ThailandTIP Forum

Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Hier kommen sie zu den aktuellen Nachrichten auf ThailandTIP.info
Seiten: 1 ... 106 [107] 108 ... 121   Nach unten

Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449424 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Low

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.362
Fromme Wünsche oder gar keine Schnapskultur
« Antwort #1590 am: 02. September 2011, 17:30:35 »

Fromme Wünsche oder gar keine Schnapskultur                                                  25. Juni 2011

Nachbar Kleptomanewitsch bereicherte während Jahren den Dorfklatsch und meine Geschichten. Sein Verhalten
war für mich einigermaßen berechenbar. Ich litt selten direkt unter seinen Aktivitäten, büßte anfänglich einige
Rosenstöcke und sieben Quadratmeter erstklassige Fliesen ein, eine Art Honorar für veröffentlichte Streiche.
Dick und die Dorfgemeinschaft konnten ihn endlich gemeinsam in seine Schranken verweisen.
Ganz anders ist das Verhalten von Familienmitgliedern. Das ahnte ich ebenfalls voraus. Sie haben freilich
Diplomatenstatus. Als geduldeter Zugereister, bleiben mir höchstens fromme Wünsche oder ein Schluck Schnaps,
um deren Dreistigkeiten zu ertragen.

Die Nagelburg verkam zum reinen Hundezwinger. Söhnchen ist flexibel und schläft nicht dort, sondern im Haus
seines Arbeitgebers, bei seiner Freundin in Chiang Mai, bei ihrer Abwesenheit eventuell im Schönheitssalon.
Die Hunde sind tagsüber meist ruhig. In der Nacht heulen sie wiederholt ein Ständchen für ein Viertelstündchen.
Ich wollte dem unwillkommenen Gast im Salon keinen Service in Form einer Zugehfrau bieten und verzichtete
auf eine neue Arbeitskraft.
Er drehte den Spieß um und stellte für 3000 Baht im Monat eine Putzfee ein, welche, “Frühmorgens wenn die
Hähne kräh’n“, den Hundekot verlagerte. (1)
„Mama, danach kann sie das Haus und den Salon reinigen und dir im Garten helfen,“ sagte er gönnerhaft.
Sie fiel auf diesen Trick herein.
Thais, die im Garten gedankenlos Bäume und Sträucher amputieren, Nutzpflanzen und Unkraut nicht unterscheiden
können, will ich nicht. Mehrmals rissen Angestellte leichtfertig meine Passionsblumen, blau oder rot, aus. Ich lehne
jede Gartenarbeit einheimischer Vandalen ab, ausgenommen unter strenger Aufsicht. Im Salon habe ich, wie ich
bereits früher bemerkte, nichts mehr zu bestimmen.

Die Zusammenarbeit des Hundezüchters mit seiner Kotspezialistin trübte sich schnell. Nach nur zehn Tagen war
das WC der Nagelburg außer Betrieb. Sie schmiß gedankenlos nicht nur sämtliche Fäkalien, sondern Plastikabfälle
und Sand ins Klo. Der vom Installateur weniger den Empfehlungen des Herstellers entsprechend montierte
Sanditärartikel, war hoffnungslos verstopft und mußte ersetzt werden.
Der Hündeler hatte die Unverfrorenheit, seine Mutter zur Überwachung dieser Arbeiten aufzubieten. Sie hatte
ja nichts besseres zu tun. Wir warteten förmlich auf seine Hundezucht, um unserem tristen Dasein endlich einen
tieferen Sinn zu verleihen.
Zwei vernachlässigte Hündchen erkrankten. Trotzdem verlangte die Zugehfrau nun 5000 Baht pro Monat. Aber sie
arbeitete unbeaufsichtigt schmuddelig. Bei ungünstigem Wind wehten Duftwolken über die Veranda. Eine beißende
Mixtur aus Kot und Urin – für Liebhaber. Doch Söhnchen sprach zu Mutti:
„Ende Monat ist Schluß mit der unzulänglichen Hilfskraft.“  
Einen Tag danach änderte er, durch weibliche Tränendüsen chloroformiert, seine Meinung. Wie die Frau mit einem
Kleinkind ungeklärter Herkunft von 100 Baht im Tag leben sollte, weiß ich nicht. Er selbst verschleudert, ohne es
zu bemerken, leicht das Zehnfache.

