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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449342 mal)

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Low

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Hinterindien mit und ohne ... Götterdämmerung
« Antwort #1650 am: 18. Oktober 2011, 23:07:17 »

Mit und ohne ... Götterdämmerung

540 Leser beachteten den Ratschlag in `Überschwemmungen, Schäden und Aktionen, # 1645`: “Lassen sie
die Sätze und ihre Aussagen wie Brotteig in ihren Gedanken aufgehen,“ nicht. Entweder fehlte es an Muße, Zeit,
Hefe, Sauerteig, Spinnweben, Bier oder Imagination. In Spinnweben lassen sich zumindest in Europa meist
Hefebakterien nachweisen.
Bei manchen Worten gibt es kleine Unterschiede, vergleichbar wie bei Frau und Mann. Krasse, dem unbewaffneten
Auge verborgene Fälle, löst bei Lebewesen zeitgemäß die Gentechnik. In der guten alten Zeit genügten gängige
Fortpflanzungsorgane.

Zum besseren Verständnis meines fiesen Wortspiels in Abschnitt 4, das niederträchtige Gedankengut sieht wie
ein flüchtiger Tippfehler aus, schrieb ich ein Beispiel:
Der knauserige Direktor der Allumettfabrik bezahlte die Alimente nicht. Deswegen konnte die geschiedene Frau
weder Omeletten für die Kinder noch Amulette kaufen.

Allumette fr. = Streichholz
Alimente sind Unterhaltsbeiträge, die an uneheliche oder aus geschiedenen bzw. getrennten Ehen
stammende Kinder gezahlt werden sollten.
Omelette fr., ch. = Pfannkuchen
Amulett  = Kraftspender. Gegenstände, welchen magische Kräfte zugeschrieben werden. Sie bringen
Glück (energetische, sakramentale Wirkung) und schützen vor Schaden (apotropäische Wirkung).
Die Armee verfügt diesbezüglich über eindrückliche Erfahrungen. Ähnlich AC-Schutzanzügen entsprechen bei
Einsätzen im tiefen Süden die apotropäischen Schutzmittel der Truppen. Soldaten müßen Alumette tragen.
Offiziere auch?
Amulette als reine Glücksbringer sind als Talisman bekannt.
Amulettartige positive Wirkungen entfalten im Volksglauben besonders Buntmetalle, wie Kupfer und Messing.
Sie ähneln wesentlich teureren Edelmetallen. Mein persönlicher Volksglaube beruht vorwiegend auf Gold in
großen Mengen. Es müssen weder Amulette noch Talismane sein. Ein zehn Kilogramm Barren wirkt auf mich
verteufelt positiv und vertreibt schnellstens schlechte Laune inklusive Ebbe im Geldbeutel.

Den nicht erfolgten Einsprachen schenke ich keine größere Beachtung. Es ist ja möglich, daß sich freundliche
Leser dachten: Wegen des kleinen Flüchtigkeitsfehlers, belange ich diesen heimwehkranken Alten in seinem
Elend und Schmerzmitteldelirium nicht. (1)
Es könnte ein gewisser Furchtfaktor vor gestrengen, gestreßten Moderatoren bestehen, welche einen mit Mühe
verfaßten Beitrag inklusive Verfasser erbarmungslos eliminieren. Solche Befürchtungen hegte und hege ich öfters
– nicht für meine Beiträge, aber für forsche Antworten. Die Möglichkeit einer Rücksprache mit mir vor einer Exekution
wurde nie genutzt.
Sobre los gustos no hay disputo.
 
Bei den indischen Göttinnen stehe ich auf Madame de Sturzenegger, bitte um Verzeihung, ich meinte Saraswathi.
Sie verkörpert Gelehrsamkeit, die Künste, Musik, Wissenschaft und Technik.
Lakschmi, die Göttin der Schönheit und des Glücks, Spenderin von Reichtum, von geistigem Wohlbefinden, von
Harmonie und von Fülle und Überfluß, ist ebenfalls eine Augenweide.

                                                                               * * *

Dank zahlreicher Amulette im Handschuhfach des Autos, großherzige Äbte schenkten mir geweihte Glücksbringer,
konnte Dick am 14. Oktober endlich reisen. Pioniere der Armee erstellten in zwei Tagen gefährlicher Arbeit eine
Notbrücke. Da wurde kein vorproduziertes Material gemäß RTA Norm (2) aus Zeughäusern heran gekarrt und in
wenigen Stunden mit auf Festigkeit geprüften Bolzen aus rostfreiem Stahl verschraubt. Die Soldaten schwärmten
in die Hügel aus und fällten Bäume nach Augenmaß. Die Wurzeln der fehlenden Stämme binden in der nächsten
Regenzeit das Erdreich nicht mehr!
Dicks Toyota war Fahrzeug Nummer zwei, um die Brücke zu befahren. Beim vierzehnten Wagen krachte die planlos
errichtete Holzkonstruktion zusammen. Ob eine eventuell vorhandene Beifahrerin ein Kopftuch trug, ob der Fahrer
einen schwarzen Hut und Schläfenlocken zeigte, oder ob am Automobil das stilisierte Zeichen eines Fisches
angebracht war, ließ sich meinerseits nicht ermitteln.
Ein einziger unfreundlicher Gruß aus einem Kanonenrohr in ein Nachbarland, dürfte vor wenigen Monaten mehr
gekostet haben, als die ganze Übung mit dem Brückenbau. Warum benutzten diese Fachkräfte keinen Panzer
zur Prüfung der Festigkeit?
Global gelebter Geiz ist gottlos geil!

