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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449357 mal)

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Low

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Sammler, Gammler, Idioten
« Antwort #1485 am: 21. Mai 2011, 11:43:28 »

Mäzene, Sammler und verlorene Kunst                                                                                                             21. Mai 2011
                      oder
       Ist Altersdemenz Gnade?

Das Mäzenatentum bedeutet die Förderung von Personen oder Organisationen ohne Erwartung einer Gegenleistung. Beim
Mäzenatentum herrscht nur in Ausnahmefällen eine ökonomisch bedingte Wertvermehrung vor.

Gunter Sachs betrieb von 1972 bis 1975 eine Kunstgalerie in Hamburg-Pöseldorf. Sie wurde mit einer Andy-Warhol-Ausstellung
eröffnet. Es war ihm peinlich, daß niemand Warhols Arbeiten kaufte. Deshalb erwarb er einen Teil der Exponate und wurde so fast
zum Mäzen.
Ganz anders ist es bei Dr. Christoph Blocher, erfolgreicher Unternehmer und Politiker. Er besitzt etwa 130 Arbeiten von Albert
Anker, 1831 - 1910. Herr Blocher ist in diesem Fall kein Mäzen, sondern ein bedeutender Sammler.

Vor vierzig Jahren war ich für einige Tage in Yogyakarta in Indonesien. Ein faszinierender Künstler war für mich Suhartono.
Seine wunderbare javanische Frau tanzte mit dem Säugling in den Armen, bis das Kind einschlief.
Ich erwarb einige Bilder Suhartonos und half damit der jungen Familie. Er versicherte mir, daß die hochwertigen Farben aus der
Schweiz stammten. War ich nun Sammler oder Mäzen?

Vor etwa einem Jahr war ich gezwungen, mich von meinen Bildern zu trennen.
Die Gauguin Kopien fanden glücklicherweise eine neue Heimat in Bayuwaristan. Leider wußte dieser Sammler Suhartono wenig
zu würdigen. Dessen Originale blieben nach meiner Abreise größtenteils im Haus zurück. Ihr Schicksal war mir damals egal.
Es ist mir heute noch peinlich, mich an gewisse Dinge und deren Los zu erinnern.

Seit gestern denke ich, Suhartonos Bilder gelangten nebst weiteren Wertgegenständen vor Diebstahl, Feuchtigkeit, Staub,
Fliegenkacke, Messer- und Säureangriffen bestens geschützt, in die KVA. Die KVA ist eine Kehricht-Verbrennungs-Anlage.
« Letzte Änderung: 21. Mai 2011, 12:16:50 von Low »
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Kern

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1486 am: 21. Mai 2011, 14:25:09 »

Hallo Rolf


Viele dankbare Grüsse vom Teilzeit-Kunstbanausen aus Bayern und Glückwünsche zur 100. Seite "Geschichten aus Hinterindien"


Achim     [-]
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Low

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Warten in Hinterindien
« Antwort #1487 am: 27. Mai 2011, 11:59:00 »

Warten                                                                                                                                 27. Mai 2011

Es regnete. Das Wasser ergoss sich rauschend in den Steingarten. Es tropfte klopfend von den Dachrinnen. Es vereinigte sich
lustvoll mit trägem Wasser in den Teichen.
Ich sass da und wartete. Nicht darauf, dass der Regen aufhörte. Der nächste Guss kommt bestimmt.
Ich wartete beispielsweise darauf, dass meine vor sechs Tagen gross angekündigte, angeblich gedruckte Lektüre nun endlich
zaghaft die einschlägige Welt Phukets und den grösserem Umkreis darum herum erobert. Unter glücklichen Umständen könnten
theoretisch einige Exemplare Chiang Mai erreichen.

Ich wartete auf Dick. Sie ist immer noch weit südlich von Chiang Mai mit Krankenpflege beschäftigt. Ich hätte genau so gut oder
besser aufgehoben in Batu Pahat oder in Kuala Lumpur verweilen können.

Vergeblich wartete ich auf Freundinnen, die meine Einsamkeit in zärtliche Zweisamkeit umgestalten würden. Eine Lieferung von
köstlichem Kuchen will ich nicht unterschlagen.

