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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449818 mal)

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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1740 am: 14. Februar 2012, 18:57:18 »

Zur Zeit ist auch der Adelboden nicht mehr zu sehen.
Dafür bietet verschwenderisch und edel Kristallines die Basis für  perfekte Hygiene. :)
> echt COOL <
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Cee

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1741 am: 16. Februar 2012, 00:13:53 »

Lieber Low

Seit einigen Tagen bin ich stolzer Eigentümer Deines Büchleins: "Geschichten aus Hinterindien" in der gebundenen
Ausführung. Der hmh hatte ein Herz und sandte mir das Schmuckstück per Post in mein Feriendomizil auf Phuket.
 
Vorweg ist schon mal die Aufmachung der Sendung eine Augenweide. Vier wunderschöne Briefmarken mit
Tänzerinnen in glitzernden Kleidern und drei "Tempelschlangen", verzieren den Paketumschlag.

Das Büchlein ist edel aufgemacht- ich würde allen Interessenten anraten, die gebundene Ausgabe zu wählen.

In den auserwählten Geschichten liegt genau die Spannung, mit welcher unser Low die TIP- Familie über
Jahre hinweg zu begeistern und zu fesseln vermochte.

Als ich in Deinem Büchlein zu blättern und zu lesen begann, lieber Low, war es, als würde ich in einem
Fotoalbum zu einer soeben erlebten Hochzeit blättern, bei der ich als Gast, selber dabei war.

 :)
Cee  
« Letzte Änderung: 16. Februar 2012, 00:34:09 von Cee »
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Low

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Keine Geschichte aus Hinterindien
« Antwort #1742 am: 16. Februar 2012, 00:18:09 »

Herzlichen Dank, Cee ...

Mitte, kalter, Februar in DACH 2012

Danke kmr für die Bilder von Adeleis.
Würdest denn Du Deinen Allerwertesten mit Eiskristallen verkratzen?
Das Zeug ist so kalt, Du fühlst nicht mehr, wenn Blut fließt.
Ich verletzte einst als Knabe meinen Schädel an einem tiefgefrorenem Kuhfladen, blutete wie ein schlachtreifes
Schwein und fühlte gar nichts, bis ich nicht mehr sehen konnte.

Amundsen, Bering, Scott und ihren Kameraden, ebenso Knud Rasmussen gedenke ich in tiefer Ehrfurcht. Meine
ungelöste Frage ist immer noch, wie konnten diese Leute bei solchen Temperaturen ihr Wasser abschlagen?
Mein Ding verzog sich bereits bei geringer Kälte ungreifbar in die wärmende Bauchhöhle zurück.

http://www.nationalgeographic.de/entdecker/knud-rasmussen
« Letzte Änderung: 16. Februar 2012, 01:03:44 von Low »
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1743 am: 16. Februar 2012, 04:15:07 »

Tja Low, Du hast es wirklich nicht einfach.
Entweder es ist zu kalt, oder Du kannst nicht malen..
Wenigstens schreibst Du recht ordentlich. ;-))

Bleib tapfer!
Gruß, kmr
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Low

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Gefühlte Zensur in Hinterindien
« Antwort #1744 am: 17. Februar 2012, 01:10:10 »

Gefühlte Zensur                                                                                                                            11. Dez. 2011

Sonntag. Ein nebliger, kühler Wintermorgen im Dorf.
Baumaschinen dröhnen. Die Gemeinde muß auf Befehl der Bank, Hauptsitz im teilweise überschwemmten
Bangkok, aufgefordert durch Kleptomanewitsch, das aufgerissene, das Dorf vor Fluten rettende, noch nicht
im Besitz befindliche Land sanieren. Die Überschreibung dürfte dauern, solange irgend ein Schlitzauge, es
könnte allenfalls ein Schlitzohr sein, Profit daraus schlägt.