(1)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg1021759#msg1021759
(2)
http://en.wikipedia.org/wiki/Royal_Thai_Army

« Letzte Änderung: 18. Oktober 2011, 23:29:18 von Low »
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Low

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Heiße Amulette aus Hinterindien
« Antwort #1651 am: 21. Oktober 2011, 13:04:06 »

Heiße Amulette aus Hinterindien

Weil ich eine einträglichere Beschäftigung suche, beweise ich meine Fähigkeiten und kupferte wie ein
Ex-Verteidigungsminister Texte aus dem Internet ab. Zur Unterscheidung sind eigene Texte kursiv dargestellt.
Aus Gewissensgründen veränderte ich die ursprünglichen Sprachschöpfungen nicht.
Es gibt Formen von Amuletten, die trägt man nicht am Hals.
Frauen führen sie in Täschchen und anderen geschmackvollen Behältnissen mit sich. Männer benutzen eine
Schnur oder ein Kettchen unterhalb der Gürtellinie, an dem ein oder besser mehrere Palat Khik ihre zweck-
dienlichen Wirkungen entfalten. Einige erhöhen die Standfestigkeit. Andere schützen vor Übel und Krankheit.
Für jedes Problem gibt es einen geeigneten Palat Khik. Sofern man einen echten, geweihten hochheiligen
Gegenstand erworben hat, kann man für alle Zukunft auf die teuren, berühmten blauen V-Pillen verzichten.

Am Bundesplatz in der Bundesstadt Bern, gab es bis Ende März 2011 ein alteingesessenes Geschäft namens
Samenvatter. Das war kein Erotikschuppen, sondern das Fachgeschäft für Gartenbedarf schlechthin, seinerzeit
mit der unvergeßlichen Werbung: Hundert Jahre Vatter und immer noch Samen!
Möglicherweise mußten die den Laden schließen, weil eine aus einem fremden Kulturkreis geflüchtete Raum-
pflegerin einen gewissen Gegenstand nicht genügend respektierte, sondern den ekelerregenden, heiligen
Samenspender als minderwertigen Kehricht entsorgte.


Wenn man ein Penis Amulett um den Körper trägt, am besten unterhalb der Gürtellinie oder um die Hüfte, aber
nicht um den Hals. Viele tragen auch mehrere Palad Kiks bei sich, jeder davon um auf eine bestimmte Art und
Weise zu wirken. Je nachdem welches Palad Kik man bei sich trägt gelten auch immer wieder verschiedene Regeln.
Aber eine Regel, die für viele Palad Kiks gilt ist, dass man ein Palad Kik in der rechten Hosentasche tragen sollte
wenn man einen Mann trifft, und in der linken wenn man eine Frau trifft.

Palad Kiks tragen immer Inschriften in der alten Pali-Sprache. Das ist die Sprache, die von Mönchen in Thailand für
Beschwörungen genutzt wird, weil die ältesten buddhistischen Schriften in dieser Sprache verfasst waren.
Die Schriftzeichen auf Palad Kiks sind jedoch im sogenannten Khmer Khom Alphabet geschrieben. Die Thais
glauben, dass die Magie der Khmer besonders stark und wirkungsvoll sei.

Ach ja?
Im Internet werden meist Amulette mit der bezeichnung „alt“ angeboten.
Dasselbe (fabrikneue) Set variiert im Preis zwischen 45 und hundert Euro plus Versand.
Ich fand eine Firma mit dem Angebot:

Shiva Lingam, Liebes-Charme-Penis, magischer Affe-Talisman, siamesischer Buddha-Amulett-Anhänger.
Fob-Preis:                                US $2.5 - 5.6 / Piece
Mindestbestellmenge:               20 Stück/Stücke
Versorgungsmaterial-Fähigkeit: 2000 Stück/Stücke pro Monat

Wir sind erstklassiger Hersteller u. Exporteur aller Arten Amulett-Talismane wie hinduistische Amulette,
siamesische Buddha-Amulette etc.
Wir expertised Wissen und Erfahrung in diesem Feld und haben exportiert zu den Ländern mögen Sie
USA, Großbritannien, Israel, Neuseeland, Australien, Frankreich, Südostasien etc.
Wir haben Vergnügen, unser pricelist anzubieten u. bitte zu Katalogisieren fühlen Sie sich frei, mit uns in
Verbindung zu treten.
Diese Schrottlegierungen werden von Händlern für $ 14.99 angeboten, als besonderes Schnäppchen auf
$ 11.99 reduziert und nur $ 7.89 für Verpackung und Transport ins Haus geliefert. Sehr beliebt sind Auktionen
mit Startpreis bei $ 9.99. Für die Händler sind das echte Geldbringer. Sogenannte echte Antiquitäten mussten
in der Schweiz 100 Jahre alt sein und wurden dann beim Import nicht besteuert.

