ThailandTIP Forum

Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Hier kommen sie zu den aktuellen Nachrichten auf ThailandTIP.info
Seiten: 1 ... 102 [103] 104 ... 121   Nach unten

Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449514 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Low

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.362
Anmerkung zum Schulmädchenreport 2
« Antwort #1530 am: 16. Juli 2011, 15:57:42 »

Erlauben sie mir bitte eine kleine Anmerkung zum Schulmädchenreport 2

http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg1008952#msg1008952

Peter Panter, eines der Pseudonyme von K. Tucholsky, publizierte die Rezepte gegen Grippe in der Vossischen
Zeitung vom 03.02.1931, Nr. 28.
Auf dieses Zitat:
“Aethyl-Phenil-Lekaryl-Parapherinan-Dynamit-Acethylen-Koollomban-Piporol,“
reagierte unverständlicherweise keiner der Leser.
Man hätte mich mindestens aufklären können, daß Acetylen fürs Schweißen und Dynamit öfters im Krieg und
ebenfalls im Tunnelbau verwendet werden.

Ich kenne die Geschichte der Pharmakologie nicht und nehme trotzdem an, daß Tucholsky 1931 noch nicht wußte,
daß ihm eigentlich eine Entdeckung sondergleichen gelang.
Dynamit, respektive Nitroglyzerin wurde mittlerweile zu einem wirksamen, oft verordneten Medikament bei
Angina Pectoris.
Dr. W. R. Condos schrieb, Glyzeryltrinitrat sei eines der ersten rein synthetischen Medikamente auf dem Markt
gewesen.
http://www.medhelp.org/general/nitrogly.htm

Es wäre ausserordentlich interessant zu wissen, wem wann diese Entdeckung gelang.
Vielleicht wollte sich ein depressiver Arzt mit unheilbaren Schweissfüssen damit in die Luft sprengen, nachdem
ihm sein hoch verehrtes, bildhübsches Weib, des intensiven Gestankes müde, davonlief. Aber, oh Wunder, es
knallte nicht, seine chronischen Herzschmerzen jedoch verschwanden.
Solch bittere, dennoch wahre Geschichten bleiben ein Privileg Hinterindiens, respektive dessen genormten
Liebeskasper-Aspiranten, beziehungsweise Liebeskasper-Transpiranten.
Bevor sie sich umbringen, lesen sie Jasmin! Dann haben sie mehrere Gründe.
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=9586.msg154649#msg154649
 
« Letzte Änderung: 16. Juli 2011, 16:39:10 von Low »
Gespeichert
Sie wollte in die Galeries Lafayette.

Low

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.362
Der letzte Koitus
« Antwort #1531 am: 20. Juli 2011, 00:10:59 »

Der letzte Koitus

Nitroglycerin und Folgeprodukte als Sprengstoffe und Medikamente

Neugierig verfolgte ich das faszinierende, durch Peter Panter ausgelöste Thema. Eine Voraussetzung beim Lesen
solcher Texte ist das Benutzen des Denkapparates.
Unterwegs beobachte ich manchmal Menschen beim Blättern in Büchern. Die ziehen Wortgefüge, unter Umständen
während des Essens, genau so ein, wie andere zwecks Selbstbefriedigung pornografische Bilder oder Filme
ansehen. Ausgenommen die Augen, bei zusätzlicher Nahrungsaufnahme Mund und Schlund, werden Kopf und Hirn
zu absoluten Belanglosigkeiten. Die Resultate strömen ungefiltert in die Lust- und Frustzentralen.
In der Nähe lebt ein Junge. Er liest lächelnd laut. Ich frage ihn dann:
„Was hast du gelesen?“
Er antwortet, ohne zu erröten:
„Ich weiss es nicht, aber es war sehr schön.“ ...
Solchen Menschen genügt ein einziges Buch. Jedesmal wenn sie es lesen, ist es neu für sie.
Tucholsky schrieb:
„Man muß nicht alles so genau verstehen, lesen genügt auch.“

Meine Grossmutter fragte mich einst nach einem Geburtstagswunsch. Ich begehrte eine Schallplatte. Eine dieser
dünnen, damals schwarzen Scheiben mit 45 Umdrehungen pro Minute. Langspielplatten wären zu teuer gewesen.
Sie sah mich mit ihren grossen blauen Augen an und sagte:
„Du hast ja schon eine!“

                                                       * * *

Für die ermittelten Jahreszahlen übernehme ich keine Gewähr. Je nach verwendeten Quellen variieren sie.
Bibliotheken standen mir nicht zur Verfügung.
Langweilige, schwer verständliche Zusammenhänge, markierte ich zum schnellen Überspringen kursiv.

