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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449473 mal)

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Buci

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #285 am: 15. Mai 2009, 21:13:19 »

Was ist besser:
Keine Schutzbleche und eine Geschichte?
Schutzbleche und keine Geschichte?

Der grosse Unterschied ist:
Ein Qualitätstourist wie Buci hätte ein Fahrrad mit Kotzflügeln gemietet.

 :o  :o Du glaubst nicht etwa, dass ich in der Affenhitze, die meist herrscht, wenn ich mal da bin, mich auf einen Drahtesel schwingen würde?   :o  :o

Zitat
Resultat: Im Kanton Graubünden der vereinigten Eidgenossenschaft gibt es trotz grossem
Viehbestand kaum buddhistische Tempel.

Das ist auch gut so. Schliesslich haben wir genug Halleluja Hallen. In fast jedem Dorf und ist es noch so klein, zwei davon.   ;D

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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #286 am: 16. Mai 2009, 09:53:44 »

@ Buci

Mit einem Motorrad, dickere Reifen und höhere Geschwindigkeit, fliegt theoretisch
der Dreck noch weiter. Ob im Park Motorräder zugelassen sind, bezweifle ich.
In der Sukothai Kuhdreck Region dagegen sind Motorräder willkommen.

Vorsichtigerweise waren wir diesmal in einer Reisschüssel unterwegs.
« Letzte Änderung: 16. Mai 2009, 10:37:40 von Low »
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Low

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Willkür und Gnade
« Antwort #287 am: 16. Mai 2009, 09:58:44 »

Willkür und Gnade                   15. Mai 2009

31. Januar 2009
Einem Engländer afrikanischer Abstammung wurde die Ausreise aus
Phuket nicht gestattet, weil angeblich sein Pass (Foto) manipuliert war.
Der Mann verlor seine Beherrschung und beschimpfte die Beamten.
Darauf wurde er verhaftet und erhielt einige Wochen Knast.

Eine Notiz der Einwanderungsbehörde sagt aus, dass Unhöflichkeit gegen
Beamte mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden kann.

27.4.2009
Das Gericht verurteilte den Engländer zu fünfhundert Baht Busse,
nachdem er seine Schuld eingestand.
Er erhielt seinen Pass mit dem nun ungültigen Visum zurück.
Für seinen verpassten Flug gab es keine Entschädigung der Fluggesellschaft.

15.Mai 2009
Ein Hotelier aus Phuket kaufte für den unglücklichen Gast ein Ticket.
Die Maschine startete heute Freitag um 15 00 Uhr, jedoch ohne den vom Pech
und der Behörde verfolgten Mann.
Die Immigrationsbehörde gab ihm keinen Ausreisestempel, sondern beorderten
das Opfer zu weiteren Abklärungen in das Büro in Phuket-Stadt. Unmöglich den
Flug noch rechtzeitig zu erreichen. Es dürfte relativ hart gewesen sein, lächelnd
die Klappe zu halten.

Freunde versuchen nun, für den Geprellten noch heute einen Flug zu finden.
Der erfolglose Muay Thai Boxer hätte anstatt zu maulen, vielleicht besser ein
paar saftige Maulschellen verteilt.
Der Name des Herrn: Simon Burrowes.
Ich wäre ja mit meiner mittlerweile bekannten subtilen Bösartigkeit imstande
gewesen, die Geschichte zu erfinden oder aus den Daumen zu saugen.

Vorsicht:
Ähnliches könnte jedem von uns zustossen.
Ich meine nicht das Daumensaugen. Persönlich bevorzuge ich Romeo & Julieta,
wenn mir schon eine Zigarre verpasst wird. Das ist dann Gnade.



http://www.zigarren-havanna.de/romeo-y-julieta-zigarren.php
 
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Louis

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #288 am: 16. Mai 2009, 23:24:44 »

Der Name des Herrn: Simon Burrowes.

Der wohl inzwischen berühmteste Tourist, der je in Thailand war. Im TIP eine unendliche Geschichte...
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- Why don't you just kill us?
- You shouldn't forget the importance of entertainment.

