ThailandTIP Forum

Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Hier kommen sie zu den aktuellen Nachrichten auf ThailandTIP.info
Seiten: 1 ... 67 [68] 69 ... 121   Nach unten

Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449337 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

namtok

  • Thailand Guru
  • *******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 30.503
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1005 am: 28. März 2010, 14:15:49 »

Zitat
Die CE-Kennzeichnung ist kein Gütesiegel (Qualitätszeichen).


Diese Abkürzung soll ja auch für "Chinese Export " stehen.   :-) Jedenfalls ist sie auf den meisten chinesischen Exportartikeln drauf   {+
Gespeichert
██████  Ich sch... auf eure Klimaziele !

Isan Yamaha

  • Thailand Guru
  • *******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 4.811
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1006 am: 28. März 2010, 14:51:14 »

#1004 Ich kenne einen Farang,der hat die Mauer die ums Haus ist,von
Innen Blau gestrichen.
Auf meine frage was machst du da denn,sagte er dann BAUCHE ich nicht mehr
ans Meer fahren. {/ {[ C-- [-]
Gespeichert

Low

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.362
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1007 am: 29. März 2010, 11:14:45 »

Wider meine Erwartungen gab es sogar auf trockene Technik einige Antworten. Danke.
Haben die Mitglieder mehr Verstand als Gefühl?
Mich freute, das madaboutsinghas  Klongstromableserbootsgeschichte weitere Berücksichtigung fand. Dies, obwohl die meisten Anschlüsse
dort sicher nur zweidrähtig sind.
Gespeichert
Sie wollte in die Galeries Lafayette.

gam

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 733
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1008 am: 29. März 2010, 21:24:22 »

Die Kontrolle wird wohl kaum
aufmerksam genug sein, um den Fehler zu finden. Eventuell werden nur die Belege mit der Kasse verglichen. Und wenn da zwanzig draufgemalt
ist und zwanzig kassiert wurden, geht es glimpflich ab.

Das glaubst aber auch nur Du !!

Aber keine bange Low, mach dir bloss kein schlechtes Gewissen. Die allermeisten Thais haetten sich wohl auch so verhalten.  8)
Gespeichert

gam

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 733
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1009 am: 29. März 2010, 22:36:08 »

Ich hab bis heute noch keinen Thai kennegelernt, der irgendein Problem hat, mit der Elekrtizitaet in diesem Lande.
Schei.. Falangs hier. Nur Probleme machen. Fuer nichts !!
 ;D ;D
Gespeichert

Lupus

  • ist voll dabei
  • ****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 138
    • Thaiwolf - private Homepage mit vielen Bildern
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1010 am: 30. März 2010, 11:23:09 »

Ich hab bis heute noch keinen Thai kennegelernt, der irgendein Problem hat, mit der Elekrtizitaet in diesem Lande.

Du musst ihnen halt ein schönes Problem vorsetzen:

Ich habe meinen Thai-"Elektriker" gebeten, ein 5-adriges Kabel rund um meinen Garten nach meinem Schaltplan zu installieren.
(Erdung, Null-Leiter, konstant-220V für Steckdosen, daylight-sensor-220V für Nachtbeleuchtung, IR-Sensor-220 V für 'switch-on-on-demand')
Was hat der Gute gemacht?
- 4 Leitungen zusammengezwirbelt, getaped und auf 220V gelegt, eine Leitung als Null-Leiter angeschlossen

und er war wohl heilfroh, den Farang-Wirrwarr von 5 Adern wieder gekonnt auf das vertraute und bewährte Thai-2-Ader-System zurückgeführt zu haben.... {--

Damit auch wirklich schöner Saft in den Leitungen ist, hat er dann noch die Phase am Sicherungskasten vor dem Schutzschalter
statt an der vorgesehenen Sicherung angeschlossen... ]-[

Hatte einige Mühe, mit Ohm-Meter und Phasenprüfer alles wieder an den insgesamt 15 Strom-Entnahmestellen auf die Reihe zu kriegen...
aber dafür ist man ja Rentner  C--


 

 
Gespeichert

madaboutsingha

  • ist voll dabei
  • ****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 213
    • thailandprivat
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1011 am: 30. März 2010, 17:19:51 »

Hallo Low,

ich war unterwegs bei neuen aufregenden Entdeckungsreisen. Drum kann ich dir erst heute antworten.