Leider sitzen die Manager und Direktoren der Finanzinstitute so hoch oben in ihren Wohlstandstürmen, daß
sie den barocken Engelein in die Unterwäsche schauen könnten. Außer Dominique Gaston André Strauss tut
das selten einer. (1) Aber die vergeuden auch keine Blicke hinunter auf das Elend der arbeitenden, absaufenden
Mehrheit und die schmierigen, stinkenden Pfützen und Seen auf den Strassen.
Die Instruktion war wohlüberlegt. Erst benötigt die Gemeinde Geld zum Graben auf Land, das rein rechtlich der
Bank gehört. Weitere Kosten entstehen durch das Wiederherstellen des ursprünglichen Zustandes. Spätestens
bei der nächsten Flut, wird dann wieder gelocht, damit der Wasserpegel um die Häuser, sie sind meist Eigentum
von Finanzinstituten, niedrig bleibt. So vermehren sich Kapital und Zinsen! Und wenn Buddha will, gehören die
Grundstücke dann immer noch den Banken und deren übereinandergestapelten kapitalistischen Magiern.

10 00: Ich sitze am PC. Das Internet ist selektiv gestört. (2) Thaiadressen funktionieren. Schweizer Zeitungen
sind unzugänglich. Das TIP Forum ist gesperrt. CNN, Spiegel und die WELT sind abrufbar. Hotmail funktioniert.
Mindestens der Junk Mail Ordner ist gut gefüllt. Radioempfang über Internet ist möglich. Gegen elf Uhr habe ich
Zugang zum Blick. Die TIP Zeitung funktioniert teilweise.
12 30: Vergeblicher Versuch ins TIP Forum zu gelangen. ST ist ebenfalls gesperrt. Die Postille FARANG kommt in
lebensfrohem Rot daher. Der Bund, Bern - CH, rot – schwarz – gelbgold, dagegen ist gesperrt. (3)
Der Nebelspalter vermag den Nebel nicht zu spalten. Die Sonne auch nicht. Für den Schweizerischen Beobachter
gibt es nichts nicht beobachten. So selektiv funktionierte der Kriegsraum noch nie. Entweder gelang das
Meiste oder gar nichts. Der Blick kommt nur mit Mühe durch. Und manchmal heißt es:

You are not connected to the Internet.
The website is encountering problems.
There might be a typing error in the address.


Weltwoche, Tagesanzeiger und NZZ gehören ebenfalls zu den bösen Ausgesperrten. Ich fühle mich eingesperrt.
Ist das eine zeitlich beschränkte Übung?
13 00: TIP Forum out. Chet Baker Trio: Blues In The Closet, in.
14 00: Der Oberbefehlshaber befiehlt: ’Übungsende’! (Alkoholfreies Mittagessen für die qualifizierten Internet-
schergen.) Freier Zugang für Vaterlandsverräter ins ganze Netz ohne Blockaden. (2011!)

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Dominique_Strauss-Kahn
(2)
http://www.nytimes.com/2011/10/03/world/asia/03iht-thailand03.html?pagewanted=all
http://www.melonfarmers.co.uk/thread00013_internet_censorship_in_thailand.htm
http://www.post-gazette.com/pg/11276/1179426-82-0.stm?cmpid=news.xml
(3)
http://www.nationalflaggen.de/regionen/flagge-bern.html

« Letzte Änderung: 17. Februar 2012, 01:30:45 von Low »
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Bruno99

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1745 am: 17. Februar 2012, 09:47:48 »

gut geschrieben Low   ;}

an der Internetstabilitaet koennte man noch einiges verbessern.
Vielleicht wuerde man dann auch vergessen, dass eben die Zensur nicht nur gefuehlt sondern echt ist  :-X
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Wer Politik und Moral auseinander halten will,
versteht von beidem nichts.
Jean-Jacques Rousseau

Low

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Schulreisen in Hinterindien
« Antwort #1746 am: 20. Februar 2012, 12:13:17 »

Schulreisen                                                                                                                            Januar 2012

Bereits im Dezember kündigte die Schule eine lebenswichtige, mindestens zwei-, eventuell dreitägige Reise
nach Sukothai an. Nach den Ereignissen im Pfadfinderlager und der Weigerung der Schulversicherung, für
Mowgli in Zukunft bei Schadenfällen Leistungen zu erbringen, war ich dagegen. Sollte ich voraussehbare
Ambulanzkosten für eine Überführung von Sukothai nach Chiang Mai vergüten und damit meine Leber mit
einem vermeidbaren Schnapsentzug schädigen?

