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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449361 mal)

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gam

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #990 am: 23. März 2010, 14:16:53 »

Die Schalterbeamtin verlangte ganze
zwanzig Baht. Sie schaute anscheinend nur auf die Zeit...

Gratuliere zum guten Geschaeft !
Die 350 Baht, welche du einsparen durftest, werden der Dame wohl am Gehalt abgezogen.
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Low

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WC Papier
« Antwort #991 am: 23. März 2010, 16:06:05 »

WC Papier

Danke Lupus für die schönere Übersetzungsversion.
Ich freue mich auf weitere Variationen.

Aus meiner Sicht ist das Problem nicht nur die Übersetzung des Computers.
Viele Menschen verstehen die Texte so, wie sie ein seelenloser Computer
beschreibt. Ich weiss, wie flüchtig ich Texte lese und manchmal missverstehe.

Bei Bildern ist es ähnlich. Lasst euch von zehn Personen ein Bild beschreiben.
Jeder sieht und empfindet etwas anderes.
Wäre es nicht so, hätte es vor einigen Jahren nur einen Farbfilmhersteller gegeben. Alle anderen wären mit ihren Nuancen chancenlos geblieben.

Genau so verhält es sich auch beim WC Papier. Während zarte Damen oft ein flauschig weiches Papier bevorzugen, benutzen harte Herren
lieber Schmirgeltuch mit einer kräftigen Körnung.

@gam
Ich wollte diese Frau kaum schädigen. Die aktuellen Preise, hellgelb auf weiss geduckt, waren für mich unlesbar. Die Kontrolle wird wohl kaum
aufmerksam genug sein, um den Fehler zu finden. Eventuell werden nur die Belege mit der Kasse verglichen. Und wenn da zwanzig draufgemalt
ist und zwanzig kassiert wurden, geht es glimpflich ab.
Die Firma schikanierte uns im Dezember, indem ungerechtfertigter Weise ein Rad blockiert wurde und wir so am Wegfahren gehindert wurden.
Obwohl ein herbei geholter Vorgesetzter die Verantwortlichen aufforderte, die Fessel zu entfernen, maulten die Arbeiter und beharrten auf
Teamoney. Es kam zu einer längeren Diskussion, bevor das Fahrzeug ohne Lösegeld endlich freigegeben wurde.
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gam

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #992 am: 23. März 2010, 16:49:06 »

Edit
« Letzte Änderung: 23. März 2010, 17:00:49 von gam »
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #993 am: 23. März 2010, 23:07:10 »

Parkgebühren

Hallo Low,
ich hoffe, dass die Luft in CNX nun nach einer Woche Urlaub wieder etwas besser ist.

Kannst vielleicht auch etwas über Port Dickson berichten? Braucht es da viel warme Kleidung,
oder waren evtl.die im Übermaaß geschleppten Kilobyte der Hauptanteil an den 25 kg Gepäck?


Überhaupt nicht neugierig, kmr  :)
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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #994 am: 24. März 2010, 15:05:43 »

Vielleicht werde ich mich an Port Dickson und die Kilogramme erinnern.
Abreisegewicht von CNX war 17 kg.
Aber erst muss ich die angesagten technischen Probleme erläutern.
Low
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Low

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Das Leid mit drei Leitern
« Antwort #995 am: 25. März 2010, 07:30:23 »

Das Leid mit drei Leitern

Seit einigen Jahren wäre es Vorschrift, dass elektrische Hausinstallationen mit drei Drähten und geeigneten Querschnitten ausgeführt werden
sollten. Leider kennt in Hinterindien keiner den internationalen Farbcode und den Zusammenhang von Stromstärke, Drahtquerschnitt und Sicherungen. (1)
Die übliche Farbkennung ist:
Gelb, gelbgrün           Schutzleiter, Erde
Blau                         Neutral- oder Nulleiter  
Schwarz oder braun   Phase, auch Aussenleiter genannt.