Low

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Fünf Hochzeiten und ein Todesfall
« Antwort #289 am: 17. Mai 2009, 16:22:10 »

Fünf Hochzeiten und ein Todesfall               Mai 2009

Eine kurze Reise verwies auf wirtschaftliche Schwächen in Nordthailand.

In Aufsatz 268 erwähnte ich eine Hochzeit, die am zweiten Mai stattfinden sollte.
Der Bräutigam vernebelte sich mit Drogen und brachte sich mit dem Auto unfreiwillig
am 27. April um.
Aus der geplanten Hochzeit wurde eine improvisierte Kremation.
Man kann sich getrost fragen, was länger hält.

Die nächste Verehelichung war für den 10. Mai angesagt.
Im Hotel in Uttaradit waren die Leute am 9. Mai mit weiteren vier Eheschliessungen
beschäftigt. Die Küche war total überfordert.

Früh um sieben Uhr verliessen wir Uttaradit, um die Strecke bis zum festgesetzten Termin
um 09 30 zu bewältigen. Da wenig Verkehr herrschte, waren wir bereits kurz vor neun Uhr
am Bestimmungsort. Keine Minute zu früh, wie sich zeigte. Die Menschen formierten sich
bereits zum Einzug in die Halle.

Es war die teuerste Braut, seit ich Hochzeiten besuchte. Der Sin Sod belief sich auf
200 000 THB. Dazu 20 Baht in Gold. Das sind etwa 300 Gramm. Zum Abrunden als
Sahnetörtchen noch ein Karat Diamanten. Ich weiss nicht welche Qualität, vielleicht
Top Wesselton v.v.s.i.. Und es war kein Schaukaufen.

Die Braut hat eine jüngere Schwester. Die dürfte mindestens so viel wert sein.
Ich witzelte einmal, ich hätte noch einen unverheirateten Sohn. Diese Nachricht
nahmen die Eltern mit Freude zur Kenntnis.
Ich bemerkte unter den Zuschauern an der Seite sitzend eine besser gekleidete Frau.
Sie hatte chronische Telefonitis. Kaum war ein langes Gespräch zu Ende, meldete sich
das Handy erneut. Sie war die Mutter des Bräutigams. Ob all der fernmündlichen
Konversation war es ihr unmöglich, dem Sohn während der Zeremonie beizustehen.

Diese Hochzeiten sind echte Börsen. Da wird säuberlich notiert, von wem wieviel.
Da unsere Gastgeber Dick bei ihrer letzten Party mit 6000 THB unterstützten, gab
Dick 7000 THB zurück. Wegen der Kremation verlor sie vorläufig fünftausend. Hoffentlich
findet die nie verheiratete Witwe bald einen Andern. Dann klingelt auch bei uns die Kasse.
Weil es sehr heiss wurde und sich einige Herren bereits in den Morgenstunden nicht
der feierlichen Handlung, sondern dem Alkohol widmeten, setzten wir uns frühzeitig ab.

Wir reisten über Wat Senat zum Amari Lagoon Hotel in Phitsanulok. Der Hotelbetrieb
ist etwas angeschlagen durch die Rezession. Von drei Restaurants wurden zwei geschlossen.
Trotzdem bieten sie ein reichhaltiges Mittagsbuffet zu hundertsechzig Baht, am Abend
zu zweihundert Baht an. Das Mittagsbuffet wird vor allem von Gruppen in Bussen frequentiert.
Im Hotel Meridien in Chiang Mai sind alle drei Restaurants geschlossen.

Mittags assen wir eine Kleinigkeit und bestellten eine Flasche Weisswein. Der war leider
so warm, dass wir ihn gut gekühlt erst nach den Tafelfreuden geniessen konnten.
Meine leichte Mahlzeit war ein Hühnersalat Hawaii. Hawaii bedeutet in Gastronomiechinesisch:
mit Ananas. Beispielsweise gibt es das Steak Hawaii und den Toast Hawaii. Das fein geschnittene
Fleisch wurde mit frischer Frucht gemischt appetitlich in einer halben Ananasschale serviert.

