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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449377 mal)

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Low

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Problem Trinkwasser in Hinterindien
« Antwort #1665 am: 11. November 2011, 21:12:20 »

Problem Trinkwasser                                                                  6. November 2011
                                                          
In einigen Regionen Thailands gibt es gegenwärtig mehr als genug Wasser. Man lebt darin, mehr
aufgeweicht als abgeschnitten. Paradoxerweise herrscht gleichzeitig Mangel an Trinkwasser.
Vor Jahren berichtete ich wenig schmeichelhaft über die Trinkwasserversorgung im Dorf. (1)
Nicht existierende Vorschriften und Prozeduren bei der Wassergewinnung, improvisierte Flaschen-
reinigung, verbunden mit zweifelhaften Abfüllmethoden sind ortsüblich. Deswegen liessen ver-
schiedenen Erkrankungen unmittelbar nach dem Genuß der Flüssigkeit an deren Beschaffenheit
ernste Zweifel aufkommen.
Reines Umkehrosmosewasser in schmutzigen Flaschen wird zum Dreckwasser. Diese Denkweise ist
zu abstrakt und wenig verständlich.
Nach einigen Erfahrungen und berechtigten Zweifeln, investierte ich zehntausend Baht in eine haus-
eigene, bescheidene Umkehrosmosefiltrierung. Damit umgingen wir sämtliche unkontrollierbaren
Einflüsse einer auf dem Chaosprinzip operierenden Institution.

Wenn wir in die Stadt fahren, begegnen wir unterwegs ungewollt dem dörflichen Trinkwasserwerk,
eigentlich einem fundamentalen Bedürfnis zur Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung.
Seit der gefeierten Inbetriebnahme mit Volksfest, Kantoke- und Karaoke-Abend wandelte sich die
Anlage. Das verkaufte Wasser dürfte heute meist minderwertig sein. Das Produkt würde nach einer
behördlichen Prüfung ohne hilfreiche Schmiergelder sicherlich aus dem Verkehr gezogen. Vor einiger
Zeit stellte man das an sich perfekte Verfahren mit Umkehrosmose, wahrscheinlich aus Kostengründen
– Filter sind teuer, ein.
Die Wasseraufbereitung ist nach meiner Ansicht für Dusch- und Spülfunktionen im Badezimmer aus-
reichend. Solches Brauchwasser wird jedoch bereits in Leitungen geliefert. Die Reinigungsstufen für
Trinkwasser sind sehr armselig geworden.

A. Das gepumpte Wasser befreit auf einem bereits farbig oxydierten mehrstufigen Treppchen über
einem ersten Wasserbehälter die Luft von Dieselrückständen und anderen großen Dreckpartikeln.
Mir wurde vor langer Zeit erklärt, das Wasser werde dort mit reinigendem Sauerstoff angereichert.
Wieviel Prozent Sauerstoff enthält unsere Luft? Reagiert nur der Sauerstoff mit dem Wasser?
(Wir besaßen anfänglich ein solches Wasserspiel. Proben aus dem Tank zeigten unter dem Mikroskop
Dieselruß, Pollen, verkohlte Grasfasern und anderen undefinierbaren Dreck. In der Morgendämmerung
zwitscherte hie und da ein gefiederter Freund hoch über dem Treppchen. Gelegentlich plusterte sich
der Sänger auf und ließ etwas Kostbares fallen. Ein Deckel anstelle des Belüftungstreppchens ver-
besserte die Wasserqualität erheblich. Dennoch zeigten sich im stehenden Wasser Luftblasen.)

B. Die teuren synthetischen Wasserfilter in der Dorftrinkwasseraufbereitungsanlage wurden durch
einige stehende Zementrohre voller geriebener Holzkohle und Sand als Filter ersetzt. Eine UV Licht-
quellen zur Bekämpfung bakterieller Verschmutzungen entdeckte ich nicht.
Dagegen benutzen sämtliche Edelkatzen und rammelnden Kater die offenen Sandfilter gerne als
Kotablage. Wir sahen einige abgefüllte Flaschen mit Wasser herumstehen. Grünalgen gedeihen
jedenfalls prächtig darin. Die Nährstoffe, Dünger, dürften folglich vorhanden sein.