(Age: Post-1940! I sell only genuine antique Thai Amulets, Pendants.)

Andere Quellen:
Palat Khik Ruun (Serie) Naam Lap Nuea Loha Pasom Rom Dam des ehrwürdigen Luang Phu Kee Kithiyano
(Phra Khru Wisut Kitiyan) Abt des Wat Sri Lamyong, Tambon Thung Moon, Amphoe Prasaad, Changwat Surin,
Isan, Nordostthailand.
Luang Phu Kee erschuf das Amulett aus uralten heiligen Metallen im Jahr 1999 und weihte es 3 x 3 Monate lang. ...
Seine Amulette gelten als besonders Glücks bringend und schützend. Luang Phu Kee gehört zu den ganz großen
Meistern der alten Khameen (kambodschanische Magier) Schule und war mehrere Jahrzehnte lang ein Phra
Thudong (Waldmönch).

"Leute aus allen gesellschaftlichen Bereichen tragen ein Penis-Amulett als Glücksbringer. "
Das Palat Khik (Penis-Amulett) bringt Geschäftsleuten guten Umsatz. Aber auch andere Leute legen es häufig
in die Schublade, wo sie das Geld aufbewahren. Leute, die mehr Liebe als Geld suchen, glauben, daß es Leute
anzieht.
'Ich habe meinen Palat Khik von meinen Vorfahren geerbt. Es wurde von einem Mönch hergestellt und von ihm
gesegnet', sagt uns eine 42jährige Essens-Verkäuferin, die ihr Phallus-Symbol gut sichtbar für ihre Kunden in
Ihrer Verkaufs-Vitrine aufbewahrt. 'Mit der Wirtschaft geht es nicht so gut, trotzdem komme ich gut zurecht -
ich glaube, daß ich das der Kraft des Palat Khik zu verdanken habe.'
Ein führender Mönch sagt, dass der Palat Khik nichts mit Buddhismus zu tun hat, weil das Penis-Amulett nicht
in den Tripitakas (buddhistische Schriften) erwähnt  wird. Eine Ehrerbietung einem Palat Khik gegenüber sei
auch deswegen unbuddhistisch, weil ein Buddhist für seine Ehrerbietung keinerlei Gegenleistung erwartet.
Daher sei es Mönchen untersagt, Amulette zu tragen so wie gegen Geld Lottozahlen vorauszusagen.
Ein Polizei-Präfekt sagte uns, dass ein Palat Khik nicht als obszönes Objekt betrachtet wird und daher nicht
illegal ist.

In Zukunft ist also ein importierter, verbotener Dildo ein legaler Palat Khik.
Als einst ungebildeter Besitzer weniger geweihter, hochkarätiger Amulette lernte ich meine Schätze und deren
Variationen besser kennen. Nun verstehe ich unseren Schutzfaktor bei Verkehrsunfällen. Ich stopfte die segens-
reichen Objekt nichts ahnend ins Handschuhfach und vergass sie. Ich werde mich hüten, die Amulette aus dem
Fahrzeug zu entfernen.
Anstelle von Beinkleidern werde ich mir, rein für Forschungszwecke, bei Dicks Abwesenheit und zufälligem
Frauenbesuch, Palat Khik für etwaige heisse Schnallen um den Bauch binden.


http://www.ebay.de/itm/LUANG-PHU-KEE-PALAT-KHIK-THAI-AMULETT-9-MONATE-GEWEIHT-/320755785301



« Letzte Änderung: 21. Oktober 2011, 13:33:04 von Low »
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Low

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Flügel
« Antwort #1652 am: 24. Oktober 2011, 12:02:05 »

Flügel

Hochwasser, Schlamm, Dreck und Mief, mir verschimmelte sogar der Geldbeutel inklusive Banknoten. Ich wusch
das Geld nicht, ich putzte es bloß. Ich bin ja kein krimineller Geldwäscher. Das Leder salbte ich mit einer gesunden
Portion Terpentin. Nicht nur die Hände, sogar die Lachsbrötchen und der Weißwein stanken danach.
All dies, ebenso die spirituelle Wesen beeinflussenden Amulette, sie beeinflussen gar nichts, höchstens uns selbst,
gelebter Selbstbetrug, will ich vergessen und auf den harten Boden einer traumhaften Realität zurück finden.
Die angenehme Tatsache ist eine überaus begabte japanische Pianistin. Ihr Name ist Hiromi Uehara.
Sie improvisiert über Themen von Gershwin, daß nach 90 Sekunden der Schimmel von den Wänden blättert:
I got rhythm.