In unserem Haus, Baujahr 2004 wurden viele Drahtfarben, auch violett, grün, rot und orange, unüberlegt benutzt. Für westliche Denkweise ist
es wenig verständlich, dass der gelbgrüne Draht in einigen Fällen für die Phase Verwendung fand. Als Ausgleich für den Frevel wurde dann
schwarz für den Schutzleiter gebraucht. Die verschiedenen Farben verarbeitete man nicht zwecks vereinfachter logischer Fehlersuche, sondern
sie erfreuen wie eine Opfergabe die Hausgeister.

Trotz glücklicher Geister trieben die Elektriker unter meiner Aufsicht einen Erdungsstab bis tief in das Grundwasser. Die Steckdosen wurden bis
auf eine schlecht erreichbare Ausnahme unter der Decke richtig verdrahtet.
 
Dreipolige Steckdosen sind dann korrekt angeschlossen, wenn beim Draufschauen der Erdanschluss in der Mitte unten und die Phase oben auf der
rechten Seite sind.
Zur schnellen Kontrolle dient ein Phasenprüfer. Diese kleinen, schraubenzieherähnlichen Gegenstände sind sogar bei Grossverteilern für einige
Baht im Angebot. (2) Das einfache Einstecken des Prüfers genügt nicht. Damit ein minimaler Strom von wenigen mikro-Ampere fliessen kann und
die Glimmlampe zum Leuchten bringt, muss ein Finger das Metall hinten am Schraubenzieher berühren.
Achtung: Das Lämpchen leuchtet nur an der Phase, dem Loch rechts! Wenn es anderswo leuchtet, bedeutet das Lebensgefahr, ausgenommen
für Blackmicha, der auf diese Weise in Bangladesh seine kalte Wurst aufwärmt.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an die Vorlesungen von Paul Scherrer, einem grossen Physiker. (3) Zur Unterweisung und Belustigung
der Studenten heizte er mit Krokodilklemmenverbindungen Frankfurter Würste durch direkten Netzanschluss auf. (4)

Bei zweipoligen Steckdosen erübrigt sich ein Test mit dem Phasenprüfer, weil die Anschlüsse beliebig eingesteckt werden können. Ein defekter
Phasenprüfer könnte zu Unfällen führen!

Meine Schwierigkeit war, dass  2004 in Chiang Mai keine dreipoligen Kabel und kaum dreipolige Stecker verkauft wurden. Die raren, technisch
drittklassigen Stecker wurden zu Phantasiepreisen, für den Betrag von vier bis fünf Dosen Bier, angeboten.
Kabel für Geräteanschlüsse importierte ich aus Europa und Singapore. Einige dreipolige Unterputzdosen im Büro, fein säuberlich neben den
Thai Anschlüssen installiert, stammen aus der Schweiz.
Noch heute finden wir bei Grossverteilern viele dreipolige Steckdosenleisten mit zweipoligem Steckanschluss. Die werden von den Dorfbewohnern
über ein zehn Meter langes Verlängerungskabel mit 0.5 Millimetern Querschnitt für Verbraucher von drei Kilowatt verwendet, das ergibt locker
13 Ampere, so dass die Kunststoffisolation an den Litzen zu stinken beginnt.  Wehe, wenn so ein Kabel zur Stromversorgung von Grillgeräten
und Karaokemaschinen während eines Festes auf der Strasse liegt. Doch das ist relativ selten, weil betrunkene mutige Männer die Leitungen
an den Strommasten ohne jegliche Sicherungen direkt anzapfen. Dann ist der Strom erst noch gratis, gesponsert von EGAT. Herzkammerflimmern,
es kann bei elektrischen Strömen über 50 milli-Ampere im Körper auftreten, ist in Thailand wenig bekannt und keine Todesursache.


