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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 444246 mal)

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Low

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Alfonso, Diogo und Low in Melaka
« Antwort #1680 am: 23. November 2011, 13:24:59 »

Alfonso, Diogo und Low in Melaka

Etwa 1970 besuchte ich auf dem Weg nach Singapur Melaka. Halbnackte, opiumabhängige Kulis entluden in
der grössten Hitze über schaukelnde Planken Waren von Schoonern. Diese Boote pendelten hin und her, denn
Schiffe mit Tiefgang konnten nicht in Ufernähe ankern.  
Damals gab es kein Hotelangebot wie heute. Ich stieg im Government Rest House ab. Das langgezogene ein-
stöckige Gebäude wurde 1912 von den Briten errichtet. Die offenen Sanitärinstallationen an der Rückseite waren
eine ungewohnte, besondere Augenweide. Klimaanlagen gab es nicht. Dafür hingen Moskitonetze über den
Betten. Riesige, langsam drehende Ventilatorenflügel verwirbelten die Luft an hohen Decken.

An späteren Nachmittagen trafen sich die leitenden Herren der Stadt zum Tee, diskutierten Politik, Geschäfte
und unterhielten sich mit raren Gästen. Dadurch hatte ich ausgesorgt und ein volles Tagesprogramm. Jeder bot
mir seine Transportmittel und seine Kenntnisse als Fremdenführer an. Zu Mahlzeiten und sämtlichen Anlässen,
Totenfeiern eingeschlossen, war ich ein willkommener Gast.

Das alte Rest House fand ich seit Jahren nicht mehr. An seiner Stelle steht ein grosser Klotz mit zweiundzwanzig
Stockwerken: Das Hotel Equatorial.
Das Management versucht, Traditionen am Leben zu erhalten. (1) Im Restaurant Seri Nyonya werden überlieferte
Rezepte der Peranakan Küche wie Ikan Tenggiri Masak Kuah Lada, Achar Nyonya, Otak-otak und Ayam Pongteh,
zubereitet.
In der näheren Umgebung liegt das Portuguese Settlement. Dort leben Nachkommen portugiesischer Seeleute.
Die Menschen erhalten ihre Traditionen wie Küche, Kleidung, die Sprache Cristang – einen portugiesischen Dialekt,
Religion, Tänze und Lieder, obwohl deren Ursprünge, zumindest für mein Verständnis, eher fragwürdiger Natur sind.

Es muss ein überwältigender Anblick gewesen sein, als vor 500 Jahren, am 24. August 1511 eine portugiesische
Flotte am Horizont auftauchte. Alfonso d’Albuquerque segelte mit seinen unübertroffenen Karavellen vom indischen
Goa her mit 18 Schiffen und 1200 Mann Besatzung. Es galt unter anderem, Gefangene einer früheren Expedition,
möglicherweise Gefährten des Kapitäns Diogo Lopes de Sequeira (1509), zu befreien.
Guillaume Thomas François Raynal schrieb 1783: Der Ort wurde angegriffen und nach vielen zweifelhaften hart-
näckigen und blutigen Gefechten erobert. Man fand darin unermesslich Schätze, grosse Warenlager…. (2)
Spanien und Portugal waren damals die tonangebenden Weltmächte. Das aggressiv- arrogante Verhalten selbst-
ernannter Machtblöcke änderte sich, mit Ausnahme der technischen Möglichkeiten, bis heute nicht.  
 
Die Freude der Potugiesen am neuen Besitz in Melaka währte nicht lange. Die Holländer übernahmen die Herr-
schaft 1641. Diese beiden frühen Besatzer hinterliessen eindrückliche, heute noch sichtbare Spuren.

(1)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?PHPSESSID=0d5e22281b46df3ef117567e5c52f0a9&topic=1225.msg37124#msg37124
Re: Geschichten aus Hinterindien: Das letzte Behältnis
« Antworten #142 am: 08. Februar 2009, 11:25:28 »

(2)
http://books.google.at/books?id=-Z5AAAAAcAAJ&pg=PA143&hl=de


EDIT: Link zu (2) korrigiert.
« Letzte Änderung: 24. November 2011, 04:00:14 von khon_jaidee »
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Low

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Neptun, Nemo und Nixe
« Antwort #1681 am: 25. November 2011, 23:19:56 »

Neptun, Nemo und Nixe                                                               Erlebnis ca. 1974

Jock
Dass oeffentliche Obszoenitaeten verboten sind, soll keinen verwundern. Auch andere westliche Laender haben
die entsprechenden Paragraphen. Italien zum Beispiel stellt unter Strafe, wenn jemand im Strandausfit eine Stadt
besuchen moechte.