Am Abend stürzten wir uns aufs Buffet, warm und kalt, international, japanisch und Thai
mit einer fantastischen Auswahl an Früchten und Süssspeisen.
Wir bestellten einen Rotwein von Concha y Toro*. Weil der Weinkastenschüsselverwalter
nicht aufzufinden war, warteten wir eine halbe Stunde auf den Tropfen.
Währen dem trafen die ersten Terroristenhorden ein. Eine ältere übergewichtige Frau
war enttäuscht, als sie die japanischen Fischspezialitäten sah und äusserte sich lauthals,
dass sie hier keinesfalls essen könne. Dass es noch zwei Dutzend andere Angebote wie
Saltimbocca, Cordon bleu, vier verschiedene Sorten Teigwaren mit eben so vielen Saucen,
darunter Bolognese und Carbonara, Fisch, Curry, Bratkartoffeln, Reis, Salate, Thaifood und
weitere Leckereien gab, bemerkte sie anfänglich nicht.
Aus der Ferne beobachteten wir dann, wie sie stundenlang alles mögliche in sich hineinstopfte.


Fortsetzung folgt
« Letzte Änderung: 17. Mai 2009, 16:38:59 von Low »
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Buci

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #290 am: 17. Mai 2009, 17:40:52 »

Also.... Ich mag Low's Geschichten.   ;D
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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #291 am: 18. Mai 2009, 00:38:41 »

Hallo low,

manchmal wünsche ich mir, ich könnte mit dir zusammen auf Beobachtungstour gehen.

Das könnte der echte Überdrüber werden.  ;D

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mfG
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Low

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Fünf Hochzeiten und ein Todesfall II
« Antwort #292 am: 18. Mai 2009, 11:40:19 »

Fünf Hochzeiten und ein Todesfall


Am nächsten Tag reisten wir in die Gegend von Nakon Thai. Wir installierten bei den Eltern
eine Waschmaschine mit korrekten elektrischen Anschlüssen, Nullleiter, Erdung und Phase
über FI Schalter. Im Badezimmer tauschte ich die Wasserfilter aus.
Danach fuhren wir über Yaeng nach Phitsanulok zurück. Üblicherweise übernachteten wir
dort im La Paloma in einer etwas vernachlässigten Suite, Wohnzimmer, Schlafzimmer,
grosses Badezimmer zu 1250 THB. Diesmal verlangten die Leute 2500 THB, ohne dass
an den Räumen irgend etwas verändert oder saniert wurde. Dick war nicht bereit, für die
miefenden Zimmer so viel hinzublättern und wir kehrten problemlos ins gepflegtere Amari zurück.

Buffet gab es nicht. Die Ankömmlinge erhielten eine reich illustrierte Speisekarte,
damit auch sprachunkundige Gäste ihre Lieblingsspeisen bestellen konnten.
Wir waren spät dran und sahen, wie die wenigen Gäste bezahlten und sich in ihre Zimmer
zurückzogen.
Der Tisch mir der fetten, schnäderfrässigen Frau von gestern erregte Aufsehen. Die Kellner
rannten aufgeregt hin und her und überliessen schliesslich das Schlachtfeld einer jungen
englischsprechenden Auszubildenden.
Sie informierte uns über den Sachverhalt. Der weibliche Gast bestellte Huhn Hawaii, ohne
sich das Bild anzusehen. Anlässlich der Rechnungsstellung beschwerte sie sich, dass sie
Ananas nicht essen könne und deshalb nicht bezahlen würde.
Diese Gäste hätten die 120 Baht für einen Hühnersalat finanziell kaum belastet.
Dass das Personal für 2500 Baht im Monat schuftet, wissen sie nicht. Fehlbestellungen
und Zechprellerei gehen voll auf den Verdienst, gleich Minusverdienst. Ich als Kellner hätte
die Polizei gerufen, vor allem, weil irgendeiner am Tisch das halbe Huhn auffrass.
Anstatt zu beten: „ Gütiger Herr im Himmel, hilf ihr! Amen,“ ersetzte ich der geschockten
jungen Frau den erlittenen Schaden durch ein anständiges Trinkgeld.