Mowglis 30 Baht Versicherung vergütete vor einem Jahr, ausgenommen Paracetamol, keine Untersuchungen
wie MRI und die dazu notwendige Injektion von Gadolinium. Diese Kosten, 15`000 Baht, gingen auf mein Konto,
denn ohne vorherige Bezahlung erfolgte diese aussagekräftige Untersuchung nicht. Die Schulversicherung
verweigerte nach erfolgter Diagnose die Zahlung. Als wir mit Anwälten und Gerichtsverfahren drohten, wurde
nach drei Monaten der Betrag in monatlichen Raten von 3000 Baht abgestottert! Wer bereicherte sich an den
bescheidenen Zinsen? Rechnen die etwa mit der fast krankhaften Vergeßlichkeit der Leute? Beim Kassieren
gab es Tage, da bemüßigte sich bereits nach zwei Stunden einer der Herren und forderte Dick auf:
„Khun Dick, kommen sie bitte morgen oder besser - nächste Woche wieder, das Geld muß erst beschafft werden,
khrap!“
Dick antwortete: „Bitte beschaffen sie, kha. Ich warte, khaa. Noch ist Benzin nicht gratis, khaaa.“

Nach meiner Weigerung, Mowgli risikobedingt an der Reise  teilnehmen zu lassen, lud der neue Schuldirektor
Dick zu einem Gespräch ein. Er sagte, die Schule würde Verantwortung und allfällige Kosten im Schadenfall
voll übernehmen. Diesen Spruch verlangte ich schriftlich. Wir wurden vertröstet und erhielten nie eine briefliche
Bestätigung.

Weil am Montag Lehrertag war, wurde die Reisedauer ohne große Ankündigung auf einen Tag verkürzt. Die
Kinder sollten jedoch am Dienstag um vier Uhr in der Frühe reisebereit in der Schule sein. Die Rückkehr war
auf neunzehn Uhr festgelegt. Ich überlegte, bei einer Reisezeit von insgesamt acht Stunden, müßten sechs
Stunden für Besichtigungen, Essen, Spiel und Spaß genügen. Für einen Tag verzichtete ich auf Widerstand.

Mowgli stand um drei Uhr auf und war vor vier in der Schule. Alle Kinder warteten auf einige Lehrer, welche
sich selbst nicht an festgelegte Termine hielten. Es war bereits sechs Uhr, als die Reise endlich begann.
Mowgli telefonierte um die Mittagszeit, daß sie noch nicht in Sukothai eingetroffen seien. Verzögerten
unqualifizierte Radwechsel oder akute Durchfallerkrankungen die Fahrt?
Normalerweise reist man von Chiang Mai in vier Stunden nach Sukothai. Es sei denn, man ist mit einem
Tretesel oder zu Fuss unterwegs. Als die Schüler endlich im historischen Park eintrafen, fand keine Besichtigung
per Fahrrad statt. Die Zeit dafür reichte angeblich nicht mehr. Die neugierigen Sprößlinge absolvierten eine
zwanzig Minuten dauernde Rundreise im Spezialfahrzeug. Dann ging es zurück in den Bus. Während eines
Marktbesuches der Lehrerschaft unterwegs, verharrten die Kinder etwa eine Stunde im Fahrzeug.
Um einundzwanzig Uhr durften wir Mowgli von der Schule abholen. Der Rest der Woche war schulfrei.

Wir dürfen annehmen, daß Bildungsreisen im Sinne der Vaterlandskunde großzügig subventioniert werden
und extrapolierten anfallende Kosten auf mindestens vier Tage.

Für solchen Unsinn werde ich mit der Gesundheit des Knaben nicht mehr spielen.
Mündliche Vereinbarungen darf man ohne Garantieschein getrost vergessen.

Die Kinder hatten Glück mit Sukothai. Neulich beobachteten wir mindestens sechs VIP Riesenbuße aus Phayao.
Sie beförderten Scharen rotbekleideter Schüler. In Chiang Mai besichtigten sie als besonderes Erlebnis, den
nicht antiken, dennoch bedeutenden Konsumtempel Airport Plaza.
« Letzte Änderung: 20. Februar 2012, 12:23:30 von Low »
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norwegerklaus

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1747 am: 20. Februar 2012, 21:01:39 »



Mal wieder eine Geschichte aus dem Thailandleben, die mir im Sinn her  irgendwie bekannt ist.

