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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449859 mal)

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Low

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Baumschulen
« Antwort #885 am: 28. Januar 2010, 15:53:11 »

Baumschulen                                                                      25. Januar 2010

Baumschulen sind Schulen für das Leben! Das darf man verstehen, wie man will.
Aufschulen, schulen bedeutet sinngemäss Wurzeltreiben. Während der mehrjährigen Entwicklung werden die Gewächse wiederholt umgepflanzt.
Der Fachausdruck lautet: verschulen.
Bäume synthetisieren Sauerstoff. Sie speichern und verdunsten Wasser. Bäume erfreuen uns mit duftenden Blüten. Manche verwöhnen uns mit
delikaten Früchten. Sie liefern das wunderbare Baumaterial Holz. Oder zieht ihr sterile Möbelkonstruktionen aus Glas, Kunststoff und Metallen vor?

Eine weitere, nicht unbedingt spezifisch hinterindische Erklärung präsentiere ich hier.

Am Beautysalon hat es verspiegelte Fenster. Keiner kann hereinschauen. Keiner kennt die Geheimnisse der schönen Frauen, die während den
langwierigen Prozeduren um so fleissiger durch verspiegeltes Glas die Umgebung bestaunen.
Gegenüber dem Beautysalon liegt ein spärlich bebautes Grundstück. Es gibt viel grün, denn dort ist eine Art Gärtnerei und Baumschule. Nachbarn
der angenehmsten Sorte. Kein Lärm, kein Gestank, bloss grünes Geranke.
 
Ein anderer Nachbar des Salons und unseres Grundstückes ist der Dorfschurke mit seinen Fettklössen, genannt Familie. Der feuert fast täglich
und verbrennt nicht nur Gartenabfälle, sondern auch Müll, sogar Sondermüll. Den gibt es doch gar nicht in Thailand. Wenn es nicht knistert, knackt,
knallt, prasselt, brennt und qualmt und ein grau-schwarz gemischter Ascheregen rund ums Haus rieselt, dudeln den ganzen Tag und manchmal
die halbe Nacht die distinguierten Ergüsse heimischer Radiosender in einer Lautstärke, dass wir bisher schadlos auf einen eigenen Empfänger
verzichten konnten.

Letzte Woche stand Dick in der Dämmerung nach dem Aufräumen ihrer Verschönerungsklempnerei am Fenster und betrachtete interessiert die
Baumschule und die gepflegt gedeihenden Pflanzen in Töpfen und Containern. Plötzlich sah sie, wie unser Ganove die Mauer zur Gärtnerei
überkletterte. Dann griff er hastig, relativ wahllos zu den Töpfen und beförderte sie über die Mauer an seine Helfer, die beiden übergewichtigen
Sprösslinge, die auf seinem Pickup standen und die geklauten Pflanzenlieferungen erfreut entgegen nahmen.

Baumschulen sind Schulen fürs Leben.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Baumschule

Mehr über Bäume, z.B. extreme Bäume:

http://de.wikipedia.org/wiki/Baum




« Letzte Änderung: 28. Januar 2010, 16:33:08 von Low »
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #886 am: 29. Januar 2010, 06:14:00 »

Low, da die Bäumchen ja noch nicht ausschlagen können, solltest Du dem Eigentümer
der Baumschule vielleicht einen Tip geben, die Ränder der Pflanzkübel ebenso zu prä-
parieren wie letztens von @drwkempf für die Sicherung von Wasserhähnen empfohlen..

Wer solche Nachbarn hat, braucht keine Feinde. Ich kann mir vorstellen, wie Dir zumute
ist, wenn Du ohnmächtig zusehen mußt, wie der ganze Feuerungsdreck Deinen schönen
Garten kontaminiert und das Atmen zur Qual macht.
Vielleicht kommt der Typ sogar noch auf die Idee und bietet Dir die Kübel mit Inhalt sehr
günstig zum Kauf an. Der wird doch wohl kein Geld brauchen um sich einen neuen Verstärker
für seine Musikanlage anzuschaffen?.

