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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449672 mal)

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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien: Uniformen müssen es sein ! 2
« Antwort #180 am: 28. Februar 2009, 09:41:37 »

Uniformen 2

Die besorgte Mutter telefonierte am Sonntag in die Schule und vernahm, dass die Spiele bereits am Samstag beendet wurden. Abends um neun meldete sich das Töchterlein am Telefon und erzählte scheinheilig, dass jetzt, nach den Spielen noch eine Party stattfinde und sie gerne bleiben würde.
Die Mutter stellte ihr ein Ultimatum und verlangte von der Herumtreiberin, dass sie sofort nach Hause kommen solle, andernfalls fliege sie raus. Sie kam nicht. Die Eltern erfuhren später, dass ihre Getränke an den zahllosen Partys gedopt wurden. Sie fühlte sich jedesmal high und war dem Stoff offenbar total verfallen.

Eine Schulfreundin machte sie vor Wochen mit einem schneidigen Armeeoffizier aus Phitsanulok bekannt. Mit dem unternahm sie während der Abwesenheit der Alten einige Spritztouren, bloss so an die 5000 km.
Der Dorftratsch hielt fest: Er war häufiger Gast in ihrer Unterkunft auf dem Anwesen der abwesenden Eltern.
In der Nacht vom 6. September holte sie mit seiner Hilfe und seinem Auto klammheimlich Bildschirm und PC aus ihrer Unterkunft. Maus, Tastatur und zahlreiches Zubehör liess sie liegen. Sie nahm weder ihre Kleider noch die zehn paar Schuhe mit, die sie vom Notgroschen gekauft hatte.
Der Vater tauschte darauf vorsorglich sämtliche Schlösser an den Türen aus.

Dann erfuhren die schockierten Eltern, dass sie mit dem unbrauchbaren PC im Haus einer Freundin des Offiziers in Din Daeng, im Grossraum Bangkok sei. Sie hatte aber keine Ahnung, wo in Din Daeng sie überhaupt war. Der Familie gelang es inzwischen auf eigene Faust, Auto- und Telefon-Nummern des sauberen Herrn zu ermitteln.

Die Telefone liefen heiss. Jeder wusste, dass sich die junge Frau in grosser Gefahr befand. Ihre beiden Brüder besuchten den Soldaten in seinem Büro in Phitsanulok und verlangten nachdrücklich die Rückkehr ihrer Schwester nach Chiang Mai.

Komischerweise kannte ein Familienmitglied den Vorgesetzten des Soldaten, rief diesen Lamettaträger an und erzählte ihm die Untaten seines Untergebenen.
Ferner verliere die junge Frau durch die begangenen Unüberlegtheiten ihre Bleibe bei den Eltern. Ein Offizier der königlich thailändischen Armee sollte für seinen Frevel geradestehen und der Frau in Zukunft eine Unterkunft finanzieren. Anderseits gäbe es ja eine Regenbogenpresse, welche die Leiden eines verführten jungen Mädchens genüsslich ausschlachten würde.

Einige Armeeangehörige waren damals in einen jämmerlichen, vielleicht fingierten Attentatsversuch gegen Taksin verwickelt. Weitere Skandale waren unwillkommen.
Der Militär gab zähneknirschend zu, dass er da wohl Fehler gemacht habe und dass er die Studentin in der Nacht zurück nach Chiang Mai bringen würde.
Am 8. September morgens um acht war sie wieder im Haus einer Freundin.

Mit der Verteidigungsbereitschaft dürfte es im Land während dieser Tage nicht besonders gut bestellt gewesen sein. Dafür waren die Fahrleistungen des besoffenen oder gedopten Soldaten um so beachtlicher.
6. Sept. Phitsanulok  - Chiang Mai
6. Sept. Chiang Mai – Bangkok     
7. Sept. Bangkok-Phitsanulok     (Büro teilweise besetzt)
7. Sept. Phitsanulok – Bangkok     
8. Sept. Bangkok - Chiang Mai     
8. Sept. Chiang Mai - Phitsanulok

Am späteren Nachmittag holte sie mit einer Tante ihre Sachen, Kleider, Schuhe und die restlichen PC Teile ab. Das Motorrad behielten die Eltern vorläufig als Faustpfand.
Die Hausschlüssel vergass sie im Auto des Militärs in Phitsanulok.