Der einst sparsam, aber durch mich zweckdienlich und teuer eingerichtete Salon, verkam zur elektronischen
Rumpelkammer. Ein farblich harmonierender Spezialsessel wurde heimlich verkauft. Anstelle dessen dienen zwei
unhygienische, verblichene und verschlissene Polstersessel als Bestuhlung fürs Heimkino.
Der Stromverbrauch des Hauses lag früher analog zur Wohnfläche bei der Hälfte des  Wohnhauses. Dieses versorgt
zusätzlich zwei Teichpumpen und eine ausgedehnte Gartenbeleuchtung. Der freizügige Besucher, zeitweise mit
Anhang - Freundin und Tochter, von welcher er über zehn Jahre vielleicht ahnte – jedoch nichts konkretes wußte,
konnte den Verbrauch des kleinen Nachbarhauses problemlos mehr als verdoppeln. Er ist als gedankenloser Nutzer
wertvoller Energie erfolgreicher als der kleinkarierte Farang! Warum Strom sparen? Die Steckdosen sind doch voll
davon. Stecker in den Löchern verhindern zudem, dass die Elektronen überschwappen und alsdann ein Häufchen
Spannungsabfall am Boden liegt.

Anfänglich sorgte der Grosse für die Verköstigung des kleinen Bruders Mowgli. Er entzog sich geschickt von dieser
Verpflichtung und ißt oft mit Kollegen, meistens mit seiner Freundin. Er eröffnete seiner Mutter, er müsse abends
oft lange arbeiten.
Es gab Nächte, wo sich seine hungrigen Hunde fortwährend lautstark bemerkbar machten, weil der geistig
überfordert Hirnamputierte keine entsprechenden Futtervorräte lagern konnte. Er bemerkte kaum, wenn eine
Hündin ruhelos wurde und Nestbauverhalten zeigte.

Jeden Abend entsandte ich Mae mit Verpflegung für den Knaben in den Salon. Auch ohne Apéro und Wein vergaß
sie ihn. Sie war ahnungslos, was ein Kind im Wachstumsalter verzehrt. Sie hatte die Idee, ein Ei und eine handvoll
Reis genügten.

Mowglis Füße wuchsen und wurden größer als seine Schuhe. Sie bemerkte es, reagierte nicht gleich und
versäumte es. Vaters Krankheit hatte Priorität.
Ich kaufte Schuhe, ich kaufe Milch. Die wird zum Frühstück auch vom großen Bruder gelappt. Wäre Mowgli ohne
meine Fürsorge verloren? Sicher nicht. Aber, kann ich mich an einer Mahlzeit erlaben, während in unmittelbarer
Nähe ein Kind hungert und dadurch der hierzulande galoppierende Schwachsinn gefördert wird?
Einige Schüler können ihre in Imbißbuden amerikanischen Ursprungs gemästeten Wänste kaum noch schleppen.
Andere Jugendliche leiden gleichzeitig unter Mangel an zweckmäßigen und frischen Nahrungsmitteln. Die
angebotene Verpflegung in der Schule erachte ich als minderwertig. Sie dient unter reichlicher Gasbildung zur
beschleunigten Darmentleerung. In Zukunft sollen bekanntlich einmal Windkraftwerke die Energieversorgung
sichern. Das Land und seine Bewohner bereiten sich gezielt darauf vor.

Ich lehne enge Kontakte mit Mowgli immer noch ab. Er entschuldigte sich nicht. Er sah sein Unrecht nie ein.
Anstatt seine selbstverschuldete Isolation zu überdenken und danach zu handeln, beweinte er sich aus Selbstmitleid.
Ist es Dummheit oder Berechnung?
Mir ist das alles äußerst unangenehm. Er darbt nicht mehr wegen seiner Untaten. Ich versorge ihn wieder.
Mowgli zeigt dies klar, sein Verhalten war nicht falsch. Schlußendlich gab ich nach. Wessen Gesicht ging verloren?
Wofür soll er sich noch entschuldigen?
Die Ereignisse in seinem Umfeld zeigen ihm deutlich: Ein Farang in Thailand hat, außer zu bezahlen, ohnehin
wenig zu sagen.

Das war meine Sicht dieser Angelegenheit.
Die andere Seite kommentiert:
„Sauber, dieser Thaiknabe. Der läßt sich seine, von Vätern und Vorvätern ererbte, altehrwürdige, tiefgründige
und traditionelle Kultur noch lange nicht von einer drittklassigen, zugelaufenen Langnase zerstören und
beschmutzen.“

(1)



« Letzte Änderung: 02. September 2011, 17:48:43 von Low »
Gespeichert
Sie wollte in die Galeries Lafayette.