Noch vergeblicher wartete ich darauf, dass sich meine vollen Kehrichtsäcke auf den Weg zum Schönheitssalon begeben würden.
Der Regen hörte auf. Ich nahm einen ersten Anlauf mit dem Kehricht. Der wurde durch den Hauslieferdienst von Tops gestoppt.
Der Wagen kam drei Stunden früher als angekündigt.
Der Taxifahrer war erstaunt, als er mich abholte und ich nach dem Einkaufen mit leeren Händen am Fahrzeug erschien. Brot, Butter,
Coppa, Früchte und Traubensäfte von Peter Lehmann waren in der Lieferung enthalten.
Nach dem Verräumen der Lebensmittel nahm ich meinen Abfall und machte mich auf den Weg. Die beiden Knäblein trieben offenbar
Unfug. Ich weiss nicht, wie lange die Beleuchtung am Eingang sinnlos eingeschaltet war, vielleicht für Stunden, möglicherweise tagelang.
Das schwache Lämpchen kämpfte vergeblich gegen die Macht der Abendsonne.
Im Salon brannte ebenfalls Licht. Ein Grossbildschirm zeigte Bilder eines Filmes. Im Wohnraum entdeckte ich Mowgli. Mutmaßlich
faulenzte er vergeblich gegen die Hausaufgaben. Er erweckte zumindest den Anschein, als ob er trotz des lärmigen Filmes arbeite.
Ich machte mich lautstark bemerkbar. Dicks Sohn erschien. Ich fragte:
„Warum brennt tagsüber überall Licht? Elektrischer Strom ist nicht gratis.“
Für diesen Schlaumeier schon. Seine stromfressenden Grossgeräte stehen hier und ich Dummkopf bezahle.
In der Nagelburg benötigt er bloss spärliche Beleuchtung und für die paar Watt versendet EGAT keine Rechnungen.

Glücklicherweise haben die Herren keine Haushälterin mehr. Sie verbrachte ohnehin die meiste Zeit im Salon, schmatzend mampfend,
kaffeetrinkend, dazwischen knapp werkelnd.
Die Frau kündigte:
„Die Arbeit wird mir zu schwer. Ich bin alt und krank.“
Nach ihrem Abgang fanden wir heraus, warum sie uns eiligst verliess. Dick vermisste einige Kleidungsstücke. Die Putze log, Dicks
Tochter hätte die Roben nach ihrem Besuch genommen. Dick telefonierte. Töchterchen liess nichts mitlaufen.

Dick musste bügeln. Sie war erstaunt, als die frisch gewaschene Wäsche nach der Berührung mit dem Bügeleisen voller Sand war.
Sie reinigte das Gerät und rief die seinerzeitige Perle an. Die ehemalige Fachkraft verbrannte vor ihrem Abgang einige Kleider mit
dem heissen Eisen. Danach sandete die Debile das beschichtete teure Faranggerät, um die verbrannten Fasern zu entfernen.
Glück im Unglück: Das ganze Haus hätte Feuer fangen können.

Es soll immer wieder Männer geben, welche ohne Feuer mit abgebrannter Hose dastehen. Worauf warte ich?




« Letzte Änderung: 27. Mai 2011, 12:20:31 von Low »
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Bruno99

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1488 am: 27. Mai 2011, 12:12:08 »

so macht warten definitiv keinen Spass.

Bei dir scheint lieder der Spruch zu stimmen, hast du eine grosse Thaifamilie brauchst du keine Feinde mehr ...

wunesche dir viel Kraft Low
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Wer Politik und Moral auseinander halten will,
versteht von beidem nichts.
Jean-Jacques Rousseau

khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1489 am: 03. Juni 2011, 01:40:38 »

sch... !
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Low

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Bankgeheimnis aus Hinterindien
« Antwort #1490 am: 03. Juni 2011, 14:59:22 »

Ein Bankgeheimnis aus Hinterindien

Ein älterer Gast dieses schönen Landes setzte sich ermüdet durch die feuchte Hitze und all die fremdartigen Eindrücke auf eine Bank
am Stadtgraben von Chiang Mai. Er beobachtete den zähflüssigen Straßenverkehr auf der gegenüberliegenden Seite. Nach einer
Weile nickte der Beobachter ein. Ein kräftiger Windstoß blies seinen Hut vom Haupt. Die Kopfbedeckung blieb, Öffnung nach oben,
vor seinen Füssen liegen.
Eine ältere Dame, welche nach einem Tempelbesuch im Schatten der Bäume flanierte, zeigte ihre Großzügigkeit und schmiß einige
Münzen in den Hut des vermeintlichen Bettlers. Die gute Tat wirkte ansteckend auf weitere Passanten. Nach kurzer Zeit sammelten
sich im Hut des Schlafenden einige hundert Baht und vier Satang an. Wurde der Alte durch seine Tätigkeit zum professionellen Bettler
und hätte er ohne Bewilligung Ärger mit dem Ordnungsdienst provoziert? Es wimmelte von motorisierten Uniformierten mit glänzend
polierten Stiefeln auf der Strasse. Noch hatte keiner sein Auge des Gesetzes auf den Schläfer in Bettelpose geworfen.