Nicht nur in der Öffentlichkeit werden Obszönität und Nacktheit verfolgt. Sie sind auch im privaten Rahmen nicht
gestattet. Wie im alten China gibt es für die Mehrheit keine geschützte Privatsphäre. Teilweise herrscht Blockwart-
mentalität unter Missbrauch technischer Hilfsmittel wie Mikrofon und Kamera. Der (Un)Rechtsstaat fördert solche
Spionage. Ist dies der einzige Weg, bei grosser Bevölkerungsdichte, Übersicht und Kontrolle zu bewahren?

Rio0815
Dass Singapur eine spiessige Diktatur ist, mit Prügelstrafen und so, stört da nicht weiter, denn es ist ja so
schön sauber.

Der ehemalige Polizeibeamte Mathan erzählte uns kürzlich, dass nach zweimaliger Anwendung des Rotangs,
Calamus Rotang, zumindest in Malaysia, der traditionell kunstgerecht Geprügelte meist impotent sei. (2)

hmh
Daß sich da kleine Gauner, Kifferopas und sonstige Dreckwuzerl nicht wohlfühlen, kann allen anderen nur
recht sein!


Diese Zitate weckten wüste Erinnerungen. Ich war damals noch kein stolzer Kifferopa, sondern fühlte mich im
aufgeräumten Singapur als junge, echte Dreckwurzel. Wir waren frisch verheiratet. Die Braut stammte aus
Singapur. Wir genossen ein Picknick am Strand  eines gemütlichen, fast romantischen Inselchens. Es war sonnig
und heiss. Meine luxuriöse Markenbadehose, sie war anno dazumal keine billige Imitation, wollte ich mitten im
kalten Winter tropisch warmes Seewasser spüren lassen. Glücklicherweise zierte sich die Nixe, zartes Wesen
mit Migräne, mich ins Wasser zu begleiten.
Ich schwamm nichts böses ahnend, tauchte, prustete, wälzte mich wie ein Wal, spuckte und fühlte mich
grossartig wie Neptun, Kapitän Nemo und Poseidon zusammen beim Guinness Stout, oder beim Singapur Sling. (1)
Zurück am Strand atmete ich Gestank. Es roch penetrant nach Öl. Nicht nach schlechtem Essen aus einer
ungereinigten, ranzigen Friteuse. Eher nach Hafen, verfaulenden Meerestieren und Schiffsmotoren.

Der Stinker war ich. Schwarze Ölklümpchen und Klumpen verzierten perlenartig Körper und Beine. Erste
Reinigungsversuche mit bescheidenen Mitteln wie Papiertüchlein, Chrysanthementee, Wasser oder Bier,
verschmierten den Dreck bloss. Mir dämmerte schlagartig, was eine Ölkatastrophe für Tiere, Natur und
Anwohner bedeuten kann.
Anziehen kam nicht in Frage. Das Öl hätte meine neue Kleidung ruiniert. Also wickelte man mich in das billigste
aller Wegwerfbadetücher und ich reiste vermummt, scheelen Blicken prüder Bürger ausgesetzt, per Boot und
Auto zum Hotel zurück.
Mit Petroleum und Reinbenzin entfernten wir das traurige Geschmiere und ich passte mich, nach unfreiwillig
zelebrierter Nacktheit, allmählich wieder dem Niveau des gesitteten Singapur an, denn es ist ja alles so schön
sauber.
Zumindest an der Oberfläche.
Die teure Badehose verlor ich unmittelbar. Die ungeteerte Frau zehn Jahre später.