Einen Namen für die in Flaschen abgefüllte Brühe fand ich bereits: Katzinger LanNa Edelbräu.
Zum Wohl.

(1)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg35866#msg35866
Re: Geschichten aus Hinterindien: Trinkwasser
« Antworten #128 am: 31. Januar 2009, 14:01:25 »

Diese Geschichte finden sie im Büchlein auf Seite 107.
Die Geschichten aus Hinterindien wurden vom Verlag in Phuket, ausser in der Zeitung, kaum beworben.
 Auch im TIP Shop (Internet) wird das Buch noch nicht angeboten. Stand 6.11.2011.
Im Handel fand ich bisher kein einziges Exemplar. Möglicherweise sind meine alten Augen schuld. Aber
ich ziehe meine Schlüsse daraus. Einen Hinweis für Bestellungen erlaube ich mir trotzdem:

Geschichten aus Hinterindien, 250 B (THAILAND ONLY)
Zahlung in Thailand: Überweisung auf das Konto:
Tourist TIP Phuket
588 2 00748 2
Kasikorn Bank, Lotus Rawai Phuket

eMail: bestellung@tipzeitung.de

Bitte schicken Sie Geschichten aus Hinterindien an folgende Adresse:
Vorname:
Name:
Straße, Nr.:
PLZ:
Ort:
THAILAND
Tel.:
eMail:

Kopieren sie den Banküberweisungsbeleg in ihr Mail.

Mit bestem Dank für ihre freundliche Mithilfe zur geregelten Entsorgung von Altpapier.
Erschrecken Sie nicht: Das Bändchen wurde so klein gehalten, daß man es unter extrem engen
Bedingungen, wie zum Beispiel in der Bordtoilette einer DC3, Holzklasse, lesen könnte.

Freundliche Grüsse aus Johore Bahru,
nachmittags Wetter warm mit heftigem Regen und Sonnenschein,
Low
« Letzte Änderung: 11. November 2011, 21:18:28 von Low »
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Ozone

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Re: Problem Trinkwasser in Hinterindien
« Antwort #1666 am: 12. November 2011, 05:52:04 »

Einen Namen für die in Flaschen abgefüllte Brühe fand ich bereits: Katzinger LanNa Edelbräu.

Biovergorenes Wasser  }}  ;D

Zitat
the Land Department chief handed over 1 million litres of biofermented water

http://www.nationmultimedia.com/national/Seoul-sends-instant-noodles-drinking-water-30168648.html

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Farangs besitzen teure Uhren, Thais haben mehr Zeit

rio0815

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1667 am: 12. November 2011, 10:15:06 »

Holzkohle- und Sand-Filter sind ohne regelmässige Rückspülung ein idealer Brutkasten für Kleinstlebewesen aller Art.
Die siedeln sich regelrecht darauf an.

Ein zur Abwasserreinigung gern genutztes Prinzip, allerdings zur Trinkwasserreinigung kontraproduktiv: Dünnpfiff und Amöbenruhr lauern.

Die sind so  :]

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franzi

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1668 am: 12. November 2011, 11:02:28 »

Wir verwenden eSpring, Kosten 27 000 Bath, Filterwechsel 4000 B, reicht für ca 5000 Liter einwandfreies Trinkwasser (da bin ich als Tiroler Quellwasserkonsument verwöhnt)



fr
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Wenn ich nur "hier" schreibe, meine ich Nakhon Si Thammarat und Umgebung

Low

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Spiel und Spass in Singapur
« Antwort #1669 am: 14. November 2011, 23:22:52 »

Spiel und Spass in Singapur                                                               November 2011

Singapur ist sauber. Relativ sauber. Der letzte Kaugummi erwischte mich etwa 2009 ausgerechnet
in der Orchard Road. Die klebrige Sauerei kombiniert mit Hitze erforderte eine gute halbe Stunde
Reinigungsversuche. Meine eingebauten Warnsensoren wurden durch Alkoholkonsum und betörend
provozierende Vertreterinnen des schönen Geschlechts in den letzten erhältlichen freizügigen Mode-
gags ausgeschaltet.