Wie es scheint haben sich unsere beiden Geschichten zufällig thematisch berührt. Doch nur thematisch, denn der tiefschürfende Einstieg in die Materie der Elektrotechnik ist mein Anliegen nicht, zumal ich gestehen muß, daß ich nur mit einem hausgebräuchlichen Technikverstand gesegnet bin. Drum fand ich dein „Leid mit den Leitern“ so eingängig und für den Laien verständlich geschrieben. Das fand ich großartig. Doch bei „Pfusch hoch drei“ schon musste ich aufgeben. Weder kann ich mit einer „unverzerrten 50 Hertz Sinusschwingung der Netzfrequenz“, noch mit „Kleinst Thyristor Lampenregelungen ohne Filter“ oder mit „induktiven Lasten“ etwas anfangen. Verzeih!

Für mich hat die Strömung des Stroms sowieso etwas Phantastisches und Unerklärbares. Man sieht ihn nicht und hört ihn nicht und dennoch ist der da! Zum Glück bin ich nicht geistergläubig!

Ich finde, daß wir in unserer techniklastigen Welt erst mal genug mit unserer Orientierung zu tun haben. Mit dem Verstehen der Einzelheiten aus dem inneren Schaltkreis der Arbeitsweisen der heutigen Dinge ist der Alltagsmensch in jeder Hinsicht überfordert. Tagtäglich benutzen wir Gegenstände, Maschinen oder Geräte, deren Funktionsweise wir überhaupt nicht verstehen. Manche sind derart kompliziert, daß uns schon der reine Gebrauch überfordert und einen Volkshochschulkurs notwenig machen würde.

Dieser Tage war ich auf der Suche nach einer neuen Kamera, da ich es unakzeptabel und äußerst ärgerlich fand, an schönen Motiven vorbeigehen zu müssen, nur weil ein schlapper Akku den Knipsapparat wieder mal ohne Vorwarnung lahm gelegt hat. Tatsächlich fand ich eine Kamera, von der es hieß, man könne mit ihr sensationelle 1000 Bilder mit einer einzigen Akkuladung schießen. Der Verkäufer lachte mich aus, als ich einen zweiten Akku hinzukaufen wollte. Soweit so gut. Doch diese Kamera verfügt über sage und schreibe 38 Motivprogramme!!! Ich frage mich, wer wird jemals ernsthaft 38 Motivprogramme beherrschen?

Doch diese kaum mehr meisterbare technische Überladung finden wir heute in vielen, wenn nicht den meisten technischen Geräten vor. Es wird immer schwieriger, ein Gerät in vollem Umfang und mit allen Funktionsangeboten fehlerfrei benutzen zu können. Dabei geht es noch nicht mal um das Verstehen der Arbeitweise des Gerätes, sondern lediglich um die reine Anwendung!

Wer versteht denn schon wie ein Fön funktioniert, oder eine U-Bahn, ein Lift oder ein Computer oder ein Radio oder ein Mobiltelefon? Dennoch benutzen wir täglich bedenkenlos solche Dinge.

Wir sind User, wie es heute auf Neuenglisch heißt, und ich bin mir nicht sicher, ob wir nicht stellenweise eher abhängige Junkies geworden sind, die sich selber auf dem Altar des immer schnelleren Fortentwicklungswahnsinns opfern. Aber jeder kann ja zum Glück selber entscheiden wie weit er da mitgehen will.

So gesehen, lieber Low, könnte sich dir als bewanderter Technikerklärer noch ein weites Arbeitsfeld bieten. Fang mal mit einem Toaster an! Oder mit einem Patlom! Das könnte noch eine leichte Kost werden, die dem Leser munden wird. Doch auch ohne dies bin ich ziemlich zuversichtlich, daß es mit deiner unvergleichlich passgenau gewählten Sprache, deinen trocken eingestreuten Seitenstupsern und deinen humorigen Wortschnipseln dem Leser nicht langweilig werden wird. Ich für meinen Teil jedenfalls habe deine Geschichten gern.

drwkempf

  • ist TIP-süchtig
  • ******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.919
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1012 am: 30. März 2010, 23:34:25 »

Aber Paul,
 stell doch Dein Licht nicht unter den Scheffel! Den Poaster kann ja sogar ich erklären.

Mit unserem Low ist das eine eigene Sache. Er hat ganz offensichtlich lange in einem technisch-wissenschaftlichen Institut gearbeitet, da ist eben mehr hängengeblieben als nur ein Monatseinkommen.
Ich interessiere mich auch für Technik im allgemeinen und speziellen, aber ich bin wohl eben auch ein "Handwerker", da trifft sich das so.