Kern

  • Globaler Moderator
  • Thailand Guru
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 17.726
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1591 am: 02. September 2011, 20:21:48 »

Deprimierendes   :'(  sehr humorvoll formuliert  {*     {*     {*
Gespeichert

khun mai ru

  • ist voll dabei
  • ****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 368
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1592 am: 03. September 2011, 04:29:13 »

Ich denke, das ist eher Sarkasmus als Humor
und in den Augen gewisser Thais mag es auch ein Gesichtsverlust für Low sein.
Aber was bedeutet es schon? Deren Urteil ist nichtig im Vergleich  zum zutiefst
menschlichen Verhalten von Low, das er sich trotz aller Gemeinheiten bewahrt.

Dieses Gesicht nimmt Ihm niemand.

Mit Respekt,
kmr
Gespeichert

drwkempf

  • ist TIP-süchtig
  • ******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.919
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1593 am: 03. September 2011, 16:30:31 »

"Er darbt nicht mehr wegen seiner Untaten. Ich versorge ihn wieder.
Mowgli zeigt dies klar, sein Verhalten war nicht falsch. Schlußendlich gab ich nach. Wessen Gesicht ging verloren?
Wofür soll er sich noch entschuldigen?"

Lieber Low,

schade, ich hätte Dir mehr Konsequenz bewünscht, ncht wegen eines drohenden Gesichtsverlustes      - da stehst Du himmelhoch drüber - sondern wegen des jetzt erst recht ausbleibenden erzieherischen Effektes. Jetzt muss der dumme Tropf ja auch noch glauben, dass seine dummsture thailändische Dickköpfigkeit und beharrliche Faulheit alles zum Allerbesten gewendet hat. Wirklich jammerschade!
Wenn Du da wenigstens irgendeinen persönlichen Nutzen hättest?

Ich hätte ihn samt seinem Bruder achtkantig von Haus und Hof entfernt.
Ich fürchte, dass Du dieser noch ausstehenden Konfrontation ohnehin auf Dauer nicht aus dem Weg gehen kannst.
Ich halte Dir jedenfalls alle Daumen und wünsche Dir ein unverwüstliches heiteres Gemüt. Du wirst es unter diesen Umständen nämlich brauchn.

Wolfram
Gespeichert
Tu ne quaesieris scire nefas quem mihi quem tibi finem di dederint

Low

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.362
Konsequenz und Sichtweise aus Hinterindien
« Antwort #1594 am: 04. September 2011, 13:29:02 »

Konsequenz und Sichtweise

Meine Unterstützung für Mowgli war keine Frage der Konsequenz. Wenn “Mutter“ überstürzt verreiste, ohne
vorher Essensvorräte anzulegen oder angemessene Betreuung zu organisieren, war ich ganz einfach gefordert.
Eigentlich würde sie Psycho-Therapie benötigen. Sie ist in Behandlung wegen ihrer depressiven Erkrankung.
Ihre Vergeßlichkeit nach dem Tode ihres Vaters ist beängstigend. Sie benötigt dringend Unterstützung.
Ohne aufdringlich zu werden, biete ich diese Hilfe gerne an. Gleichzeitig informiere ich sie über die Gefährlichkeit
ihrer Erkrankung und bremse ihre Hyperaktivität. Ob ihr in Chiang Mai jemand professionell (ohne Chemiekeule)
helfen kann, bezweifle ich.

Oft bewundern und verehren Menschen geistige Wracks. Sie sind ahnungslos, was in Köpfen vorgeht. Ein
neueres populäres Beispiel war Frau Winehouse †.