Der junge Alfred Nobel befasste sich gegen Wunsch und Willen seines Vaters mit Literatur und verfasste Gedichte.
Mit 17 Jahren beherrschte Nobel fünf Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch und Schwedisch.
Der Vater sandte Alfred, um dessen Flausen auszumerzen, auf Reisen in die USA, nach Deutschland und Frankreich.
In Paris arbeitete Nobel als Laborgehilfe bei Professor Théophile-Jules Pelouze. Dort sammelte er erste Erfahrungen
mit angewandter Chemie. Er wurde Schüler des Assistenten von Pelouze, Ascanio Sobrero, welcher 1847 das
Nitroglycerin erfunden hatte.
Bei den Experimenten mit Nitroglycerin erlitt Sobrero Gesichtsverletzungen und betrachtete seinen Sprengstoff
danach als zu gefährlich für praktische Anwendungen. Seine höllische Entdeckung schüchterte Sobrero dermaßen
ein, daß er sie ein Jahr lang geheim hielt.

An dieser hochexplosiven Flüssigkeit, welche wegen ihrer gefäßerweiternden und somit blutdrucksenkenden
Eigenschaften als Herzmedikament verwendet wurde, fand Alfred Nobel großes Interesse.
Zurück in Stockholm errichtete Nobel ein Labor und widmete sich fortan der Erforschung der Sprengstoffe.
1862 stellte er zum ersten Mal selbst Nitroglycerin her.
1864 zeigte sich die Unkontrollierbarkeit des Stoffes erneut. Bei einem Experiment explodierten 150 kg Nitroglycerin
ungewollt. Bei diesem Unfall verloren sein Bruder Emil und vier weitere Personen ihr Leben.
Nobel stabilisierte 1867 das Nitroglycerin durch Absorption in Kieselgur. Das sind  natürliche Ablagerungen der
Gerüste von Kieselalgen mit großen Poren und hohem Saugvermögen.
Damit gelang ihm die Herstellung des Dynamits:
75% Nitroglycerin (Sobrero)
24.5% Kieselgur
0.5% Natriumcarbonat.

http://daten.didaktikchemie.uni-bayreuth.de/umat/nobel/nobel.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Ascanio_Sobrero
http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Nobel

17. PETN-Expertentreffen am 16. Oktober 2010 in München
Laut Daiber induziert das kurz wirkende Nitroglyzerin, GTN - Glyceroltrinitrat, als unerwünschte Nebenwirkung
die Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies, was den vaskulären oxidativen Streß erhöht. Dagegen zeigten
experimentelle und klinische Untersuchungen, daß PETN bei gesunden Probanden weder oxidativen Streß, oder
eine Nitrattoleranz, noch eine endotheliale Dysfunktion auslöste.

PETN, Nitropenta, Pentrit, oder Pentaerythrityltetranitrat ist Sprengstoff und Arzneistoff. Analog zu Nitroglycerin
ist die Substanz im chemischen Sinn keine Nitroverbindung, sondern ein Nitrat, also ein Ester der Salpetersäure.
1891 synthetisierten Bernhard Tollens und P. Wigand Pentaerythrit durch alkalische Kondensation von Acetaldehyd
und Formaldehyd. Nitropenta wurde durch Veresterung mit Salpetersäure, Nitrierung, 1894 in der Rheinisch-
Westfälische Sprengstoff AG, Köln, hergestellt.

Der Wirkstoff Pentaerythrityltetranitrat verliert im Gegensatz zu Glyceroltrinitrat, GTN, über längere Zeiträume
nicht an Wirksamkeit. PETN ist heute das meisteingesetzte Mittel zu Gefäßerweiterung.
Als Hausmittel dienen uns keine Explosivstoffe, sondern gut gelagerte Malzdestillate oder schwere Rotweine.

http://www.petn.de/Pentalong/Publikationen/Herz-AS-201104.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Nitropenta

Bei meinen Recherchen entdeckte ich einen beinahe unglaublichen Vorfall.
Mein Titel dazu:
Der letzte Koitus
Warnung:
Es kann zu lebensgefährlichen Komplikationen führen, wenn der Erektionshelfer Sildenafil, besser als Viagra
bekannt, bis zu 72 Stunden vor der Einnahme von Glyceroltrinitrat benutzt wurde.
Eine sogenannte Apotheke aus den USA!, Vereinigte Staaten von Hinterindien, bot im Internet beim Kauf von
Glyceroltrinitrat als Zugabe gratis Viagra an.
Der galoppierende Schwund der Bestellungen ist für Uneingeweihte nur schwer verständlich.