In: “Choux a la creme” spielt sie mit dem Flügel Bass.

Wer Johann Pachelbel gegenüber Geoge Gershwin bevorzugt, bitte:

Pachelbel auf Original Instrumenten:

« Letzte Änderung: 24. Oktober 2011, 12:16:21 von Low »
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Kern

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1653 am: 24. Oktober 2011, 14:58:32 »

Hallo Rolf


An Deinen Geschichten gefiel mir in letzter Zeit nur eines nicht:

Pachelbel auf Original Instrumenten:


Dazu Zitat You Tube:
Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, für die die GEMA die erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt hat.
Das tut uns leid.



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Low

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Canon in D
« Antwort #1654 am: 24. Oktober 2011, 16:45:06 »

Hallo Achim,

Danke für die Meldung und die beißende Kritik. Verehrt ihr im Grossraum München diese gefälligen Amulette,
vorwiegend in Form von Bierhumpen immer noch?

Vielleicht findet ein Leser eine gediegene Aufnahme von Pachelbels Canon in D und stellt sie hier aus.

Leider mußte ich viele Schallplatten und CD zurücklassen, als ich mein Haus aufgab.
Das Internet entschädigt mich reichlich für meine Verluste. Hiromi fehlte damals in meiner Sammlung.
Für den nicht verfügbaren Pachelbel fand ich auf Anhieb:

Nur Musik:
http://beemp3.com/download.php?file=5209420&song=Canon+in+D+and+Gigue+for+violin+%26+piano

Möglicherweise benutzte Händel dieses Thema in einem seiner Orgelkonzerte.
Mein bescheidenes Anliegen war, für die Hörer Hiromis Improvisation mit Pachelbels Gedankengut zu vergleichen.
Kam wenigstens die Pianistin unversehrt an?
Es lebe die Zensur, auch wenn sie GEMA heisst.
Ich ahnte nicht, daß Pachelbel (* August 1653 Nürnberg; † 3. März 1706) immer noch Tantiemen kriegt.


« Letzte Änderung: 24. Oktober 2011, 16:50:27 von Low »
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Kern

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Re: Canon in D
« Antwort #1655 am: 24. Oktober 2011, 18:22:49 »

Verehrt ihr im Grossraum München diese gefälligen Amulette,
vorwiegend in Form von Bierhumpen immer noch?


Freilich  ;}  .Traditionell werden sogar alljährlich an diversen Orten in Bayern für Wochen sakrale Zelte errichtet, um der massenweisen Verehrung dieser Humpen-Amulette einen würdigen Rahmen zu geben.
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dart

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1656 am: 24. Oktober 2011, 18:35:33 »

Achim + Low, die Fortsetzung findet jährlich, Anfang Februar, im Rheinland statt. Historiker würden vermutlich Spuren eines tief verankerten Geisterglauben finden.  ;]
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† Jhonnie

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1657 am: 25. Oktober 2011, 02:13:49 »

@ dart

der war gut.

@Achim / Low
Genma und GEZ sind die Melkstationen der normalen Leute. aber was ist heute schon normal.
Da lob ich mir die Farang Abzocke, dagegen kann man sich eventuell zuhelfen wissen.

Joachim
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.... In der Bibel steht geschrieben: " Liebe deinen Naechsten " UND das Kamasutra zeigt  " WIE ES GEHEN KOENNTE". auch fuer RUD's behaftete geeignet.

Low

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Hinterindische Sumpfblüte, Limnanthes douglasii
« Antwort #1658 am: 27. Oktober 2011, 00:07:38 »

Sumpfblüte                                                                                      26. Okt. 2011

Zehn Monate Regenzeit hinterließen Spuren. Unsere hölzerne, siebenjährige Haustüre quoll derart auf, daß sie
nicht mehr in den Rahmen paßte.
Ich ließ einst an einem andern Haus eine Türe hobeln. Als sie, die Türe, dann endlich trocknete und schrumpfte,
fehlte ein guter Zentimeter. Das Schloß mußte neu justiert werden. Kleinere Lebewesen fanden einen
angepaßten Durchschlupf.
Diesmal warteten wir während Wochen Wein trinkend. Deswegen paßte mein Unterleib schlecht in die Hose.
Feuchtigkeitsbedingt dehnte sich offenbar die erschlaffte alte Haut. Hätte ich zwecks Straffung vorbeugend
Potenzmittel schlucken müssen? Seit wenigen Tagen schließt unsere Türe wieder.