Die Eltern vernahmen, dass der Soldat ihre Getränke mit Methamphetamin (Ya-Ba = "Pferdemedizin") dopte, um sie gefügig zu machen. Sie waren sich einig, das sie nicht mehr nach ins Dorf zurückkehrt und dass sie keine weitere Unterstützung erhält.
Sie war eine gute Schülerin. Sie war die Beste in Accounting. Aber sie betrog und missbrauchte das ihr geschenkte Vertrauen grenzenlos.
Hätte die Polizei bei den Eltern Drogen gefunden, wären sie in Lebensgefahr geraten. Die Polizei einzuschalten war wegen des nachweisbaren Drogenvergehens unmöglich.
Das war die starke Waffe des Gangsters, offenbar der Chef einer ganzen Gruppe von Ganoven.
Dass die Eltern die Tochter sofort wegwiesen, erwies sich als Glücksfall, denn die Gauner hatten im Sinn, die Eltern zu erpressen, nachdem sie um ihre vermeintliche Beute geprellt wurden.

Vor Schulantritt testete Payap die Studenten auf Drogen und HIV.
Diesmal würde sie nicht bestehen.

Fortsetzung folgt
« Letzte Änderung: 28. Februar 2009, 13:35:22 von Louis »
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illuminati

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #181 am: 01. März 2009, 17:43:34 »

Hallo,
@low

wann geht´s weiter  :-) :-) :-) die Taschentücher liegen bereit  ;D
Gruss
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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #182 am: 01. März 2009, 17:57:02 »

@ Illuminati

Nein, bitte keine Taschentücher - Uniform und Achtungsstellung !
« Letzte Änderung: 01. März 2009, 18:37:21 von Low »
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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien: Uniformen müssen es sein ! 3
« Antwort #183 am: 01. März 2009, 18:05:08 »

Uniformen müssen es sein !    3


Oktober 2006

Semesterferien.  Die Brüder des gefallenen Mädchens besorgten ihr einen Job bei einer Bank in Phitsanulok und fanden eine Wohnung für sie. Mit anfänglich über 10’000 Baht pro Monat sollte sie bestens auskommen. Der Kerl mit dem schlechten Einfluss dislozierte nach Bangkok ins Hauptquartier.

November 2006

Den Gangster, der die Studentin zu Drogen und Geschlechtsverkehr verführte,  einen PC stahl und sie danach nach Bangkok entführte, fand die Polizei tot mit zwanzig Messerstichen im Leib.
Bezahlte er die Drogen nicht oder kam er seinen jungen Fleischlieferungen nicht nach? Vielleicht begann er aus Liebeskummer Selbstmord.

Februar 2008

Die attraktive ex Studentin der Payap Universität fand vor Monaten einen neuen Liebhaber. Wieder war es ein Uniformierter. Dessen Vater war ebenfalls ein Militär.
Diese Familie wollte mehr als eine halbe Million in die junge anziehende Frau investieren. Sie hatten nur diesen Sohn und verwöhnten ihn entsprechend. Die jungen Leute wollten bereits im Mai heiraten.
Die Eltern des Bräutigams vertagten den Termin bei den lockeren Verhandlungen auf Dezember, um das Kleingeld zu organisieren, obwohl nie irgendwelche Forderungen betreffend Brautpreis gemacht wurden.
Weil Schwiegereltern, Bräutigam und Braut zusammen waren, fand auch die einst verstossene Tochter wieder eine Unterkunft in den Liegenschaften der Eltern.

April 2008

Die Bankkauffrau sollte für einige Wochen in Chiang Mai arbeiten und fragte,
ob sie während ihrer Tätigkeit einige Nächte im Gästehaus verweilen könne. Es war für die Eltern schlecht möglich begründet abzulehnen, nachdem eine Hochzeit bevorstand.

Mai 2008

Die Brautleute waren am Wochenende Gäste bei den Eltern.
Am Morgen drangen wilder Lärm und wüste Geräusche aus dem Gasthaus in den Garten. Die fürsorgliche Mutter schaute nach. Da hielt doch dieser junge Nichtsnutz vor dem Haus  seine zukünftige Frau an den langen Haaren fest und watschte sie ungefragt mehrmals links und rechts. Zuvor gab es eine Meinungsverschiedenheit im Wohnzimmer. Dabei verteilte der ungehobelte Kerl seine heisse Suppe ungeachtet seines Ranges als Gast in Anwesenheit der Putzfrau im ganzen Raum.