Die Hoffnung bleibt, dass er vielleicht eines Tages wegzieht, wenn ihm jemand aus seinen
Kreisen ein Angebot macht, dass er nicht ablehnen kann.. Ob man im "Thai-Geisterland"  auch > diese
Alternative <
kennt, vermag ich nicht zu sagen..
Jedenfalls, wenn Dein Nachbar im nächsten Leben als Baum wiederkommt hat er als Sauerstoff-
produzent einiges gut zu machen und kann froh sein, wenn er nicht in der Klobrillenproduktion
endet.

Ein bald ruhigeres und gesünderes Umfeld wünscht Dir und Dick,

kmr

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Low

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Positiv denken!
« Antwort #887 am: 29. Januar 2010, 14:54:03 »

Khun mai ru gewidmet.

Ich sehe aus Deiner Antwort, dass Du an meiner Stelle leidest.
Es gibt nur einen Rat: Positiv denken!  Du solltest in Deinen Gedanken eine dauerhaft konstruktive und optimistische Grundhaltung zu erreichen
versuchen. Daraus resultiert automatisch eine höhere Zufriedenheit und Lebensqualität.

In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts besuchte ich mit meinen Kindern Taormina auf Sizilien. Bereits am Flughafen liess der Ätna
Russ auf mein Haupt und mein blütenweisses Hemd rieseln und zwar in einer solchen Menge, dass der Flugbetrieb eingestellt werden musste.
Mein Hemd war ruiniert. Die Bauern jubelten ob der Gratisdüngung.

Die Asche des Nachbarn stört mich nur, wenn sie meinen Wein verunreinigt.
Das geschieht eigentlich selten, weil ich meist nicht auf der Veranda, sondern im Haus trinke, denn sonst ersäufen sich heimtückische Insekten
in meinem Nektar. Da gibt es einige ganz widerlich schmeckende Exemplare. Andere Viecher wieder würden mein durch Rebensaft veredeltes Blut
saugen.

Wenn die abgeernteten Reisfelder abgefackelt werden, verdunkelt sich manchmal der Himmel und man watet danach in verbrannten fragilen Gras-
und Halmstrukturen. Die Teile sind bis zu zehn Zentimetern lang. Das ist nicht Feinstaub.

Der Gauner gehört auf diesen, von Thai Airways finanzierten, Platz. Ich hätte seinerzeit das Grundstück für eine Million kaufen können. Mein Fehler,
dass ich nicht richtig reagierte. Ich gab das Geld dummerweise Toyota im Austausch gegen etwas schlecht lackiertes Blech und einige Gummiteile
mit ungeahnten Folgeinvestitionen. Eine ausgesprochen schlechte Kapitalanlage. Doch das machen Millionen von Menschen, sind alle Idioten?,
freiwillig immer wieder!

Ich bin dankbar, dass da nicht ein stark frequentiertes Ladenlokal, ein dröhnendes Hammerwerk, eine stinkende Schweinezucht,  oder gar wie
Blackmicha zeigte, ein kleines, um so rostigeres Stahlwerk steht.

Lieber der abwechslungsreiche Lärm aus dem Radio, als den von Dorfjungen, welche stunden- und tagelang ihre müden Mopeds zu frisieren und
ohne Chip zu tunen versuchen, bis ein Pleuel oder ein Lager den Geist aufgibt. Der Nachbar, studierter, diplomierter, vielleicht perforierter Akademiker,
der jeden zweiten Morgen seinen Diesel zum Aufwärmen auf sechstausend Touren jagt, genügt mir.

Wenn ich ein gesünderes Umfeld möchte, müsste ich von Chiang Mai wegziehen. Aber unser Platz hat eine ungemeine Ausstrahlung und gleichzeitig
eine grosse Anziehungskraft. Womöglich frühstückte hier vor etwa 2500 Jahren Buddha und liess einige Reiskörner fallen. Und so anspruchsvoll sind
wir gar nicht. Ein nahrungsaufnehmender Bodhisattva als Grund für die Einzigartigkeit wäre mehr als zufriedenstellend.


http://de.wikipedia.org/wiki/Bodhisattva
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #888 am: 29. Januar 2010, 22:16:26 »

Danke Low, für die Widmung und den Rat, was die positive Denkweise betrifft. Da bemühe
ich mich schon. Die Interpretation Deiner Schilderung hat wohl auch damit zu tun, dass ich
als oft atemloser Cortisonjunky eine verschmutzte Luft und andere Einflüsse weniger lustig
finde. als Menschen, die da robuster sind. Das Lernen in der Schule des Lebens hört nie auf
und so besteht auch bei mir noch Hoffnung auf positivere Sichtweisen. :)

mfg kmr
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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #889 am: 30. Januar 2010, 00:21:42 »

die Kunst liegt wohl mehr darin, solche Dinge neutral anstatt "positiv" zu sehen. Das gelingt allerdings nur, wenn man "in sich selber ruht".

