Milch
Die ursprünglichste, schönste und die beste Milch der Welt stammt von der Mamma, Mehrzahl Mammae, der Milchdrüsen der Frau. Seit dem die Ladies ihr Gesäuge in modische Stahlkorsetts,
genannt Brusthalter zwängten, um länger begehrenswert zu bleiben, nahm die Milchleistung dauernd ab.
Industrielles Dosen- und Mikrowellenfutter, Pestizide der Landwirtschaft, Medikamente, Alkohol und Nikotin verschlechterten die Milchqualität dramatisch.
Die Entwicklung tonnenschwerer Messgeräte für Spurenanalysen im ppB Bereich, (ppB = part per Billion) und empfindlicher, gehörten einst zu meinem Lebenserwerb.
Ich war mehrmals an wissenschaftlichen Tagungen. Einmal referierte ein amerikanischer Analytiker über seine Arbeiten an Muttermilch. Als Techniker
war mir seine chemisch-medizinische Ausdrucksweise eher fremd und ich musste Nachfragen.
Er sagte für mich verständlich: „Khun Low, wenn diese Frauen Kühe wären, müssten wir Notschlachten!“
Die Resultate seiner seriösen Arbeiten führten zur geistigen Umnachtung. Der Herr Professor landete in der Klapsmühle.
Ein Abschweifen in die industrielle Milch- und Käseproduktion würde zu weit führen und den einfachen Rahmen meiner Kurzgeschichten sprengen.
Es schadet sicher niemandem, ausser einigen skrupellosen Händlern, ein paar Fakten über Milch zu wissen.
Für uns als Konsumenten gibt es die pasteurisierte Milch, welche gut gekühlt etwa eine Woche haltbar ist. UHT Milch dagegen kann ohne Kühlung bis sechs Monaten aufbewahrt werden.
Zwischen Pasteurisation und UHT gibt es für den Berner Kantonschemiker Urs Müller einen gewichtigen Unterschied:
Die konventionelle Past-Milch wird auf 85 Grad erhitzt - und enthält nach wie vor eine grosse Zahl naturbelassener Keime.
Im Ultrahoch-Temperatur-Verfahren UHT hingegen wird die Milch mit Dampf auf 150 Grad erhitzt. Dabei sterben alle Keime ab.
«Die Pasteurisation ist deshalb ein weit schonenderes Verfahren als UHT», so Müller. Beim UHT-Prozess werden zudem die Milch-Eiweisse verändert.
In Chumphon wurde dieser Tage an Schulkinder minderwertige, zum Teil stinkende Milch verfüttert.
Die Chinesen warfen vor einigen Monaten melaminhaltiges Milchpulver auf den Markt, das Zehntausende von Kindern vergiftete und einige davon tötete.
Dieses Pulver wurde erfolgreich exportiert.
Anstatt sämtliche Bestände an melaminhaltigen Nahrungsmitteln zu vernichten,
gab es Geschäftemacher in Hinterindien, welche die vergifteten Waren mit Rabatt anboten.
Milchbauern in Thailand produzieren pro Tag im Land zwischen 280 000 und 400 000 kg Frischmilch, die keine Abnehmer findet.
Das Überangebot an Frischmilch existiert nur, weil importiertes, zum Teil minderwertiges Milchpulver viel billiger ist.
Die daraus resultierende UHT Milch ist als Nahrungsmittel praktisch wertlos.
Das einzige was an Milch erinnert, ist die Farbe und der Eiweissgehalt.
Es gibt eine Verordnung, dass in Schulen pasteurisierte Milch mit einem Fettgehalt von mindestens 3.2 Prozent angeboten werden sollte.
Die Produzenten der Marke Thai-Danish möchten ihr Lager in an minderwertiger UHT Ware für zweihundert Millionen Baht loswerden.
Die wollen ihr Gesöff nicht wie die zu recht empörten Bauern auf die Strasse schütten. Die Geschäftsleitung denkt eher an Themen wie Profitmaximierung verknüpft mit Umweltbewusstsein.
Da kommen die Kinder doch gerade recht,
denn leider kann man die Milch noch nicht zu preisgünstigem Treibstoff verarbeiten.
http://www.thailandtip.de/tip-zeitung/nachrichten/news/stinkmilch-in-schulen//back/2/