Der Gummi verteilte sich in spinnwebenartigen feinen Fäden, vom Winde verweht, überall. Hose,
Schuhe, Socken, Hände, Arme waren von der fiesen Attacke eines grandiosen gummispuckenden
zivilisierten Waldmenschen, in Bahasa Malaysia: Orang Utan, (Orang = Mensch, Utan = Wald), betroffen.
Hätte ein beamteter Ordnungshüter den kurzen Blasakt beobachtet und registriert, wäre es für den
hinterhältigen Spucker eine teure Gummientsorgung geworden.
Spass im Land ist verboten und so sehr limitiert, dass das Land unter akutem Babymangel leidet.
Die Regierung erlaubte darauf gezwungenermassen den Handel mit Sexartikeln.
Im prüden Singapur ist Nacktheit in allen Formen ungesetzlich. Sollte ein mit einem Spezialglas von
Zeiss bewaffneter neugieriger Nachbar, es genügen fernöstliche Billigkopien, nackte Menschen in
einer dritten Wohnung beobachten und die Gesetzeshüter aufbieten, gewinnen Zeiss, respektive
dessen Raubkopien in Verbindung mit der Ordnungsmacht.
Kleider ausziehen entspricht in etwa der Präsentation und ungesetzlichem Entsorgen von Sondermüll,
oder dem spontanen oralen Ausblasen gummiähnlicher Substanzen. Als unfreiwilliger Exhibitionist
müsste ich das öffentliche Aergernis verstehen. Der Zeiss könnte bei meinem Anblick möglicherweise
erblinden. Ich verurteile dieses Vorgehen nicht, denn zwecks Erhaltung der moralischen Integrität und
Sauberkeit wurde der Verkauf des formvollendenden Playboy Blättchens im Städtchen ebenfalls verboten.

Gegenwärtig bewegt in Singapur “The full Monty“ die Gemüter. Bei spätnächtlichen Damenparties
in Luxushotels treten öfters männliche Stripper auf. So eine zwanzigminütige Schau kostet 300 S$.
Der total nackte “Full Monty“ dagegen wird von S$ 400 an aufwärts bewertet. Kalkuliere: Eine
ungenormte mini Banane verbucht bereits beim Anschauen S$ 100. Das sind nicht Aktien-, sondern
Eierkurse!
Die Polizei hat im Stadtstaat die Befugnis, bei der Befürchtung obszöner Aktivitäten sogar in Privat-
räume einzudringen. Die übermütigen Stripper geben dennoch nicht auf. Ich dagegen befürchtete
für meinen besonders wertvollen Monty das Schlimmste bereits beim Pinkeln und flüchtete.

Quellen:
New Straits Times, Nov. 14th 2011, Seite 24
http://forum.thailand-tip.com/index.php?PHPSESSID=0d5e22281b46df3ef117567e5c52f0a9&topic=1225.msg1021312#msg1021312
Chemie und Sex – ein einfältiger Bergler in Singha-pur
« Antworten #1632 am: 03. Oktober 2011, 20:32:31 »

Aus Batu Pahat
Low
« Letzte Änderung: 14. November 2011, 23:59:26 von Low »
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rio0815

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1670 am: 16. November 2011, 13:16:23 »

Singapur dürfte der spiessigste nichtmuslimische Staat dieser Erde sein.
No way  {[
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Say_What??

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1671 am: 16. November 2011, 13:43:40 »

mit der grössten Dichte bildhübscher, gebildeter Frauen zumindest in ASEAN
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kauft nur das, was ihr wirklich braucht, und tragt die Kleider, bis sie auseinanderfallen - Vivienne Westwood

jock

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1672 am: 17. November 2011, 08:18:59 »

@rio0815

Wenn ich an die Wiener U-Bahn denke,mir die liegengebliebenen Essensreste -und
Verpackungen,leere Getraenkedosen und Fahrgaeste mit duftenden Kebab in Erinnerung
rufe,wuenschte ich,ich waere in Singapore.

Ich erinnere mich auch daran,dass es sich eingebuergert hat,gerade dort wo man geht
und steht,Zigarettenkippen und sonstigen Mist auf der Strasse zu entsorgen,obwohl es
10 m weiter einen Mistkorb gibt.
In Singapore nicht denkbar.

Wie anders,als durch drakonische Strafandrohung waere es moeglich,dass sich die ver-
schiedenen Ethien in Singapore dazu aufraffen,einen so hohen Level an Sauberkeit und
Korrektheit einzuhalten.