Ich habe mit Begeisterung Deine Stromablesengeschichte genossen, was Dir an unmittelbarem technischem Interesse oder Verständnis fehlt, machst Du mühelos mir Deinem eleganten Schreibstil wett.
Man muss schließlich nicht auf jeder Hochzeit tanzen.

Herzliche Grüße nach Huahin

Wolfram
Gespeichert
Tu ne quaesieris scire nefas quem mihi quem tibi finem di dederint

gam

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 733
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1013 am: 31. März 2010, 21:05:15 »

Ich habe meinen Thai-"Elektriker" gebeten, ein 5-adriges Kabel rund um meinen Garten nach meinem Schaltplan zu installieren.
(Erdung, Null-Leiter, konstant-220V für Steckdosen, daylight-sensor-220V für Nachtbeleuchtung, IR-Sensor-220 V für 'switch-on-on-demand')
Was hat der Gute gemacht?
- 4 Leitungen zusammengezwirbelt, getaped und auf 220V gelegt, eine Leitung als Null-Leiter angeschlossen

Wenn du so etwas brauchst, dann mach es gefaelligst selbst.  
"Selbst ist der Mann", kennst du das ?
Und wenn du ein Problem damit hast.. Welcome to Germany. Hier wird dir geholfen.  8)

Fuer Typen wie dich: Siehe letzter Satz in Posting 1009.
« Letzte Änderung: 31. März 2010, 21:08:26 von gam »
Gespeichert

Low

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.362
Wasser ist zum Waschen da
« Antwort #1014 am: 31. März 2010, 22:42:15 »

Besten Dank für die angeregte Diskussion. Leider konnte ich nicht eingreifen.
Wir sind jenseits des Internets, an den Grenzen zum Isaan und befassten uns mit der Einhaltung der
Luftreinhalteverordnungen in feuerungstechnischen Anlagen in Tempeln.

Und weiter geht es mit den Tücken der Technik:

Wasser ist zum Waschen da...

.... auch zum Zähneputzen,
kann man es benutzen. (1)

Radiohörer und Liebhaber populärer Musik erinnern sich eventuell an das kulturell bedeutende, dem richtigen
Leben nachempfundene Lied der Peheiros von 1956. Vielleicht war das ein erster Meilenstein in der grünen
Bewegung, die wie Schnecken tastend die Fühler ausstreckte. Das ergreifende Resultat: Die Peheiros hingen
sogleich ihre Autoreifen an die Wand.
 
Wasserversorgungen im Dorf im Reisfeld sind technisch problematisch. Die öffentliche Wasserversorgung hat in
der Zuverlässigkeit etwa den Stellenwert der Stromversorgung.
Mit Unterbrüchen muss gerechnet werden. Meistens ist der Druck in den Leitungen unter dem Einschaltpegel
von Waschmaschinen. Die arbeiten daher meist nachts. Die öffentliche Wasserversorgung wird ohne jegliche
Ankündigung, dafür selten gereinigt. Der selektionierte Pechvogel wäscht gerade dann sein neu erworbenes,
möglichst weisses, seidenes Hemd mit schwarzem, hochgradig chloriertem Schlamm.
Private Wasserversorgungen werden gedankenlos kopiert. Eine kleine Pumpe, durch den Wasserpegel im Tank
geschaltet, fördert Grundwasser. Oben ist der Tank offen. Dort ist eine Art Treppchen montiert. Über das Treppchen
plätschert das gepumpte Wasser in den Tank.
Ich fragte den Besitzer einer Wohnsiedlung mit Bungalows, wozu das gut sein. Er sagte geheimnisvoll: „Ozone.“
Als gläubiger Technokrat dachte ich, dass die Bleche unter Hochspannung stehen, und dass das Wasser durch
Ozon gereinigt wird. Der zweite Blick zeigte, dass alle Bleche auf demselben Potential wie der Tank liegen. Es ist
ein rein mechanischer Wasserfall. Die von der Dreckluft in Chiang Mai verschmutzen Bleche werden beim Pumpen
regelmässig gewaschen. Eine Leitung mit Einwegventil vom Tank verhindert Lufteinbrüche in die Saugpumpe (Primer).
Nach dem Vorratstank fördert eine druckgesteuerte zweite Pumpe das Wasser durch einen meist rostigen, mit
Kies und Holzkohle gefüllten Filter zum Verbraucher. (2) Innen sind die blauen Rohre alle mit einer schwarzen
Schicht aus Kohlenstaub und Dieselruss veredelt.
Öffnet ein Benutzer einen Wasserhahn, sinkt der Druck im System und die Pumpe läuft an. Ist der Pegel im Tank
tief, schaltet auch die erste Pumpe ein. Probleme gibt es, wenn die zweite Pumpe mehr fördert als Nummer eins.
Auf solche Kleinigkeiten angesprochen zeigt der blossgestellte Installateur ein müdes Lächeln.
 
