Asche auf mein Haupt, Gin in den Magen Aschermittwoch 2012
Fortsetzung:
Was trinkst du, wenn du nicht schlafen kannst?
Einen Wach-holder!
Einem beinahe unerschöpflichen Thema widmete ich, ohne erbärmliche Lügen, einige Erzählungen. Alleine in
diesem Jahr beschrieb ich mehrmals weibliche Wünsche betreffend Henkelware.
Als Jock bemerkte:
„Hoch ist jedoch deine Meinung von der tausend Wochen alten Schwägerin. Sie kennt immerhin das Kaufhaus
Galeries Lafayette und ihr Wunsch, dort einzukaufen, zeugt von einem erlesenen Geschmack,“ fragte ich mich,
ist das Ironie oder Sarkasmus? Vergaß ich ein Wort?
Diese Frau, hübsch verwöhnt, modebewußt, ist immer sehr freundlich. Ihr Wissen betreffend Galeries Lafayette
stammte nicht aus einer Bildungsanstalt. Eher von teuren Hochglanzseiten reich illustrierter Mode-Magazine,
beispielsweise ’Her World’, Singapur. Daher rührte ihr ebenso erlesener Geschmack. Meiner teilweise auch.
Da wurden nebst fragwürdigen Figuren, Frisuren und Uhren, Täschchen und Taschen von Louis Vuitton, Gucci,
Fendi etc. in Bild und Text so ausführlich beschrieben, wie in Auto(fach)zeitschriften die neuesten BMW oder
Bugatti auseinandergenommen werden.
Die Bezugsquellen im Singapur der frühen siebziger Jahre waren rar. Das Ende aufwendiger Analysen der
Modeaccessoires endete üblicherweise mit der Aufzählung - erhältlich bei: Bucherer, Luzern; Galeries Lafayette,
Paris; Harrods, London und Tiffany, New York. Heutzutage ist das wesentlich einfacher (Internet, Her World,
Maus, Ctrl c, Ctrl v):
The article is available from Low’s boutiques at Takashimaya, Level 2, Tel: 9738 5919; ION Orchard, #03-21,
Tel: 6509 8139; Paragon, #02-02/03, Tel: 6235 0498 and The Shoppes at Marina Bay Sands, #B1-146,
2 Bayfront Avenue, Tel: 9738 5919. (Feb. 2012)
Xiao Zie, die kleine Schwester, besuchte uns. Es waren nur 450 lumpige Kilometer bis Paris. Wir wohnten an
der ehemaligen Hauptstrasse Bern – Paris, in der Nähe der Neubrücke, Baujahr 1535, wo Postkutscher vor
150 Jahren fluchend am Steilhang ihre Peitschen gebrauchten. Je nach Gelände mußten die Pferde alle zwei bis
vier Stunden ausgewechselt werden. Nach 15 - 20 Stunden wurde auch der Postillon abgelöst. Vor Erschöpfung
konnte der weder blasen noch peitschen.
Ich arbeitete einige Tage in einem Labor in der Seine-Stadt. Später, frisch verheiratet, hatte ich hübsche Begleitung
an einer Konferenz. Das Kaufhaus betraten wir jedoch nie. Ich hatte keine Lust, wegen einer Tasche hinzufahren.
Der Louvre und La Gioconda dagegen, wären trotz eines Kleinkindes gute Gründe gewesen.
Hierzulande kennen Einheimische das Universum kaum und wenn, wird es auf die Größe eines Kindskopfes
geschrumpft. Da ist kein Platz mehr vorhanden für Hawking, seinen Rollstuhl und seine Theorien um die
schwarzen Löcher. Deshalb ist es kaum vermessen, eine Weltstadt auf einen Gemischtwarenladen zu
reduzieren. Sie bewegt mich immer noch, diese nicht gemachte Reise.
Beim Abbrechen meiner Zelte in Europa, konnte und wollte ich nicht Mengen Fotos und Souvenirs von
zahlreichen Reisen als Erinnerungen mitnehmen. Es war fast wie sterben und schmerzhaft, mich von all dem
Gerümpel zu verabschieden und zu trennen.
Aber nach dem Schreiben von ’Keine Schulreise’ fühlte ich mich bei den vertrauten Akkordeonklängen aus dem
Internet und einem Glas Pastis wie in Paris. (1) Durch den Bambus schimmerte die Seine. Auf der Place Vendôme
im Vorgarten gurrten die Tauben. (2) Plötzlich war ich von Parisern umgeben. Der Lao Khao eines Clochards
verwandelte sich in billigen Rotwein. Und als Madame elegant im Costume heranstöckelte, sagte ich leise:
“Bonjour Tristesse!“ (3, 4)

Notre Dame und Sarong Kebaya in Paris
(1)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg1036922#msg1036922(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Place_Vend%C3%B4me(3)
http://www.marquise.de/de/index.html(4)
http://de.wikipedia.org/wiki/Bonjour_tristesseWäre ein kleiner Spaziergang angenehm? Der Name paßt hervorragend:
Pink Martini - Je Ne Veux Pas Travailler