Buddha in seiner Gnade sandte Rettung. Ein anscheinend mit Drogen vollgepumpter Junkie torkelte mit unsicheren Schritten
entlang des Weges. Er bemerkte den Hut mit den verlockend blitzenden Münzen. Er bückte sich, raffte die Barschaft in seine
Taschen und legte den leeren Behälter neben den Schlafenden auf die Bank.

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Low

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Ein Hundeleben aus Hinterindien
« Antwort #1491 am: 08. Juni 2011, 00:49:50 »

Ein Hundeleben                                                                                                        7.Juni 2011

Eigentlich sagte ich mir bereits vor vielen Jahren:
„So lange ein hungerndes Kind in der Nähe weilt, gebe ich kein Geld für Tierfutter aus.“
Das mag ein großartiger Geistesblitz gewesen sein. Eingeschlagen hat er nicht.

Dick holte mit viel Aufwand Mowgli aus dem Dschungel in unser Leben. Solange ich bloß als
Geldgeber agierte, kannte ich keine Schwierigkeiten. Für einige Ferientage im Laufe der Jahre
war der ungestüme Knabe eine willkommene Bereicherung unseres Alltags.
Seit er hier lebte, zeigten sich Probleme, die entweder bewußt durch Drittpersonen gefördert
wurden, oder die auf Grund der Herkunft eigentlich gegeben waren.
An Ostern brach ich das Siegel unserer Verbundenheit vergeblich.

Wiederum ist Dick abwesend und mit ihrem kranken Vater im Krankenhaus in Phitsanulok
beschäftigt. Im Städtchen selbst dürften sich dank der hirnlosen und dauerquasselnden Mutter
meinen schlimmsten Befürchtungen entsprechend ebenfalls wieder die geldgierigen Familien-
mitglieder eingefunden haben.
Als seniler und langsam vertrottelnder Farang nahm ich gerne an, daß wenigstens hier
sämtliche Angelegenheiten und Geschäfte einigermaßen geregelt seien.

Am späten Nachmittag besuchte ich mit meiner Kamera den Eingang zur K-Farm. Ich drehte
mich nach wenigen Aufnahmen des Geländes im differenzierenden Abendlicht und wollte zurück.
Mowgli trat in Schuluniform aus der Nagelburg. Er grüßte freundlich. Ich fragte ihn:
„Hast du die Hausaufgaben schon gemacht?“
„Nein.“
Das war kein Wunder, denn er kam etwa vor einer Stunde aus der Schule. Danach kümmerte
er sich um die Hunde.
„Hast du Abendessen?“ fragte ich.
„.... Nein! .... Doch, Mama Suppe und Ei.“

Ich wurde stocksauer. Der Junge im Wachstumsstadium fütterte nach der Schule die heulenden hungrigen
Köter und er selbst ging mehr oder weniger leer aus.
Wütend ergriff ich mein Telefon und informierte die Pseudo-Mutter über die unhaltbaren Zustände in meiner
Nachbarschaft. Vor der Nagelburg stehen zwei Wagen und ein Moped.
Mir selbst fehlen Motorfahrzeuge und frische Lebensmittel. Seit drei Tagen lebe ich von kümmerlichen Resten.
Den Wein kann ich nicht mit Mowgli teilen. Kein Hundeleben.


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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1492 am: 08. Juni 2011, 01:23:35 »

Es wird wohl Zeit, dass mal einer von uns vorbeikommt und Dich zum Essen ausführt!!
Wohnt denn niemand von Deinen zahlreichen Fans in Deiner Nähe in Chiang mai?

Ich bin leider derzeit noch in D krankheitsbedingt festgebunden...

Wolfram
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Alfred

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1493 am: 08. Juni 2011, 02:04:57 »

Low, bitte, Tierliebe in Thailand wie von deinem Mogli gezeigt sollte man unterstuetzen,   {*  gibt es hier in Thailand viel zu wenig, aus verstaendlichen Gruenden.
Ich oeffne schon mal ein, zwei 21 Baht Hundefutterdosen wenn ich vom Einkauf unterwegs nach Hause bin und ein Streuner meinen Weg kreuzt oder meine Pinkelpause ect. zu Annaeherung nutzt.
Wenn meine Soehne dies sehen und mitbekommen umso besser.
Deine mangelnde Lebensmittelbevorratung, wenn dir Auto und Moped fehlen, bzw. der Weg mit Moped zu Supermarkt zu weit ist, dann bitte miete dir eines der in fast jedem Ort vorhandenen Privattaxis fuer halben Tag oder Tag und fahr mal ausgiebig zum Grossmarkt.
Dir Alteingessesenem brauche ich das ja aber eigentlich gar nicht vorschlagen, du willst nur eine Anekdote etwas kantiger beschreiben.   :)
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Kern

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1494 am: 08. Juni 2011, 02:08:21 »

Die wunderbar pointierte Geschichte "Ein Bankgeheimnis aus Hinterindien" verschaffte mir ein weinendes und ein lachendes Auge.
Ein "Hundeleben" dagegen gibt keinen Anlass zum Schmunzeln.