Verantwortung und Planung sich herausragende Dinge im hiesigen Alltag C--

Mann und Frau ist hier halt so, bei solchen geförderten "Bildungsreisen"!

Nicht verzagen........

Gruß Klaus
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Freiheit ist das Einzige, was was man nicht haben kann, wenn man nicht gewillt ist sie auch Anderen zu geben!

Geht nicht gibs nicht! .......www.norwegerklaus.de

Low

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Keine Schulreise
« Antwort #1748 am: 22. Februar 2012, 13:53:43 »

Keine Schulreise

Als bemerkenswerte Ergänzung der Geschichten zu ’Schulreisen’ fiel mir ein:

Meine graziöse Schwägerin aus Singapur war um die tausend Wochen alt. Sie wollte unbedingt nach Paris.
Das war ihr grosser Traum. Sie sprach kein französisch. Sie kannte die Nouvelle Cuisine und auch ihre Schöpfer
- Michel Guérard, Fernand Point und Paul Bocuse nicht. (1) Edle Getränke in Flaschen waren für sie Cola und
ganz am Rande, für glatzköpfige, angegraut schmuddelige, feiste, rülpsend rauchende, ältliche Männer - Bier.
Sie besorgte es zu Ikan Bilis für Gäste ihres wohlhabenden Vaters. (2)
Sie hatte weder Interesse am Eiffelturm, dem Tour d’ Argent, (3) dem Triumphbogen, der Basilika Sacre Coeur
auf dem Montmartre, dem Musée d'Orsay, der Avenue des Champs Elysees, dem Moulin Rouge mit und ohne
Cancan, der Kathedrale Notre-Dame de Paris, noch am Louvre. Sie wollte in die Galeries Lafayette. (4)

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Nouvelle_Cuisine
(2)
http://gourmettraveller.com.au/ikan-bilis-with-peanuts.htm
(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Tour_d%E2%80%99Argent
(4)
Warenhaus seit 1893
40 Boulevard Haussmann,
75009 Paris
http://www.galerieslafayette.com/

http://www2.galerieslafayette.com/international/goFolder.do?f=guide_de&lang=de&fontLang=latin

Stierenkacke-Kennzahl: 0.04
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1868.msg1035449#msg1035449


Die Geschichte ist fast unfreundlich kurz und komprimiert. Sie beschäftigte mich ein halbes Leben lang. Einige
Leser(innen) benötigen eventuell zum Verständnis einen Nachbrenner. Lesekrücken, wie Kunststoff- Eiffeltürme
und Triumphbogen, ein Glas Pastis oder Pernod zu Musette-Klängen sind wärmstens empfohlen.
Aus Stichworten, wie Arc de Triomphe, schrieb Erich Maria Remarque einen ganzen Roman von 498 Seiten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pastis
http://de.wikipedia.org/wiki/Pernod
http://de.wikipedia.org/wiki/Musette_(Musik)




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jock

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1749 am: 22. Februar 2012, 14:52:11 »

@Low

Ich verneige mich vor einen grossen Meister des geschriebenen Wortes.

Doch diesmal rief es bei mir ein ein Brauenhochziehen hervor.

Die in feinen Worten ausgedrueckte Demuetigung,verstaerkt durch die
Angaben der "Links",lassen schliessen,was du von der Memberschar haelst.

Hoch ist jedoch deine Meinung von der tausend Wochen alten Schwaegerin.
Sie kennt immerhin das Kaufhaus Galeries Lafayette und ihr Wunsch,dort
einzukaufen,zeugt von einem erlesenen Geschmack.

Wir Maenner,waeren schon froh,wuessten wir,was in dem Kaestchen drin ist oder war,
das Katrin Deneuve als Belle de Jour zurueckschrecken liess.

Da du,nicht an Frankophobie leidender Genussmensch,mehr Kenntnis darueber zu haben
scheinst,lass es uns doch wissen : Was war in dem Kaestchen  ?


Jock
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Low

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Asche auf mein Haupt, Gin in den Magen
« Antwort #1750 am: 24. Februar 2012, 10:49:17 »

Asche auf mein Haupt, Gin in den Magen                                                                       Aschermittwoch 2012

Zwecks Kürzung und logischer Abfolge teilte ich den Aufsatz ’Asche auf mein Haupt, Gin in den Magen’ als
Antwort @Jock und beginne mit dem zweiten Teil.