Vor langer Zeit erwähnte ich in meinen Geschichten: Etwa die Hälfte der Menschen im Dorf sind debil. In CH heißt
das in Amtsdeutsch: geistig behindert. Ich bin fast Fachmann. Nach einer schweren Hirnhautentzündung gehört
meine Schwester zu diesem Personenkreis. Sie lebt in einer geschützten Heimstätte. Ihr Gedächtnis ist, verglichen
mit Mowgli, immer noch phänomenal. Hier im Dorf würde sie kaum auffallen. Es ist ein harmloses, anspruchsloses,
glückliches, doch gebeuteltes Völkchen.
Fast der Rest ist vom Alkohol abhängig, drogengeschädigt oder beides. Verglichen mit meiner langjährigen
Umgebung, schätze ich die Normalbürger auf etwa zehn Prozent.
Ehrlich gesagt kenne ich in der näheren Umgebung keinen. Trotzdem habe ich Freunde. Es ist gut möglich,
daß nur ich aus der Norm falle und als Geschädigter diese krankhafte Sichtweise vertrete.


http://de.wikipedia.org/wiki/Depression
http://de.wikipedia.org/wiki/Amy_Winehouse

« Letzte Änderung: 04. September 2011, 14:22:24 von Low »
Gespeichert
Sie wollte in die Galeries Lafayette.

Bruno99

  • Globaler Moderator
  • Thailand Guru
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 17.902
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1595 am: 04. September 2011, 14:37:09 »

gut geschrieben Lw  {*

aber eigentlich ist es ja viel wichtiger wie du mit dir und deiner Umgebung umgehst, dieser hier  {[  fuehrt langfristig nur zu Kopfschmerzen und isolation, und das wollen wir doch alle nicht 
Gespeichert
Wer Politik und Moral auseinander halten will,
versteht von beidem nichts.
Jean-Jacques Rousseau

Blackmicha

  • Thailand Guru
  • *******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 5.046
    • Mein Kanal bei YT- Reisevideos
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1596 am: 04. September 2011, 15:03:14 »

Zitat
Stecker in den Löchern verhindern zudem, dass die Elektronen überschwappen und alsdann ein Häufchen
Spannungsabfall am Boden liegt.

einfach genial , sagt da der Elektriker ! danke Low  }}
Gespeichert
Essen und Beischlaf sind die großen Begierden des Mannes

Konfuzius - oder so

Low

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.362
Spannungslose technische Fata Morgana
« Antwort #1597 am: 06. September 2011, 16:36:50 »

Spannungslose technische Fata Morgana

Eine etwas langweilige Geschichte. Sie könnte dennoch wichtig sein.

Oft gehen meine derben Späße weit. Aus Übermut schrieb ich in “Fromme Wünsche oder gar keine Schnapskultur“:
Stecker in den Löchern verhindern zudem, dass die Elektronen überschwappen und alsdann ein Häufchen
Spannungsabfall am Boden liegt.

Der beste Staubsauger kann diesen Abfall nicht entfernen. Dennoch existiert der Spannungsabfall. Das zeigen
die folgenden Erklärungen unter freundlicher Mithilfe des Experten Georg Simon Ohm. (1)

Am Anfang einer Stromleitung, angenommen beim Zähler, liegt eine Spannung U von 230 Volt.
Thais sparen - meist am falschen Ort. Sie benutzen eine relativ dünne Aluminiumleitung anstelle von teurem,
dickem Kupferkabel.
Ein neugieriger, staatlich diplomierter, frisch verheirateter Elektriker mit blond gefärbter Mia Noi, die Gattin ist
genau seit 49 Tagen schwanger, mißt mit einem neu geeichten Meßgerät, das gibt es kaum in Hinterindien,
einen Leitungswiderstand R von 1 Ohm.
Wenn der Verbraucher am Ende der Leitung einen Strom I von 15 Ampere zieht, entsteht ein Spannungsabfall U,
berechnet aus Strom I mal Widerstand R (U=I x R). Rechne.

15 Volt ist falsch. Warum? Der Strom I fließt ins Haus und zurück. Die Leitung hat zwei Drähte. Deshalb beträgt
der Spannungsabfall auf der gesamten Leitung 30 Volt.
Dem frustrierten, nichtsahnenden Nutzer stehen nur noch 200 Volt zur Verfügung. Die verlorene Leistung Pv
wird in Wärme umgesetzt. Die sogenannte Verlustleistung, Pv = I x U, 15 Ampere mal 30 Volt = 450 Watt, zahlt
er trotzdem. Mit 450 Watt liessen sich 15 Leuchtstofflampen zu 30 Watt, etwa 75 Rasierapparate oder ein
leistungsstarker PC samt Zubehör betreiben.
Der Nutzleistung von I x U = P = 15 x 200 = 3000 Watt steht eine Verlustleistung Pv von 450 Watt gegenüber.
Das sind satte 15 Prozent Trinkgeld. Das ist kein Witz, sondern ein teurer Spaß. Mit dieser Leistung
könnte der potente Elektriker seine Vorzeige-Blondine im Schnellgang ebenfalls schwängern.
Der italienische Arzt Bruno Fabbri schrieb, ein Koitus von 12 bis 15 Minuten verbrauche verbrennungstechnisch
genau so viel Energie, wie 30 Minuten Laufen. Bis zu 400 Kilokalorien schmelzen dahin. (2) Sind Jogger Sexmuffel?