Aufruf an alle pragmatisch veranlagten und mobilen TIPianer in und um Chiang Mai

Es wäre sehr wünschenswert,wenn sich einige von Euch mit Low in Verbindung setzen würden, um seine leibliche Versorgung zu organisieren.
Zwei Versorgungsfahrten pro Woche wären denkbar. Oder ein Lieferservice durch eine Firma, die über Mitarbeiter mit Deutsch- oder Englisch-Kenntnissen verfügt.
Oder irgendjemand kennt dort einen fähigen DACHler, der einen kleinen Nebenverdienst sucht, oder oder...

Wir haben wohl alle schon verstanden, dass es Low nicht an Geisteskräften fehlt   :-)  , aber bei der Mobilität hapert es etwas.
Zwar wird Low nun dieser Aufruf etwas unangenehm sein, aber diese Abhängigkeiten von miesen Versorgungsumständen sind alles andere als befriedigend.
Es muss sich was ändern.


Gruss   Achim

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Low

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Echo vom Hundezwinger
« Antwort #1495 am: 08. Juni 2011, 03:26:36 »

Echo vom Hundezwinger                                                                                                    8. Juni 2011

Die Geschichten sind leider teilweise schwer verständlich. Ich bedaure, wenn ich mit meinen Ausführungen zum
Hundeleben falsche Signale aussandte.
Gestern war ich im Supermarkt. Ich benutzte ein Taxi. Zur Schonung meines Gebisses kaufte ich nur Flüssignahrung.
Früchte und etwas Gemüse rotteten zu Hause sanft dahin.
Eine verführerische junge Lolita quatschte mich an. Ich war vorsichtig.
„Kindergarten oder bereits Schule,“ fragte ich mich.
Die neckische, überflüssige Zahnspange deutete jedoch auf einige Jährchen mehr.

Der Ernährungsnotstand betrifft nur Mowgli. Er hätte meine Vorräte am ersten Abend mit Leichtigkeit weggeputzt.
Er fütterte täglich die Hunde in der Nagelburg. Deren Bewohner benutzen für viele ihrer Verrichtungen den
Schönheitssalon. Daher wäre es von mir aus gesehen normal und angebracht, wenn sie den Schüler und freiwilligen
Hundebetreuer ebenfalls unterhalten und verköstigen würden.

Der relativ gewissenslose Herr der Nagelburg setzte den Kleinen bereits vor drei Jahren als billigen Hilfsarbeiter ein.
Wenn er zwecks Zwitscherns an den Wochenenden nach Chiang Mai zur Freundin verreiste, betreute Mowgli
während Tagen seinen PC Laden, ohne daß er über die geringste Ahnung von Computern verfügte.
Als Bürger des Landes hätte ich diesen Unsinn, Arbeit Minderjähriger, mit einer Meldung an die Aufsichtsbehörde,
jederzeit beenden können. Aber ich bin nur Gast, Klappe zu.
Jetzt hilft Mowgli dem dilettantischen, erfolglosen PC Spezialisten und zur Zeit aufstrebendem Hundezüchter, erneut.
Seit Ostern fühle ich mich für Mowglis Betreuung nicht mehr zuständig.

Herzlichen Dank an die vereinigten Lebensretter.
(Für Mund zu Mund Beatmung wünsche ich mir eine Lady.)
Low

« Letzte Änderung: 08. Juni 2011, 04:22:51 von Low »
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Alfred

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1496 am: 08. Juni 2011, 03:53:34 »

Low, gut, das hoert sich schon besser und beruhigend an.
Wie es scheint bist auch du ein Nachtmensch oder hast du die Junge Dame vom Einkauf doch noch auf laengeren Plausch zu dir nach Hause eingeladen und kommst dewegen nicht zum schlafen.  :-X
Ja, so was Juengeres, da werde ich gleich Fix u Foxi   {:}   trotzdem nun, Gute Nacht.
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Low

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Was sind kümmerliche Reste in Hinterindien
« Antwort #1497 am: 10. Juni 2011, 13:01:38 »