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechtsverkehr
http://de.wikipedia.org/wiki/Nitroglycerin
« Letzte Änderung: 20. Juli 2011, 01:10:59 von Low »
Gespeichert
Sie wollte in die Galeries Lafayette.

Isan Yamaha

  • Thailand Guru
  • *******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 4.811
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1532 am: 20. Juli 2011, 00:18:07 »

Und aus dem Alfred Nobel wurde dann Akzo Nobel.
21 Jahre dort Gearbeitet.
http://www.akzonobel.com/de/
Gespeichert

Kern

  • Globaler Moderator
  • Thailand Guru
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 17.726
Re: Der letzte Koitus
« Antwort #1533 am: 20. Juli 2011, 08:10:33 »


Es kann zu lebensgefährlichen Komplikationen führen, wenn der Erektionshelfer Sildenafil, besser als Viagra
bekannt, bis zu 72 Stunden vor der Einnahme von Glyceroltrinitrat benutzt wurde.

Man lernt nie aus!

.......

Lows Humor und sein Hirn:

Das schärfste Team
seit Nitro und Glycerin  ;}   {*   {*   {*
Gespeichert

Kern

  • Globaler Moderator
  • Thailand Guru
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 17.726
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1534 am: 23. Juli 2011, 16:12:18 »

Beim Schmökern fand ich diesen sehr guten Kommentar:


Vielleicht muss man einfach sehr viel durchgemacht haben, um zu einer Sichtweise der Dinge zu gelangen, wie sie unseren Low auszeichnet.
Ich denke oft, dass er jedes Wort ganz bewusst an die genau passende Stelle setzt.

Aber der Charme in seinen geschichten kommt aus einem weiten Herzen und einem lebendigen Gehirn!

Wolfram

Gespeichert

norwegerklaus

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.008
  • "Khlongtrapper" und "Nomadengreis"
    • Mein gelebter Traum
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1535 am: 23. Juli 2011, 17:48:00 »

Als eifriger Leser kann ich nur sagen interessante (aus dem Leben oder ..gegriffen) Geschichten äußerst gut geschrieben , mit einem ausgezeichneten Stil und einer sich eigenen Ausdruck- und Sichtweise.....auf neudeutsch "Spitze"

Grüsse aus der nördlichen Wildnis am A... :-X der Welt

Klaus
Gespeichert
Freiheit ist das Einzige, was was man nicht haben kann, wenn man nicht gewillt ist sie auch Anderen zu geben!

Geht nicht gibs nicht! .......www.norwegerklaus.de

Blackmicha

  • Thailand Guru
  • *******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 5.046
    • Mein Kanal bei YT- Reisevideos
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1536 am: 23. Juli 2011, 17:54:54 »


Grüsse aus der nördlichen Wildnis am A... :-X der Welt

Momentan wohl ZENTRUM der Welt der Oeffentlichkeit
Gespeichert
Essen und Beischlaf sind die großen Begierden des Mannes

Konfuzius - oder so

Low

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.362
Peinliche Fehler aus Hinterindien
« Antwort #1537 am: 24. Juli 2011, 00:05:19 »

Peinliche Fehler

Danke für die netten, aufbauenden Worte meiner Leser. Sie wirken wie Morgentau in der Wüste, oder kühles
Bier auf ein kahles Greisenhaupt!

Während Thai-geopolitische (Flughafen München), dorfinterne und familiäre Intrigen erneut Höhepunkte feierten,
fielen leider in den letzten Geschichten meinerseits zwei Peinlichkeiten vor.
Ich war ahnungslos, daß Nitroglyzerin zu Peter Panters Zeit bereits ungefähr für 80 Jahre in der Medizin verwendet
wurde.
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg1010639#msg1010639
Eine erste tastende Suche nach Tatsachen brachte wenig Klärung. Ob Tucholsky eingehend davon Kenntnis
hatte, wissen wir nicht. Nobel selbst soll diese Arznei eingenommen haben.
 