Als einige Quartiere in der Stadt Chiang Mai überflutet wurden, schloß die Schule in HangDong sofort, wegen
angeblicher Hochwassergefahr. Die Schulgebäude in HangDong standen bisher höchstens im Regen. Wenn es
hoch herging, litten sie unter unkontrollierten Blasenentleerungen oder spontanen Weitpinkelwettbewerben.
Ungeplante Freitage gab es für die Kinder, weil die Herren Pädagogen als dringende zusätzliche Einnahmequelle
Armeeangehörige unterrichteten. Ein passendes Thema: Geografische Strukturen und wissenschaftliche
Interpretationen von Golfplätzen und deren Bepflanzung in Zentralthailand!
Dann gab es Herbstferien.
Nach den Ferien wurde Mowgli am Dienstag endlich wieder zur Schule gekarrt.
Am Montag mußte dringend ein Staatsfeiertag, welcher unglücklicherweise einen Sonntag belegte, von den
durch die Ferien erschöpften und total ausgelaugten Lehrkräften nachgeholt werden.
Mowgli kam bereits nach wenigen Stunden mit der gedruckten Meldung zurück, daß der Schulbetrieb erst am
1. November wieder aufgenommen würde. Die Regierung verordnete für überschwemmte Gebiete und Bangkok
ein verlängertes Wochenende, mit Beginn am Donnerstag, eingeschlossen der folgende Montag.
War das der einzige Weg für armselige Politiker zur Bekämpfung der Fluten?

Als pflichtbewußte, gehorsame, treue Staatsdiener und diplomierte Ferientechniker gehorchten die Lehrer
augenblicklich und erklärten bereits den Mittwoch für schulfrei. Die Region ist weder überschwemmt, noch nennt
sie sich Bangkok. Seit Tagen ist das Gebiet um Chiang Mai trocken. So trocken, daß bei Großverteilern einige
Sorten Bier knapp wurden.  

Gestern mußten wir zwecks einer dringenden Banküberweisung Big C aufsuchen. Für einen Dienstag unglaubliche
Menschenmassen quetschten sich im Gebäude. Parkplätze suchte man im Schneckentempo mit einer Lupe.
Während ich die Bank belagerte, besuchte Dick für eine Kleinigkeit den Großmarkt. Da wurde praktisch alles
wahllos eingepackt.
Sie erzählte, daß Damenbinden, offenbar hochwasserbedingt, knapp und teuer seien! Sogar Inkontinenzartikel
waren ausverkauft. Da bedienten sich nach Aussagen eines Bereichsleiters Kliniken. Waschpulver gab es nur
noch in Kleinstpackungen für Schlipse, Kondome und Taschentücher.

Auf meine Unterlagen wartend, betrachtete ich die weibliche Kundschaft. Ohne teure Kamera und Linsen suchte
ich Motive.
Da kam sie, Limnanthes douglasii, schwarze, hochhackige Stöckelschuhe mit mörderischen Stilettabsätzen,
knappstes kurvenbetonendes, textilarmes Höschen mit einem fantastischen schlanken Gehwerk in endloser
Verlängerung. Ich sah ihre gefärbte, gut gezwirnte, gepflegte Mähne nur von hinten. Ein Traum. Sie ging zum
Schalter. Sie erledigte ihre Geschäfte, stand auf, drehte sich. Bei ihrem Abgang sah ich ihr Gesicht aus nächster
Nähe. Aus der Traum.
Die Spiegelei-, auch Rührei-Blume zieht Schwebfliegen an, die dann die Blattläuse tilgen.
Genau so - eine vulgärdarwinistische Sumpfblüte. Verdorben durch importierte neokapitalistische Einflüsse,
im besten Falle Inzucht.

« Letzte Änderung: 27. Oktober 2011, 01:03:21 von Low »
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1659 am: 28. Oktober 2011, 09:57:55 »

Lieber Low,

beim Lesen der letzten Geschichte habe ich mich einmal mehr darüber gefreut, wie schön Du Erlebtes in farbenfrohe Bilder umsetzen kannst.

"Bei ihrem Abgang sah ich ihr Gesicht aus nächster
Nähe. Aus der Traum."


Ein Freund  hat eine wohl ähnliche Situation einmal so kurz aber nicht weniger aussagekräftig zusammengefasst:

Hinten Lyzeum - vorne Museum

Ich freue mich schon auf Deine nächste Geschichte

Hochwasserfreie Grüße aus Phnom Penh

Wolfram
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Tu ne quaesieris scire nefas quem mihi quem tibi finem di dederint

Low

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Aus der Traum
« Antwort #1660 am: 28. Oktober 2011, 16:09:14 »

Danke Wolfram.
Die Wahrheit ist unerbittlich. Ich dachte sehr lange über dieses Gesicht nach und fand das treffende Wort für
die tragische Entstellung: Weißmachererosion.
Der Wunsch nach mehr!
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Low