Die Mutter gab dem ungezogenen Rüppel eindeutig zu verstehen, dass er hier nicht länger als Gast geduldet oder je wieder willkommen sei. Ein Mann, der ihre Tochter, seine angehende Frau prügle,
sei für sie kein zukünftiger Ehegatte. Damit sei die Hochzeit für sie gelaufen.
Dann redete sie mit der Tochter ein ernsthaftes Wort. Diese teilte der Mutter mit, dass sie wahrscheinlich schwanger sei. Mutter empfahl ihr, den Fötus abzutreiben.
Solche Männer taugten nichts als Väter und würden sich vor jeglichen Verpflichtungen verkrümeln und ihr Liebesglück bei einer Mia Noi suchen.
Sofern sie diesen Mann trotz allem heiraten wolle, sei das ihre persönliche Angelegenheit. Die Eltern würden sich von allen Festivitäten fernhalten.

Sie ermahnte die Tochter und sprach mit ihr über die zahlreichen alleinstehenden Mütter im Bekanntenkreis, wie diese Frauen zwischen Beruf und Mutterpflichten hin- und hergerissen würden.
Sie solle sich von diesem Mann nicht ihre ganze Zukunft vermasseln lassen.

Weil das Mädchen ungebremst in Schwierigkeiten geraten wollte und auf die wohlgemeinten Ratschläge der Mutter keinen Wert legte, sondern sie herausfordernd beleidigte,
erhielt die junge Frau erneut Hausverbot.


Januar 2009

Die ledige Mutter gebar im Herkunftsort des Vaters, betreut von dessen Eltern, einen gesunden Sohn, möglicherweise einen zukünftigen General.

Uniformen müssen es sein!


 


« Letzte Änderung: 02. März 2009, 20:17:12 von Louis »
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illuminati

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #184 am: 01. März 2009, 21:46:50 »


@low

mein Fehler mit den Taschentüchern - es hätte der Rohrstock sein müssen - aber eine Gesichte die den Zeitgeist wiedergibt, leider.

Gruss
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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien: Der andere Kriminalfall aus Mordthailand
« Antwort #185 am: 03. März 2009, 10:55:51 »

Die Ermittlung                              2004

Der andere Kriminalfall aus Mordthailand

Eine wunderschöne Frau, asiatisches Gesicht im Renaissance Stil, hatte Mühe einen Abend mit ihrem Partner in einem Dancing oder in einem Klub zu verbringen.
Sobald das Paar irgendwo erschien um das Tanzbein zu schwingen oder einen Cocktail zu geniessen, entleerte sich das Lokal blitzartig. Der Grund,
der Mann war ein erfolgreicher Fahnder der Drogenpolizei. Dummerweise wurde er eine lokale Berühmtheit wie ein Filmstar.
Darum verbrachte er in der Millionenstadt die meiste Zeit am Schreibtisch oder er brillierte bei Auslandseinsätzen in den Nachbarländern.
Seine hübsche Frau war meine Schwägerin. Als der Verwandte mit der hiesigen Polizei eine bedeutende Aktion erfolgreich durchgeführt hatte, verbrachte er einige Zeit bei mir.
Einerseits war er mit dem Resultat zufrieden. Andererseits sah er, dass geblockt wurde, weil offenbar allerhöchste Kreise involviert waren.

Eines Tages zeigte er mir nebenbei ein völlig neues, unbekanntes Chiang Mai. Bei einem kleinen Laden erläuterte er mir, dieses Geschäft sei die Tarnung eines vermögenden Buchmachers, Hehlers, kleinen Drogenhändlers, Geldverleihers und Zuhälters. Vor der Handlung stand ein altes ölverschmiertes Motorrad, mit dem der Mann zu Arbeit kam. Das Fahrzeug war derart verwahrlost, dass er getrost den Zündschlüssel stecken lassen konnte. Keiner würde sich auf so einen rostigen minderwertigen Plunder setzen oder sogar entwenden.
Paul erzählte, dass der Grandseigneur in einem Vorort eine prächtige Villa besass. Dort stand sein BMW. Seine Frau fuhr einen grösseren Mercedes. Seine Kinder besuchten die teuersten Privatschulen.