Eigentlich erwartete ich wegen meines zweiten Fehlers eine Einsprache unserer Medizinmänner. Sie aber hielten
sich, edel, hilfreich und gut, zurück.
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg1011377#msg1011377
GTN, Glyceroltrinitrat, soll mit allen selektiven PDE-5-Hemmern wie Viagra, Sildenafil, -  Tadalafil, Cialis,
- und Vardenafil, Levitra, schlecht verträglich sein.

Nun zeichne ich für eventuelle fatale Zwischenfälle wegen meiner Unvollständigkeit nicht mehr verantwortlich.

Wie viele Patienten mit Angina Pectoris und GTN Therapie unwissentlich in Thailand während ihres Urlaubes in
einer Apotheke rezeptlos (illegale) Medikamente gegen ihre eingerosteten Genitalien, d.h. gegen ihre beim
Kartenspiel, andere sagen Radfahren wäre ungesund, erworbene erektile Dysfunktion beziehen, wäre Stoff für
eine Dissertation.
 
Lieber, gereifter Leser, sprich vor deiner Reise betreffend all deinen geheimen Wünschen und Bedürfnissen mit
dem Arzt deines Vertrauens, denn ich möchte gerade dich nicht verlieren. Danke.
Wenn es sich nicht direkt um räuberisch veranlagte Sextherapeutinnen handelt, welche ihre Ziele ohne jegliche
K.O. Tropfen erreichen könnten, erleiden naturbelassene, oft besonders großherzige Bargirls einen Schock.
Psychologische Betreuung bei einem allfälligem arbeitsbedingten Exitus wie in DACH, gibt es im LOS (glücklicherweise)
noch nicht.

« Letzte Änderung: 24. Juli 2011, 00:23:45 von Low »
Gespeichert
Sie wollte in die Galeries Lafayette.

Low

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.362
Ein Silberstreifen am Horizont Hinterindiens
« Antwort #1538 am: 27. Juli 2011, 12:06:19 »

Ein Silberstreifen am Horizont?                                                                                               26. Juli 2011

Heute war Wahltag. Ein neuer Dorfobmann wurde gewählt.
Bunte Stoffetzen mit gepflegten, lächelnden, stark retouchierten Visagen der Kandidaten zierten seit Wochen
Strassen und Plätze. Im Dorf besteht eigentlich wenig Grund zum Lachen, es sei denn, man ignoriert sämtliche
sichtbaren Probleme  Bis gestern störten sporadisch Lautsprecherwagen die ländliche Ruhe und betäubten die
Ohren mit wenig Information und viel Lärm. War die geheime Absicht dahinter, die Gehirne akustisch zu
chloroformieren?

Im Dorf leben verarmte Mittelständler. Ihr einziger Reichtum sind ihre Schulden. Sie sind fast grenzenlos,
mindestens bis zum „geht nicht mehr“ Einspruch der Banken.
Ist beispielweise ein Fahrzeug endlich abbezahlt, wird garantiert ein neuer Wagen, zahlbar in sechs Jahren,
angeschafft. Unsere Nachbarn, Vater, Mutter und Tochter, etwa fünfzehn, verfügen über vier Autos und zwei
Mopeds. Nur die Parkplätze fehlen. Sprit wird vorwiegend fürs Umparkieren verwendet. Zwei der Fahrzeuge
sind eher Standzeuge. Das Schulmädchen fährt. Der Vater als Polizeioffizier macht’s möglich.

Viel Geld ist für den Obmann der Siedlung kaum zu holen. Dennoch ging es gestern hoch her in Sachen
Stimmenkauf. Dick wurden in knapp drei Stunden elfhundert Baht und ein gekochtes, unkastriertes Stück
Eber mit dezenter Duftnote für Liebhaber aufgedrängt.
Das Fleisch spendete Mowglis Schulbusfahrer. Das Tier lief ihm möglicherweise während der Arbeit, von einem
besonders gütigen Bodhisattva gesandt, freiwillig unter die Karre, um seine politischen Ambitionen zu fördern. (1)
Vier weitere Kandidaten verteilten Geld. Der einzige Anwärter, der mangels Finanzen nicht mitbieten konnte,
war der alte Dorfobmann.
Er leistete im Unterschied zu seinen Vorgängern etwas für Dorf und Bewohner. War Not am Mann, zeigte
er sich. Nach einer Flut bezahlte er die Straßenreinigung aus dem eigenen Sack, weil der Gemeindeobmann
angeblich keine Mittel mehr verfügte. Er war es, der Kleptomanewitsch endlich in die Schranken verwies. Er
kümmerte sich als Erster um die dubiosen Eigentumsverhältnisse von Strassen und Plätzen.