Es gibt so viele Variationen der Geschichten, wie es Leser gibt. Jeder versteht etwas anderes. Traurig ist,
wenn oft nur Wörter eines Satzes den Weg zum Leser finden. Der Sinn, die Aussage der Kombinationen
bleibt dann im Verborgenen. Eindeutige Zweideutigkeiten gehen verloren. Noch schlimmer für den Verfasser
ist es, wenn jemand in eigentlich freundlichen Zeilen Denunziationen findet. Das grenzt an sektenartige
Bibelinterpretationen.

Jock:
„Die in feinen Worten ausgedrückte Demütigung, verstärkt durch die
Angaben der "Links", lassen schließen, was du von der Memberschar haelst.“


Das sind je nach Betrachtungsweise bösartige bis unflätige Unterstellungen. Veräppelt im Sinne des Wortes
werden die Leser nicht von mir, sondern im iPhone Thread!
Wenn einer unter einfachen Verhältnissen Jahrzehnte in Reisfeldern lebt, hat er öfters seine liebe Mühe, das
richtige Wort zu finden. Deshalb schaue ich zur Sicherheit nach und scheue mich selten, betreffende Links zu
veröffentlichen. Noch bin ich nicht Minister und kann mir das erlauben.

Über ein erlebtes Beispiel mühsamer Wort- Wahl und Findung, es kostete mich einige Zeit, schreibe ich gerne.
Das nächste Mal könnte es sich, an Stelle von Nachdenken, als hilfreich erweisen.
Wie Herr J. Bond im Dienste Ihrer Majestät, trinke ich diesen Cocktail selten aber gerne. Gerührt oder geschüttelt
ist mir egal. Wie heißt das Getränk schon wieder? Mutinity, äh nein. Mama Mia, … Martinazzi. Mein Vater übersetzte
diesen Namen gekonnt mit: “Nasses Marti!“
Marti hiess eine Tante. Sie sah aus, wie Tanten in alten schwarz-weiss Filmen eben aussehen. Im Regen erlebte
ich sie nie. Bedauerlicherweise war ich nie besonders nett zu ihr.

Meine Festplatte rotierte während Tagen weiter: “ M…, m...  Martini? Martini Dry. Trockener Martini.“
Der hat mit Martini meist gar nichts zu tun, sondern vor allem mit destilliertem Wachholder, Fachhochdeutsch Gin.
Je mehr Gin, desto trockener.
Ein lieber Freund, Dr. med. H.J. Ryssel †, führte mich über Monate geduldig in die korrekte Zubereitung edler
Martinis ein. Es gibt Fanatiker, die Martini-Fundamentalisten. Sie gießen Martini über Eiswürfel und schmeißen
dann die teure Flüssigkeit wie gezündetes Feuerwerk weg. Das angefeuchtete Eis wird danach in Wachholder
ersäuft. Das ist praktisch der trockenste Martini, den man sich vorstellen kann, aber noch lange nicht der Beste.
Sir Winston Churchill soll sich geäussert haben:
“Der trockenste Martini ist eine Flasche guten Gins, die mal neben einer Wermutflasche gestanden hat.“

Der feinste Martini wird nicht mit Martini zubereitet, sondern mit einem trockenen Wermut aus Südfrankreich,
einem Kaff in Okzitanien namens Marseillan. (1) Wir besuchten diese kulinarisch ergiebige Gegend am Mittelmeer.
Der Name entfiel mir, weil wir das Zeug in Lan Na Land nicht kaufen können. In Singapur ist es wohlfeil.

Den besten Martini rührte Dick mit spärlich trockenem okzitanischem Noilly Prat an. (2) Gerührt oder geschüttelt
spielt eine Rolle. Geschüttelte Martinis haben eine stärker antioxidative Wirkung als gerührte. Das Eis muß im
Gegensatz zur Barkeeperin knackig kalt sein.
 