Was sind kümmerliche Reste?                                                                                                  10. Juni 2011

Offenbar schreckte ich nicht nur Moderator Kern mit meinem als dürftig empfundenen Essensbestand auf.
Erstens war FDH Diät angesagt. Irgendwo log ein Experte, pro Kilogramm verlorene Wampe würden drei
Millimeter Eindringtiefe gewonnen. Leute, das macht bei fünfzig Kilogramm fünfzehn Zentimeter. Rein
rechnerisch würde ich mit verbleibenden zwanzig Kilogramm von jedem Windstoß umgeblasen und wo
verblieben gepflegte Haartracht, gestählte Muskulatur und bedeutsame Instrumente zur wissenschaftlichen
Tiefenforschung.

Zweitens war nur die Vorratsmenge kümmerlich, nicht die Qualität. Es gab Grammweise Coppa und Parma-
schinken. Die Anzahl Karotten ist unverändert und auch Früchte gibt es immer noch. Im Schrank stehen
Pakete mit Pasta, Reis, getrocknete Pilze und Dosen mit Gemüse. Es gibt tiefgefrorene Mu-däng-Dumplings
und Garnelen.
Mittlerweile sind jedoch Reisschüssel samt Fahrerin unversehrt zurück.

Ganz anders verhielte es sich mit meinen Reserven, wenn Mowgli mit mir gefuttert hätte. Er vertilgt fünf
Pfund Bananen in zwanzig Minuten. Alle vier Minuten schafft er ein Pfund. Als Genießer kaue ich an einem
Pfund für zwei Tage.
Eine gebratene Ente, an welcher wir zu zweit während zwei oder drei Tagen mit Beilagen und Saucen
häppchenweise schlemmen, verschlingt er ohne jegliches Zubehör in dreißig Minuten und säuft danach
Wasser wie eine durstige Kuh nach der Durchquerung der Taklamakan-Wüste. Wenig später läuft die
Wasserpumpe zu Unterstützung der Klospülung. Wenn die Wasserspülung nicht läuft, dudelt ein Telefon
mit der Nachricht, er leide unter unerklärlichem Bauchgrimmen.

Den eindrücklichen Rekord in Essensvernichtung erlebte ich am Neujahrsfest im Dorf. Zwei Kilogramm gegrillte,
in feine fünf Millimeter Tranchen geschnittene Schweinelende, lösten sich in wenigen Minuten in Myriaden von
Sternen am Firmament auf. Als ich meine eigene Spezialität versuchen wollte, grinste mir in sonst pechschwarzer
Nacht nur noch die leere Platte mit verschmähten Garnituren entgegen. Das waren in der Tat kümmerliche Reste.
« Letzte Änderung: 10. Juni 2011, 13:29:58 von Low »
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Low

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Teilweise Demaskierung uniformierter Hohlköpfe in Hinterindien
« Antwort #1498 am: 12. Juni 2011, 17:12:52 »

Teilweise Demaskierung uniformierter Hohlköpfe

Arbeit ist erfahrungsgemäß eine unangenehme Tätigkeit, welche Schlaf und Beischlaf verkürzen und behindern.
Trotzdem gilt Arbeit in der Philosophie als bewußt schöpferisches Handeln des Menschen. Warum befassen sich
solche offenbar zeugungsunfähigen Theoretiker nicht mit den Annehmlichkeiten des Geschlechtsaktes?

In der Volkswirtschaftslehre ist Arbeit einer der massgebenden Produktionsfaktoren.
Arbeit ist eine Tätigkeit, durch welche der menschliche Lebensunterhalt, die Familie eingeschlossen, ermöglicht
werden sollte.
Physikalisch betrachtet ist Arbeit die Energiemenge, die bei einem Vorgang umgesetzt wird.
Schon mein Großvater kannte den Spruch:
'Wer Arbeit kennt und sich nicht drückt - der ist verrückt,' und ignorierte ihn.

Trotz vieler positiver Eigenschaften von Arbeit, ist es manchmal nicht einfach, eine Tätigkeit auszuüben. Arbeit
ist ungleich verteilt. Manchmal herrscht sogar Mangel. Für Ausländer wird nicht selten eine Bewilligung verlangt,
bevor man einer Beschäftigung nachgehen darf.
Automatisch stellt sich die Frage, was ist denn Arbeit?
Obwohl beim Geschlechtsverkehr große Energiemengen umgesetzt werden, viele Menschen geraten nur bei
dessen Ausübung ins Schwitzen, zählt er nicht zu den bewilligungspflichtigen Aktivitäten. Eine ortsabhängige
Ausnahme ist, wer solche Leibesübungen gegen Honorar als Dienstleistung anbietet, arbeitet professionell
und wird damit steuerpflichtig.
Dieselbe Tätigkeit kann also, je nach Standpunkt des Betrachters, Arbeit sein oder auch nicht und wir fragen uns:
Darf denn Arbeit überhaupt Spaß machen?