(1)
Abschied vom Sling
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg164794#msg164794

Andere Klebrigkeiten aus Hinterindien
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg164310#msg164310

Feuchter Gruss aus Singapur
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg163590#msg163590
(2)
http://www.pia-andre.com/rattan.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Rattanpalme

Vergleiche:
Spiel und Spass in Singapur
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg1026825#msg1026825
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Ozone

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Re: Neptun, Nemo und Nixe
« Antwort #1682 am: 26. November 2011, 06:47:38 »

Meine luxuriöse Markenbadehose, sie war anno dazumal keine billige Imitation,

:-)
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Farangs besitzen teure Uhren, Thais haben mehr Zeit

Low

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Badehose und Smoking aus Hinterindien
« Antwort #1683 am: 27. November 2011, 17:53:48 »

@Ozone:
Du sagst es, (Meine luxuriöse Markenbadehose, sie war anno dazumal keine billige Imitation...) mit fünf Buchstaben:
LAHCO, seit 1922. Die Firma gibt es noch.
Warst du der Kerl, der uns aus dem Gebüsch mit dem Fernglas, beobachtete?
Für den Preis einer Badehose kann ich mir hier einen Tuxedo, ebenfalls Smoking genannt, schreinern lassen.
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jock

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1684 am: 27. November 2011, 18:01:35 »

@Low

Das klingt interessant !

Ich zahle sogar den Preis fuer zwei Badehosen fuer einen Tuxedo.

Aber mit Kummerbund und die Hose ohne Guertelschlaufen,versteht sich.

Jock

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Low

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Kein Verlaß in Hinterindien
« Antwort #1685 am: 29. November 2011, 03:28:51 »

Kein Verlaß in Hinterindien

In Kuala Lumpur vernahmen wir, ein neunzig jähriger Onkel sei im Krankenhaus in Phitsanulok. Es gehe ihm
schlecht. Er habe Wasser in der Lunge und liege in der Intensivpflegestation.
Fünf Tage später waren wir zurück in Chiang Mai und hörten, die Verwandtschaft sei bereits auf dem Weg in
die Region Phitsanulok. Der betagte Onkel verstarb am 22. November im Krankenhaus.
Angehörige wuschen dort seinen Körper. In einem Leichentransporter wurde Onkels lebloser Körper in sein
Heimatdorf gekarrt. Der Sarg sollte erst im heimischen Tempel beschafft werden. Beim wenig zimperlichen
Ausladen erwachte der Onkel aus seinem Tiefschlaf und klagte über Durst. Wasser und Kaffe stärkten seine
Lebensgeister. Zahlreiche Verwandtschaft saß ungläubig diskutierend herum. Sie aßen und tranken wie bei
jeder anderen Volksbelustigung und warteten vergeblich auf ein rasches Ableben. Sie fühlten sich, wie bereits
an abgesagten Hochzeiten erlebt, durch den rücksichtslosen Überlebenswillen eines nutzlosen Alten, um eine
Feier geprellt.
Zwei Tage später brachten ihn die Angehörigen, so lieb- wie hirnlose Nachkommen, gegen sein Aufbegehren
und seinen Willen in dieselbe Klinik zurück, die verantwortungslos seinen Tod ohne seriöse Überprüfung
bescheinigte. Die Familie war angeblich mit der Pflege überfordert. Am 26. November um 19 Uhr stellten
Spitalangestellte erneut seinen Hinschied fest, nachdem der alte Mann zuvor die Sauerstoffzufuhr eigenhändig
entfernte.

Requiescat in pace.
Onkel, ruhe in Frieden, nachdem dir ein ruhiges Sterben nicht vergönnt war.
Den unfähigen Sensemann sollte man, wie in Hinterindien üblich, auf einen inaktiven Posten versetzen.
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hmh.

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1686 am: 29. November 2011, 04:19:19 »

Deine Geschichte macht sprachlos, dazu fällt einem nur schwer noch etwas ein  >: Sie bestärkt mich in meiner durch vergleichbare Erlebnisse — zum Glück noch nicht unmittelbar und direkt erlebt — gefestigten Meinung, um keinen Preis in der Welt ausgerechnet in Thailand zum Pflegefall werden zu wollen... :(

Daß Opa noch die Kraft hatte, selbst den Stöpsel zu ziehen (falls er es wirklich selbst getan hat, was nicht nur in Deutschland wohl eigentlich erst mal untersucht werden müßte...  {-- ) , mutet noch fast tröstlich an.

Ich könnte aus dem Stegreif aus den letzten 30 Jahren ein Dutzend ähnlicher Geschichten der Gleichgültigkeit und der unglaublichen Dummheit erzählen, etwa die eines Familienvaters, der nach einem Schlaganfall einfach liegengelassen wurde und mitten im Kreise der liebenden Familie schlicht verdurstet ist.