Der Gewinner siegte mit 452 gegen 157 Stimmen für den Zweitplazierten. Etwa 160 Stimmen entfielen auf die
weiteren Kandidaten. Die Wähler ließen sich nicht kaufen. Der Sieger pokerte nicht mit Geld. Er gewann die
Wahl durch hart erarbeitete Sympathien als Dorfobmann.

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Bodhisattva


Gespeichert
Sie wollte in die Galeries Lafayette.

crazyandy

  • Gast
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1539 am: 27. Juli 2011, 13:14:20 »

 ??? wenn ich mal antworten darf, endlich einmal ein "kleines Happy End" in Hinterindien.
Gespeichert

drwkempf

  • ist TIP-süchtig
  • ******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.919
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1540 am: 27. Juli 2011, 16:05:21 »

Lieber Low,

endlich hat auch mal der bessere gesiegt. Vielleicht hat dabei wirklich auch eine Rolle gespielt, dass er sich beben die Kleptomanowitsch-Sippe eingesetzt hatte.
 - oder der Eber war zu anrüchig und die gezahleten Bestechungssummen doch zu niedrig ???

Wolfram
Gespeichert
Tu ne quaesieris scire nefas quem mihi quem tibi finem di dederint

Low

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.362
Jede Menge positive Ereignisse aus Hinterindien
« Antwort #1541 am: 30. Juli 2011, 17:39:57 »

Jede Menge positive Ereignisse aus Hinterindien

Hallo Crazyandy,
Liebe Leser(innen),

Positive Ereignisse, Neudeutsch: Happy End, finden sich in den Geschichten versteckt haufenweise, fast wie Sand
am Meer an einer felsigen Steilküste, beispielsweise in Erbsen und den folgende Geschichten:
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg1007799#msg1007799

1. Den Technikern der PEA gelang es innerhalb kurzer Zeit, einen Stromunterbruch zu beheben.
2. Dick kaufte günstig einen guten Wachholderextrakt. Kann zum Einreiben bei Verspannungen und Muskelschmerz
    benutzt werden. Innerliche Anwendungen möglich. Fragen sie ihren Apotheker.
3. Eine junge Frau befriedigte ihre Triebe mit der Reibungswärme der Liebe.
4. Ein junger Mann besitzt nun einen Laptop. Vor dem Tausch, Sperma gegen Bytes und HIV, hatte er keinen.
5. Sein Vater erfreut sich an einer Wasserpumpe, für die er zuvor Miete bezahlte.

Beispiele Schulmädchenreport 1

6. Ich versiffte nicht in den Niederungen der Sois von Klein-Pattaya.
7. Dagegen lernte ich eingehend LanNa Kultur, Land und Leute, kennen.
8. Ein Schulmädchen schaffte sich selbständig Luxusgüter an, ohne Mutters knappe Haushaltskasse zu belasten.
9. Wir zahlten Genesungskosten und halfen einem kranken Familienoberhaupt.

Schulmädchenreport 3

10. Eine Alte ist nicht lebensmüde. Sie entpuppt sich als Wesen mit heilenden, im Extremfall Blutergüsse
     erzeugenden, Händen.
11. Sie behob sogar senile Bettflucht.
12. Eine Eingeborene lernte zeitgemäße Sanitäreinrichtungen zu benutzen.
     Sie weiß jetzt, daß eine Badewanne nur in Ausnahmefällen ein Pißtrog ist.
13. Besorgte Gutmenschen bewahrten mich vor riskanter, unkeuscher sexueller Belästigung.

Schulmädchenreport 4

14. Für einen lieben Verstorbenen verbrannte ich Weihrauch.
15. Dorfklatsch entlarvte sich als reine Verleumdungskampagne

Schulmädchenreport 5

16. Ein tugendhafter Einsiedler ließ sich nicht verführen.
17. Ein kühner, eher kühler Däne verliebte sich und will endlich seine Traumfrau heiraten.
18. Neue Devisen fließen regelmäßig ins Land.