Nicht leicht, zugegebenermassen, aber eine Übung wert.

Für mich ist low einer derjenigen, der ständig daran arbeitet. Wie es aussieht, auf dem besten Wege, erfolgreich in dieser Hinsicht zu sein.  :)
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Low

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Demonstration in Chiang Mai
« Antwort #890 am: 31. Januar 2010, 14:12:19 »

Demonstration in Chiang Mai               30. Januar 2010

Bericht vom Samstag, 30. 01. 2010, von Yel-Low, nicht von F-red.

Mitglieder der roten Rak Chiang Mai 51 Gruppe protestierten bereits tagelang vor dem Polizeihauptquartier der Region 5 in Chiang Mai.
Sie erklärten, der Polizeichef Lt-Gen Somkid Boonthanom sei in das Verschwinden eines Geschäftsmannes aus Saudi Arabien 1990 verwickelt
und müsse deshalb abgesetzt werden.

Die Lage vor achtzehn Uhr:
Da sassen sie, einige Dutzend Demonstrierende, ältere und jüngere, zu meist weiblichen Geschlechts auf der teilweise mit Matten und Tüchern
bedeckten Strasse. Daneben rollte kaum behindert dichter Verkehr. Anführer und Anführerin redeten abwechslungsweise hitzig in zwei Mikrofone
und gaben musikalische Einlagen zum Besten. Einige wenige Demonstrantinnen tanzten. Viele sassen, assen und tranken, vielleicht aus Langeweile
oder um für die kommenden Auseinandersetzungen bei Kräften zu bleiben.
Im Hof des Gebäudes hielt einer der ranghöheren Offiziere ein Megaphon in der einen Hand. In der andern Hand hielt er krampfhaft einen Stapel
Papier, von welchem er seine Rede an das versammelte Korps ablas. Zuweilen senkte er vielleicht ermüdet das Megaphon, grinste verlegen,
ordnete seine Papiere. Dann las er weiter. Ohne grossen Applaus kam er zum Ende. Darauf zog sich die Truppe zurück.

Einige Minuten später tauchten die Polizisten wieder im Garten auf, ausgerüstet mit Helmen mit Nackenschutz, Schlagstöcken, teilweise mit gröberem
unidentifizierbarem Material. Die meisten hatten Schutzschilder dabei. Eine Aktion folgte jedoch nicht. Alles wurde im Gras deponiert und die
Mannschaft entspannte sich im Sitzen.
Auf der Strasse wurde geredet, gesungen, gegessen und getanzt. Die Anzahl der Teilnehmer nahm stetig zu.
Gegen achtzehn Uhr rüsteten sich die Polizisten erneut mit ihrem Material und stellten sich marschbereit auf. Ich dachte schon, diese Übermacht
könnte die wenigen Demonstranten in wenigen Minuten festnehmen oder vertreiben. Einer der roten Anführer offerierte den Gegnern Speis und
Trank und dankte artig, als die Polizisten die Verpflegung annahmen. Keine wüste Prügelei war angesagt. Essen ging vor.
Versetzten die Roten etwa die Speisen mit Abführmitteln, um den Gegner kampfunfähig zu machen? Solche und ähnliche Unfreundlichkeiten dachte
sich mein einst in Sabotage geschultes Gehirn aus.

Nach etwa zwanzig Uhr war nun eine grössere Menschenmenge in schwarz, blau, rot-weiss, die Meisten in rot, anwesend. Gelbe, das heisst gelb
gekleidete, konnte ich keine Ausmachen.
Der Sprecher der Roten verdankte Spenden der Polizeiposten aus Hangdong, zehntausend Baht und von Lamphun, fünftausend Baht. Er erwähnte
freudig, dass unter den Demonstranten fünfzig Gattinnen von Polizeioffizieren anwesend seien. Eine jede habe zweihundert Baht gespendet.