Dick ist nicht in guter Hoffnung. Keine kurvigen, Wasserstoff(su)peroxyd gebleichten Tussies küssen, verhätscheln
und verführen mich. Trotz Kupferleitungen haben wir Spannungsabfall. Unter einer Last P von 1800 Watt
verschwinden ungefähr 3 Volt.
Wie groß ist mein Anteil? Wieviel trägt die öffentliche Zuleitung bei? Wenn nämlich bei Nachbarn eine Pumpe
anläuft, flackert bei mir das Licht. Dies wird mit einem Dimmer, Made in Euroland, an einer Glühlampe besser sichtbar. (3)
Der berechnete Leitungswiderstand R dürfte 0.4 Ohm betragen. Die Verlustleistung Pv beträgt 23 Watt. Das sind
verschmerzbare 1.3 Prozent, schätzungsweise vier bis fünf Dosen Chang pro Jahr. Wenn EGAT auf ihren ungenügenden
Zuleitungsquerschnitten in unserem Dorf nicht bierkistenweise Energie verbraten würde, könnte sicher der Strompreis
gesenkt werden.

Wo liegt der Rechenfehler?
Unser beliebter Hundezüchter betrieb vorher einen PC Laden mit Internetzugang in einer 400 km entfernten
Liegenschaft seiner Mutter. Die Stromversorgung war ungenügend, weil noch ein Verschönerungsinstitut mit
Haartrocknern, Heißwasserapparaten und elektronisch-elektrischen Nasenhaarmähern das ohnehin bescheiden
ausgelegte Netz belasteten. Der überhitzte Energiezähler gab Rauchsignale ab. EGAT Techniker als fachkundige
Berater empfahlen, den Strom aus einer 200 Meter entfernten Leitung hinter dem Haus zu beziehen.
Wir rechneten und berücksichtigten: Zwanzig PC mit Druckern, Scannern, Routern, Mäusen und Ratten, zusätzlich
all den Schlappschwänze davor, Klimaanlagen, Coiffeursalon, Dauerwelle, Mikrowelle, Kühlschrank, Beleuchtung
in sämtlichen Räumen, eine klitzekleine Karaokemaschine mit angeblichen 20 000 Watt Leistung auf den Laut-
sprechern, Wasserpumpen, Ladestation fürs Handy, elektrische Zahnbürste plus eine bescheidene Reserve.
Ohne nennenswerten Spannungsabfall ergab sich bei 200 Metern Länge ein sehr teures Kupferkabel.

Mein Rechenfehler war, unter tausend Vorbehalten lieh ich ihm das Geld. Als die Leitung funktionierte, hing er
sein Geschäft an einen rostigen Nagel im Dachfirst und buchte mich stillschweigend als Totalverlust ab. Geld
hat er selten. Als Ersatz könnte ich Welpen beziehen, zu 10 000 Baht per Stück.  
Ich würde zustimmen, wenn er die Tiere genmanipuliert und sie anstatt klumpigen Kot kostbare Kupferkabel
produzieren.

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Simon_Ohm
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-ohm.htm
(2)
Bruno Fabbri: Il sesso come sport € 15,50 Distributore: Fabio Velicogna, Abano Terme
http://www.sexandsport.it/index.php 
(3)
Dimmer aus Europa, technisch gesprochen, Phasenanschnittsteuerungen, haben Filter gegen die entstehende,
oberwellenreiche Störstrahlung. Thailändische Dimmer sind viel kleiner. Filter sind teuer, groß und aus diesen
beiden Gründen unnötig.

Dimmer sollten nur für herkömmliche Glühlampen verwendet werden, keinesfalls für Energie-
sparlampen und Bildschirme.

Ich schreibe aus dem Erfahrungsschatz gebeutelter Mitmenschen! Danach griffen sie zum Geldbeutel.

Wie entsorgt ihr eure Spannungsabfälle?