Ich hatte genug Überraschungen und beschloss, beim Neubau einen eigenen Brunnen bohren zu lassen. Der
funktionierte annähernd zufriedenstellend, bis die beiden Pumpen bei Hochwasser ersoffen. Wir entfernten
danach etwa zwanzig Meter unnötige Leitungen und ersetzen beide Pumpen. Wir montierten eine Pumpe mit
einem kleinen Vorratstank auf einem hochwasserfesten Sockel. Danach hatten wir mit halber elektrischer
Leistung die doppelte Wassermenge in besserer Qualität, weil wir den 1500 Liter Tank zur Luftreinigung und
zum Züchten von Bakterien nicht mehr benötigten.
Als vorausschauender Pessimist, installierte ich einige Ventile, mit denen wir beim Ausfall unserer eigenen
Wasserversorgung jederzeit auf die öffentliche Wasserversorgung zugreifen könnten. Leider ist diese Anordnung
für lokale Reisesser absolut unverständlich.

Den obsoleten Wassertank zügelten wir, nachdem wir die Wassertreppe entfernten und gegen einen Deckel
eintauschten, zum Gästehaus. Das liegt am Ende der Wasserleitung. Wenn jeder im Dorf seine Zahnlücken spült
und seinen Wagen wäscht, fällt der Leitungsdruck gegen Null. Nur gut, dass die Herren kein Wasser, sondern
Lao Khao trinken, sonst wäre der Druck im Minusbereich.

Mit dem Tank und einer kleinen Pumpe kann man jetzt jederzeit problemlos duschen und sogar stark verschmutzte
Körperpartien kärchern. Das funktioniert so lange einwandfrei, bis sich unsere geistig eher bemitleidenswerten
Raumpflegerinnen den Tücken der Wasserversorgung annehmen. Vor wenigen Tagen reklamierte die Maid:
„ Kein Wasser im Gästehaus.“
Sie hatte recht. Weil der Pegel im Dorf nach Monaten ohne Regen sehr niedrig war, schloss einer der
zuvorkommenden Nachbarn unsere Zuleitung ab. Erst als der Tank leer war und die Pumpe trocken lief,
schaltete die Zugehfrau den Strom ab und reklamierte.

Wir besichtigten die Schadenstelle. Ich bemerkte das geschlossene Ventil und den leeren Tank. Ich öffnete
das Ventil, das Wasser floss für Momente hörbar in den geschlossenen Tank. Später war der Druck dazu nicht
mehr ausreichend. Ich prüfte die Pumpe. Sie arbeitete. Der Wasservorrat im Speicher war ungenügend. Deshalb
kehrten wir ohne weitere Abklärungen nach Hause zurück.
Am nächsten Morgen hatte die Frau genügend Wasser, um den Garten zu giessen, bloss der Druck fehlte.
Am späteren Nachmittag nahm ich mein Werkzeug und wir besichtigten den Schadenplatz erneut.
Die Reinigungsspezialistin vergass leider, die Pumpe auszuschalten und das Haus abzuschliessen.
Ich nahm wütend an, dass die Pumpe heiss lief und der Motor überhitzt sei. Fehldiagnose. Es zeigte sich,
dass ein(e) Ahnungslose(r) mit den Ventilen spielte. Die Pumpe konnte keinen Druck aufbauen, weil das Wasser
aus dem Tank über die Pumpe während etwa fünf Stunden im Kreislauf gleich wieder dorthin zurück befördert
wurde. Ein kleiner Anteil gelangte in die öffentliche Wasserversorgung.
Da war jemand ganz nahe daran, das Perpetuum mobile zu erfinden. (3)

.... doch kein Mensch kann so tief sinken
und das Wasser einmal trinken
Das weiss doch jeder Tor
nur der Wein schmeckt nicht nach Chlor


(1)

(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Holzkohle
(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Perpetuum_mobile


Frohe Ostern wünscht
Low

So Buddha will, gibt’s dann die Eier zu Hause in CNX.