Am nächsten Vormittag reisten wir gemütlich nach Sukothai, wo wir im angeblich besten
Hause mit Museum und Galerie nach einem Zimmer fragten. Leider funktionierte der Lift nicht.
Den konnte man wegen mangelnden Finanzen nicht reparieren.
Auf die Frage nach den Mahlzeiten wurde Dick erklärt, dass man die Logistik ausgelagert
habe und die Speisen von Drittanbietern zugekauft würden.
Mit diesem eher ernüchternden Bescheid reisten wir weiter.

Im Notfall gab es ja noch das Paylin Hotel.
In der Stadt fanden wir einen gemütlichen Kleinbetrieb. Die Lady wollte Cash fürs Zimmer,
weil die Kunden in letzter Zeit oft das Bezahlen vergassen.
Auch dort wurde das Personal zu den selben Dumpingpreisen entlöhnt. Nein, von entlöhnen
kann man da nicht sprechen, eher von bescheissen.

Wir besuchten die historischen Sehenswürdigkeiten ausserhalb des Parkes mit dem Auto.
Gähnend leere Parkplätze um das Areal verdeutlichten den Besucherrückgang. Eine Radtour
durch den Park war für den frühen Morgen vorgesehen.
Wir hatten etwas Mühe, Treibstoff zu tanken. Viele Tankstellen waren geschlossen.
Andere führten Khaonüng (91) nicht.

Das Hotel bot nur Thai Biere, keinen Wein, an. Der Chief Executive Officer liess es sich
nicht nehmen, Dick höchstpersönlich ins Weingeschäft zu chauffieren.
Nachher verwöhnte er uns eigenhändig mit seinem Spezialrezept, Spare Ribs süss sauer.

Das Wetter am nächsten Morgen war angenehm zum Radfahren. Wieder war der Parkplatz
am Haupteingang leer. Vor vier Jahren sah das etwas anders aus. Bei etwa
achtundzwanzig Grad knipsten wir einige gelungene Bilder. Der Lichtmangel im Gehölz liess
mich mit meiner Olympus SLR etwas albern aussehen. Für die schattigen Stellen benutzten
wir die empfindlichere Fuji Kamera.
Die Verkausbuden, ohne jegliche Kundschaft, boten den üblichen Ramsch an. Ein Buch
über Sukothai suchten wir vergeblich.
Gegen elf, als wir zum Big C weiterreisten, traf dann doch noch ein Bus mit einer Reisegesellschaft
ein. Im Buchladen fanden wir etwas Literatur, um Dicks viele Fragen zu beantworten.

Später reisten wir über die Nebenstrasse1327 Richtung Tung Saliam, dann auf der1048
nach Thoen und auf dem Highway Nummer 1 nach Lampang. Danach stoppten wir
am Rastplatz Kuntan. Wir kauften dort öfters preisgünstige Keramikgefässe für unsere
Orchideen ein, weil die Holzkistchen nach wenigen Monaten verrotteten.
Problemlos fanden wir einen Parkplatz in der Nähe des Eingangs. Doch das grosse
Verkaufsareal war verwaist und mangels Kundschaft geschlossen.


Nach der allzu trockenen Reiserei, möchte ich hier noch ein „Feuchtgebiet“ vorstellen:

*
Concha y Toro ist ein riesiger Betrieb in Chile mit 5100 Hektaren. Meine Tochter teilte
mir mit, dass allein die Bewässerungsleitungen etwa 2000 km lang seien.
Jahresproduktion über 130 Millionen Liter, nicht Wasser, sondern Wein.


http://de.wikipedia.org/wiki/Concha_y_Toro

http://www.zeit.de/2004/37/Concha-y-Toro


« Letzte Änderung: 18. Mai 2009, 11:46:53 von Low »
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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien: Korrektur
« Antwort #293 am: 18. Mai 2009, 18:31:51 »

Entschuldigt, verehrte Leser, ich machte einen Fehler.

Bevor ich an den Pranger gestellt und als Schlitzohr deklariert werde,
nehmt bitte zur Kenntnis:
Das Hotel in Phitsanulok heisst nicht Amari Lagoon,
sondern Amarin Lagoon.

Weitere Auskünfte über Unterküfte erteile ich gerne mit PM.