Allgemeine Fragen zum Spannungsabfall:
A:
Wie viel Spannungsabfall braucht man, bis er sich auszahlt?
Low: Das entscheidet das EW.
W:
Ich besitze etwas, von dem ich zuvor keine Ahnung hatte. Kann man das Teil vererben?
Low: Wenn das Haus wegen überhitzter Leitungen nicht vorher abfackelt, ja.
X:
Werden Spannungsabfälle an der Börse gehandelt?
Low: EW und Zulieferer.
A:
Könnten Spannungsabfälle zu gesundheitlichen Störungen führen?
Low: Von etwa 80 Volt aufwärts.
C:
Könnte man Spannungsabfälle rein theoretisch, als erneuerbare Energie, zum Kochen verwenden?
Low: Wir kochen mit Gas, grillen mit Holzkohle und essen bei Kerzenlicht, benutzen also gar keine Energie.

Anmerkung für die Grünen und erzkonservativen Umweltaktivisten:
Aus Atomstrom entstehen radioaktive Spannungsabfälle.
« Letzte Änderung: 08. September 2011, 15:21:58 von Kern »
Gespeichert
Sie wollte in die Galeries Lafayette.

Kern

  • Globaler Moderator
  • Thailand Guru
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 17.726
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1598 am: 07. September 2011, 17:38:34 »

Grandios und genial   :D     {*     {*
Gespeichert

rio0815

  • ist voll dabei
  • ****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 403
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1599 am: 08. September 2011, 16:21:10 »

Klasse, Low!

Noch besser sind allerdings mir bestens bekannte und massenhaft vorkommende 12V Gleichstromkabel mit enormen Längen und 0,5 mm² Querschnitt.
Kommt dann nix raus am Ende sind die Solarpanels schuldig, bzw. die Batterie.

Dass zwischen läppischen 50 Watt Panels und der Batterie 5 m weg dicke Kabel mit 4mm² von mir installiert wurden, das wird dann als Materialverschwendung betrachtet, die man als schlauer Südostasiate ja besser vermeiden sollte auf den 25m Kabelweg (*2) zur Lampe des Nachbarn.
Gespeichert

drwkempf

  • ist TIP-süchtig
  • ******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.919
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1600 am: 08. September 2011, 22:45:08 »

"die man als schlauer Südostasiate ja besser vermeiden sollte"

RR(richtig, rio }}

Das Ohmsche Gesetz ist ja bekanntlich ein Falang-Gesetz - und was weiß denn der schon von dem, was in Asien gut und richtig ist  {:}

Aber auch in Deutschland habe ich schon Zeitgenossen getroffen, die geglaubt haben, dieses Gesetz gelte eigentlich nur für Schweizer: U (=)RI  ;D

Wolfram
Gespeichert
Tu ne quaesieris scire nefas quem mihi quem tibi finem di dederint

TiT

  • Thailand Guru
  • *******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 2.207
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1601 am: 08. September 2011, 23:51:10 »

Och, spätestens, wenn sie mal so richtig auf die Schnauze fliegen, begreifen sogar lernresistente LoS-Eingeborene, daß die Naturgesetze wie z.B. die Schwerkraft auch für sie gelten.  :D Dumm halt nur, wenn die neu erworbene Lernfähigkeit infolge Ablebens des Betroffenen dann nicht mehr angewandt werden kann...  }{
Gespeichert
"Die Grünen sind eine späte Vereinigung von Marx und Morgenthau" (Otto Graf Lambsdorff - der hat die schon 1983 durchschaut...)
"Islam - diese verkommene Ideologie, erfunden von einem pädophilen Beduinen, gehört auf den Müllhaufen der Geschichte" (Kemal Pascha Atatürk)

Low

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.362
Mehr vom Strom, gezieltem Pinkeln und sauberem Klang
« Antwort #1602 am: 09. September 2011, 16:56:29 »

Mehr vom Strom, gezieltem Pinkeln und sauberem Klang

Fünf Schreiber erfreuten sich am technisch grundlegenden Text. Danke.
Alle anderen 2507 Mitglieder, neuestes Mitglied: birgit, (Stand 07. September 2011) haben im LOS keine Spannungs-
schwankungen. Ich weiß, ungefähr fünfzig Prozent der Aktionäre leben in DACH. Wenn sie gedankenlos, die Taschen
voller Euros, nach Thailand reisen,
A - stürzen sie in Bad Thaya von Balkonen,
B - Birnen und Muskulatur werden auf Phuket von zuvorkommenden TukTuk Fahrern  weichgeklopft, (1)
C - oder sie werden durch ungeerdete Heißwasserautomaten gekitzelt und gegart.