« Letzte Änderung: 31. März 2010, 23:09:40 von Low »
Gespeichert
Sie wollte in die Galeries Lafayette.

khun mai ru

  • ist voll dabei
  • ****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 368
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1015 am: 01. April 2010, 00:36:15 »

Danke Low!

Neben etlichen Aha-Erkenntnissen durch Deine bildhaften Beschreibungen hinterindischer
Genialität, weiß ich nun endlich auch, was mit dem Begriff "Ventilspiel" gemeint ist.

Gibt es eigentlich Überlegungen, auch die Zähne lieber mit einem guten Riesling zu
kärchern und so neben der Gesundheit auch die Wasservorräte zu schonen?

Gruß und ebenfalls frohe Osterfeiertage, kmr.
Gespeichert

Low

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.362
Der faule Spruch vom Monat März
« Antwort #1016 am: 01. April 2010, 09:41:09 »

Der faule Spruch vom Monat  März

Die beste aller Ehefrauen, ich bin nicht verheiratet, trat leise zu mir an den PC und fragte:
„Gibt es neue Nachrichten aus Bangkok?“
„Nein, eigentlich nicht.  ...  Warte. ... Der Herr Prime Minister Abhisit Vejjajiva war von zahlreichen Bodyguards
begleitet im distinguierten Herren- Konfektionsgeschäft. Er erstand eine neue Krawatte, reine Seide
selbstverständlich, ... und ein rotes Hemd.“
Gespeichert
Sie wollte in die Galeries Lafayette.

thaiman †

  • Thailand Guru
  • *******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 4.643
  • 1
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1017 am: 01. April 2010, 09:59:51 »


Hallo Low
Du schreibst bei # 1014, der Wein schmeckt nicht nach Chlor, ein
Tester sagte :" Er schmeckt nach Kohl" der Winzer darauf :" ist ja auch Kabinett "
Gespeichert
Man wird nicht reich von dem was man verdient, sondern von dem was man nicht ausgibt

khun mai ru

  • ist voll dabei
  • ****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 368
Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #1018 am: 01. April 2010, 21:06:16 »

Zitat
Die beste aller Ehefrauen, ich bin nicht verheiratet...

Low, Low, wo wird das noch enden...?  ??? :)

Übrigens; ab heute dürfen nur noch rote Stromkabel und Leitungen verlegt werden.
Ordnung ist also doch möglich und Sanuk wird trotzdem nicht zu kurz kommen bei
ebensolchen Schlüssen.

mfg kmr.
« Letzte Änderung: 01. April 2010, 21:54:06 von khun mai ru »
Gespeichert

Low

  • gehört zum Inventar
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1.362
Menschenhandel
« Antwort #1019 am: 04. April 2010, 15:37:08 »

Menschenhandel

(Über Ostern sind Eier gefragte Artikel).

Bereits in den siebziger Jahren wusste ich, dass jüngere Frauen in Asien ähnlich wie Vieh gehandelt werden. Wahre und erfundene Geschichten
sind manchmal schwer zu Unterscheiden. Junge, aus Nachbarländern importierte Frauen, waren sicht- und hörbare Tatsachen im Gunstgewerbe.
Thailänder(innen) verkaufen junge Mädchen, zum Teil aus ihrer Nachbarschaft mit falschen Versprechen, auf Zeit in Bordelle nach Japan. Arme
Eltern veräussern gegen schnöden Mammon, ein gebrauchtes Moped oder einen TV ihre Kinder.

An ein Ereignis in der Nähe des laotischen Grenzgebietes erinnere ich mich gut, als wir wenige Tage in einem kleinen Weiler lebten. Die Mentalität
der ungeschulten Menschen bedrückte mich. Sie hatten alle genug zu essen und beschäftigten sich schmatzend, rülpsend, furzend, mit schmierigen
Händen ausgiebig damit. Sie standen früh mit den Hühnern auf und vertrödelten dann den Tag mit gelegentlichen Schlüpfrigkeiten, Nickerchen,
Fickerchen und viel Schnaps, bis sie in der Dunkelheit vor dem TV wieder einschliefen.