Wem Arbeit wenig Freude bereitet, der kann sich zumindest nach Feierabend ein Wunschprogramm nach eigener
Wahl zusammenstellen. Es gibt ja neben dem Pantoffelkino genügend professionelle Unterhalter.

In Chiang Mai herrschte in den Monaten März und April in mindestens zwei Lokalen, Guitarman und Northgate
Hochbetrieb bei feuchtfröhlicher Stimmung mit einem bunt gemischten Publikum. Thais und fremde Gäste erfreuten
sich an vortrefflichen Darbietungen von Musikern aus verschiedenen Ländern. Mund zu Mund Propaganda ließ die
Anzahl der Besucher und Entertainer exponential ansteigen, bis irgend ein niederträchtiger Neider die Behörden
informierte, es würden in gewissen Betrieben Musiker ohne Bewilligungen auftreten.

Die Beamten der Immigration und des Arbeitsamtes griffen ein und verhafteten einige Mitwirkende ohne gültige
Zertifikate.
Die einstmals zum Bersten gefüllten Lokale verwaisten plötzlich. Die Betreiber hatten volle Flaschen, leere Lokale
und keinen Umsatz. Viele ehemalige Gäste verstanden die Welt nicht mehr. Vor allem deshalb nicht, weil die
Behörden von  Chiang Mai die UNESCO kürzlich ersuchten, den offiziellen Titel als “Kreative Stadt“ zu verleihen,
weil kulturelle und kreative Aktivitäten einen wichtigen Bestandteil im Stadtleben bildeten.  ...

Der Leiter des Arbeitsamtes erklärte, er, sein Amt und die Immigrationsoffiziere seien nur den gesetzlichen
Vorschriften nachkommen. Es handle sich weder um reines Imponiergehabe oder gar persönliche Schikaniererei.
Er führte aus, die Grenzen erlaubter Tätigkeiten seien teilweise schwierig zu definieren. Es herrsche Konfusion
und Ungewißheit in zahlreichen Amtsstellen.

Er erwähnte die Touristen-Polizei in Chiang Mai. Sie beschäftige ausländische Freiwillige, welche technisch
gesehen ihre Tätigkeit ohne offizielle Erlaubnis ausübten.
Der tonangebender Beamte, Khun Ruchuchai Potham, meinte dazu trocken:
„Erklären sie diesen Leuten, daß dies ungesetzlich ist!“

Anmerkung: Diese unbezahlten Volontäre finanzieren sogar ihre Uniformen selbst und präsentieren sich zu
gerne als flotte internationale Söldnertruppe in thailändischen Diensten. Es gibt sie in verschiedenen
Touristenzentren. Ich bestreite nicht, daß diese Knechte in einigen Fällen hilfreich einspringen konnten. Im
allgemeinen überwiegt leider, nun wissen wir es, die illegale Selbstdarstellung im Sonderstatus.

Er beendete seine Ausführungen mit den Worten:
„Sofern wir so weiter machen, verhaften wir uns eines Tages gegenseitig.“
Mit etwas Selbstbedauern fügte er hinzu:
„Diese Autoritäten respektieren weder das Amt, noch die Gesetze!“

Herr Ruchuchai sollte eigentlich wissen, daß Armee und Polizei mit selbsterteiltem Sonderstatus, als eigenständige
Staaten im Staat, über den Gesetzen stehen.

Im ganzheitlichen Rahmen allumfassender Verteidigungsmaßnahmen verfügt die Armee über Banken, TV- und
Radiostationen, Kliniken und Golfplätze. Verborgen, neugierigen Blicken entzogen, dümpelt irgendwo ein
Flugzeugträger ohne Flugzeuge dahin. Möglicherweise werden in kürze sechs ausgemusterte U-Boote deutscher
Herkunft den Träger beschützen. Spätestens dann benötigt der Herr Großadmiral zum Schutz seiner U-Boote
neue Flugzeuge.
Um die Besatzung des großen Schiffes bei Laune zu halten, gibt es an Bord hie und da Abendunterhaltung. Wenn
dann ein tolldreister Teufel mit seinem Schweif wedelt, spielen dort wieder einige Musiker ohne gültige Arbeitserlaubnis.

