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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449469 mal)

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Low

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Alle Jahre Alabaster
« Antwort #645 am: 10. Oktober 2009, 11:28:16 »

Angekratzter Alabasterkörper (Nach Mopedunfall?)

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/11390908
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Profuuu

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #646 am: 10. Oktober 2009, 13:40:18 »

Liebe Leute

Ich schaltete den PC ein, riss die Tastatur einer hungrigen Ratte aus der Schnauze und schmierte die Maus mit Gleitfett.
Nun mache ich Fingerübungen bis um siebzehn Uhr. Dann hole ich mir ein Bier aus dem Kühlschrank. Nachher beginne
ich mit dem Tippen der nächsten Geschichte.
Warum ich das schreibe?
Ganz einfach.
Der neuen Trend bei den Tagebüchern ist, dass man seine Beiträge ankündigt.


lol  :D :D :D
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mfG
Professor Triple U

Low

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Mausfett
« Antwort #647 am: 10. Oktober 2009, 17:00:09 »

Foristen, Leidgenossen

Es ist 17 00 Uhr. Das Bier ist eingeschenkt. Ich prüfte sicherheitshalber um 16 00
und dann wieder um 16 30 Uhr, wie viel Zeit ich brauche, um zum Kühlschrank zu gelangen,
ein Bier zu holen, zu öffnen, einzugiessen und zu trinken, um den Plan nicht zu gefährden.

Eine geile Angelegenheit dieses Mausfett.
Nun flutschen die Bachstuben ungebremst high speed mässig zum Schirmbild.
Es geht so schnell, dass ich nur schlecht mit der Gedankenarbeit synchronisieren kann. Deshalb folgt
der eigentliche Aufsatz etwas später. Entweder muss ich schneller denken oder das Gleitmittel entfernen.

Aber ich ergoogelte einige interessante Links zum Thema Mausfett:

Wie kann ich in meiner Excel tabelle ohne Maus Fett schreiben ...

Für Salsa Freunde ein dickes Video: (Nicht von Dick, weder Astral- noch Alabasterkörper. 
Vorsicht beim Bier – nicht verschlucken!)



Farbmaus schwanger - Hilfe! | aus Forum Haustiere & Nutztiere ...

« Letzte Änderung: 10. Oktober 2009, 17:03:58 von Low »
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phumphat

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #648 am: 11. Oktober 2009, 10:09:21 »

Liebe Leute

Ich schaltete den PC ein, riss die Tastatur einer hungrigen Ratte aus der Schnauze und schmierte die Maus mit Gleitfett.
Nun mache ich Fingerübungen bis um siebzehn Uhr. Dann hole ich mir ein Bier aus dem Kühlschrank. Nachher beginne
ich mit dem Tippen der nächsten Geschichte.
Warum ich das schreibe?
Ganz einfach.
Der neuen Trend bei den Tagebüchern ist, dass man seine Beiträge ankündigt.


Mein lieber Low,
ich will hier in diesen Forum keinen neuen Trend kreiren.
Ich wollte mich ledeglich vergewissern, ob nach meiner 3monatigen
Abwesendheit eine Fortsetzung von Nam und Fredl überhaupt noch gewünscht wird.

In diesem Sinne, mit lieben Grüssen
Phumphat

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Low

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Eine Nacht im Knast
« Antwort #649 am: 11. Oktober 2009, 14:26:35 »

Eine Nacht im Knast                                                 10. Oktober 2009

oder

Die Macht der Fresse          Druckfehler - korrigiert
Die Macht der Presse


Leider entwickeln sich meine Geschichten eher in Richtung Unfälle und Verbrechen, als: „Die zehntausend Wunder
Thailands durch eine rosarote Brille betrachtet.“ Nur selten vermelde ich glückliche Ereignisse.
Ich wurde schon gefragt:
„Erlebst du eigentlich nie etwas positives?“
„Doch, meinen AIDS-Test!“

Alles fing so friedlich an.
Der Grossohn belud seinen Pickup am frühen Morgen mit Waren, um zum Markt zu fahren. Grossvater zupfte hier
ein Unkraut aus und streichelte dort ein Tier.
Vor vielen Jahren kaufte Dick Boden und stellte es als Landwirtschaftsbetrieb ihrer Familie, den Eltern, Geschwistern
und Kindern zur Verfügung. Anfänglich pflanzte sie selbst einiges an. Vor allem Bäume und Sträucher. Dann liess sie
einen grossen Naturteich ausbaggern.
Bei extremer Trockenheit, kommt es vor, dass all das Wasser zum Bewässern benötigt wird oder einfach verdunstet.
In der Regenzeit tummeln sich eingesetzte Fische im Wasser. Die Jungfische kosten fast nichts. Später löst man je
nach Grösse und Sorte pro Kilogramm von siebzig Baht an aufwärts.

