Bedingt durch die Nachwehen der offenbar interessanten Technik - und der Vorgänge in der Hauptstadt, geriet die Fortsetzung von 1033
„Schulen, Bildungsstätten und Lehranstalten“ fast in Vergessenheit.
Fortsetzung
Wir entschieden uns, den Knaben sofort bei uns aufzunehmen. Draussen in der Provinz hatte er keine Zukunft. Als Armenkind mit unbekannten
Gönnern war er gnadenlos der schikanierenden Meute ausgesetzt.
Es galt nun, in wenigen Tagen eine Schule zu finden. An der uns empfohlenen Lehranstalte meinte der Direktor, für die Examen seien wir zu spät.
Durch die Blume gab er zu verstehen, dass das Problem mit vielen Bildern des verehrten Königs im Notenformat aus der Welt geschafft werden
könne. Er zeigte Hände und Füsse. Wie ein Fetischist hatte er zusätzlich interesse an meinen Fingern. Nach meiner Interpretation, ich las als
Jugendlicher, wie Eskimos oder Indianer zählen, wäre ich auf dreissigtausend Baht gekommen. Ohne die politischen Probleme in der Hauptstadt,
hätte die sicher Herr Abhisit gesponsert. Mein Rechenergebnis wurden später durch eine involvierte Familie bestätigt.
Eine andere Bildungsstätte eröffnete eine weitere Klasse für fünfzig Kinder. Dreihundert Schüler erschienen zur Prüfung. Einige verspätete
Zöglinge chauffierten die Eltern im Benz nicht zum Parkplatz, sondern direkt vor die Schulhaustüre. Fünfundzwanzig wurden gleich wieder
weggeschickt, weil sie als Dreizehnjährige weder lesen noch schreiben konnten.
Was machten denn diese Kinder jahrelang in den Schulen? Sie erholten sich schlafend von den anstrengenden Gangster- und Kriegs-Filmen der
letzten Nächte.
Drei Tage bangte Mae. Ich wusste, dass Unkenntnisse vorhanden waren, aber ich sagte mir, er muss nicht besonders gut sein, nur besser als
zweihundertfünfundzwanzig andere Nervenbündel. Wir paukten vorher lokale Geographie und Strassennummern. Während unserer letzten
Reise lernte er Kartenlesen. Als Auswärtiger kannte er nun Chiang Mai besser als seine gleichgültigen Mitbewerber aus der Nachbarschaft.
Weitere Kenntnisse im Städtebau erwarb er sich am PC mit Sim-City. Er schaffte die Prüfungen als Zweiter, trotz der bösartigen Beschuldigung
nicht von hinten.
Ich nehme gerne an, dass er nun einer der besseren Schüler wird. Gut war er schon vorher. Bei uns gibt es nicht nur ausgewogene Ernährung,
sondern auch Bücher, Landkarten, bei Bedarf eine Zeitung, den Tip, Spiele, sogar Schach, medizinische Versorgung und für den Notfall hat Mae
ausserdem eine saftige Ohrfeige bereit.
Wir zogen unter schwierigen Umständen fünf Kinder auf, alle weder Knastis, Prügler noch Junkies. Wie gut die gerieten zeigt, dass keine
Bankmanager darunter sind, obwohl die Töchter, sie kannten sich nicht, sich früher mit Wirtschaftswissenschaften befassten.