Erlauben sie eine letzte Erläuterung zu den Verlustleistungen. Die Ausgangsspannungen sind für die Verluste
belanglos. Es zählen nur Ströme und Leitungswiderstände. Das Beispiel Solarpanel war gut gewählt. Die typische
LanNa Installation mit einem Kabelquerschnitt von 0.75 mm2 und einer Leitungslänge von 2x25 m erzielt bei der
12 Volt Anlage mit 50 Watt Leistung einen Spannungsabfall von 8.75 Volt. Die Verlustleistung beträgt 36 Watt!
In diesem Fall würde ich eher Lunarpanel empfehlen.

Schon vor vielen Jahren wurde diskutiert, die Bordspannung in Automobilen auf 48 beziehungsweise 60 Volt zu
erhöhen. Die Ströme würden um das 4 bis 5 Fache reduziert. Bei gleicher Leistung könnte eine Menge an Kupfer
und Gewicht eingespart werden.

Mehrmals berührte ich in den Geschichten das Thema elektrischer Strom. Bereits als zarter Knabe bildete ich
mich als Autodidakt an elektrischen Viehzäunen, reiner - unbezahlbarer Nervenkitzel.
Eine leicht hügelige Viehweide lag an einem Waldesrand. Buchenblätter rauschten im lauen Sommerwind,
Vöglein zwitscherten. Das hohe, taufeuchte Gras war von farbigen Blumen durchmischt. Schmetterlinge, Käfer,
Hummeln, Bienen flatterten und summten. Große Forschernaturen unter uns Knaben versuchten, auf die Leitung
zu pinkeln. Mein bescheidener Strahl, ohne nennenswerten Vorrat, riß vor dem nächsten Spannungsstoß ab.
Warum wurden diese hochinteressanten Maschinen nie im Schulunterricht erklärt?

Wenn mutige Urinakrobaten von damals als alte Knacker wegen Prostataproblemen einen Urologen aufsuchten,
waren solche Jugendsünden längst vergessen. Einem der Jungen, offenbar schwer abhängig und bereits süchtig,
genügten elektrische Viehhüter nicht mehr. Er schlug sein Wasser von einer Eisenbahnbrücke gezielt auf eine
Fahrleitung ab. Die Leitung überlebte die Attacke, er nicht. Der Spannungsabfall betrug einige tausend Volt.
 
Ich versuchte, Probleme und Gefahren im Umgang mit Elektrizität zu schildern. Die Verbesserung der Installationen
durch Erdleitungen und FI Schutzschalter wurden erwähnt.
Der Nachteil meiner Erläuterungen: sie hatten nicht die strenge Form von Fachartikeln, sondern kamen getarnt
als leichte Kost daher. Das war teilweise beabsichtigt. Ich wollte nicht aus jedem Rentner in Hinterindien exponierte
Elektroinstallateure als zukünftige Himmelfahrtsexperten schaffen.

In der TIP Zeitung Nr. 9/1 · 5. September 2011 schrieb Thomas Schmid, Bangkok auf Seite 22 in “Thailand und
das blaue Feuer“ einen kurzweiligen, erschreckenden Tatsachenbericht über den Umgang mit Elektrizität im
Lande.
Rein zufällig erschien am 6. September im Forum mein Aufsatz “Spannungslose technische Fata Morgana“ über
den Spannungsabfall.

Die Schlüsse betreffend Stromversorgungen in Wohnung und Haus muß jeder selbst ziehen. (Sind am Wasser-
erhitzer zwei oder drei Drähte angeschlossen? Bei zwei Drähten würde ich kalt duschen, sonst könnte das
unberührte Bier warm werden! Welchen Durchmesser haben diese Drähte für die annähernd 4000 Watt. Dies
entspricht Strömen von ungefähr 17 Ampere?)  
Nach DIN 57100, Teil 520 müssen Leitungen für Leistungs- und Lichtstromkreise bei fester, geschützter Verlegung
einen Mindestquerschnitt von 1,5 mm2 Kupfer haben.
(Entspricht hier AWG Nummer 15. AWG = American Wire Gauge)
Immer wieder begegne ich Geräten über 2 kW, welche an 0.5 mm Litzen betrieben werden, frei nach dem Motto:
„Dünne Frauen sind williger, dünne Kabel sind billiger!“