In der Loy Kroh Road klärte er mich über gewisse Freudenmädchen auf. Es war unwahrscheinlich, welche Details der Mann kannte. Ich fragte mich, ob er alles aus eigener Erfahrung wusste. Nein, dafür war seine Anwesenheit zu kurz.
Wir beobachteten die Szene über die Gasse. Er zeigte mir Su, die bereits einen Kunden betreute.
Sie war jung und hübsch. Sie war mittelgross, schlank und hatte etwas Busen. Das lange schwarze Haar kontrastierte mit den roten vollen Lippen und den weissen, teilweise leicht schief stehenden Zähnen. Doch das ovale Gesicht mit den Mandelaugen wirkte ungemein anziehend.
Er war viel älter, Europäer, vielleicht bereits Rentner. Ein Bierbauch zeichnete sich unter dem schweissgetränkten Hemd deutlich ab. In den krausen Brusthaaren teilweise versteckt hing eine massive Goldkette. Das Ding war so unübersehbar wuchtig, es wog mindestens zwölf Baht. Sein Gesicht war gezeichnet, nicht von einem Maler, sondern vom harten Leben. Ein paar schüttere graue Haarsträhnen schützten die Kopfhaut kaum vor der immer noch sengenden Abendsonne. Beide sassen in der offenen Bar an der Strasse. Sie nippte an einem Eiskaffe.
Er schlürfte ein Singha.  Weitere attraktive Frauen warteten gelangweilt und unbeschäftigt auf frühe Kundschaft.
Immer wieder starrte er auf ihre zierlichen Brüste, die sich durch die Bluse schwach, jedoch deutlich abzeichneten. Die viel zu engen Shorts liessen die gut proportionierten Hinterbacken prall erscheinen.
Er bezahlte. Sie und er gingen. Paul grinste und sagte nur: „Lebensgefahr!“
Ich verstand Bahnhof und fragte nach. Zu jener Zeit erklärte er mir bloss, dass Su unter den Nutten nicht den besten Ruf hätte.

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« Letzte Änderung: 03. März 2009, 10:59:55 von Low »
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Die Ermittlung 2


Wir bummelten weiter, assen eine Kleinigkeit und wollten uns in der Nähe eines heruntergekommenen Hotels im Freien vor der Heimfahrt noch einen Schlummertrunk genehmigen.
Wir hatten kaum angestossen, als kreischend ein Streifenwagen vorfuhr, aus dem ein paar Beamte und ein Zivilist ausstiegen. Ein reich dekorierter Polizist schritt auf uns.
Ich dachte schon, was wir denn schlimmes angestellt hätten. Der Ordnungshüter begrüsste Paul freudig. Die beiden kannten sich vom Drogeneinsatz her.
Er sagte ihm, er sei leider dienstlich hier, ob er ihn begleiten möchte. Paul wollte.
Ich sass alleine da, sah die Uniformierten mit Paul im Hotel verschwinden und wartete.

Es dauerte für mich eine Ewigkeit, in Wirklichkeit etwa eine Stunde, bis Paul zurück kam. Dann erzählte er:

„Zufälle gibt es, die gibt es gar nicht. Diesen Polizisten lernte ich im Dienst kennen. Ein fähiger Beamter, der dazu perfekt englisch spricht.
Erinnerst du dich an den Spätnachmittag, an Su und ihren Freier?
Die beiden sind in diesem Hotel abgestiegen. Der Farang ist tot.
Su’s Spezialität. Sie erstickte ihn mit ihrer Muschi.
Ich entdeckte einige Sperma- und Blutspuren am Körper, aber vor allem im Bereich von Nase und Mund.
Zu Hause müsste ich die Mordkommission benachrichtigen. Hier wird keine Gewaltanwendung vermutet.
Die Polizisten durchsuchten das Zimmer und seine Sachen. Sie fanden seinen Pass, einige Kreditkarten und sogar die Armbanduhr. In einer Brieftasche lagen fast hunderttausend Baht.
„Raub oder Mord war es kaum“, meinte der leitende Beamte trocken.
Der Arzt bestätigte: „Herzversagen“.