http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=9723.msg1004882#msg1004882
http://www.chiangmainews.com/ecmn/viewfa.php?id=3218
« Letzte Änderung: 12. Juni 2011, 17:49:17 von Low »
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Low

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Frust aus Steckdosen in Hinterindien
« Antwort #1499 am: 17. Juni 2011, 12:44:07 »

Warnung: Dieser Artikel behandelt Technik: Elektronen, Bügeleisen, Dampfkochtöpfe und Kernkraftwerke. Für Menschen,
welche lieber Anteil an menschlichen Schicksalen nehmen, empfehle ich herzergreifendere Geschichten, wobei das
Ingenieurwesen wie dargelegt wird, engstens mit heutigen Heimsuchungen verflochten ist.


Frust aus Steckdosen

Spannungsschwankungen sind alltäglich. Dabei handelt es sich nicht etwa um sogenannt billigen Atomstrom.
Elektrischer Strom besteht aus Elektronen. Elektronen umkreisen üblicherweise  Atomkerne. Es gibt noch keine
großtechnischen Verfahren, um Elektronen direkt aus den Atomen zu elektrischem Strom zu extrahieren. Darum
gibt es im eigentlichen Sinne keine Atomkraftwerke. Mit Hilfe der Kernenergie wird in thermischen Kraftwerken,
anstelle von Erdöl, Kohle oder Gas, Wasser erhitzt. Der Dampf treibt riesige Turbinen und  Generatoren an, welche
ihrerseits begehrten elektrischen Strom erzeugen.

Ähnlich wie gewisse Hausfrauen Probleme im Umgang mit dampferzeugenden Produkten, wie Bügeleisen oder
Kochtöpfen haben, können leider Störfälle in größerem Umfang auftreten.
Kühlmittelpumpen im Druckwasserreaktor wälzen das Kühlmittel zwischen Reaktor und Dampferzeuger um. Der
Durchsatz dieser Zentrifugalpumpen beträgt bis zu 10'000 l/s, bei Drücken bis zu 175 bar und Temperaturen
bis 350 °C. Unglaubliche Werte, wenn wir an Bier, gebratenen Speck und Spiegeleier denken. Die Katastrophen
in Japan werden verständlich!

Geringer sind Leistungen von Dampfkochtöpfen. Während Großmutter mit diesen Geräten während Jahren
pannenfrei hantierte, produzierte meine Mutter mehrmals einen GAU. Es gelang ihr nicht, das pfeifende
Sicherheitsventil unverschmutzt funktionstüchtig zu halten. Der unbeaufsichtigte Topf entwickelte Druck. Ein
Gummipfropfen knallte als letzte Sicherung aus dem Deckel des Topfes. Der GAU:
Gegartes Apfelmus Unter der Decke. So etwas hätte jederzeit ebenfalls ins Auge gehen können.

Wie viele Brände, ausgelöst durch einsame Bügeleisen, sah ich selbst oder las in Zeitungen davon? Unsere Perlen
übten Brandstiftung und versengten regelmäßig gleichermaßen Kleider und Bügelbretter.

Zurück zur Steckdose. Die Wechselspannung pulsiert nicht nur mit annährend fünfzig Schwingungen pro Sekunde,
sondern unterliegt täglichen langsamen Schwankungen. Das war mich interessant genug, ein analoges Voltmeter
zu basteln und anzuschließen. Sobald ich kritische Schwankungen beobachte, schalte ich teure Elektronik aus und
zünde abends vorsichtigerweise Kerzen an. Manchmal bin ich schneller, als die automatische Notleuchte.
Was mir Sorgen macht, sind überlagerte kurze Impulse von einigen hundert Volt im Mikro- und Nanosekunden-
Bereich. Sie lassen sich nur mit Oszilloskopen beobachten und zerstören Bauteile der Mikroelektronik. Auf meinem
Gerät sehe ich die kurzen Spannungsspitzen nicht, aber weiß aus Erfahrung, daß es sie gibt.

Vor kurzem schlugen solche randalierenden Elektronen zweimal ungebremst zu. Ich benutzte im PC Festkörper-
speicher, sogenannte SSD. Da rotierte keine Festplatte mehr. Bits und Bytes werden stoßsicher und geräuschlos
auf kleinstem Platz gespeichert. Der Zugriff war unglaublich schnell. Ein Klick, Betriebssystem, Office, Corel, Adobe,
was auch immer - war da.