Weitere positive Nachrichten:
19. Dank einem Zitat von P. Panter, lernten wir Sprengstoffe als Medizin gegen Angina Klitoris pennen.  

20. Nach sechs Jahren begegnete ich endlich wieder einer hart arbeitenden Masseuse.

Wer hätte es gedacht? Ganz schnell fand ich mindestens 20 positive Ereignisse.
Es gibt 200 mehr. Aus Diskretionsgründen berichtete ich nicht darüber.

Wenn einer eine Geschichte schreibt, gibt es bei hundert Lesern fast hundert Interpretationen und damit an
die hundert verschiedene Geschehnisse.
Um die Geheimnisse dieser Auslegungen näher zu ergründen, müßte ich eine Umfrage starten:
Ist Low ein pessimistischer Zyniker?
Ist Low ein zynischer Pessimist?
Ist Low ein pessimistischer Optimist?
Ist Low gar ein zynischer Optimist?
Ist Low ein hinterhältiger Real-Illusionist?
Ist Low ein verkappter Schreibtisch-Attentäter mit unheilbarem Dachschaden?
Warum schreibt eigentlich Low seine Lügengeschichten?

Hier mußte ich lange überlegen. Wir leben in einem reich mit Geistern, Gespenstern und Dämonen bevölkerten Land.
Sie lauern im Boden, in Gewässern, in Blumen, Bäumen und Sträuchern, in Bauwerken, in allen Winkeln und Ecken.
Fast neben jedem Gebäude steht ein gepflegtes, selten ein malerisch - mit Rissen und allerlei Exkrementen
angereichertes, heruntergekommenes - Geisterhäuschen.
Bei Großmärkten, Hotels, Krankenhäusern, Universitäten und Verwaltungsgebäuden haben diese paranormalen
Heimstätten teilweise Ausmaße eines kleinen Hauses. Sie werden täglich mit frischen Blumen, Speisen und
Getränken dekoriert. Kein Wunder, wenn es in den Örtlichkeiten von Planungsstellen und Ämtern an Intuition
mangelt, weil sich der Geist anscheinend ausnahmslos bei bunten Blüten und delikaten Düften sammelt.
 
Bei uns stehen keine Geisterhäuser. Aber zwischen Bambus und Mangobaum sitzt als Vermittler ein großer
Sukothai-Buddha, der Gelassenheit, Würde und Ruhe ausstrahlt. Geist lagern wir in Flaschen in verschieden
Formen und Farben. In mittleren Mengen verinnerlicht, verriet mir der Geist des Wachholders eine unfreundlich-
bösartige Erwiderung:
„Low schreibt, weil er wegen entzündlicher Handgelenke nicht den lieben Tag lang masturbieren kann.“
Sollte ihnen diese Antwort mißfallen, frage ich sie:
„Warum bläst Candy Dulfer Saxophon?“

Die passende Musik:




Candy Dulfer:


Happy End:
Candy Dulfer bläst das Saxophon, weil sie damit nicht stricken kann.
« Letzte Änderung: 30. Juli 2011, 18:15:32 von Low »
Gespeichert
Sie wollte in die Galeries Lafayette.

Kern

  • Globaler Moderator
  • Thailand Guru
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 17.726
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1542 am: 30. Juli 2011, 18:07:12 »

Statt langatmig Geistloses auf Geistvolles zu erwidern ... nur:  {*    :D   ;}
Gespeichert

Low

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.362
Meinungsänderungen aus Hinterindien
« Antwort #1543 am: 03. August 2011, 18:27:12 »

Meinungsänderungen                                                                                                               1. August 2011

Vor etwa fünfzehn Jahren bat ich jenes höhere Wesen, das wir verehren, höflich um einen letzten schönen Sommer,
vor dem Antritt der unvermeidbaren Reise in die Ewigkeit. (1) Das Wetter in Europa spielte verrückt. Darum gewährte
man mir möglicherweise Aufschub.
Seitdem ich in Thailand lebe, bereiten mir die kalten Winter des Nordens mehr Mühe, als die feuchtheißen Sommer
mit Überschwemmungen. Ich verschonte fortan die himmlischen Heerscharen mit meinem Gesabber.