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Doppeltes Happy End in Hinterindien
« Antwort #1661 am: 31. Oktober 2011, 17:04:09 »

Doppeltes Happy End                                                         Mitte bis Ende Oktober 2011

Ich verbrachte einige Tage alleine im großen Haus. Als ich eines frühen Morgens erwachte, erledigte ich fleißig
Hausarbeiten und goß die Orchideen. Vor acht Uhr halbierte ich eine enorme Papaya und genoß einen Teil als
vitaminisierenden Augenöffner. Danach telefonierte ich gestärkt der alten Masseuse. Ja, ja, sie habe nichts
besseres zu tun. Sie komme sofort.
Etwas nach neun Uhr wurde mir übel. Eine Stunde später erhitzte ich angeschlagen Wasser für einen Tee.
Als das Wasser kochte, klapperte das Motorrad der Alten auf dem Sträßchen. Wäre sie unmittelbar nach dem
Anruf verreist, wäre sie fünf Minuten später eingetroffen.
Während ich am heißen Tee nippte, bemerkte die Frau, daß mir übel war. Sie plapperte munter darauf los, daß
ich wohl zu viel Bier, Wein und Schnaps getrunken hätte.
„Nichts davon“, erwiderte ich. „Ich aß eine halbe Papaya. Nun ist mir schlecht“.
Ich legte mich hin. Sie begann schwafelnd mit der Massage und lästerte laut:
„Alle Männer sind alkoholisierte Säufer.“
Wie wahr! Nach einer Viertelstunde benötigte ich dringend einen Schluck Wasser. Der Tee stimulierte nicht.
Es war keine Kamille.

Sie ergötzte sich an meiner Übelkeit. Während ich mühsam Wasser schlürfte, spielte sie mir eine widerliche
Kotzszene vor. Dadurch angeregt flüchtete ich zum Speien ins Badezimmer. Dort spuckte ich wenig Speichel
und erholte mich von ihrem Schmierentheater. Auf dem Rückweg trank ich wieder Wasser und legte mich erneut
hin. Danach malträtierte sie mich derart, daß ich alle zwei Minuten ausrief: „Bitte, bitte, nur sanft!“
Sie quetschte meine Muskeln, um die schlechten Säfte daraus zu pressen. Gegen Mittag dachte ich:
„Nun ist sie hungrig und geht nach Hause.“ Ich sprach sie darauf an. Nein, sie sei nicht hungrig. Ich sei krank
und benötige ihre Pflege.
Einerseits war ich froh, daß sie blieb. Andererseits wäre ich sie gerne losgeworden. Sie hätte still neben mir
sitzen oder liegen können. Mir hätte es gereicht. Nein, sie könne nicht still sitzen, ihre Arbeit sei die Massage
und das tue mir gut. Meine Bitten um Sanftheit verhallten ungehört. Gegen zwei Uhr ging es mir gut genug,
daß ich sie bezahlen und wegschicken konnte.

Ich wußte nicht, daß sie sofort Dick anrief. Ihre Idee war, sie würde mich als Notfall-Pflegerin betreuen. Dick
sollte ihr genaue Instruktionen geben. Dick antwortete, wenn es notwendig sei, würde ich ins Krankenhaus
verreisen.
Die unzufriedene Alte erzählte überall alles über mich. Sie berichtete, meine weitverbreitete, fühlbare Murmel-
sammlung und die Banane hätten während der Krankheit nicht gelitten und sei, dank ihrer vorzüglichen
Behandlung, erneut kaeng.
Ich hatte genug und wollte dieses fürchterliche Weib nicht mehr sehen. Den Ausschlag gab Schwiegermutter,
die nach MRR nicht meine Schwiegermutter ist. (1) Sie wurde von der Masseuse peinlich genau aufgeklärt.
Dicks Mutter verzehrte kopfschüttelnd den Rest der Frucht - beschwerdefrei. Möglicherweise verschluckte ich
kurz vor dem Erwachen eine Kakerlake oder gar einen verirrten Skolopender. (2)
Zahlreiche Anrufe der wenig diskreten, muskelstimulierenden Schwätzerin beantwortete ich nicht mehr.

Eine Woche später beschaffte Dick eine andere Masseuse. Wir besprachen die zu erwartende Erfolgsquote,
welche erfahrungsgemäß bei ungefähr zehn Prozent liegen würde.
Eine jüngere Frau kam. Sie war überaus freundlich, zurückhaltend und sprach etwas Deutsch. Allerdings
verstand ich sie kaum. War es mein Unvermögen, oder war es ihre Aussprache? Schreiben ist für mich einfacher,
als ohne Übung zuhören.
Erstaunt bemerkte ich, daß sie die Massagepunkte gezielt suchte und erst dann abdrückte. Ihre Arbeit war
neuartig gediegen und betont langsam. Beeindruckt von ihrer Methode, sie arbeitete ähnlich wie die alte Frau,
jedoch peinlich genau und bedächtig, ließ ich sie gewähren und mich während sechs Stunden behandeln.
Am Ende fragte sie, wie ich mich fühle. „Mein Körper reagiert sehr langsam. In einigen Stunden kann ich mehr
sagen,“ antwortete ich.