Ich tippte an einer Geschichte und verspürte Durst. Auf dem Weg zur Küche sah ich das Voltmeter: fast unglaubliche
zweihundertfünfzig Volt. Ich prüfte die unterbrechungsfreie Stromversorgung, UPS oder USV. (1)
Je nach Aufbau sollte eine USV die angeschlossenen Systeme vor folgenden Störungen schützen: Stromausfall,
Unterspannung, Überspannung, Frequenzänderungen und Oberschwingungen.
Am Eingang lagen wirklich fast unstabile zweihundertfünfzig Volt. Der Ausgang war auf zweihunderfünf Volt geregelt.
Ich zweifelte an den Entwicklungsingenieuren, am Mikroprozessor des Gerätes und gleichzeitig an beiden.
Dann trank ich einen Schluck und schrieb weiter am nun fast spannungslosen Aufsatz, wechselte Programme,
schaute Bilder und begoogelte mich. Die Eingangsspannung normalisierte sich. Alles arbeitete scheinbar wieder
vernünftig.

Beim nächsten PC Start erkannte das BIOS die SSD nicht mehr, obwohl die PC-Platine mit sogenannter Anti-Surge
Hardware ausgerüstet ist, welche vor schnellen Impulsen schützen sollte.
Ein Griff in das Gehäuse, die Kabel von der SSD in die veraltete Festplatte gesteckt und der PC meldete sich,
langsam wie gehabt - aber sicher.

Einige Tage darauf: Regenzeit, Stürme, Gewitter.  Das abendliche Spektakel mit Wasserspielen von Dach und
Palmen, grandiosem Feuerwerk am Himmel, begleitet von Dolby Donnergrollen, ließ mich die Elektronik ausschalten.
Eine Kerze brannte vorsorglich.
Ein heller, blendender Schein und praktisch gleichzeitig ein ohrenbetäubender Knall, der meinen Tinnitus zum
Läuten brachte. Wir rochen die ionisierte Luft förmlich.
Dieser Blitz schlug in unmittelbarer Nähe ein. Bei so kurzen Impulsen mit hunderttausenden von Volt wird jedes
Kabel zu Antenne. Blitze sind in der Lage, selbst in mehreren Kilometern Entfernung durch Induktion erhebliche
elektrische Spannungen zu induzieren. Ich rechnete mit Folgeschäden.

Nachdem sich Mutter Natur beruhigte, schaltete ich die unterbrechungsfreie Stromversorgung, dann den PC ein.
Am Flackern der roten LED erkannte ich, daß Zugriffe auf die Festplatte erfolgten. Mein schöner neuer, energiesparender
Bildschirm blieb schwarz, obwohl die LED der Netzanzeige leuchtete.
„Das darf nicht wahr sein,“ sagte ich zu mir und verdrängte im Geiste die rohe Gewalt des Blitzes. Erneute Versuche.
Der Schirm blieb schwarz.
Darauf spielte ich mit der äußerst unpraktischen Bedienung des Bildschirms. Ein mir unbekanntes Menu erschien.
Die Hälfte der Funktionstasten war blockiert. Mühsam klickte ich auf dem halbtoten Gerät herum und ich fand einen
Fehler. Der schädliche Puls setzte die interne Logik vom PC auf den Video-Eingang. Der Bildschirm war gerettet!
Die Schaltkreise hätten genau so gut schmoren können.

Zu weiteren Funktionstests benötigte ich einen raren Impulsgenerator, um USP und Netzteil des PC zu prüfen.
Dick lieferte mir das Prüfsignal ungewollt, als sie mit dem deutschen Staubsauger “Made in China“ hantierte. Der Motor,
verbunden mit einer hemdsärmeligen Regelung ohne jegliche Filter, erzeugte den Glitch, das gewünschte Signal.
Mein PC stürzte ab, startete automatisch neu und hing fest mit der Meldung:
„Anti Surge von XXX schützte den PC!“
Das Problem für viele Benutzer ist, die Funktion muss im BIOS aktiviert werden, sonst arbeitet sie nicht.
Meine Folgerungen daraus waren: Demnächst werde ich den Netzteil im PC und später die zweifelhaft funktionierende
USP ersetzen. Sie hilft einwandfrei gegen Unterbrüche. Wie meine Erfahrung zeigte, schützt sie schlecht vor Über-
spannungen und blockiert schnelle Impulse nicht.

Blitze lassen nicht nur Elektronik flink altern. Sie fordern sogar Menschenleben. Dafür genügen in Hinterindien bereits
Steckdosen. Sie sind weitaus gefährlicher als Gewitter!


(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Unterbrechungsfreie_Stromversorgung

http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=478.msg1006783;topicseen#top
« Letzte Änderung: 17. Juni 2011, 12:57:01 von Low »
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Sie wollte in die Galeries Lafayette.
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