Khun mai ru gewidmet.
Ich sehe aus Deiner Antwort, dass Du an meiner Stelle leidest.
Es gibt nur einen Rat: Positiv denken! Du solltest in Deinen Gedanken eine dauerhaft konstruktive und optimistische Grundhaltung zu erreichen
versuchen. Daraus resultiert automatisch eine höhere Zufriedenheit und Lebensqualität.
In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts besuchte ich mit meinen Kindern Taormina auf Sizilien. Bereits am Flughafen liess der Ätna
Russ auf mein Haupt und mein blütenweisses Hemd rieseln und zwar in einer solchen Menge, dass der Flugbetrieb eingestellt werden musste.
Mein Hemd war ruiniert. Die Bauern jubelten ob der Gratisdüngung.
Die Asche des Nachbarn stört mich nur, wenn sie meinen Wein verunreinigt.
Das geschieht eigentlich selten, weil ich meist nicht auf der Veranda, sondern im Haus trinke, denn sonst ersäufen sich heimtückische Insekten
in meinem Nektar. Da gibt es einige ganz widerlich schmeckende Exemplare. Andere Viecher wieder würden mein durch Rebensaft veredeltes Blut
saugen.
Wenn die abgeernteten Reisfelder abgefackelt werden, verdunkelt sich manchmal der Himmel und man watet danach in verbrannten fragilen Gras-
und Halmstrukturen. Die Teile sind bis zu zehn Zentimetern lang. Das ist nicht Feinstaub.
Der Gauner gehört auf diesen, von Thai Airways finanzierten, Platz. Ich hätte seinerzeit das Grundstück für eine Million kaufen können. Mein Fehler,
dass ich nicht richtig reagierte. Ich gab das Geld dummerweise Toyota im Austausch gegen etwas schlecht lackiertes Blech und einige Gummiteile
mit ungeahnten Folgeinvestitionen. Eine ausgesprochen schlechte Kapitalanlage. Doch das machen Millionen von Menschen, sind alle Idioten?,
freiwillig immer wieder!
Ich bin dankbar, dass da nicht ein stark frequentiertes Ladenlokal, ein dröhnendes Hammerwerk, eine stinkende Schweinezucht, oder gar wie
Blackmicha zeigte, ein kleines, um so rostigeres Stahlwerk steht.
Lieber der abwechslungsreiche Lärm aus dem Radio, als den von Dorfjungen, welche stunden- und tagelang ihre müden Mopeds zu frisieren und
ohne Chip zu tunen versuchen, bis ein Pleuel oder ein Lager den Geist aufgibt. Der Nachbar, studierter, diplomierter, vielleicht perforierter Akademiker,
der jeden zweiten Morgen seinen Diesel zum Aufwärmen auf sechstausend Touren jagt, genügt mir.
Wenn ich ein gesünderes Umfeld möchte, müsste ich von Chiang Mai wegziehen. Aber unser Platz hat eine ungemeine Ausstrahlung und gleichzeitig
eine grosse Anziehungskraft. Womöglich frühstückte hier vor etwa 2500 Jahren Buddha und liess einige Reiskörner fallen. Und so anspruchsvoll sind
wir gar nicht. Ein nahrungsaufnehmender Bodhisattva als Grund für die Einzigartigkeit wäre mehr als zufriedenstellend.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bodhisattva