Der alte Mann blieb allein auf der Farm zurück.
Später sah er, dass sich zwei Fremde am Teich zu schaffen machten. Als er nachschaute, was die Kerle treiben, rannten
sie davon. Kurze Zeit danach musste er feststellen, dass die Zwei zurück kamen und reichlich Fische stahlen. Für Eigenbedarf
hätte er ein Auge zugedrückt. Aber die Männer fischten bereits mindestens zwanzig Kilogramm. Er forderte die Diebe auf,
zu verschwinden. Die plünderten munter weiter und verhöhnten zusätzlich den Alten. Mit fünfundsiebzig Jahren, eher grazil
gebaut, wirklich kein Sumotori, (1) konnte er sich nur schlecht wehren.
Er ging zum Haus zurück und holte seine selbstgebaute, aber lizenzierte Flinte.
Sie warfen ein Messer nach ihm und verletzten ihn glücklicherweise nur am Unterschenkel. Danach zielte er kurz und schoss
den einen Angreifer ins Bein. Dem andern verpasste er beim Weglaufen eine Ladung in den Allerwertesten.

Ich weiss nicht, warum die Polizei kam. Die Braunen brachten die beiden verletzten Räuber ins Spital. Den alten Mann nahmen
sie mit und steckten ihn ins Gefängnis. Dreissig Kilogramm gestohlener Fisch und eine Flinte wurden beschlagnahmt. (2)

Als wir die Sensation am Abend vernahmen, wurde Dick aktiv. Sie telefonierte mit dem Chef der Polizei und verlangte vergeblich
die unverzügliche Freilassung ihres Vaters. Sie beruhigte sich etwas, als sie vernahm, dass ein Polizeiarzt die Beinverletzung
mit acht Stichen zusammen genäht hatte.
Ich fragte sie: “Kennst du keine Journalisten in Phitsanulok? Das Geschichtchen stinkt zum Himmel. Die arbeitsscheuen Schurken
erhalten Spitalpflege und der Verteidiger seines Eigentums, ein alter Mann, wird eingelocht. Ist das neues thailändisches Recht?  
Das ist ein gefundenes Fressen für die Morgenzeitung. Gleichzeitig lenkt es die polizeilichen Aktivitäten, wirft ein schlechtes Licht
auf die Gauner und dein Vater wird zum Helden. Wer das liest, wird sich in Zukunft für Diebstähle einen anderen Betrieb aussuchen.“

Noch in der Nacht fuhr ein eifriger Berichterstatter die 120 Kilometer zum Gefängnis und interviewte den alten Herrn, der darauf
in aller Morgenfrühe entlassen wurde.
Die Zeitung wurde zum Bestseller im Dorf. Jeder will sie. Keiner hat sie.

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Sum%C5%8D

http://data.lustich.de/bilder/l/13764-sumoringer-gegen-kind.jpg

(2)
Dieselbe Waffe wurde schon in # 4  „Wild Ost“ verwendet.
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg27536#msg27536
« Letzte Änderung: 11. Oktober 2009, 14:48:31 von Low »
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hiro

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #650 am: 11. Oktober 2009, 15:40:09 »

an den Author,

ich lese schon lange mit und moechte mich auf diesem Wege einmal kurz bedanken, sehr interessant, lebensnah und vorzueglich erzaehlt.

Klaus
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Oscar Wilde

Low

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Eine Nacht im Knast
« Antwort #651 am: 11. Oktober 2009, 16:34:14 »

Danke für den Dank. Das ist wie teures Mausfett und stimuliert.
Ich sehe, dass die Geschichten angeklickt werden. Wie sie ankommen, weiss ich selten.

Wir hatten vor, für Vater in Sizilien eine Lupara zu erstehen. (1)
Offenbar erfuhr die GB in CH davon. (GB abk. = Geheimbolizei.)
Dick erhielt kein Visum!
Hätten wir die Waffe erfolgreich importiert, wäre seit dem 10. Oktober das Hackfleisch günstiger.