Ich fragte mich, ob die Polizisten aus dem Hauptquartier die Demonstranten angreifen und dabei ihre eigenen Frauen verprügeln würden.
Die Kundgebungsteilnehmer tauschten nun fortwährend ihren Bestand aus. Einige entfernten sich, als Verstärkung aus Lampang anrückte.
Aus unserer Gemeinde waren zahlreiche Supporter-innen am Platz.
Sie besuchen fast täglich für einige Stunden die Aktionen der Roten in Chiang Mai und bringen Essen und Geld, das auf den Märkten um die Stadt
freiwillig gespendet wird.
Etwas nach zweiundzwanzig Uhr verabschiedete sich der fast neutrale Beobachter der friedlichen, fast langweiligen Szene, nachdem sich offenbar
Big Brother Thaksin telefonisch an die Versammelten wandte.

Ich konnte bis am 31. 01. 13 30 Uhr keine weiteren Ergänzungen, Meldungen, Berichte und Hinweise in Zeitungen finden.
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Fauler Spruch im Januar
« Antwort #891 am: 02. Februar 2010, 12:31:22 »


Sie, frisch herausstaffiert, im neuen, sagenhaft sitzenden Sommerkleid.

„Du bist eine so heisse Sexbombe, du gehörst nicht ins Haus, sondern sicherheitshalber in ein scharf bewachtes Munitionsdepot oder in eine
massgeschneiderte Tiefkühltruhe.“
Schluck.  
„Ehhhm..., warte, ich positioniere mal einen Eiswürfel auf die Matratze!“
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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #892 am: 03. Februar 2010, 12:05:57 »

Bei einigen fehlt dann genau dieser Eiswürfel im Bier.
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Kleine Fehlinvestition von THAI
« Antwort #893 am: 03. Februar 2010, 13:48:07 »

Kleine Fehlinvestition von THAI

Wir schnitten am Gästehaus die Bougainvilleas etwas zurück. Sie wucherten blühend auf die Hälfte der Strasse hinaus. Ein weisser Geländewagen
stoppte. Wir entfernten die Äste von der Strasse, um das Fahrzeug nicht zu behindern. Doch der Wagen stand still und rührte sich nicht vom Fleck.
Es war ein Fahrzeug der Bangkok Bank. Zwei Herren stiegen aus. Positiv denkend nahm ich an, sie wollten mir Geld bringen und fragte danach.

Kein Geld, lachten sie. Sie suchten ein Grundstück, für welches ein Kunde von der Bank ein Darlehen verlangte. Sie konnten das Land nicht finden.
Verzweifelt zeigten sie mir ihre Landkarte. Ich sah sofort, das war nicht unser Dorf. Mit einem Schnittmuster für Damengarderoben wären sie vielleicht
besser gefahren. Ratlos telefonierten sie an ihre Leitstelle zurück.

Ich erinnerte mich an ein ähnliches Fahrzeug von Thai Airways vor einigen Wochen. Diese Leute fotografierten die frisch angelegten Teiche unseres
Nachbarn, weil seine Frau als Angestellte um einen weiteren Kredit ersuchte.

Ausser bei Diebstählen war ihr Mann mit seinen Projekten selten erfolgreich. Er versuchte es mit Entenzucht,  Fehlanzeige. Die watschelten schneller
davon, als er betrunken laufen konnte. Vor einem Jahr rodete er Mangobäume und bepflanzte das Feld darauf mit Papaya, die ihm unser Dorfgärtner
günstig anbot. Beim ersten Versuch vergass er, die Pflanzen zu wässern und alles verdorrte innerhalb einiger Tage.
Er wagte einen neuen Versuch. Als die Pflanzen grösser wurden und teilweise blühten, wässerte er so stark, dass die Wurzeln abfaulten und die Stauden
eingingen.

Vor einigen Monaten glaubte er plötzlich an ein Teichprojekt. Mit frischen Fischen wollte er schnell reich werden. Er pumpte Abwasser lausigster Qualität
in die teuer ausgebaggerten Naturbecken. Die Trübung des Wassers hatte sich nicht geklärt, als er nach eigenen Angaben bereits zwanzig tausend Fische
einsetzte. Eine grössere Investition bei einem Preis von über zwei Baht pro Tier.