Die Goldkette fanden sie nicht, ich schwieg. Indessen könnten wir die sicher beim Hehler abholen, denn Su hat Spielschulden. Doch das ist nicht mein Geschäft.
Den Kerl lassen wir vorderhand weiter arbeiten, denn eine bessere ahnungslose  Informationsquelle haben wir gegenwärtig nicht.“

Irgendwo im fernen Europa musste sich eine Witwe schnell entscheiden, ob sie den Leichnam für teures Geld überführen wollte oder als preisgünstigere Version, eine Urne mit der Asche des Verstorbenen.
Auf den seinerzeit versprochenen Goldschmuck wartet anhand der Kreditkarten Abrechnung von 120’000 THB die doppelt Geprellte noch heute.

Paul hofft immer noch auf heisse Informationen von mir. In meiner Nähe stehen vier Häuser leer. Alle Bewohner flüchteten, wenige Männer wurden festgenommen. Drogenvergehen.

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illuminati

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Su’s Spezialität. Sie erstickte ihn mit ihrer Muschi.


diese Variante kenn ich nicht - aber als Alternative für einen Selbstmord - ist mal was anderes  :-*
Wie sie das geschafft hat - würde mich schon interessieren.  >:

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Re: Geschichten aus Hinterindien: Su’s Spezialität
« Antwort #188 am: 05. März 2009, 15:30:01 »

Su’s Spezialität

Bei mir ist die Distanz von den Nasenlöchern bis zur Lippenmitte knapp vier Zentimeter. Bei geöffnetem Mund sind es bis zur Unterlippe sieben Zentimeter.
Wenn die Schamlippen nur acht Zentimeter lang sind, hat Su rein rechnerisch schon gewonnen. Die Voraussetzung ist, dass sie kein Bügelbrett, sondern geschmeidig wie eine Katze ist.
Ich wollte es genau wissen und hatte eine Partnerin, nicht von Chiang Mai und keine Verwandte von Su. Als wir die kritische Stellung erreichten, fragte sie mich:
„Willst du sterben?“ Offenbar kannte sie den Trick.
Sofern der Mann gleich reagiert, kann er die ungefähr fünfzig Kilogramm wegstossen. Sobald der Sauerstoffmangel eintritt, leidet das Gehirn und es folgen nur noch unkontrollierte Panikreaktionen.
Wenn jemand zehn Minuten lang nicht atmet und kein Sauerstoff in die Lungen gelangt, stirbt das Gehirn aufgrund des Sauerstoffmangels ab und das Herz bleibt stehen.
Bereits vorher gibt es Bewusstseinstörungen und Ohnmacht, auch Synkope genannt.
Ein Arzt wüsste mehr.

Ich hatte eine detaillierte Beschreibung des Vorganges, wollte sie jedoch aus leicht ersichtlichen Gründen hier nicht publizieren und entschärfte die Geschichte.


Ähnliche Praktiken findet man in:

G. Lim, Invisible Trade
Monsoonbooks, Singapore 2004
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illuminati

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #189 am: 05. März 2009, 18:51:25 »

@ low

jetzt kann ich es mir vorstellen, aber das muss ja geschickt eingefädelt werden, wenn man ein solches Fliegengewicht ist.

Ich bin vorgewarnt - jetzt ist der Vorteil auf meiner Seite  ;D

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #190 am: 06. März 2009, 00:36:50 »

wow, low, was für eine aufregende Übung! 

Das nenne ich eine echte Recherche. ;D
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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien: Staats-Männer und Frauen
« Antwort #191 am: 06. März 2009, 14:54:28 »

Staats-Männer und Frauen

Beim Lesen der aktuellen Threads betreffend Wirtschaft und Staatsführung kam mir ein Schriftsteller und Denker in den Sinn, den ich vor vielen Jahren mit der Erzählung
„Silbermond und Kupfermünze“ kennen lernte. Er schrieb vor über siebzig Jahren:

„An den bedeutenden Staatsmännern, die ich kennenlernte, vermochte ich keine herausragenden Fähigkeiten zu entdecken. Ich schloss daraus, vielleicht etwas voreilig, dass nicht besonders viel Intelligenz vonnöten sei, um eine Nation zu regieren. Seitdem habe ich in verschiedenen Ländern zahlreiche Politiker kennengelernt, die hohe Ämter bekleideten. Noch heute staune ich über ihre intellektuelle Mittelmässigkeit. Ich fand, dass sie über die alltäglichen Dinge des Lebens kaum Bescheid wussten und dass sie nur selten differenziert dachten oder eine lebendige Phantasie besassen.“

Änderte sich etwas?