Wie viele Martinis man ungestraft zur Brust nehmen darf, beschrieb Dorothy Parker um 1920: (3)

I like to have a martini,
two at the very most.
After three I’m under the table,
after four I’m under my host!“


(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Marseillan_(H%C3%A9rault)
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Noilly_Prat
(3)
http://www.imdb.com/name/nm0662213/bio

Fortsetzung folgt
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1751 am: 24. Februar 2012, 12:24:04 »

lieber Low,

ich finde Deine Quellenangaben sehr hilfreich. Es kommt gar nicht so selten vor, dass ich mein neues Wissen dort gen noch etwas vertiefe.

Beim Martini hilft allerdings nur ein Quellenstudium der Art, dass man sich an eine Quelle begibt, aus der bester Gin fließt.

Wolfram
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Tu ne quaesieris scire nefas quem mihi quem tibi finem di dederint

Roy †

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1752 am: 24. Februar 2012, 14:05:12 »

Nun las ich das Werk das... (ich weiß nicht... Zuerst begeistert mit der Schreiber  hier. Dann das Probedruck von hmh in überarbeitet Form... Ich bewunderten da eine echte Editor-Kollegenleistung (und dazu war ich mit meinen halben Hirn nach der OP...
Und bei der viel Zeit las ich es dann nebenbei nochmal, Stückchen und Stückchen wie eine Torte...
Und dann das professionelle gebunden deutsche Druck-Leistung als Geschenk von hmh... nochmal danke!
Ich halte mich selbst nach mehr als 20 Jahren Aufenthalt in dieser weitläufig wunderschönen Land (nur hochhackige Schuhe und Eisenstange auf Kopf mag ich nicht so sehr ...
Habe die Vermessenheit, den Titel als Thailandkenner beanspruchen! Und das Leben auf der Lande kenne ich auch, aufgewachsen in einem Kaff in Niedersachsen. Auch ich entdecktet Ähnlichkeiten. Und in der Schweiz war ich auch einige Jahre...


Habe dort sogar die Fastnachtzeitung in Kerzer gesetzt auf Berndütsch... damals noch auf der Linotype... Schreiben konnte ich den Dialekt besser als sprechen! Sogar einige Buchstaben Verbesserungen sind mir gelungen!
Die Spargeln war das Beste und dazu eine Wysse von der Neuenburgersee..
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Low

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Floh im Ohr aus Hinterindien
« Antwort #1753 am: 25. Februar 2012, 12:51:21 »

Herzlichen Dank Roy. Hoffentlich entsprechen die Texte der professionellen Gestaltung.

Du hast mir mit dem Seelandspargel einen Floh ins Ohr gesetzt. Das Gemüse entbehrte ich lange Jahre.
Vielleicht gibt es dieses Jahr einige Stangen in der Schweiz, Importware ganz sicher.

Weine vom Jura Südfuß dagegen sind verbreitet. Ganz in der Nähe von Kerzers steht der Mistelacher Berg,
bekannter als Mont Vully. Auch dort wächst angenehmer Chasselas.
Meine kleine Enkeltochter lutscht lieber Korken an Stelle von Nuggi, (Schnullern) aus Kunststoff. Ein Grund
mehr, ein Fläschlein oder zwei zu öffnen.

Gesundheit!
Low


« Letzte Änderung: 01. März 2012, 07:11:29 von Kern »
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Low

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Asche auf mein Haupt, Gin in den Magen
« Antwort #1754 am: 27. Februar 2012, 10:10:15 »

Asche auf mein Haupt, Gin in den Magen                                                                               Aschermittwoch 2012

Fortsetzung:

Was trinkst du, wenn du nicht schlafen kannst?
Einen Wach-holder!

Einem beinahe unerschöpflichen Thema widmete ich, ohne erbärmliche Lügen, einige Erzählungen. Alleine in
diesem Jahr beschrieb ich mehrmals weibliche Wünsche betreffend Henkelware.

Als Jock bemerkte:
„Hoch ist jedoch deine Meinung von der tausend Wochen alten Schwägerin. Sie kennt immerhin das Kaufhaus
Galeries Lafayette und ihr Wunsch, dort einzukaufen, zeugt von einem erlesenen Geschmack,“
fragte ich mich,
ist das Ironie oder Sarkasmus? Vergaß ich ein Wort?