Kaum hatte THAI die Bilder seiner famosen Fischfarm im Kasten, organisierte er eine Party. Teilweise brachten seine Saufkumpane auf ihren Pickups bereits
Angelgerätschaften und Kübel für reiche Beute mit.

Offenbar entging es ihm, dass der Wasserspiegel in den letzten Tagen täglich um etwa zwanzig Zentimeter sank. Er versäumte es, Wasser nachzufüllen.
Der gesamte Fischbestand krepierte jämmerlich.  
Zur Zeit pumpt er wieder mit Waschmitteln durchsetzte Jauche in seine flossenlose Fischzuchtanstalt. Danach benötigt er sicher wieder Geld von seiner Frau,
um neue Fische zu erwerben. Das Stehlen der Tiere in grossen Mengen dürfte für jemanden, der nicht alle Tassen im Schrank hat, relativ schwierig sein.

Einen guten Rat hätte ich schon für den Mann. Ich würde mit dem Geld der Fluggesellschaft folgerichtig Fliegen züchten. Die schauten sich nämlich schon
mal um, als seine Fische stinkend verreckten.




« Letzte Änderung: 03. Februar 2010, 13:59:41 von Low »
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #894 am: 03. Februar 2010, 20:38:07 »


Hal Low,
nix gegenTHAI und stinkende Fischkadaver,  aber da gefallen mir Geschichten von
sich gegenseitig fütternden Demonstranten und von strategisch perfekt platzierten
Eiswürfeln weitaus besser. :)

Ich frage mich übrigens, ob auch die JAL großzügig Kaffeeteilchen und Kredite verteilte.
http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E11FC50CBE23D48E382CAE6CB9D094364~ATpl~Ecommon~Scontent.html

mfg kmr
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #895 am: 03. Februar 2010, 22:10:53 »

Lieber Low,

also mit hat die Geschichte ausnehmend gut gefallen. Ich möchte fast wetten, dass seine Frau wieder einen Kredit bekommt, irgendwie muss sich die Fluggesellschaft doch endlich ruinieren lassen.
Die ratlosen Herren der Bangkok Bank schließlichhaben eindringlich demonstriert, dass sie keine Ahnung haben, wo's langgeht.

Bei Dir ist das anders! Herzlichen Glückwunsch zu 70 000Clicks.
Ob wohl allmählich Wetten angebracht sind, wann Du die 100 000 knackst?

Herzlich Grüße und ein genau so herzliches Dankeschön für die unterhaltsamen Augenblicke in Hinterindien.

Wolfram
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Heile Welt mit frommen Sprüchen
« Antwort #896 am: 05. Februar 2010, 13:40:50 »

Heile Welt mit frommen Sprüchen

Ende Januar empfahl ich die Kraft des positiven Denkens. (1)
Leider übertreiben Menschen alles, sogar das.
Ein Augenöffner war für mich eine Arbeit von Bettina Weber. Sie stellte im Tagesanzeiger ein Buch der Journalistin Barbara Ehrenreich vor:
„Wie Amerika unter dem Zwang zum positiven Denken verblödet.“ (2, 3)

Frau Ehrenreich, achtundsechzig jährig, erkrankte vor neun Jahren an Brustkrebs. Als studierte Biologin konnte sie sich die Krankheit,
die Behandlung und die Nebeneffekte leicht ausmalen. Sie hatte nicht nur Respekt, sondern Angst. Sie suchte Rat.
Den erhielt sie: Sie müsse einen Therapeuten aufsuchen! Mit einer negativen Haltung sei sie Chancenlos, gesund zu werden.
Sie müsse an ihrer Einstellung arbeiten. Sie müsse ihre Erkrankung als eine grossartige Möglichkeit erkennen, um sich persönlich und spirituell
weiterzuentwickeln.

Solche Sprüche vernahm ich auch schon. Mir gefällt das Wort „spirituell“ besonders. Da denke ich sofort an geistige Getränke. (4)
Ehrenreich konnte ihrer Krankheit nichts Positives abgewinnen. Sie empfand ihr Leiden als ungerecht und war wütend.