W. Sommerset Maugham
The Summing Up
William Heinemann London, 1938

Deutsch:
W. Sommerset Maugham
Die halbe Wahrheit
Diogenes Verlag Zürich, 1997

W. Sommerset Maugham
Silbermond und Kupfermünze
Deutsche Erstausgabe 1927
Alfred Scherz Verlag, Bern / Stuttgart 1963

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Re: Geschichten aus Hinterindien: Staats-Männer und Frauen
« Antwort #192 am: 07. März 2009, 12:49:57 »


„An den bedeutenden Staatsmännern, die ich kennenlernte, vermochte ich keine herausragenden Fähigkeiten zu entdecken. Ich schloss daraus, vielleicht etwas voreilig, dass nicht besonders viel Intelligenz vonnöten sei, um eine Nation zu regieren. Seitdem habe ich in verschiedenen Ländern zahlreiche Politiker kennengelernt, die hohe Ämter bekleideten. Noch heute staune ich über ihre intellektuelle Mittelmässigkeit. Ich fand, dass sie über die alltäglichen Dinge des Lebens kaum Bescheid wussten und dass sie nur selten differenziert dachten oder eine lebendige Phantasie besassen.“


ein kurzer aber schöner Beitrag der zeigt, dass sich gewisse Kasten (z.B Politiker) schon zu allen Zeiten und in allen Ländern auf vergleichbaren Trampelpfaden bewegt haben - man sollte von ihnen keine Hilfe erwarten.

Gruss
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Re: Geschichten aus Hinterindien: Arbeit versus Habgier
« Antwort #193 am: 07. März 2009, 17:29:06 »

Arbeit versus Habgier als manipulierbarer Lernfaktor

Vier Jahre lang hatten wir dieselbe Hilfskraft für Häuser und Gärten.
Sie war eine Bäuerin, die sich getraute, mit ihr unbekannten technischen Hilfsmitteln zu arbeiten. Der Verschleiss war enorm, weil sie zu viel Kraft hatte und ihren Verstand nur selten gebrauchte.

Die Rotweinkelche waren zu dünnwandig. Das Glas brach spätestens beim Abtrocknen. Staubsaugerschläuche liessen sich nicht auf die doppelte Länge ausdehnen, ob gekrümmt oder gestreckt.
Sie war eine waschechte Staubsaugerschlauch-Verbrecherin. Ich drückte ein Auge zu und dachte, sie würde dazu lernen, denn zu Hause hatte sie weder Weingläser noch Staubsauger.

Sie sah äusserst schlecht und putzte nach Schema, ob Dreck da war oder nicht. Um ihr die Arbeit zu erleichtern, kaufte ich eine Brille für sie. Trotz der Sehhilfe sah sie den Schmutz an Kühlschranktüren, Türen oder Griffen nicht. Dafür wischte sie täglich Staub unter meinen auf dem Schreibtisch abgelegten Dokumenten.

Messerspitzen sind gefährlich. Sie schützte uns davor. Sie knallte die Messer so gekonnt auf die Fliesen, dass sich die Spitzen rechtwinklig abbogen. Messerspitzen kann man überdies dadurch unschädlich machen, indem man das Messer als Schraubendreher benutzt oder zum Öffnen von Dosen und Flaschenverschlüssen. Schraubenzieher, Dosen- und Flaschenöffner brachten wir allesamt ins Brockenhaus.

Sie testete erfolgreich die Schutzschalter der Stromversorgung während unserer Abwesenheit. Der Kühlschrank arbeitete nicht mehr. Sie wusste nicht warum, rettete dennoch unsere Butter in den Beauty Salon.
Das Gefrierfach und die Garnelen darin übersah sie. Ihr Kühlschrank zu Hause hatte keine zwei Türen. Die Krustentiere roch ich bei unserer Rückkehr trotz erheblicher Luftverschmutzung auf zwanzig Meter bei Gegenwind.