Dass oeffentliche Obzoenitaeten verboten sind,soll keinen verwundern.Auch andere westliche
Laender haben die entsprechenden Paragraphen.Italien zum Beispiel stellt unter Strafe,wenn
jemand im Strandausfit eine Stadt besuchen moechte.
Wer ein erotisches Abendteuer in Singapore sucht,wird fuendig.Es ist halt nur nicht so unkompliziert
wie in Thailand.

Was die Spiessigkeit angeht,so lese man die Gesetze der Bundesstaaten der USA.

Kopfschuetteln und lachen garantiert !

Jock
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rio0815

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1673 am: 17. November 2011, 10:01:31 »

Auch unser Drwkempf ist ein grosser Singapur-Fan, seine Antwort hatte ich hier eigentlich erwartet, und Sauberkeit und Ordnung sind schon was Feines.
Da verweist man dann im Zweifelsfall auf bekloppte uralte Gesetze irgendwo in den USA, die niemand mehr anwendet, und alles ist irgendwie ok.

Dass Singapur eine spiessige Diktatur ist, mit Prügelstrafen und so, stört da nicht weiter, denn es ist ja so schön sauber.  :]

Ich ahne schon die nächsten Antworten, ich kann sie quasi jetzt schon im Geiste lesen, die mir erklären wollen, wie frei und demokratisch Singapur doch sei  :-X
Ein Vorbild für den Rest von ASEAN sozusagen...

Is scho recht  {--
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hmh.

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1674 am: 17. November 2011, 14:32:42 »

Singapur ist klasse!  :-* Eine der angenehmsten Städte der Welt!
Daß sich da kleine Gauner, Kifferopas und sonstige Dreckwuzerl nicht wohlfühlen, kann allen anderen nur recht sein!  }}
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Isan Yamaha

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1675 am: 17. November 2011, 14:59:11 »

@hmh,
da wollte doch jemand,die ersten 100 Bücher,von Low Geschichten aus Hinterindien,in einem besonderen Band binden,hat
der das gemacht. ??? ???
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nompang

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1676 am: 17. November 2011, 17:09:13 »

Vermutlich wurden die Schnürsenkel noch nicht geliefert :]
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Eine Stunde zu spät ist relativ pünktlich....Einstein in Thailand.

Low

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Ohrwürmer aus Batu Pahat
« Antwort #1677 am: 17. November 2011, 21:56:28 »

Danke für die zahlreichen Zuschriften. Ich vergesse Singapur und widme mich dem Thema:

Ohrwürmer aus Batu Pahat                                                                              14. Nov. 2011

ACHTUNG: Diese Reportage ist für Menschen mit Reizmägen denkbar schlecht geeignet.