(1)
http://library.abb.com/GLOBAL/SCOT/SCOT209.nsf/VerityDisplay/C6ED3B4782C5F804C12572A5003A1CA0/$File/2CDC401002D0102.pdf

http://www.elektronik-kompendium.de/sites/grd/0501191.htm

http://www.njumaen.de/t4tt/pdf/kabelquerschnitte.pdf

http://www.sengpielaudio.com/Rechner-querschnitt.htm

(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Phasenpr%C3%BCfer
(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Scherrer
http://www.psi.ch/wer-war-paul-scherrer
(4)
http://de.wikipedia.org/wiki/Krokodilklemme




« Letzte Änderung: 25. März 2010, 07:42:41 von Low »
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #996 am: 26. März 2010, 05:57:57 »

Vielleicht liegt dem spielerischen Umgang der Elektrooberingenieure mit den Leitern
schlicht der gleiche thailändische Hang zur Farbenprachtentfaltung zugrunde, der ja
auch beim Speisendesign nicht unwichtig ist.

Die Bekömmlichkeit ist in beiden Fällen sicherlich erwünscht. Aber welchem Geist
wurde evtl. zu wenig geopfert, wenn es sich mal wieder "ausgeflimmert" hat? Gibt
es etwa einen Stromgeist gar für jeden Stromkreis? Zu kompliziert. Am Schluß ist es
dann sowieso wieder keines dieser Wesen gewesen.. :)

Aber hatte in Wirklichkeit nicht wieder ein Farang mit dubiosen dreipoligen
Steckdosen, Sicherungen, usw. die kunstvolle Harmonie genialer Thai-Verdrahtung
zunichte gemacht??? LOGISCH; der Farang hat schuld! Kein Schnaps für den Geist!
Auf alle Künstler unter Strom; Prost! [-]

mfg kmr
« Letzte Änderung: 26. März 2010, 06:45:01 von khun mai ru »
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Low

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Krampf um Zähler
« Antwort #997 am: 26. März 2010, 10:43:44 »

Danke kmr. Nach deinen Überlegungen zu schliessen, war das Thema doch nicht so knochentrocken. Aber es wird noch bunter.

Krampf um Zähler

Die Elektrizitätsmanager versuchen ihre Empfehlungen schrittweise umzusetzen.
Nun wird mit dem Erdleiter als Neuerung teilweise Ernst gemacht. Über den Sinn darf man getrost eine eigene Meinung haben.
Der Kunde muss angeblich zweitausend Baht hinblättern. Dafür erhält er eine Erdleitung bis zum Hausverteiler. Von dort geht das mit Briden
auf den Zement oder die Holzbretter genagelte halbflache zweiadrige Standardkabel weiter zu Steckdosen, Schaltern und Lampen.

Als der jetzige Beauty Salon noch der Bank gehörte, beobachtete ich Herrn Kleptomanewitsch wiederholt beim Entfernen von Wasserhähnen,
auf den Zement geklopfter Stromleitungen inklusive Nägel und Briden, Lampen samt Armaturen, Schaltern und Steckdosen. Wir ahnten beide
nicht, dass er gratis für mich arbeitete. Er bediente sich dafür später selbst mit sieben Quadratmetern Fliesen.

Als das Haus gekauft war, wollte ich Unterputz-Installationen und eine staubdichte Decke. Für die Handwerker und die Schweissarbeiten wäre
ein funktionierender Stromanschluss kein Luxus gewesen. Deshalb fragte Dick die Elektrizitätsmonopolisten, ob sie freundlicherweise die Güte
hätten, einen Stromzähler zu montieren. Der Begriff Stromzähler wird umgangssprachlich verwendet. Er ist physikalisch falsch. Nicht der elektrische
Strom, sondern die elektrische Leistung wird registriert. Der korrekte Begriff wäre Energiezähler. (1)

Die schickten darauf einen Schikanör vorbei. Ingenieur betitle ich den Fachbeamten nicht. Der Herr wand sich und sprach tief bekümmert mit
professioneller Leichenbittermiene:
„Zur Zeit sind leider keine Zähler da. Aber gegen eine bescheidene Unsumme bin ich euch gerne behilflich. Ich könnte da etwas arrangieren,
leider nicht ganz gratis. Aber Kundendienst ist meine oberste Devise.“
Wegen Devisenknappheit wollte ich keine Unsummen investieren.
Leicht verärgert warnte er:
„Wenn ihr den Zähler zu einem späteren Zeitpunkt wollt, kann das erst nach einer peinlich genauen Abnahme der Elektroinstallationen geschehen.
Ich wiederhole, peinlich genau!“
Mir war das kaum peinlich. Er wusste nicht, dass unsere Wasserpumpe mit Stromanschlüssen keine drei Meter entfernt hinter der Mauer neben
dem zukünftigen Beautysalon stand.