In dieser Siedlung wurden einige etwa zwölfjährige Knaben mit Tricks und Spielzeug in einen unbekannten Minibus gelockt. Eine der Mütter
suchte ausnahmsweise ihren Sohn. Er war unauffindbar. Sie fand bald heraus, dass er einen fremden Van bestieg. Dort waren schon andere
Kinder eifrig mit bisher unbekannten Spielen beschäftigt. Die Kinderfänger begannen einen Fehler, als sie den Sohn eines Dorfpolizisten erwischten.
Farbe und Nummernschild des Wagens waren mittlerweile bekannt. Polizisten stoppten das Fahrzeug über hundert Kilometer vom Dorf entfernt,
weil es nur zwei Strassen zum Verlassen der Gegend gab. Die Kidnapperbande wurde kaum mit Samthandschuhen angefasst oder unter
Anwendung der Genfer Konvention befragt. (1) Sie gab relativ rasch auf.
Sie erzählten oder logen, dass sie als Fleischbeschaffer für ein Bordell in einer Touristenhochburg arbeiteten, dass sie aber öfter Märkte in der
Provinz mit jungen Mädchen belieferten. Die grösstenteils kaum vermissten Knaben kehrten unter Polizeibegleitung und unglaublicher
Phrasendrescherei ins Dorf zurück. Was mit den Ganoven geschah, weiss ich nicht.

Ich weiss nur, dass junge Mütter mehrerer Kindern freiwillig in der Prostitution arbeiten. Sie verkaufen sich frisch lackiert, möglichst als unberührte
Teenager. Das Alter mag stimmen. Die Vorgeschichte wird vertuscht. Grossmutter sorgt für den Nachwuchs. Sorgen ist übertrieben. Die Kinder
erhalten Essen, Kleidung und ein Dach über dem Kopf. Etwas ähnliches wie Spielzeug, angepasste Unterhaltung oder bloss ansatzweise Erziehung
erhalten sie nicht. Ihr einziger Kontakt zur weiten Welt sind die verlogenen Illusionen der Flimmerkisten.
Schulen sind bessere Schlafstätten. In den Pausen gibt es Nahrung, welche die unbeaufsichtigten Schüler schweinemässig verschlingen. So etwas
von vulgärer Fresserei kann sich Otto Normalverbraucher kaum vorstellen. Sind Einzelheiten gefragt? Meist sind die frustrierten Lehrer Alkoholiker.
Auf unserer Reise bemerkte ich Kinder, die stundenlang vor einem halbblinden neunzehn Zöller am Boden sassen, während ihr etwa dreijähriger
Bruder mit einer leeren Plastikflasche als Spielzeug auf sämtliche Gegenstände eindrosch. Eine alterslose Frau hockte auf einer löchrigen, farblosen
Bastmatte vor dem Bildschirm. Ohne bescheidenste Hygienemassnahmen, von Fliegen umschwärmt, bereitete sie interesselos und vollautomatisch
Kilogrammweise mit Schweinefleisch gefüllte Maultaschen für den Verkauf zu. (2)

Junge Menschen beiderlei Geschlechts als gefragte Artikel für die Unterhaltungsindustrie kann ich mir gut vorstellen. Dass indessen eine Nachfrage
für alte, ausgeleierte, halb senile Knacker besteht, ahnte ich bisher kaum.

Während unserer letzten Reise, erhielt Dick einen Anruf aus dem erwähnten Dorf. Eine glücklose Frau legte ihre bescheidensten Bedürfnisse dar.
Sie hatte bereits drei Thai Männer. Nach dem ihr der letzte Poussierstengel wie seine Vorgänger ein oder mehrere Kinder gemacht habe, sei er
ebenfalls davon gelaufen.
Sie benötige dringend einen anderen Mann, jedoch keinen Thai.
Dick sei doch sicher müde, nach fünf Jahren mit mir. Sie, Dick spreche gut Englisch und könne sich leicht einen neuen, besseren und reicheren
Farang besorgen. Sie selbst möchte gerne mit mir und für mich wirtschaften. Sie sei bereit, Dick eine Art Bargebühr, eine Ablösesumme zu bezahlen.

Hilfe, bin ich unter die Greisenhändlerinnen geraten?  Soll ich den Fall einer Menschenrechtskommission melden? (3)

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Genfer_Konventionen
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Hygiene
(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenhandel

http://de.wikipedia.org/wiki/UN-Menschenrechtskommission



« Letzte Änderung: 04. April 2010, 15:59:44 von Low »
Gespeichert
Sie wollte in die Galeries Lafayette.
Seiten: 1 ... 67 [68] 69 ... 121   Nach oben
 

Seite erstellt in 0.086 Sekunden mit 23 Abfragen.