Low, ohne Schutzbleche
« Letzte Änderung: 18. Mai 2009, 18:39:07 von Low »
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Low

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DVD Betrügereien
« Antwort #294 am: 19. Mai 2009, 15:56:17 »

DVD Betrügereien               18. Mai 2009

Schwarz- oder Raubkopien sind seit Jahren im Handel erhältlich.
Jetzt kommt neue Technologie und damit ein weiteres Betätigungsfeld für Bauernfänger
und Beutelschneider.

Wisst ihr, was Blu-ray ist? Das ist der Nachfolger der DVD. Ein neues technisches Spielzeug
mit riesigen Speichermöglichkeiten. Pioneer erklärte bereits vor einem Jahr, bis zu 400 GB
auf einer 12 cm Multilayer Scheibe speichern zu können.

Technische Daten im Vergleich:

                                            CD             DVD             Blu-ray
Wellenlänge                    nm    780              650              405
Laserpunkt Durchmesser   um    2.1               1.3               0.6
Speicher Kapazität           GB    0.7               4.7                25

Blu-ray heisst die Technologie, weil der Lichtstrahl tiefblau ist, wesentlich kurzwelliger als rot.

Die Geräte und Software werden seit etwas mehr als einem Jahr angeboten. In Thailand sind
erste Einheiten auf dem Markt.
Vor etwa zwei Monaten erhielt ich die erste Blu-ray Disk. Ich wurde fast verführt,
im April in Singapore ein Abspielgerät zu kaufen. Wegen dem extremen Preiszerfall
verzichtete ich vorläufig darauf. Ferner betrug die Reaktionszeit nach dem Einlegen
einer Platte über eine halbe Minute.

Gestern nun stupste mich der Teufel und sagte zu mir:
„Schmeiss doch mal deine Blu-ray in deine DVD Maschine.“
Ein Wunder geschah: Mein fünfjähriges Gerät konnte Blu-ray lesen!
Unmöglich. Das war eine als Blu-ray getarnte DVD.


Gestank

Ich kaufte in Singapore bei Borders einige legale DVD. In Chiang Mai finde ich teilweise
die neuesten Filme, dafür aber sämtliche Revolver- und Horror-Platten. Ältere, oder
anspruchsvollere Titel suche ich meist vergeblich.
Einige Tage nach der Rückkehr aus Singapore stank es im Büro hin und wieder, wie wenn
mir einer auf den Schreibtisch gekackt hätte.
Ich schnüffelte und suchte. Ich schaute mir die Luftspalte zwischen den Elektronik
Einheiten an. Ich bearbeitete mein Aktenberg – Batch-Processing. Im Stapel fand ich nichts
anrüchiges.
Am nächsten Tag regte mich der Gestank erneut auf. Ich vermutete ein totes, vermoderndes
Tier hinter den Schreibtischen – nichts.
Einige Tage später fand ich die Ursache. Der farbige Aufdruck auf den DVD reagierte mit
der feuchten Luft und verursachte den Gestank.

Illegale Kopien aus Chiang Mai stinken neuerdings auch. Offenbar ist die Druckfarbe dieselbe.
Abhilfe: Neue DVD einige Zeit im WC aufbewahren! Dort ist der Gestank eher heimisch und
stört weniger.


« Letzte Änderung: 19. Mai 2009, 16:01:09 von Low »
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Low

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Unerklärbares Verhalten von Hausangestellten
« Antwort #295 am: 20. Mai 2009, 16:13:25 »

Unerklärbares Verhalten von Hausangestellten                                                        19. Mai 2009

Nachdem wir unsere Bäuerin feuern mussten, arbeitete eine jüngere ledige Frau
ohne Kinder für uns. Sie war sehr gewissenhaft und notierte alle unsere Instruktionen
fein säuberlich. Sie arbeitete in unserem Haus rationell und sauber.
Nach etwa zweieinhalb Stunden war alles blitzblank und stubenrein. Sie half Mia bei
den Gartenarbeiten. Daneben hatte sie das Gästehaus zu betreuen und ebenso das
Haus mit dem Beauty Salon. Sie lebte dort.