Zum besseren Verständnis erkläre ich den einschlägigen Begriff Ohrwurm. Wie in manchen der
Geschichten sind die Interpretationen vieler Ausdrücke eindeutig zweideutig.
A.
Ohrwürmer, Forficula auricularia, sind weit verbreitet. Sie sind für Menschen ungefährlich. Während
Jahrhunderten wurden die Tierchen pulverisiert als Medizin gegen Ohrenkrankheiten und Taubheit
verabreicht. Dieser Missbrauch geriet mit Ausnahmen in Vergessenheit. Der lateinische Name auricula,
von auris „Ohr“, blieb erhalten.
Die Zangen der possierlichen Tiere werden bei der Jagd auf kleine Insekten, zur Flügelentfaltung und
zur Verteidigung benutzt.
Steintischmythen zufolge krabbeln Ohrwürmer schlafenden Menschen in die Ohren, durchtrennen mit
ihren scharfen Zangen Trommelfelle und legen ihre Eier ins durch Alkohol aufgeweichte Gehirn.
B.
Nicht nur Rock-, Folk-, Jazz-, und Popmusik, sondern Teile aus Opern, Operetten und klassischer
Musik konnten sich zu Ohrwürmern entwickeln. Der Musikwissenschaftler und Pädagoge Hermann
Rauhe sieht Motive aus nur drei Tönen, sie prägen sich durch ständige Wiederholungen ein, als
Grundlagen für die Entwicklung zum Ohrwurm.  Jahrzehnte überdauernde Evergreens, beinhalten
nach zwei- oder dreimaliger Wiederholung des Motivs eine Überraschung. Sie könnte beispielsweise
aus einem besonders erregenden Tonsprung bestehen, wie etwa der Sextsprung bei “Tea for Two“
(1) oder “Strangers in the Night“ (2). Die Ausstrahlungskraft der Interpreten, hübsche Interpretinnen
nicht vergessen, die benötigen ausser geliftetem Balkon öfters nicht einmal Talent, sind bei der
Entwicklung zu Evergreens bedeutungsvoll. Griffige und eingängige Text- und Musikpassagen innerhalb
eines Musikstückes steigern den Wiedererkennungswert enorm und ermöglichen die Reproduzierbarkeit
aus der Erinnerung.  Aha, Da, da, da. (3)
C.
Auf unseren Kurzexpeditionen ins LanNa Hinterland treffen wir überraschenderweise immer wieder
auf neue Erkenntnisse. Eine eigene Meinungsbildung darüber überlasst der Berichterstatter den
kritischen und den weniger kritischen Lesern.
In der kaum bekannten Metropole Batu Pahat lebt Herr Tan Guan Seng im Bezirk Taman Bandar.
Er ist 44 und lernte eine gewinnträchtige Ohrentherapie von seinem Vater Klang Toh. Der alte Herr
verstarb, siebzig Jahre alt, vor zwei Jahren.
Herr Tan, traditioneller Heilpraktiker, behauptet:
„Würmer können in den Ohren der meisten Menschen gefunden werden.“
Ich bin nicht Mediziner, stiess dennoch wiederholt auf Würmer in anderen Körperöffnungen der
Bewohner(innen) Hinterindiens. Vielleicht sind Därme noch ergiebiger als Ohren.
Tan empfiehlt seine Behandlung bei Zahnschmerzen, verstopfter Nase und Ohrenbeschwerden.
Er benutzt für seine Wurmkur eine Mischung aus sechs Kräutern, welche er während zwei Wochen
in Kokosöl einlegt.
Einen Suppenlöffel dieser Mixtur gibt er auf einen heissen Backstein. Ein grosser Metallkonus in der
Form einem alten Fonografenrohr ähnlich, leitet über einen Kunststoffadapter während fünf Minuten
Rauch und Dämpfe ins Ohr.
Dann fallen die Würmer mit einer Länge von etwa 5 Millimetern wie reife Aepfel. Der grösste Behand-
lungserfolg waren hundert Würmer aus beiden Ohren.
Herr Tan kann nicht erklären, wie die Tiere ins Ohr gelangen. Er weiss nur, dass seine Methode wirkt.

Quellen:
New Straits Times, Streets Johor, Your News, 14.Nov.2011, Seiten 4-5
Sim Bak Heng, Batu Pahat: Ear comes the worm buster
http://www.stupidedia.org/stupi/Ohrwurm
(1)

(2)

(3)

Doppeltes Happy End in Hinterindien
« Antworten #1661 am: 31. Oktober 2011, 17:04:09 »

Vor Würmern abgehauen, warum warten die nicht - bis sie in einer gediegenen Holzverpackung
beliebig nagen können - aus Melaka
Low

Böse Zungen behaupteten vor Jahren, dass im schweizerischen Freiburg Särge Löcher haben,
damit die Würmer kotzen können.

« Letzte Änderung: 17. November 2011, 22:05:13 von Low »
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Kern

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Re: Ohrwürmer aus Batu Pahat
« Antwort #1678 am: 17. November 2011, 23:23:39 »

Kleiner Auszug aus einer Geschichte, die u.a. von einem weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannten Ohrwurm-Illusionisten handelt:


Steintischmythen zufolge krabbeln Ohrwürmer schlafenden Menschen in die Ohren, durchtrennen mit
ihren scharfen Zangen Trommelfelle und legen ihre Eier ins durch Alkohol aufgeweichte Gehirn.



 :D       :]      {*
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1679 am: 22. November 2011, 22:18:58 »

Lieber Low,

da kannst Du auch mal sehen, wie weitsichtig Dein Nachbar in Hang Dong agiert.
Sicher hat Khun Kleptomanowitsch seine Wurmproduktion längst auf ohrgängige
Tierchen feinjustiert und beliefert  möglicherweise die heilenden Praktiker nicht
nur in Hinterindien..  :)

mfg kmr
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