Nach ein paar Wochen erstrahlte das Haus mit neuen Bodenbelägen und frisch bemalt in neuem Glanz. Die geerdete Stromversorgung war
makellos ausgeführt.
Wegen den Spannungseinbrüchen beim Anlaufen des 300 Watt Motors der Wasserpumpe, sah ich vor, den Motor in Zukunft vom Beautysalon
aus zu speisen.
Dick bat erneut um einen Zähler. Der Beamte liess auf sich warten, meckerte als versierter Spezialist über die Unterputzverdrahtung und wie
wir im Falle eines Falles die unsichtbaren Drähte reparieren wollten. Dann vertauschte er im Verteilerkasten mit acht einzeln abgesicherten
Stromkreisen fachkundig Neutral- und Aussenleiter. Betrübt wie bereits zuvor, teilte uns mit, dass der Zeitpunkt für eine Zählerinstallation sehr
ungünstig sei. In Hangdong wäre kein einziges Stück am Lager. Zusätzlich bestehe ein bedeutender Lieferengpass. Gedanklich prüfte ich schon
die Möglichkeit einer Gasbeleuchtung.
Dick telefonierte kurz mit dem Hauptsitz in Bangkok. Die wussten komischerweise, dass in Hangdong fast zwanzig Zähler auf zukünftige Kunden
warteten. Einige Stunden später war der Zähler zähnenischend montiert.
Mein Phasenprüfer bestätigte darauf den heimtückischen Attentatsversuch des fiesen Angestellten. Ich rief unseren Elektriker an, der die
Anschlüsse der Zuleitungen in wenigen Minuten austauschte.

Eine nachbarliche Landbesitzerin, Verwaltungsbeamtin im Bezirk Hangdong, erhielt prompt einen Zähler, als die ersten Pfähle gesetzt und bevor
die ersten Stahlstifte für ihre Nagelbude geliefert wurden. (2) Wie lange halten Nägel im feucht tropischen Klima?

Sie als wichtige Angestellte im überdotierten Staatsapparat ist von der Einhaltung von Mindestabständen und sämtlichen Gesetzen, Bestimmungen
und Verordnungen befreit. Ein Teil des Regenwassers ihres Daches rinnt in unseren Garten. Überreste des Baumaterials bereichern noch heute die
Strasse vor ihrem Haus.

Als die Baracke endlich stand, wurde frisch fröhlich das bereits erwähnte weisse Standardkabel mit 2x1.5 mm Quadratmillimeter Kupfer, PVC Isolation,
Aussenabmessungen 5 x 7.5 mm, mit Metallbriden auf den Brettern befestigt. Die Überstrom-Schutzeinrichtung, falls überhaupt vorhanden, dürfte mit
etwa 30 Ampere im Holzhaus eher grosszügig ausgelegt sein. Die ebenfalls nagelnden frischen Mieter installierten neulich sogar ein energiefressendes
Klimagerät. Einer der ewig blühenden Sträucher im Garten könnte durch die warme Abluft gefährdet werden, denn der Schuppen, wie auch die Mieter,
sind sicher nicht ganz dicht.

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Stromz%C3%A4hler
(2)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg105102#msg105102
 

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Ban

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #998 am: 26. März 2010, 16:47:31 »

Herrliche Schreibe Low!