Die absolut unglaublichste ist aber die Geschichte eines "Ehepaars" aus unserer weiteren, zum Glück nur flüchtigen Bekanntschaft in Bangkok (Stadtmitte, absolut keine schlechte Gegend), das jahrelang in "Common Law Marriage", also unregistriert wie die meisten hier, zusammenlebte, und sich auch nach vielen Jahren nur beim Vornamen kannte. Als trotz der offenbar unzureichenden Verhütung ein Kind unterwegs war, haute der Ehemann auf Nimmerwiedersehen ab und das heute 17jährige Produkt dieser sogenannten Ehe hat keinen eingetragenen Vater. Die Mutter konnte nach mehrjährigem Zusammenleben außer dem Chue Len, dem Spielnamen ihres Spielgefährten nur vage die Provinz angeben, aus der ihr "Mann" wohl stammte.

Und der Abschuß des ganzen: Auch der Arbeitgeber, bei dem der Mann über zehn Jahre lang gearbeitet hatte, kannte nur den Spitznahmen des Spitzbuben.

Man fragt sich, worüber reden solche Leute eigentlich bzw. reden sie überhaupt über irgendetwas außer übers Essen und strohdummes Zeug über ihre Nachbarn?  --C  >:



Lieber Gaeng Gai als Zeitungsenten! ©Low

Verbesserungsvorschlag:
Lieber แกงเผ็ดเป็ดย่าง  gä:ng péd bpèd yâ:ng  Kaeng Phet Pet Yang statt Zeitungsenten.
Scheckt erstens besser, und macht sich außerdem hervorragend, um den Unterschied zwischen เผ็ด  péd  phet (scharf) und เป็ด  bpèd  pet (Ente) zu üben.  ;}

Ohne Copyright.

hmh.
« Letzte Änderung: 29. November 2011, 23:38:55 von hmh. »
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Low

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Sprachlosigkeit
« Antwort #1687 am: 29. November 2011, 21:53:17 »

@hmh
Danke für die interessante Antwort.
Deine Sprachlosigkeit äußerte sich in einem Wortschwall, der meinem Aufsatz bei weitem übertrifft:
Low
1246 Zeichen, 210 Wörter
hmh
1472 Zeichen, 260 Wörter (ohne Sonderzeichen).

Die Zeitungsente betraf Geschichten um Kleptomanewitsch und ist bereits alt und zäh.
Ich ersetze sie durch die Weitsicht eines F. Dürrenmatt.
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hmh.

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1688 am: 29. November 2011, 23:30:30 »

Low, alter Buchstabenklempner,

die Sprachlosigkeit bezog sich auf Deine Geschichte, zu der mir mit etwas Mühe zugegebenermaßen aber immer noch ein kommentierender Satz einfiel.

Meine eigenen Geschichten fallen mir dagegen immer noch ein, bislang sind noch keine Anzeichen von Demenz festzustellen.  8)
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Low

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Zukunft in Hinterindien
« Antwort #1689 am: 02. Dezember 2011, 21:07:56 »

Zukunft

Nach dem spektakulären Exitus eines betagten Onkels und 200100 Klicks gebietet es die Vernunft, falls
vorhanden, sich Gedanken über eine allfällige Zukunft zu machen.

Ich möchte die Wiedergeburt. Nach Verschleiß vieler Windeln, Ammen, Nerven und Lehrern werde ich nach
ungezählten Irrungen und Wirrungen Guru in meinem Ashram. Als weiser Allwissender beschränke mich auf
drei liebeshungrige, feuchtigkeitsspendende Begleiterinnen. Schichtwechsel mindestens alle drei Jahre.
In meinem exquisiten Fuhrpark stehen drei Toyota Yaris – rot, blau und weiß und ein massiv geschütztes
Fahrzeug der Firma KMW, Krauss-Maffei Wegmann, der Panzer Leopard 2A6.