Über Songkran wollte sie ein paar Tage Urlaub, den wir gerne gewährten und bezahlten.
Sie wollte bei ihren Eltern einen Mann treffen, der offenbar ein Auge auf sie geworfen hatte.
Die fleissige Frau hatte rund eine halbe Million auf ihrem Sparbuch. Ich vermute, dass er
die über dreissig Jährige vor allem um ihre Ersparnisse erleichtern will. Denn das Wort
Heirat fiel während dem Songkran Fest nie.
Der Mann reiste eines Tages mit zwei Kollegen an und als grosser Liebhaber verabschiedete
er sich bereits nach drei Stunden. Grundlos, wie mir scheint, denn an Songkran arbeitet kein
Thai, wenn er nicht in einem Supermarkt oder Krankenhaus angestellt ist.

Wir waren kürzlich einige Tage abwesend. Ich kehrte gerne in unser Anwesen zurück. Alles
wirkte sauber und gepflegt. Ganz anders war es im Haus mit dem Beauty Salon.
Die Frau benutzte tagelang das Badezimmer, ohne je die Haare auf dem Boden
zusammenzukehren, oder den fast blinden Spiegel zu polieren. Vor dem Kochherd in
der Küche glitt Mia auf dem Fett- und Öl-Film beinahe aus.

Wir beide, Mia und ich, verstehen das kaum. Solange Mia kommandierte, war die Wohnung
im Beauty Salon rein. Ohne Mias Aufsicht lebte sie dort offenbar so, wie sie es sich von zu
Hause gewohnt war. Gemütlich grauslich. Sie ist nicht die erste Frau, die sich so verhielt.
Wir kennen mindestens zwei weitere Fälle, wo die Sauberkeit im eigenen Hause eine
Nebenrolle spielte. Das sind die Hälfte.
Aber es ist ja möglich, dass der Fehler auf unserer Seite liegt und wir einfach zu pingelig sind.
Bei mir wäre das einfach erklärbar. Ich arbeitete mit Spurenanalytikern zusammen. Da waren
10E-11 Gramm Dreck bereits fünfzig Prozent. Analyse sinnlos.

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
Die eine will sich von der andern trennen;
Die eine hält, in derber Liebeslust,
Sich an die Welt mit klammernden Organen;
Die andere hebt gewaltsam sich vom Dust
Zu den Gefilden hoher Ahnen.

Faust I, Vers 1112 1117
Johann Wolfgang von Goethe


Jetzt ist sie weg, Kremation eines Familienmitgliedes. Wir werden sie wohl nicht wieder sehen
(bis ihr Geld weg ist). TIT.
 
 


« Letzte Änderung: 20. Mai 2009, 16:21:23 von Low »
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #296 am: 20. Mai 2009, 21:58:19 »

 :D :D :D
Gemütlich grauslich!!!
Werde ich in mein Ausdrucksrepertoire aufnehmen.
dass Thaifrauen durchaus Bemerkenswertes beim Putzen leisten können, weiß jeder, der in den großen Bangkoker Hotels gewohnt hat.
Ich kenne aber auch thailändische Privatwohnungen, die picobello sauber sind.

Erinnerst Du Dich an die klassische Thaibauweise, an die Holzhäuser mit den unzählichen offenen Winddurchlässen? In einem solchen Haus war Staub eine Normalität, man konnte sicher kaum so schnell putzen wie alles wieder verdreckte...
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Tu ne quaesieris scire nefas quem mihi quem tibi finem di dederint

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #297 am: 21. Mai 2009, 09:58:05 »

Unser Problem ist nicht, dass Thais nicht putzen können.
Das Wohnhaus ist meistens so sauber, dass man Birchermüsli vom Boden essen könnte.

Die Sache ist die, dass dieselbe Dame, die unser Haus putzte, selbst in unsäglichem Dreck lebte.
Das Haus gehörte  ihr nicht. Sie lebte dort auf unsere Kosten.
Solange ihr Mia daselbst täglich die Arbeit zuwies, war alles in Ordnung.
Als wir weg waren, kümmerte sie sich nur noch um unseren Wohnsitz und lebte selbst biblisch:
„Asche zu Asche, Staub zu Staub,“

Wir verstehen ein solches Verhalten schlecht. Es scheint aber zumindest in Chiang Mai üblich zu sein.
Unsere, beziehungsweise meine Raumpflegerinnen leben bis auf zwei Ausnahmen gerne mit
Schmutz und Kakerlaken zusammen. Geselligkeit?