Hab mich zum wiederholten Male beim Lesen "beömmelt"

Aber letztendlich scheint das Ergebnis der Installation besser
geworden zu sein als hier (bei uns)

BAN
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #999 am: 27. März 2010, 14:02:17 »

Lieber Low,

wieder mal eine wunderbare Schilderung des State of Art in vielen teilen von Los. Mir istdas um so unverständlicher, als ich in Baumärkten meist alles mühelos finde, was ich selbst verbauen würde. Und es ist ja nun auch kein wirkliches Hexenwerk, Stromleitungen sachgerecht zu verlegen und anzuschließen, wenn man sich an die allgemeingültigen Normen hält.
Merkwürdigerweise scheint trotz des ganzen Pfuschs am Bau reletiv wenug zu passieren.

Wolfram
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Low

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Pfusch hoch drei
« Antwort #1000 am: 27. März 2010, 14:30:34 »

Danke Ban für die beispielhafte Illustration zur Unterstützung der Glaubwürdigkeit.

Wolfram, Tote reden nicht mehr. Mein Rat wird oft erst nach einem Unfall eingeholt,
wenn die Leute wissen, dass ich ein Gerät habe, mit dem man Strom nachweisen kann, ohne gekitzelt zu werden


Pfusch hoch drei

Es ist selbstverständlich. Man knipst einen Schalter, das Licht geht an. Ein Druck auf die Fernbedienung und auf dem Bildschirm flimmern Nachrichten
aus der ganzen Welt. Das ist der Stand der Technik, sogar in inmitten der Reisfelder.
Meine Grosseltern hantierten noch mit Kerzen und Petroleum. Marconi arbeitete damals an ersten Versuchen mit drahtloser Telephonie. (1)
Heute hat jeder hirnlose Lümmel ein Handy.

Ich war ein verwöhnter Konsument von Elektrizität. Sie war für mich meist und in unlimitierter Menge verfügbar. Hie und da beschwerte ich mich
über die Qualität. Die unverzerrte 50 Hertz Sinusschwingung der Netzfrequenz wurde im Laufe der Jahre durch Thyristorregelungen zerstört.
Anlaufende Liftmotore verursachten Spannungseinbrüche. Das Ausschalten hoher induktiver Lasten bewirkte das Gegenteil. Mit teuren Netzfiltern
und ausgeklügelten Stabilisatoren meisterte ich diese Probleme. Die Messung kleinster Signale im femto-Ampere Bereich war nur mit sauberen
Stromquellen möglich. Alle elektronisch geregelten Beleuchtungen und Maschinen versauen das Netz, wenn keine ausreichenden Filter vorgesehen
sind.

Im Dorf fand ich elektrizitätsmässig mit häufigen Stromausfällen und Netzschwankungen zwischen 150 und 245 Volt  zurück zur Realität.
Kleinst Thyristor Lampenregelungen ohne Filter, wie sie hier verwendet werden, sind in den meisten Ländern nicht zugelassen. Sie verunmöglichen
teilweise den Radioempfang.
Hie und da tötet der Strom einen mehr oder weniger beliebten Zeitgenossen. Das erspart in Hinterindien eine Reise nach Pattaya mit Balkonsturz
oder andere gebräuchliche Hilsmittel wie Knüppel, Messer, Blei, Seile und Plastiksäcke.

Die Ursache ist nicht der böse elektrische Strom, sondern der fahrlässige Umgang damit und die Nichtbeachtung sämtlicher Warnungen und
Vorschriften. Es fehlen staatliche oder halbstaatliche Kontrollstellen. Beliebiger elektronischer Schrott und sogar Nachttöpfe zur Verrichtung der
Notdurft weisen nutz- und sinn-lose CE Kleber auf.
Besonders für Bettgeschirre (Produktegruppe: Einfache Druckbehälter?) trifft folgende Verfügung der Eurokraten ins Braune: Produkte, die ....
müssen mit der CE-Kennzeichnung versehen sein, bevor sie in den Verkehr gebracht und in Betrieb genommen werden dürfen.
Welch ein Bürokratenfurz das Ganze ist, zeigt unmissverständlich der Satz: Die CE-Kennzeichnung ist kein Gütesiegel (Qualitätszeichen).