Als Uhr möchte ich keine Gucci, sondern einen echten, handgefertigten Chronometer von Aristoteles Beyeler.
Aristoteles ist noch nicht geboren und weiß nicht, daß er mir dereinst einen Aristoteles Beyeler Chronometer,
ABC, schenken wird. Einer von Aristoteles Vorfahren ist Herr Archilochos, der (Unter)Buchhalter aus der
Geschichte: Grieche sucht Griechin, von F. Dürrenmatt.  
Um meine Fans weltweit mit den Low-Girls zu besuchen, allerlei – wie guter Scotch, mindestens 12 Jahre
- geweihte Amulette zu vermieten und Huldigungen der Verehrer(innen) sowie Bargeld und Schmuck zu
kassieren, benutze ich einen veralteten A 380 mit Anhänger und eingebautem Golfplatz, 18 Löcher. Drei mal
Sex = 18.
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Kern

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1690 am: 02. Dezember 2011, 23:40:06 »

Nicht jeder schlüpft so schlüpfrig und bescheiden in seinen nächsten Beruf.
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1691 am: 03. Dezember 2011, 07:29:51 »

Lieber Low,

über 200.000 Klicks sind wahrlich kein Klacks.
Gratulation und Dank für so viel Geschichtsgeschick.

Für Dein 2. Leben alles Gute!

kmr
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Abschied von dieser Welt in Hinterindien
« Antwort #1692 am: 05. Dezember 2011, 00:53:24 »

Abschied von dieser Welt

Thaiman starb. Alex fand eindrückliche Worte. Sie zeigten plötzlich einen Menschen, den wir bloß aus seinen
fragmentmäßigen Texten kannten. Unerwartet entdeckten wir Hintergründe.

Sterben kann hart sein. Es gibt Menschen, die sind ein Leben lang mit dem Tod quasi verheiratet und siechen
qualvoll dahin. Andere erledigen dieses Geschäft ohne jegliche Vorbereitungen und Kurse in Sekunden. Dazu
gibt es zahlreiche Möglichkeiten: Alkoholisierte Fahrer zusätzlich mit Elektronik am Steuer beschäftigt,
Berechnungsfehler eines Ingenieurs, der goldene Schuß, Eifersucht gepaart mit scharfem Küchenmesser,
fahrlässiger Umgang mit Waffen oder Medizin, einige eingesparte Schrauben bei der Montage eines Flugzeugs,
speziell in Pattaya: Balkonstürze mit gefesselten Händen, Einkaufstüte über dem Kopf, zusätzlich den Inhalt
einer Dose Rattengift im Magen.

Beim Lesen des Beitrags von Alex erinnerte ich mich an den alten Onkel. (1) Wir feierten einst einen gemütlichen
Abend, fast ohne Frauen. Wir tranken irgend einen Wein. Zuerst wollte Onkel nicht nach Hause und als er
endlich wollte, konnte er nicht mehr.

Er erlebte vor seinem endgültigen Ableben einige wüste Stunden. Möge mich das Schicksal, eingeschlossen
die Herren sämtlicher Himmel und Höllen, vor so etwas bewahren. Das Herz könnte mir brechen.
Als der Onkel nach seinem Tiefschlaf seinen Kaffee schlürfte und die Augen langsam klar wurden, bemerkte er
seinen Ältesten. Söhnchen hatte zum Zeichen der Trauer die Haare geschoren und stolzierte wie ein Gockel in
Safran gekleidet als Mönch durch die unübersehbare Gästeschar. Der demütige Jünger Buddhas beharrte
jedoch militant darauf und bearbeitete entsprechend seine Geschwister, daß Vater sofort zurück ins Spital sollte.
Dem Onkel blieb nichts anderes übrig, als den kämpferisch veranlagten Sprößling - bevor die Ambulanz eintraf,
schriftlich aus seinem letzten Willen auszuschließen.

Der Tod ist so endgültig, daß Religionen eigentlich zu Nebensachen degradiert werden.
Ist Besitz Religion?

(1)
Kein Verlaß in Hinterindien
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg1028128#msg1028128
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norwegerklaus

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1693 am: 05. Dezember 2011, 02:01:24 »


Die Frage "ist  Besitz Religion?" könnte auch lauten : ist Besitz ein Glauben?

Da  Menschen oft unorientiert sind  und nicht alles wissen können - müssen sie glauben lernen ( von wem auch immer) - teilweise auch über den Tod hinaus!

An materiellen Besitz zu glauben ist nicht für wenige eine Religion, die sie dann liberal bis radikal ausleben.

Ich "besitze" ein/mein begrenztes Leben und glaube daran, dies ist meine Religion nach der ich bis zur "Grenze" relativ zufrieden leben kann. Danach kann ich nicht mehr glauben, als Asche!