Wir gingen zum Essen aus und ich erfuhr Episoden aus ihrem Leben. Sie war fast zehn Jahre mit einem Deutschen
verheiratet. Der bereits betagte Rentner ging dauernd fremd. Sie drehte fast durch. Ohne jegliche materielle oder
finanzielle Errungenschaften für sie, wurde das Paar geschieden. Oh ja, das gibt es.
Sie erlernte darauf Massage – nicht in Bangkok. Ihr erfolgreicher Lehrer heilte mehrere schwer bettlägerige
Patienten.
Danach traf sie hier auf einen Kunden. Der Mann büßte sein Gehvermögen ein. Ob Unfall oder Krankheit, weiß
ich nicht. Er lag zu Hause und weigerte sich, wegen üblen Erfahrungen, längere Zeit im Provinzhospital zu
verbringen.
Nach der ersten Behandlung der jungen Frau fragte er sie bescheiden, ob sie wieder komme würde. Er habe
etwas Geld. Viel bezahlen könne er nicht. Er schätze ihre Arbeitsweise. Alles in allem könnte er ihr für die
Massagen etwa zehntausend Baht vergüten.
„Für zehntausend Baht kannst du wieder laufen!“ garantierte die Masseuse.
„Wenn ich wieder gehen kann, heirate ich dich,“ sagte der Patient.
Die beiden sind verheiratet.
Ihr Mann ist mir als vertrauenswürdiger Lieferant von Aluminiumkonstruktionen bekannt.

Im Haus erkannte ich einige Wirkungen der Massage. In der rechten Fußsohle bemerkte ich leichte Hämatome.
Der rechte Handrücken schmerzte empfindlich. Die rechte Nackenseite quälte mich. Als erstes erholte sich die
Hand. Der Nacken war problematisch. Während mehreren Nächten stand ich auf und verbrachte Stunden am PC,
wenn mich Schmerzen peinigten.
Fünf Tage darauf traf Dick die alte Hexe im Dorf. Sie pries laut schnatternd ihren Wasserspinat an und erkundigte
sich, ob ich nach fast zwei Wochen keine Massage wünsche.
„Vielleicht morgen, aber ohne jegliches Geschwätz im Dorf,“ sagte Dick.
Ich erzählte der potenten Klatschbase und perfekten Kotzkomödiantin gar nichts. Zwei Stunden später war
mein Nacken schmerzfrei.


(1)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg1015570#msg1015570
(2)
http://www.gartenpflege-tipps.de/gartenarbeiten/skolopender

You are my destiny: (Paul Anka)

Deutsch: Peter Kraus

Schmerzsong: o, o, o, oh,  Diana, Anka



« Letzte Änderung: 31. Oktober 2011, 17:34:06 von Low »
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Aha, da in Hinterindien
« Antwort #1662 am: 04. November 2011, 15:20:55 »

Aha, da

Die gegenwärtige Masseuse war von Anfang an ein komisches Kapitel. (1) Daran wird sich nichts ändern. Weil
sie außerordentlich begabt ist, müssen wir ihre Schrullen und ihre grenzenlose Mitteilungsbedürftigkeit an Dritte
- mindestens teilweise akzeptieren. Wenn nicht, schaffe ich mir mit unbekannten, aktiven Kneterinnen taufrische,
schmerzhafte Probleme, wie die letzte Erfahrung zeigte.

Nach vielleicht zwei, spätestens drei Behandlungen, kannte die Alte nicht nur sämtliche exponierten empfindlichen
Stellen, sondern ebenso unausgesprochene Wünsche. Zur Sicherheit fragt sie aber alle drei Minuten:
„Schmerzt es?“ gefolgt von einem zwei bis drei Sekunden währenden, Sprachexperten strafenden „Kaaa“.
Wenn ich nicht an einer durch Papaya bedingten Übelkeit litt, war ich mit ihrer Hand-, Ellenbogen- und Knie-
fertigkeit glücklich und zufrieden. Dick schätzte meine leicht erhöhte Leistungsfähigkeit nicht nur bei der Haus-
und Gartenarbeit.

Verzweifelt war ich, als die Frau ihre rituellen Waschungen nach einiger Zeit wieder in der Küche, anstatt im
entfernten Badezimmer vollzog. Eine weitere Macke waren ihre Mopedreinigungen vor der Behandlung. Danach
war sie meist pudelfeucht. Feuchte Frauen stören mich nicht, wenn dadurch die Wasseranschlüsse im Garten
nicht beschädigt werden.
Die unbekannte Täterschaft ermittelte ich erst, als alle meine Leute für wenige Tage abwesend waren. Als ich
sie bei ihrer gedankenlosen, nassen Kraftmeierei erwischte, entwichen meiner Kehle keine christlichen Lob-
preisungen und Hosianna-Rufe. (2) Meine diesbezüglichen Äußerungen waren eher in Landwirtschaft und
vorwiegend Viehzucht angesiedelt.
Es scheint ein gespanntes Verhältnis im Umgang mit Schläuchen zu bestehen. Entweder sind die Qualitäten
wesentlich schlechter als in Europa, oder die Leute gehen rücksichtsloser damit um.