Mein erster Drucker eines namhaften Herstellers war eine Schocktherapie. Auf der Verpackung mit CE stand ganz klein gedruckt:
„Dieser Drucker entspricht nicht den Mindestanforderungen für elektrische Geräte und darf nicht aus Thailand ausgeführt werden.“

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Guglielmo_Marconi
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/CE-Kennzeichnung

Fortsetzung folgt
« Letzte Änderung: 27. März 2010, 14:33:46 von Low »
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Ban

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Re: Das Leid mit drei Leitern
« Antwort #1001 am: 27. März 2010, 16:16:16 »

....  Wehe, wenn so ein Kabel zur Stromversorgung von Grillgeräten
und Karaokemaschinen während eines Festes auf der Strasse liegt. Doch das ist relativ selten, weil betrunkene mutige Männer die Leitungen
an den Strommasten ohne jegliche Sicherungen direkt anzapfen. Dann ist der Strom erst noch gratis, gesponsert von EGAT. Herzkammerflimmern,
es kann bei elektrischen Strömen über 50 milli-Ampere im Körper auftreten, ist in Thailand wenig bekannt und keine Todesursache.
...

Low,

selbiges habe ich letztes Jahr bei der Hochzeit meiner ältesten Tochter in Thailand erleben dürfen.
Karaokemaschine, PC, Mischpult, Beleuchtung, fette Boxen etc. waren an einem langen dürren
Käbelchen angeschlossen. Wo dieses angeschlossen war habe ich nicht nachvollzogen.

Dem PC wurde wohlweislich eine kleine USV spendiert, da war also ein Wissender am Werke.
Zu meinem Erschrecken war in der ganzen Verkabelung aber eine unten offene !! (ja wirklich)
Mehrfachsteckdose eingebaut an der diverse Gerätschaften hingen. Die blanken schmalen
Kupfer?streifen waren gut zu erkennen. An mehreren Stellen des Kabelverhaues waren Kabel einfach
miteinander unisoliert verdrillt  :'(

Diese besagte "halbe" Mehrfachsteckdose lag neben dem Mischpult (an dem fast jeder nahe vorbei
laufen musste denn hier ging es zu den Tischen) mal einfach so auf dem Boden im Sand herum  {[

Auch die Beleuchtung unter den aufgestellten Zelten führte bei mir zu kurzem Unwohlsein.
Mutig um die Metallstreben der Zelte gewickelt und verknotet! wurden 2-adrige dünne Litzen.
Dazwischen hingen immer mal wieder die Lampen mit Lüsterklemmen, einfach nur so oder ganz
toll auch noch mit Isolierband umpappt. Da der ganze Zeltaufbau irgendwie zusammenhing schloss
ich nicht aus, das der ganze Bau bei ungünstigen Bewegungen einiger Bauteile unter Strom stehen
würde. Dieses tat er "Buddha sei Dank" nicht.   ]-[

Also, alles ging gut  ???


BAN
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1002 am: 27. März 2010, 23:01:27 »

Man muss an die Wiedergeburt glauben, dann kann man sich solchen Pfusch leisten! {+
So hart es klingen mag: man sollte in Thailand einige Sachen unbedingt selber machen.

Wolfram
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Low

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Pfusch - Fortsetzung
« Antwort #1003 am: 28. März 2010, 11:51:08 »