Mia’s PC steht auf einem Tisch vor einem vergitterten Fenster. Weil Mia mit PC Reparaturen einiges Geld verdiente, legten wir diese Beträge in eine Schublade unter dem PC.
PC Geld sollte wieder in PC’s investiert werden.
Eines Tages wollte ich Zubehör kaufen und öffnete die Schublade. Kein Geld.
Wir fragten die Putzfrau, ob sie etwas wisse. Sie sagte:
„Das Geld war zu nahe am Fenster. Ich versorgte es in eine andere Schublade in einem Nachttisch, damit es keiner stehlen kann.“

Sie klaute nie etwas. Nur bei Regenwetter benutzte sie unsere Schirme – auf dem Motorrad notabene und vergass sie anschliessend zu Hause.
Unsere europäischen Reinigungstücher schmiss sie Vergesslicherweise mit dem Dreckwasser zusammen ins WC, ein Stück pro Woche. Unbezahlbar.

Für Gartenarbeiten war sie unschlagbar. Da griff sie zu und es machte ihr wirklich Spass. Weil Rasen ja nichts gilt, rechte sie das Gras bis zu den Wurzelspitzen.
In der Nähe vom Grill gab es eine einzigartige dreieckige Waschgelegenheit aus Keramik. Erst beim zweiten Versuch gab das Waschbecken endlich nach und löste sich in Scherben auf.

Bei längerer Abwesenheit unsererseits brachte sie ihren Fernseher von zu Hause mit und übernachtete mit ihrem Mann im Beauty Salon.
Wir haben drei Häuser und zwei Gärten. Dennoch war es leicht möglich, sämtliche Arbeiten in vier bis fünf Stunden zu erledigen. Wenn Sie um neun Uhr anfing, konnte sie gegen ein Uhr nach Hause.

Diese Frau lebte für lange Zeit in äusserst bescheidenen, um nicht zu sagen ärmlichen Verhältnissen. Alles Geld, das sie nach Hause brachte, wurde vom Bruder als Wandelanleihe behändigt und sogleich in Alkoholika umgesetzt. Anscheinend traute auch er der Stabilität des Baht wenig, denn mit zunehmendem Alkoholgenuss wird alles diffus und wackelig.
Nach seinem Tode konnte sie sich endlich ein goldenes Kettchen leisten, danach einige Kleider. Anschliessend erwachte ihre unbeschränkte Geldgier.

Mia zeigte ihr vor einigen Monaten, wie man Würste herstellt. Die Frau stand sehr früh auf, machte Würste und verkaufte sie nach sechs Uhr auf dem Markt, bevor sie bei uns arbeitete.
Nachfolgend verkaufte sie mit den Würsten illegale Lose. Noch einträglicher als Wurstherstellung und Arbeit war der ungesetzliche Losverkauf an Leichenfeiern und Veranstaltungen.
Am Lukrativsten war die Summe der drei Tätigkeiten.

Als ich im Januar erkrankte, wollte ich das Gepolter der Raumpflegerin nicht im Hause haben. Mir läuteten bei hohem Fieber die Ohren ohnehin, so dass ich auf die vertrauten Geräusche von fallenden Messern und klirrenden Gläsern gerne verzichtete. Ich bat Mia, die Frau im Garten zu beschäftigen.
Pietätvoll erkundigte sie sich:
„Verliere ich meine Stelle, wenn er stirbt?“

Sie hatte immer weniger Zeit für uns und arbeitete kaum mehr als zwei Stunden.
In dieser kurzen Zeit beschädigte sie mehr Gegenstände, als ich am restlichen Tag in Stand stellen konnte. Weil sie ihre Zeit meist bei mir verbrachte, hatte ich keine Ahnung, dass sie die beiden andern Häuser nicht mehr betreute. Wegen ihren Nebenerwerbstätigkeiten schlief sie kaum noch und brach fast wöchentlich bei Mia im Beauty Salon zusammen. Sie verheimlichte, dass sie krank war und Medikamente einnahm.
Farang und illegale Lotterien passen schlecht zusammen. Deshalb wollte ich sie nicht weiter beschäftigen. Bei den angebliche Medikamenten war ich übrigens nicht sicher, ob es irgendwelche ungesetzlichen Aufputschmittel waren.

Siehe auch:
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg29652 - msg29652
« Letzte Änderung: 07. März 2009, 18:08:26 von Low »
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #194 am: 07. März 2009, 18:17:52 »

Lieber Low,
mehr noch als Deine Fähigkeit, wunderbar Geschichten zu erzählen muß ich allmählich Deine Geduld bewundern.
Wenn Du so weiter machst, verdienst Du Dir noch einen Heiligenschein und wirst dann zu St.Low :D
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Tu ne quaesieris scire nefas quem mihi quem tibi finem di dederint
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