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Lupara
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peter51 †

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #652 am: 11. Oktober 2009, 17:13:52 »

ein  :D :D :D
(dreifach LOL)
und auch ein thanks, Low  8)
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #653 am: 11. Oktober 2009, 18:33:35 »

...Ja, und Gratulation ebenso zu Deiner bemerkenswerten Dick!

Carne Macinata a la Corleone; jetzt weiß ich wenigstens, wie das hergestellt wird.
Hier eine Abbildung des demnach wichtigsten  "Küchengerätes"

mfg kmr
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Low

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675 Stunden Freiheit
« Antwort #654 am: 12. Oktober 2009, 13:12:59 »

675 Stunden Freiheit                                        11. Oktober 2009

675 Stunden Freiheit ist ein Bruchteil mehr als 28 Tage. Als meine Beiträge an die 40 000 Klicks erreichten, teilte ich mit,
dass ich nun etwas kürzer treten würde und demnächst keine Geschichten von mir zu erwarten seien. Ich wollte meine
neu geschenkte Freiheit geniessen, reisen und nicht mehr täglich während Stunden am PC sitzen.

Eigentlich sollte ich die Gegebenheiten in Hinterindien kennen. Kannte ich sie? Ich flog voll auf die Nase. Nein, doch nicht
ganz, denn am 13. September schrieb ich in Antwort # 565 vorsichtigerweise:
„Es ist ja nicht auszuschliessen, dass mich „La forza del destino“, die Macht des Schicksals, wieder an den PC zurücksetzt.“

Zur Aufrechterhaltung der Freiheit benötigte ich unter anderem sterile Kochsalzlösung. Diese Flüssigkeit wird im medizinischen
Bereich wie Geschirrspülmittel in einer zeitgemässen Küche verwendet. Das Zeug sollte problemlos zu beschaffen sein.
Dr. med. W. Kempf schrieb  mir: „Kochsalz-Plastik-Ampullen gibt es üblicherweise mit 10ml Portionierung für n' Appel un' Ei,
auch in LOS. Damit bist Du dann wirklich wieder mobil.“ (1)
Dem war nicht so. Eine Apotheke neben dem Maharaj oder Suan Dok Universitäts-Spital, hatte gerade mal eine angebrochene
Packung mit wenigen Ampullen am Lager. Die 10 ml Ampullen brauche ich für Flüge, weil ich keine grösseren Mengen Flüssigkeit
mitnehmen darf.
Fürs Haus erwarb ich übungshalber einen halben Liter Kochsalzlösung und eine 50 ml Spritze. Andere Apotheken hatten gar nichts.  
In der Apotheke des RAM Spitals könnte ich einige Sachen problemlos beschaffen. Die Frage ist nur, zu welchem Preis. Für 360 ml
Betadine bezahlte ich dort an die 1000 Baht. (2) In einer Apotheke in Bangkok kaufte ich einen halben Liter für 250 Baht.
In Chiang Mai könnte ich dieses Desinfektionsmittel, sofern vorhanden, noch günstiger erwerben.
Nachdem ein viertel Freiheit meist ungenutzt verpuffte, verfügte die Apotheke über 100 Ampullen Salzlösung für mich. Ich wollte
dazu fünf Halbliter Packungen Infusionslösung kaufen. Sie hatten nur drei am Lager. Ich bestellte sofort mehr.
Dann reisten wir nach Mae Hong Son. Als danach mein Vorrat erschöpft war, benutzte ich Kochsalzlösung, wie sie für das Reinigen
von Kontaktlinsen Verwendung findet.
Die freundlichen Leute im kleinen Spital in Hangdong schenkten letzte Woche Dick vier Packungen mit total 2200 ml sterile Lake.
Mittlerweile ging aber mein Vorrat an technischen Hilfsmitteln zu Ende. Bereits am 14. September bestellte ich 100 Stück.
Am 18. wurden 50 geliefert, mit der Angabe, das Lager sei erschöpft.
Seit einer Woche reise ich nicht mehr, sondern bemühe mich um weitere Lieferungen. Meine vier Wochen Freiheit liefen heute ab,
nachdem ich zwei Wochen davon meist für Logistikprobleme verschwendete. (3)
Die bestellte Kochsalzlösung in Halbliter Portionen konnten innerhalb der letzten drei Wochen nicht geliefert werden.
Zur Zeit ist längerer Ausgang unmöglich. Wenn Dick mit Kundinnen beschäftigt ist,  schreibe ich wieder, um nicht verrückt zu werden.

