Kuan Yin, (Guan Im) - die Erste
Tin Kuan Yin, tie guan yin, auch Te Kwan Yin, Tie Guanyin und Ti Kuan Yin bezeichnen eine Varietät der Teepflanze Camellia sinensis aus der
Küstenprovinz Fujian. Die gewonnenen Teeblätter und das damit gebrühte Getränk könnten ebenfalls gemeint sein.
Das war eine Erklärung auf Abwegen. Dennoch empfehle ich, ein Tässchen zu den folgenden, nicht immer leicht verständlichen Erklärungen zu
geniessen. Das Getränk könnte zur Erleuchtung führen, wenn es die Worte nicht vermögen.
Guanyin, Kuan-yin ist im Mahayana-Buddhismus ein Bodhisattva. Sie wird im Volksglauben als Göttin verehrt.
Guānyīn ist die chinesische Variante des Bodhisattva Avalokiteshvara. In Japan ist sie unter dem Namen Kannon, in Vietnam als Quan Am oder
Quan The Am Bo Tat bekannt. Ein älterer Name ist Guanzizai, japanisch Kanjizai.
In Thailand wird sie als Guan Im hochverehrt.
Im Mahayana-Buddhismus werden Bodhisattvas als nach höchster Erkenntnis strebende Wesen angesehen. Sie suchen auf dem Wege der
Tugendvollkommenheit, Sanskrit: paramita, die Buddhaschaft.
Der Kern der Bodhisattva-Philosophie ist der Gedanke, nicht selbstsüchtig für sich allein Erleuchtung zu erlangen und damit in das Nirwana
einzugehen, sondern zuvor anderen Wesen zu helfen, sich aus dem endlosen Kreislauf der Reinkarnationen, Samsara, zu befreien.
Es wird unterschieden zwischen irdischen und überirdischen Bodhisattvas. Die einen sind im Weltleben stehende Menschen, die durch ihre
Güte, maitri, und ihr Mitgefühl, karuna, gefordert - ihre Verdienste zum Wohle aller Wesen, von Menschen und Tieren, einsetzen.
Die anderen sind überirdische, transzendente, Charaktere, die in gleicher Weise beistehen und auf den Pfad der Befreiung führen.
Avalokiteshvara, auch Lokeshvara, Guanyin, Kannon oder Guan Im ist ein(e) transzendente(r) Bodhisattva.
Die chinesische Tang-Dynastie, 618 bis 907, zeichnete sich durch Toleranz aus. Viele Religionen begegneten sich damals intensiv. In der
Volksfrömmigkeit bestand ein grosses Bedürfnis nach einer Gottheit mit femininen Attributen.
Eine beliebte Göttin aus der Zeit des Daoismus war Xīwángmu, die Königinmutter des Westens, die alte Grossmutter aus dem Taishan Gebirge.
Hsi Wang Mu spielte als Unsterbliche, Lehrerin, Symbol der Transzendenz und Vermittlerin zwischen den himmlischen und den irdischen Reichen
eine herausragende Rolle.
Das Lotos-Sutra aus dem Mahayana-Buddhismus wurde mehrfach ins Chinesische übersetzt. Eine bedeutende Übersetzung von Kumarajiva
stammt aus dem Jahr 406. Der Name des Bodhisattvas Avalokiteshvara wurde aus dem Sanskrit in den chinesischen Namen Guānshìyīn übersetzt.
Durch die Vermischung dieser und anderer religiöser Ideen entstand im Laufe der Zeit die „Göttin“ Guanyin.
Im 9. und 10. Jahrhundert wurde Guanyin im Nordwesten Chinas häufiger als weibliches Wesen dargestellt. Ab dem 12. Jahrhundert wurden in
den religiösen Zentren alte Geschichten von Göttinnen und Helden vermehrt mit Guanyin in Verbindung gebracht.
Heute wird sie verehrt als die Göttin der Barmherzigkeit, der Frauen und Kinder, der Gnade und des Mitgefühls.
Zu viele Worte ergeben vielfach wenig Sinn. Ich befragte öfters Menschen in Thailand zur Person von Guan Im. Sie erklärten mir kurz und bündig:
„Guan Im ist ein Buddha.“
Es gibt es unzählige Gemälde und Plastiken mit Darstellungen der Kuan Yin oder Guan Im.
Eine kleine Auswahl zeigt:
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Guan_Yin?uselang=de