Liebe Grüße  noch aus der nördlichen stürmischen Wildnis
Klaus
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Freiheit ist das Einzige, was was man nicht haben kann, wenn man nicht gewillt ist sie auch Anderen zu geben!

Geht nicht gibs nicht! .......www.norwegerklaus.de

Low

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Abpfiff aus Hinterindien
« Antwort #1694 am: 10. Dezember 2011, 11:00:10 »

Abpfiff

Am 11. Dezember gibt es drei Jahre Geschichten aus Hinterindien. Dafür stellte ich 763 Beiträge ins Forum.*
Einige Artikel taxiere ich als mißglückt. Eindrückliche Ereignisse dagegen hätte ich ohne diese Aufsätze längst
vergessen.
Ob die Geschichten als Buch taugen, wird sich zeigen. Es wird schwierig sein, weil das eigentlich preisgünstige
Taschenbuch, Baht 250, vom TIP Verlag in Phuket zur Zeit kaum beworben wird. (1) Die Hintergründe kenne ich
nicht. Korrigiert wurde unterwegs jedenfalls unter gefühltem Zeitdruck. Vollkommen unverständlich, als ich sehen
mußte, wie das Material danach vor sich hinschlummerte. (2) Herzlichen Dank an die Leidensgenossen. Ich hatte
keinesfalls die Absicht, unverkäufliches Altpapier zu erzeugen. Virtueller Mist und Spam genügen mir vollständig.
 
Es bleibt die Hoffnung, daß die edle, gebundene Ausgabe aus Deutschland, ab Dezember 2011 unverzagte
Liebhaber findet. (3)

Drei Jahre Volontär als dubioser, teilweise angezweifelter Beobachter und Berichterstatter sind vorläufig genug.
Geschichten gibt es noch ausreichend. Aber zunehmend fehlen mir Worte, um die unglaubliche Episoden zu
schildern. Ich möchte nun dem gedruckten Satz der TIP Zeitung (4) ohne Stress nachleben:
“Der Autor Low lebt im Ruhestand in der Nähe von Chiang Mai.“
Das kann ich bereits vergessen. Der Herr Verlagsvorsitzende und Direktionspräsident kündigte Korrekturen an.
Möglicherweise belaste ich in der verbleibenden Freizeit meine Festplatten mit weiteren Schnurren, Schwänken
und rabenschwarzen Geheimnissen, die später einen Weg ins Internet finden.

In der letzten Zeit zweifelte ich, ob es gerechtfertigt sei, zwecks billiger Unterhaltung, mehr oder weniger
wehrlose Mitmenschen, wie Gucci und Kleptomanewitsch, an den Pranger zu stellen. Sind die Leser gleicher
Meinung?
Außerdem leide ich an einer Sehschwäche. Das dauernde Nachfüllen der Gläser, um überhaupt bis zum
Bildschirm zu sehen, wird stetig teurer und bewirkte einen schmerzhaften Säufer Ellbogen (analog zum
Tennisarm, Epicondylitis). (5)

Allen Mitarbeitern, den hilfsbereiten Moderatoren, besonders hmh – er ließ sich weder von mir, noch sämtlichen
Widerwärtigkeiten und Hindernissen beeindrucken - und allen treuen und kritischen Lesern, danke ich.

Mit den besten Wünschen für frohe Festtage.
Low

(1)
Siehe Anhang der Geschichte, Problem Trinkwasser in Hinterindien:
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg1026511#msg1026511

(2)
Motto wie in der SMSA: „Seckle u warte.“
SMSA = Schweizerische MilitärSoldatenArmee.
http://www.badische-seiten.de/alemannisch/lexikon.php?le=3650

(3)
Zenos Verlag 2011, 416 Seiten, 29,80 Euro, ISBN 978-3-931018-22-1, Bestelladresse 2(ät)zenos-verlag.de,  (Quelle: hmh)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=9717.msg1028864#msg1028864

(4)
Tip Nr. 10/1, 3. Oktober 20011, Seite 37
TIP Nr. 12/1, 5. Dezember 2011 Seiten 8, 33

(5)
http://de.wikipedia.org/wiki/Epicondylitis

*
799 Tagebuch Total
- 36 Prügelecke
763 Geschichten



Ediert: Bestelldaten aktualisiert.
« Letzte Änderung: 30. Dezember 2011, 03:20:41 von hmh. »
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Sie wollte in die Galeries Lafayette.
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