Doppeltes Happy End Mitte bis Ende Oktober 2011
Ich verbrachte einige Tage alleine im großen Haus. Als ich eines frühen Morgens erwachte, erledigte ich fleißig
Hausarbeiten und goß die Orchideen. Vor acht Uhr halbierte ich eine enorme Papaya und genoß einen Teil als
vitaminisierenden Augenöffner. Danach telefonierte ich gestärkt der alten Masseuse. Ja, ja, sie habe nichts
besseres zu tun. Sie komme sofort.
Etwas nach neun Uhr wurde mir übel. Eine Stunde später erhitzte ich angeschlagen Wasser für einen Tee.
Als das Wasser kochte, klapperte das Motorrad der Alten auf dem Sträßchen. Wäre sie unmittelbar nach dem
Anruf verreist, wäre sie fünf Minuten später eingetroffen.
Während ich am heißen Tee nippte, bemerkte die Frau, daß mir übel war. Sie plapperte munter darauf los, daß
ich wohl zu viel Bier, Wein und Schnaps getrunken hätte.
„Nichts davon“, erwiderte ich. „Ich aß eine halbe Papaya. Nun ist mir schlecht“.
Ich legte mich hin. Sie begann schwafelnd mit der Massage und lästerte laut:
„Alle Männer sind alkoholisierte Säufer.“
Wie wahr! Nach einer Viertelstunde benötigte ich dringend einen Schluck Wasser. Der Tee stimulierte nicht.
Es war keine Kamille.
Sie ergötzte sich an meiner Übelkeit. Während ich mühsam Wasser schlürfte, spielte sie mir eine widerliche
Kotzszene vor. Dadurch angeregt flüchtete ich zum Speien ins Badezimmer. Dort spuckte ich wenig Speichel
und erholte mich von ihrem Schmierentheater. Auf dem Rückweg trank ich wieder Wasser und legte mich erneut
hin. Danach malträtierte sie mich derart, daß ich alle zwei Minuten ausrief: „Bitte, bitte, nur sanft!“
Sie quetschte meine Muskeln, um die schlechten Säfte daraus zu pressen. Gegen Mittag dachte ich:
„Nun ist sie hungrig und geht nach Hause.“ Ich sprach sie darauf an. Nein, sie sei nicht hungrig. Ich sei krank
und benötige ihre Pflege.
Einerseits war ich froh, daß sie blieb. Andererseits wäre ich sie gerne losgeworden. Sie hätte still neben mir
sitzen oder liegen können. Mir hätte es gereicht. Nein, sie könne nicht still sitzen, ihre Arbeit sei die Massage
und das tue mir gut. Meine Bitten um Sanftheit verhallten ungehört. Gegen zwei Uhr ging es mir gut genug,
daß ich sie bezahlen und wegschicken konnte.
Ich wußte nicht, daß sie sofort Dick anrief. Ihre Idee war, sie würde mich als Notfall-Pflegerin betreuen. Dick
sollte ihr genaue Instruktionen geben. Dick antwortete, wenn es notwendig sei, würde ich ins Krankenhaus
verreisen.
Die unzufriedene Alte erzählte überall alles über mich. Sie berichtete, meine weitverbreitete, fühlbare Murmel-
sammlung und die Banane hätten während der Krankheit nicht gelitten und sei, dank ihrer vorzüglichen
Behandlung, erneut kaeng.
Ich hatte genug und wollte dieses fürchterliche Weib nicht mehr sehen. Den Ausschlag gab Schwiegermutter,
die nach MRR nicht meine Schwiegermutter ist. (1) Sie wurde von der Masseuse peinlich genau aufgeklärt.
Dicks Mutter verzehrte kopfschüttelnd den Rest der Frucht - beschwerdefrei. Möglicherweise verschluckte ich
kurz vor dem Erwachen eine Kakerlake oder gar einen verirrten Skolopender. (2)
Zahlreiche Anrufe der wenig diskreten, muskelstimulierenden Schwätzerin beantwortete ich nicht mehr.
Eine Woche später beschaffte Dick eine andere Masseuse. Wir besprachen die zu erwartende Erfolgsquote,
welche erfahrungsgemäß bei ungefähr zehn Prozent liegen würde.
Eine jüngere Frau kam. Sie war überaus freundlich, zurückhaltend und sprach etwas Deutsch. Allerdings
verstand ich sie kaum. War es mein Unvermögen, oder war es ihre Aussprache? Schreiben ist für mich einfacher,
als ohne Übung zuhören.
Erstaunt bemerkte ich, daß sie die Massagepunkte gezielt suchte und erst dann abdrückte. Ihre Arbeit war
neuartig gediegen und betont langsam. Beeindruckt von ihrer Methode, sie arbeitete ähnlich wie die alte Frau,
jedoch peinlich genau und bedächtig, ließ ich sie gewähren und mich während sechs Stunden behandeln.
Am Ende fragte sie, wie ich mich fühle. „Mein Körper reagiert sehr langsam. In einigen Stunden kann ich mehr
sagen,“ antwortete ich.
Wir gingen zum Essen aus und ich erfuhr Episoden aus ihrem Leben. Sie war fast zehn Jahre mit einem Deutschen
verheiratet. Der bereits betagte Rentner ging dauernd fremd. Sie drehte fast durch. Ohne jegliche materielle oder
finanzielle Errungenschaften für sie, wurde das Paar geschieden. Oh ja, das gibt es.
Sie erlernte darauf Massage – nicht in Bangkok. Ihr erfolgreicher Lehrer heilte mehrere schwer bettlägerige
Patienten.
Danach traf sie hier auf einen Kunden. Der Mann büßte sein Gehvermögen ein. Ob Unfall oder Krankheit, weiß
ich nicht. Er lag zu Hause und weigerte sich, wegen üblen Erfahrungen, längere Zeit im Provinzhospital zu
verbringen.
Nach der ersten Behandlung der jungen Frau fragte er sie bescheiden, ob sie wieder komme würde. Er habe
etwas Geld. Viel bezahlen könne er nicht. Er schätze ihre Arbeitsweise. Alles in allem könnte er ihr für die
Massagen etwa zehntausend Baht vergüten.
„Für zehntausend Baht kannst du wieder laufen!“ garantierte die Masseuse.
„Wenn ich wieder gehen kann, heirate ich dich,“ sagte der Patient.
Die beiden sind verheiratet.
Ihr Mann ist mir als vertrauenswürdiger Lieferant von Aluminiumkonstruktionen bekannt.
Im Haus erkannte ich einige Wirkungen der Massage. In der rechten Fußsohle bemerkte ich leichte Hämatome.
Der rechte Handrücken schmerzte empfindlich. Die rechte Nackenseite quälte mich. Als erstes erholte sich die
Hand. Der Nacken war problematisch. Während mehreren Nächten stand ich auf und verbrachte Stunden am PC,
wenn mich Schmerzen peinigten.
Fünf Tage darauf traf Dick die alte Hexe im Dorf. Sie pries laut schnatternd ihren Wasserspinat an und erkundigte
sich, ob ich nach fast zwei Wochen keine Massage wünsche.
„Vielleicht morgen, aber ohne jegliches Geschwätz im Dorf,“ sagte Dick.
Ich erzählte der potenten Klatschbase und perfekten Kotzkomödiantin gar nichts. Zwei Stunden später war
mein Nacken schmerzfrei.
(1)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg1015570#msg1015570(2)
http://www.gartenpflege-tipps.de/gartenarbeiten/skolopenderYou are my destiny: (Paul Anka)
Deutsch: Peter Kraus
Schmerzsong: o, o, o, oh, Diana, Anka