Ehrenreich sieht im angewandten positiven Denken von heute ein System, das die Menschen nicht glücklich macht, sondern vielmehr zusätzlich
unter Druck setzt. Im Krankheitsfall kann dies zu einer zusätzlichen Belastung werden.

„Barbara Ehrenreich fragt: Wie soll der blosse Vorgang des positiven Denkens eine bestimmte Tatsache verändern können?
Sie sagt: Dieses Land muss wieder begreifen, dass das Gegenteil des positiven Denkens nicht der Pessimismus ist, sondern die Fähigkeit,
Situationen realistisch einzuschätzen und kritisch zu hinterfragen.“

Sollte positives Denken zur Folge haben, dass Unangenehmes nicht mehr thematisiert wird, weil damit eine eingebildete Harmonie zerstört wird,
dann ist das falsch. Man verwischt dadurch bloss ungeliebte Realität.

Beispiele vom Schönreden gibt es viele, von den Bankenkrisen bis zu den weltweiten Befriedungskriegen. Wir können alles total verdrehen,
von der Bevorzugung der Gelben bis zum Hass gegen die Roten, oder umgekehrt.

Ich las meinen Aufsatz noch einmal sorgfältig und fand eigentlich keine Übertreibungen. Retten wir nun Regenwald und entziehen dadurch der
Jugend schädlichen Alkohol. So folgt auf positives Denken konstruktives Handeln!


(1)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg97238#msg97238
(2)
http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Der-Wahn-des-positiven-Denkens/story/29738758
(3)
Barbara Ehrenreich: Smile or Die. How Positive Thinking Fooled America & the World. Granta Publications, London 2009.
(4)
http://de.wikipedia.org/wiki/Spirituosen
« Letzte Änderung: 05. Februar 2010, 14:06:18 von Low »
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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #897 am: 05. Februar 2010, 14:06:13 »

Besonders den Buchtitel finde ich genial "Smile or Die" (Lächel oder stirb)...    ;D oder  ]-[
das passt auch sehr gut zu einigen Situationen in die man als Alien in Thailand geraten kann.
Dem gegenüber hilft eine grundsätzlich positive Einstellung aber recht gut. Besonders wenn man zur Kasse gebeten wird.
Realistische Betrachtungsweisen machen das Lächeln nur schwerer.

Also, das nächste mal wenn ein Polizist mich anhält und 100 Baht will, obwohl ich garnicht zu schnell gefahren bin, erkenne ich die "grossartige Möglichkeit mich persönlich und spirituell weiterzuentwickeln". Was sollte ich auch anderes tun Low?  ???
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Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.   (Loriot)

Low

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Heile Welt mit frommen Sprüchen - Antwort
« Antwort #898 am: 05. Februar 2010, 17:19:48 »

@unsichtbar: Als Schnelldenker siehst Du sämtliche Zusammenhänge und durchschaust die Systeme.
Dafür bin ich dankbar. Ich sehe, ich habe meine Eichel nicht vor die Schweine geworfen.

Als beschränkter Mensch lasse ich im Forum alle an meinen mühsam zusammengekratzten Erkenntnissen teilhaben. Auch wenn sie, wie im letzten
Fall, nicht unbedingt zu meinen Gunsten sprechen. Der TIP ist mit seinen Mitgliedern im Entwicklungsland ein Entwicklungsforum. Deshalb verstricken
sich Schreiberlinge oder Schreiblehrlinge immer wieder in (geistige, d.h. spirituelle) Verwicklungen.

http://www.dradio.de/dlr/sendungen/laenderreport/239452/

http://www.dradio.de/dlr/sendungen/merkmal/283533/

"Die Schweine haben sonderlich Lust zu Buchnusslein. Und das Fleisch wird wohlgeschmack und lieblich davon. Doch der Speck der von Bucheckern
gemästeten Schweine ist nicht so fein hart wie der von Eicheln, sondern tropft gewaltig, wenn er im Rauchfang hängt."

Vergesst die Zukunft nicht und vor allem die Feuerbestattung!
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #899 am: 05. Februar 2010, 17:57:53 »

und "Die with a Smile"... wird vielleicht auch noch geschrieben.

mfg kmr
« Letzte Änderung: 05. Februar 2010, 18:29:23 von khun mai ru »
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