Mit etwas Glück, dem Beistand sämtlicher guter Geister und der Hilfe einiger wohlgesinnter Bodhisattvas  (4) warten vielleicht ende
der Woche wieder 450 Stunden Unabhängigkeit auf mich. Wenn die netten Wesen beim Generalimporteur mit etwas Grips gesegnet
wären, würde die Freiheit wohl grenzenlos.

Wer trägt denn eigentlich die Schuld an diesem Debakel? (5) Das gleiche Land, das Probleme mit den Herren Gaddafi und Polanski
kreierte. Es gelang den Entscheidungsträgern in Bangkok mühelos, sich Low ebenfalls zum Feind zu machen. Durch ihre Willkür im
August wurde ich von zeitgemässer medizinischer Versorgung abgeschnitten.
“Grüezi wohl Frau Stirnimaa!” (6)

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Liter
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Desinfektion
/3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Logistik
(4)
http://de.wikipedia.org/wiki/Bodhisattva
(5)
http://de.wikipedia.org/wiki/Debakel
(6)





« Letzte Änderung: 12. Oktober 2009, 13:21:00 von Low »
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #655 am: 12. Oktober 2009, 19:52:28 »

So, ich hoffe, ihr habt alle mitgelesen und das auch nicht anders verstanden als ich!
Manche Dinge sind ganz offensichtlich in Chiangmai nur unter größten Schwierigkeiten zu beschaffen. In Bangkok dürfte es einiges leichter sein, vieles zu bekommen.
Ich fordere alle Members aus Bangkok auf, sich per PN mit Low in Verbindung zu setzen und mal nachzufragen, ob ihr ihm nicht das eine oder andere besorgen könnt.
Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass keiner auf irgendwelchen Kosten sitzen bleibt.
Der Transport in Bangkok gekaufter Sachen nach Chiangmai lässt sich sicher organisieren.

Es gehört sich meiner Meinung nach, dass wir innerhalb des Forums zusammenhalten und uns auch einmal gegenseitig aushelfen, wenn das notwendig und sinnvoll ist.

Nicht nur unser Low, dem wir soviele wunderbare Posts verdanken, ist eine kleine Mühe wert, aber er ganz bestimmt!

Euer Wolfram

PS: Wäre doch toll, wenn wir ihm ein wenig mehr Freiheit schenken könnten.
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #656 am: 12. Oktober 2009, 20:58:47 »



@drwkempf

Bin absolut Deiner Meinung!

Es gibt auch schon Bemühungen aus Hintergermany.;-)
Aber a l l e Möglichkeiten sollten ausgeschöpft werden.
Irgendwie wird es klappen.

mfg kmr
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namtok

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #657 am: 12. Oktober 2009, 22:25:59 »

Meine Verwandtschaft ist im landesweiten Medikamentenvertrieb involviert, vielleicht kann ich ebenfalls aus Hintergermany dazu was beitragen...
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██████  Ich sch... auf eure Klimaziele !

Low

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Medizinprodukte und Apotheken
« Antwort #658 am: 13. Oktober 2009, 15:37:11 »

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde

Ich musste mir irgend eine Geschichte ausdenken, um zu erklären, warum ich trotz meiner gegenteiligen Ankündigung
weiter schreibe. Ich schämte mich fast, als ich bemerkte, dass wieder einige tausend Klicks verbucht wurden.

Herzlichen Dank für die Anteilnahme betreffend Freiheit und die zahlreichen Angebote.
Gestern rief uns der  Apotheker an und informierte, dass 500 ml Packungen sterile Salzlösung in Mengen eingetroffen seien.
Meine Tochter wird mir am 19. Dezember letzte europäische Technologie mitbringen. Damit werde ich unabhängiger von
den Launen und Schrullen der geschäftsführenden Damen der Importfirma.