Die Sabaispenderin lebte sich gut bei uns ein. Ihr Mann ist Alkohol- und Drogenabhängig. Die Polizei kassiert
dort regelmäßig. Sofern kein Geld vorhanden ist, kassiert sie ihn. Oft flüchtet er freiwillig nach Lampang. Ihre
gegenseitigen Beziehungen ordne ich in die Kategorie Wackelkontakte ein. Sie arbeitet, er profitiert.

Sie hätte sich gerne verbessert und machte Dick folgenden Vorschlag:
„Du bist achtundzwanzig Jahre jung. Es ist nicht gut für dich, mit so einem alten Kerl zusammen zu leben.
Du sprichst gut Englisch. Du bist hübsch. Du findest doch ganz leicht einen jungen, gut aussehenden und sehr
reichen Farang. Ich schaue dann gerne zum betagten Knacker und massiere ihn täglich. Er braucht das.
Wir passen doch, grau in grau, viel besser zusammen!“
Meine Meinung zum Thema interessierte sie nie. Nicht zum ersten Mal wäre ich beinahe Opfer des globalen
Rentnerhandels, eines verdeckt operierenden hinterindischen Gammelfleischsyndikates geworden. Alle Gazetten
beschäftigen sich eingehend mit Kinderschändungen und Mädchenhandel. Von üblen Gefahren, welche mehr
oder weniger senilen alten Männern droht, wird nicht gewarnt.

Khun Nuad pflegte die Idee, Dicks jüngster Sohn, der wegen der benachbarten Hundezucht öfters im Schön-
heitssalon anzutreffen ist, er dürfte etwa achtundzwanzig Jahre alt sein, sei Dicks Liebhaber. Sie fragte mich
immer wieder vergeblich über diverse intime Beziehungen und Aktivitäten. Fünfundneunzig Prozent der Weiber
im Dorf vermuten hinter allem ausschweifende Sexualität.
Anfänglich lungerte sie stundenlang, bereits um acht Uhr, vor dem Salon herum. Sie sprach die Leute an, wann
denn Dick im Salon zu arbeiten beginne. Sie machte sich ernsthaft Gedanken darüber, wo die Coiffeuse eigentlich
verblieb und schlief. Ihre Anfragen beim vermuteten Liebhaber oder Mowgli in frühen Morgenstunden brachten
keine Klärung.
Sie war ruhelos, bis sie uns einst vor dem ersten Hahnenschrei rücksichtslos aus dem Bett klingelte, nachdem
sie uns schon die halbe Nacht lang nachspionierte.
Wir hörten damals zum Schlummertrunk über Internetradio die `Neue Deutsche Welle`, den höchst anspruchs-
vollen Song mit dem schwierig zu merkenden Text: „Da, da, da!“ Sie verriet sich, als sie während der Massage,
das im hiesigen Karaoke Geheul eher nicht interpretierte Lied anstimmte. Das war kein Zufall und ich sagte mir:
„Aha, da, da, da!” (3)

(1)
Schulmädchenreport 2
« Antworten #1518 am: 04. Juli 2011, 14:59:49 »
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg1008952#msg1008952
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Hosianna
(3)



Masseuse, Masseurin. Während einst beide Formen bedeutungsgleich waren, dient angeblich heute nur noch
"Masseurin" als Berufsbezeichnung und Femininum von "Masseur". Mit der Form "Masseuse" wird eine
Prostituierte in einem Massagesalon bezeichnet. Aha! Da, da, da.  
http://www.korrekturen.de/beliebte_fehler/masseuse.shtml
« Letzte Änderung: 04. November 2011, 15:34:49 von Low »
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Sie wollte in die Galeries Lafayette.

hmh.

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Re: Aha, da in Hinterindien
« Antwort #1663 am: 04. November 2011, 23:27:53 »

Nicht zum ersten Mal wäre ich beinahe Opfer des globalen Rentnerhandels, eines verdeckt operierenden hinterindischen Gammelfleischsyndikates geworden.

Alle Gazetten beschäftigen sich eingehend mit Kinderschändungen und Mädchenhandel. Von üblen Gefahren, welche mehr oder weniger senilen alten Männern droht, wird nicht gewarnt.
Wieder mal ganz großes Kino in drei Sätzen. C--  ;}
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khon_jaidee

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1664 am: 06. November 2011, 05:38:05 »

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