Stellt euch vor, welchen Belastungen sie andauernd ausgesetzt sind, angefangen mit den christlichen Gebeten,
den radikalen, werbemässigen Auftritten amerikanischer Evangelisten, den Fürbitten und all den Lobpreisungen
aus finsterem Mittelalter, Gotik, über Barock bis zur Moderne.
Muslime mit ihren Muezzins auf mondgesichelten Minaretten möchten Macht. Allahs Ohren werden aus ländlichen,
abgelegenen Gebieten mit teurer Elektronik, Motto: je höher die Schalleistung, desto tiefgläubiger, erreicht.
Aus Synagogen und von der Klagemauer treffen dauernd chiffrierte Botschaften ein.
Die Byzantiner mit einem wahren Olymp an Heiligen, Weihrauchozeanen, fliegenden Teppichen und eindrücklichen
Darbietungen überbieten an Pracht den Vatikan.
In buddhistischen Tempeln chanten reihenweise teils hungrige, kahlgeschorene Mönche, nicht sehr variantenreich,
dafür stundenlang.
Wie wird der Empfang dieser grenzenlosen multikonfessionellen Datenflut bewältigt, ohne daß etwas vergessen
geht?
Nur die Schreie nach Nahrung der hungernden, ungetauften Kinder aus Afrika, verhallten im dichtgewebten
Klangteppich der unvereinigten Glaubensmafiosi ungehört.
Es gibt bestimmt mehr (pseudo) religiöse Gruppierungen als Automarken. Darum unterbreche ich meine
Aufzählungen, bevor ein dickes Handbuch entsteht.

Trotz diesen Ausführungen änderte ich in der letzten Zeit meine Bitte auf das Kürzel:
„Erlöse mich von dem Bösen.“ (2)
Sämtliche himmlischen Mächte, von Allah bis Zeus, eingeschlossen das hochheilige Trio – ist es die Dreieinigkeit,
sind unschuldig.
Dieses Süppchen habe ich mir in meiner Einfalt ganz alleine eingebrockt und darf nun bis zur bitteren Neige
ausgelöffelt werden. Gegen die täglichen Versuchungen bin ich nicht gefeit. Ich ertrage sie locker. Dennoch bat
ich neulich:
„Herr, laß mich bitte die Löffel abgeben!“

Technische Pannen im Nibbana gibt es nicht, nur ungebildete und eingebildete Antragssteller. Der CEO Gebete,
Bitten, Anträge auf Deutsch und ehemalige Europäische Kolonien, las leicht unterbeschäftigt im TIP Forum.
Er runzelte flüchtig seine Stirn, als er kurz darauf mein Flehen bearbeitete. Zorn kannte er als Heiliger ja nicht.
„Antrag auf Löffelentzug vorläufig abgelehnt,“ stempelte er eine Spur zu kräftig.
Dann wechselte er sein Werkzeug und beorderte ohne jegliche Formalitäten zweihundert Kleinkinder aus Afrika
und einige wenige aus den stark verregneten Hügeln von Laos ins Jenseits.

Zukünftige Dissertation:
Der lange Weg der Gebete.
Untertitel:
Gibt es himmlische Bürokratie?

Die Chinesen sind jedenfalls vorsichtig. Sie geben ihren Verstorbenen für alle Fälle Hell-Money und HCC,
Hell-Credit-Cards mit. Das zeigt klar, dass sogar mit Korruption gerechnet werden muss.


(1)
http://www.dieterwunderlich.de/Boll_Murke.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Doktor_Murkes_gesammeltes_Schweigen
(2)
http://kirchensite.de/index.php?myELEMENT=137159
http://www.vater-unser.de/index_de.phtml?lg=de
« Letzte Änderung: 03. August 2011, 19:11:23 von Low »
Gespeichert
Sie wollte in die Galeries Lafayette.

Kern

  • Globaler Moderator
  • Thailand Guru
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 17.726
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1544 am: 03. August 2011, 19:14:33 »

Zitat
  Technische Pannen im Nibbana gibt es nicht, nur ungebildete und eingebildete Antragssteller.

Zur Info    http://www.palikanon.com/wtb/nibbana.html 

.............

Zitat
  Ich verschonte fortan die himmlischen Heerscharen mit meinem Gesabber.   
Ein echter Low!    ;)     ...     :D    ...    :]
Gespeichert
Seiten: 1 ... 102 [103] 104 ... 121   Nach oben
 

Seite erstellt in 0.113 Sekunden mit 23 Abfragen.