Lebens- und Brandgefahr können nie ausgeschlossen werden. Ausgeführte Installationen werden selten geprüft.
Die Prüfer haben keine Meßgeräte und genossen nur kärgliche Ausbildung. Die Anwendung von Schutzleitern, oder
das ungetrübte Verhältnis von Stromstärke und Drahtquerschnitt sind unbekannt. Dagegen sind sie anerkannt
schlitzohrige Spezialisten im Beschaffen von Tea Money.

Ein weiterer Bereich, wo gedankenlos an Kabeln gespart wird, sind Akustikanlagen. Teure HiFi Verstärker und
Lautsprecher können ohne namhafte Verbindungsleitungen Signale nicht sauber reproduzieren. Ein qualifizierter
Käufer meidet Verstärker mit minderwertigen Lautsprecheranschlüssen für dünne Kabel. Sogar bei kurzen Leitungen
sollten Querschnitte unter 4 mm2 vermieden werden. Hier besteht kaum Lebensgefahr bei dünnen Leitungen, nur
die Klangqualität leidet enorm. Lautsprecher mit geringer Impedanz, z.B. 4 Ohm – benötigen noch größere
Leitungsquerschnitte. (2) Riesige Dämpfungsverluste sind sonst unvermeidlich. (3) Bei hochohmigen Signalquellen
wie CD Spielern etc., kann problemlos auf teure Monsterkabel verzichtet werden. Erstklassige Abschirmungen und
vergoldete Kontakte bringen hier mehr.

Neben dem altehrwürdigen Ohmschen Gesetz gibt es noch den neuen Lehrsatz nach Grüner:
(Anwendung unter einer ungeerdeten Heißwasserdusche empfohlen)
Vielleicht hilft es gegen Stromschwankungen, diese einfach zu ignorieren. Ich glaube fest daran, daß Thailand
überhaupt nur so funktioniert. Wer Angst hat, egal vor was, den trifft es auch...
http://forum.thailand-tip.com/index.php?PHPSESSID=31e2efb28134997b54114b6c203ffca8&topic=1225.msg1007032#msg1007032

(1)
http://www.thailandtip.de/tip-zeitung/nachrichten/news/phuket-deutscher-nach-pruegelei-immer-noch-im-koma/back/2/
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Impedanz
(3)
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-querschnitt.htm
« Letzte Änderung: 09. September 2011, 17:00:00 von Low »
Gespeichert
Sie wollte in die Galeries Lafayette.

rio0815

  • ist voll dabei
  • ****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 403
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1603 am: 09. September 2011, 16:57:08 »

eine klitzekleine Karaokemaschine mit angeblichen 20 000 Watt Leistung auf den Laut-
sprechern


Die Peaks von 20 KW werden zur Dimensionierung des Kabels aber kaum beigetragen haben, hoffe ich doch?
Ein Energiekostenmessgerät für 10 Euro aus Euroland hilft da doch sehr.
Hat man das nicht zur Hand, hilft ein Blick auf den Stecker: Passt der in eine  220V-Steckdose, wo ein Stecker für 400V und 64 Ampere zu erwarten wäre bei "20.000 Watt "Musikpower", so sollte man stutzig werden.  C--

War das Zitierte ein Aufmerksamkeitstest für die werte Leserschaft?  {--
Gespeichert

rio0815

  • ist voll dabei
  • ****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 403
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1604 am: 09. September 2011, 16:59:13 »

Och, spätestens, wenn sie mal so richtig auf die Schnauze fliegen, begreifen sogar lernresistente LoS-Eingeborene, daß die Naturgesetze wie z.B. die Schwerkraft auch für sie gelten.  :D Dumm halt nur, wenn die neu erworbene Lernfähigkeit infolge Ablebens des Betroffenen dann nicht mehr angewandt werden kann...  }{

Ob die Masse der Hinterinder  ;D wirklich von Darwin gehört haben scheint zweifelhaft genug, aber vom Darwin Award doch dann wohl eher nicht  ;]
Gespeichert
Seiten: 1 ... 106 [107] 108 ... 121   Nach oben
 

Seite erstellt in 0.079 Sekunden mit 24 Abfragen.