wurden keine Worte erwidert.
Die Scheidung mit Trennung von Kindern und viel Krempel setzte mich brutal in die Nesseln der Realität. Die Winter danach waren kalt und
einsam.

Seit zehn Jahren ist das Klima milder geworden. Mich umschleichen keine helvetischen Universal-Möchtegern-Pädagogen mehr, nur noch
geldgierige Hyänen und Schakale. Kritisch betrachtet bin ich Gefangener in einem selbstgewählten, fast luxuriösen Knast. Ein Ausbruch wäre
sinnlos und schlicht unmöglich.
Bereits bei meiner Geburt kriegte ich offenbar lebenslänglich aufgebrummt. Aber ich will nicht jammern, denn manche leben in grenzenloser
Freiheit eingeschränkter als ich. Der Unterschied ist, sie bemerken ihre Sachzwänge nicht oder verdrängen sie.

Zwei unretuschierte Bilder, zwei Schnappschüsse, geben Einblicke in die unmittelbare Vergangenheit und Gegenwart. Erinnern sie sich an die
fast peinliche Schilderung des Schlafgemaches in der Bettlektüre? Brannte die Phantasie des Erzählers wieder durch? Nein, ich suchte in
Gedanken lange nach diesem Schlafzimmer. (1) Ich fand es, nur sechs Stunden von hier.
Die Wirklichkeit übertraf mein bescheidenes Vorstellungsvermögen. Wie ein schnüffelnder Kriminalkommissar hob ich unbeobachtet am Tatort
hier eine Decke und öffnete dort eine Türe. Zwischendurch tippte ich meine Beobachtungen in den Laptop. Der Knüppel traf mich unerwartet
voll in die Magengrube.

Vor einigen Jahren bauten wir dieses Haus. Danach möblierten wir es mit viel Liebe und Sorgfalt. Einige gerahmte Bilder verzierten die Mauern.
War ich zu anspruchsvoll?
Versinnbildlicht eine aufgehängte rostige Schere an einer Wand nicht die neorealistische Illustration eines üblicherweise wenig beachteten
Gebrauchsgegenstandes? Ich hätte eine geschmierten Fahrradkette vorgezogen. Sie symbolisiert mit all ihren Gliedern eindeutig zweideutig
das System und den unabwendbaren Fortschritt des Landes durch Schmieren und Treten.
Der illusionslose Trümmerhaufen, den wir vorfanden, bereicherte meine Einführung in die Bettlektüre. (2) Er zeigte mir einmal mehr die
unterschiedlichen Bedürfnisse der Erdenbewohner unter dem Stichwort Lebensqualität.

(1)
10./11. Januar
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg156012#msg156012
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg156223#msg156223
(2)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg157020#msg157020

Lebensqualität
http://de.wikipedia.org/wiki/Lebensqualit%C3%A4t
http://www.jetzt-lq.com/willkommen.html
« Letzte Änderung: 25. Januar 2011, 11:53:34 von Low »
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