Diese Frau, hübsch verwöhnt, modebewußt, ist immer sehr freundlich. Ihr Wissen betreffend Galeries Lafayette
stammte nicht aus einer Bildungsanstalt. Eher von teuren Hochglanzseiten reich illustrierter Mode-Magazine,
beispielsweise ’Her World’, Singapur. Daher rührte ihr ebenso erlesener Geschmack. Meiner teilweise auch.
Da wurden nebst fragwürdigen Figuren, Frisuren und Uhren, Täschchen und Taschen von Louis Vuitton, Gucci,
Fendi etc. in Bild und Text so ausführlich beschrieben, wie in Auto(fach)zeitschriften die neuesten BMW oder
Bugatti auseinandergenommen werden.
Die Bezugsquellen im Singapur der frühen siebziger Jahre waren rar. Das Ende aufwendiger Analysen der
Modeaccessoires endete üblicherweise mit der Aufzählung - erhältlich bei: Bucherer, Luzern; Galeries Lafayette,
Paris; Harrods, London und Tiffany, New York. Heutzutage ist das wesentlich einfacher (Internet, Her World,
Maus, Ctrl c, Ctrl v):
The article is available from Low’s boutiques at Takashimaya, Level 2, Tel: 9738 5919; ION Orchard, #03-21,
Tel: 6509 8139; Paragon, #02-02/03, Tel: 6235 0498 and The Shoppes at Marina Bay Sands, #B1-146,
2 Bayfront Avenue, Tel: 9738 5919.
(Feb. 2012)

Xiao Zie, die kleine Schwester, besuchte uns. Es waren nur 450 lumpige Kilometer bis Paris. Wir wohnten an
der ehemaligen Hauptstrasse Bern – Paris, in der Nähe der Neubrücke, Baujahr 1535, wo Postkutscher vor
150 Jahren fluchend am Steilhang ihre Peitschen gebrauchten. Je nach Gelände mußten die Pferde alle zwei bis
vier Stunden ausgewechselt werden. Nach 15 - 20 Stunden wurde auch der Postillon abgelöst. Vor Erschöpfung
konnte der weder blasen noch peitschen.  
Ich arbeitete einige Tage in einem Labor in der Seine-Stadt. Später, frisch verheiratet, hatte ich hübsche Begleitung
an einer Konferenz. Das Kaufhaus betraten wir jedoch nie. Ich hatte keine Lust, wegen einer Tasche hinzufahren.
Der Louvre und La Gioconda dagegen, wären trotz eines Kleinkindes gute Gründe gewesen.

Hierzulande kennen Einheimische das Universum kaum und wenn, wird es auf die Größe eines Kindskopfes
geschrumpft. Da ist kein Platz mehr vorhanden für Hawking, seinen Rollstuhl und seine Theorien um die
schwarzen Löcher. Deshalb ist es kaum vermessen, eine Weltstadt auf einen Gemischtwarenladen zu
reduzieren. Sie bewegt mich immer noch, diese nicht gemachte Reise.

Beim Abbrechen meiner Zelte in Europa, konnte und wollte ich nicht Mengen Fotos und Souvenirs von
zahlreichen Reisen als Erinnerungen mitnehmen. Es war fast wie sterben und schmerzhaft, mich von all dem
Gerümpel zu verabschieden und zu trennen.
Aber nach dem Schreiben von ’Keine Schulreise’ fühlte ich mich bei den vertrauten Akkordeonklängen aus dem
Internet und einem Glas Pastis wie in Paris. (1) Durch den Bambus schimmerte die Seine. Auf der Place Vendôme
im Vorgarten gurrten die Tauben. (2) Plötzlich war ich von Parisern umgeben. Der Lao Khao eines Clochards
verwandelte sich in billigen Rotwein. Und als Madame elegant im Costume heranstöckelte, sagte ich leise:
“Bonjour Tristesse!“ (3, 4)





Notre Dame und Sarong Kebaya in Paris


(1)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg1036922#msg1036922
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Place_Vend%C3%B4me
(3)
http://www.marquise.de/de/index.html
(4)
http://de.wikipedia.org/wiki/Bonjour_tristesse

Wäre ein kleiner Spaziergang angenehm? Der Name paßt hervorragend:
Pink Martini - Je Ne Veux Pas Travailler

« Letzte Änderung: 27. Februar 2012, 11:41:41 von Kern »
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