Sofern ihr die Beiträge sorgfältig lest, seht ihr, dass wir dauernd gefordert sind. Wir fochten gegen den Diebstahl von
Dicks Land. Wir kämpften für die Entlassung ihres Vaters aus dem Gefängnis. Wir wehrten uns erfolgreich für
Verbesserungen im Gesundheits- und Schulwesen in der Provinz. Wir kämpften gegen Umweltverschmutzung und setzten
uns für eine geregelte, kostengünstige Kehrichtabfuhr ein.
Jetzt schweigt des Sängers Höflichkeit, eventuell nur aus niedrigen und ängstlichen Gründen, zurück in die Kälte geschickt
zu werden.

Ich tönte es bereits an. Betadine, sterile Handschuhe, Kochsalzlösung und dergleichen könnte ich zu Farangpreisen
jederzeit in der Apotheke des RAM Spitals beziehen. Für mich würden die Kosten keine Rolle spielen, da meine Versicherung
die Rechnungen anstandslos bezahlt. Wenn ich günstige Bezugsquellen erschliesse, erweise ich nicht nur meiner Versicherung
einen Gefallen.

Das Beispiel Betadine:
Im RAM Spital kostet ein ml fast drei Baht. In einer Apotheke, welche einen Gewinn abwirft, kostet ein ml bloss einen halben
Baht beim Bezug eines halben Liters. (Kleinstbehälter mit 30 ml werden zu 38 Baht angeboten.)  Das Spital verkauft sechs
mal teurer, obschon die das Zeug Gallonenweise sehr günstig einkaufen dürften. Unter Umständen benutzen sie beim
Abfüllen extrem teure Designerflaschen.

Durch meine Beschaffungsstrategien helfe ich armen Thai Patienten. Die sind sich nicht gewohnt, sich für Verbesserungen
einzusetzen und es gibt sie in Mengen.  Die Patienten ebenfalls. Denkt an all die Verkehrsunfälle. Es dürfte jedes Jahr Hunderte
neuer Paraplegikerfälle geben.
Viele überleben die Akutphase in Universitätsspitälern problemlos. Nach der Entlassung gibt es nur äusserst selten
Nachbehandlungen, Physiotherapie und Wiedereingliederungsmassnahmen. Viele Behinderte krepieren dann zu Hause schön
langsam wegen fehlender Hygiene an Harnwegsinfekten oder an Druckgeschwüren. (1) Antidekubitus-Sitzkissen kosten
hierzulande an die 20 000 Baht. In Euroland sind sie eher teurer.
Fehlende Selbstdisziplin, Alkoholmissbrauch, mangelnde finanzielle Mittel, Geisterglauben und Mai Pen Rai Mentalität wirken
sich ungünstig auf die Lebenserwartung aus.
Die wenigen Rollstuhlfahrer, die sich bis zum Losverkäufer durchringen, sind Ausnahmen. Ich machte meine Erfahrungen
vor vielen Jahren in einem privaten, von Spendengeldern finanzierten Behindertenzentrum. Dort herrschte nur an Mangel Überfluss.

Als ich im Juni Spitalpflege benötigte, die in der Woche 200 000 Baht verschlang, fragte sich Dick, wie viele Thais sich einen
solchen Luxus leisten könnten. Diese Leute sind im Prinzip zum Tode verurteilt.
Wir erfahren dies in den kleinen Spitälern auf dem Lande, in erbärmlichen abgelegenen Dörfern. Es ist für uns sehr schmerzhaft,
all das Leiden zu sehen.
Aus finanziellen Gründen müssen wir unsere Hilfe meist auf die nächsten Angehörigen beschränken, denn für die 30 Baht
Versicherung gibt es weder teure Medikamente noch Spezialbehandlung auf Intensivpflegestationen.


(1)
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #659 am: 13. Oktober 2009, 16:08:36 »

Lieber Low,
bis zum 19.Dezember ists noch lang hin.
Ich hatte mir auch nicht vorgestellt, dass Deine Forumsfreunde Handstände machen sollten. Aber für den Fall, dass man sich gegenseitig au seiner Verlegenheit helfen könnte, sollte man das auch tun.
Wir klagen so oft im Forum über die Selbstsüchtigkeit und Selbstbezogenheit vieler Thais. Hier ist Gelegenheit, nicht nur durch Worte zu beweisen, dass wir da etwas anders sind. ;)
Das wir hier das beste Forum sind, würde sich auch dadurch beweisen, dass hier nicht nur mehr oder weniger wertvolle Schriftbeiträge abgeliefert werden.

Schöne Grüße auch an Deine unvergleichliche Dick

Wolfram
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