Pfusch - Fortsetzung

Weil die Spannungskonstanz am Hausanschluss nicht gewährleistet ist und als Schutz vor Datenverlusten bei Stromausfällen benütze ich für die
Computer UPS Geräte (Uninterruptible Power Supplies), unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV). (3)
Ein neueres Modell der Firma Leonics liess sich mechanisch nur schwer mit der Steckdose hinter dem Schreibtisch verbinden. (4)  Deshalb benutzte
ich eine dreiadrige Verlängerung für elektrische Geräte, die wir üblicherweise im Garten verwenden. Die Leonics UPS arbeitete einwandfrei.
Wenn ich das Gerät längere Zeit nicht brauchte, schaltete ich die Einheit mit dem Schalter am Verteiler aus.
Diese Lösung war besser, als dauernd mit der versteckten Steckdose zu hantieren. Die Verlängerung hatte bloss einen Nachteil. Das Kabel war zu
lang. In einem Schrank fand ich einen Steckverteiler mit einem kürzerem Anschlusskabel. Wir tauschten die Verlängerungen aus. Die UPS arbeitete.
Die Ausgangsspannung liess sich auf Null schalten. Danach konnte ich die Leonics vom Stromverteiler her nicht spannungslos schalten. Ich wusste
sofort, das war nicht die UPS, die funktionierte mit dem anderen Kabel.
Das Lämpchen des Phasenprüfers leuchtete an beiden Anschlüssen des Verteilers links und rechts auf. Nur am Schutzleiteranschluss blieb es
richtigerweise dunkel.

Ich öffnete die Abdeckung der Steckerboxe, die nicht nur eine Anzeigelampe, mehrere Anschlussdosen und einen Schalter, sondern zusätzlich
eine Sicherung enthielt. Auf den ersten Blick beeindruckender Luxus.
Ein schwarzer Draht ging vom Anschlusskabel auf den Schalter. Der blaue Draht, der Neutral- oder Nulleiter versorgte die linken Anschlüsse der
Dosen. Das war  alles richtig und trotzdem falsch. Mein Ohmmeter zeigte nämlich, dass beim vergossenen dreiadrigen Stecker die Drahtfarben
vertauscht waren. Der blaue Draht hatte Kontakt mit dem Anschluss der Phase, des Aussenleiters. Durch diesen Fehler waren die Dosen auch
im ausgeschalteten Zustand unter Spannung, weil effektiv der Nulleiter abgeschaltet wurde. Kein Wunder, dass der Phasenprüfer verrückt spielte.
Daher vertauschte ich blau und schwarz. Nun war es möglich, die Spannung, die Phase abzuschalten. Leider zeigte aber der Phasenprüfer, dass
sich nun der heisse Anschluss an den Steckdosen auf der falschen linken Seite befand. Zur Erinnerung: Wenn der Schutzleiter unten in der Mitte
wie der Mund liegt, liegt am linken Auge der Neutralleiter oder der Nuller und rechts der Aussenleiter, die Phase, den Blick auf die Steckdose
gerichtet. Mit zwei weitere Lötstellen beendete ich die Reparatur erfolgreich.
Leonics lässt sich nun ausschalten. Die Sicherheit für weitere Benutzer ist gewährleistet.

Weil nicht jeder Leser über Lötkolben und Messgeräte verfügt, empfehle ich, bei entdeckten Fehlern mit dem Phasenprüfer, die Ware bei der
Verkaufsstelle auszutauschen. Vielleicht müsste der Hersteller gewechselt werden, weil oft ganze Serien falsch kopiert und verdrahtet werden.
Von Reparaturen bei einheimischen Bastlern rate ich eher ab, es sei denn, man sei lebensmüde, habe Selbstmordabsichten und möchte in
späteren Nachrufen die Todesursache verschleiern. (5)

(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Unterbrechungsfreie_Stromversorgung
(4)
http://www.leonics.com/
Es geht auch ohne Strom:
(5)
http://www.fun-insite.de/Autsch-lustige-bilder-Lebensmuede-1-fd8f081341.html


Entspricht Elektrizität in Hinterindien dem Zorn Gottes? Schon Zeus schleuderte Blitze.
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thaiman †

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1004 am: 28. März 2010, 12:31:36 »


Hallo drwkempf
# 1 002 da muss ich Dir rechtgeben, Wir sind 1 000 % arbeit gewohnt
hier, nach mir die Sintflut, oder Bild drauf. Bei Fliesen sollte man Blau
nehmen, dann hat man immer das Meer voraugen
                                                                               Gruss Manfred
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