Meine Schwiegermutter lebte jahrzehnte in einem Holzhaus, wie es drwkempf beschrieb.
Sie gewöhnte sich schnell an ihr neues Heim. Wenn sie nicht gerade krank ist, ist immer
alles blitzsauber, oder die erwachsenen Kinder sind zu Besuch.
Dann herrscht Chaos. Neuerdings lässt sie Chaoten gar nicht mehr ins Haus.

Als die Familie Songkran bei uns verbrachte, hatte der alte Herr eine Mordsfreude am Staubsauger.
So ein Ding musste er unbedingt auch haben.
Als er nach Hause zurückkehrte, gewann er einen Sauger in der Lotterie der Bank.
« Letzte Änderung: 21. Mai 2009, 10:05:06 von Low »
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Low

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Sprachprobleme
« Antwort #298 am: 22. Mai 2009, 13:10:16 »

Sprachprobleme

Der TIP Kirchen- und Religions-Thread steckte in Personalfragen fest.
Ich erinnerte mich an den bekannten, auf Kernspaltspuren (1) (Fission Track) spezialisierten
Geologen Anthony J. Hurford. Wir arbeiteten eine Zeitlang im selben Labor. Tony stammte
aus England und sprach ein reines, schönes Englisch, nicht wie ich, mit Oklahoma Slang.
Tony datierte damals den bis anhin ältesten Menschen.(2) Ich betitelte meinen Beitrag im
Thread mit: „Adams Grossvater“  und verwies auf A. J.  Hurford.
Im Rückblick erinnerte ich mich an einige Geschichten aus dieser Zeit.

Anfangs der 70er Jahre nahmen Chinesen und Amerikaner über die Ping Pong Diplomatie (3)
erste Kontakte auf. In der Folge öffnete China seine Pforten weltweit.
Das einst komplett isolierte Land suchte plötzlich Kontakte aller Art.
Ein Gremium der besten Wissenschaftler Chinas mit fundierten Kenntnissen der neuesten
Fachliteruhr bereiste die Welt. Die wussten genau was sie wollten.
Sie brauchten Ausbildungs- und Forschungsplätze für ihre Spitzenkräfte. Ich konnte mich
dem China Trend nicht entziehen und durfte mit meiner damaligen Gemahlin, einer Chinesin
aus Singapore, an einem chinesischen Essen, gesponsert von der Volksrepublik China, teilnehmen.

Später konnten meine beiden Kinder gratis in den chinesisch Unterricht. Das ging so lange gut,
bis der kleine Sohn, vom Aussehen her damals ein Stockchinese, fliessend Chinesisch sprach.
Er gab spontan längere Monologe mit Showeinlagen, wundervoll, mit den richtigen Klängen
und Betonungen. Doch niemand verstand ihn, weil er das Chinesisch nur imitierte.
 
Plötzlich war sie dann da, die chinesische Spezialistin mit einer eindrücklichen Liste von
veröffentlichten Arbeiten. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, die Dame am ersten Morgen
in die Grundlagen neuer Technologien einzuführen.
Ich war mich gewohnt, mit Menschen aus dem asiatischen Raum zu arbeiten und sprach
dementsprechend langsam und deutlich. Fachwörter notierte ich extra. Etwa nach zwanzig
Minuten meinte die Pekinesin zu mir:
„Khun Low, bitte sprich Englisch mit mir.“

Als sie am Nachmittag mit dem englisch sprechenden Anthony J. eine weitere Diskussionsrunde
hatte, bat sie ihn nach kurzer Zeit:
„Lieber Herr Doktor Hurford, sprechen Sie bitte Englisch mit mir!“
In China lernte sie offenbar nur Chinglish.

Einige Zeit später, es war Winter, schneite mein Lieblingschinese, Herr He, ins Haus.
Ein Onkel war ein hoher Funktionär und Herr He hatte entsprechende Beziehungen.
In China gab es damals nur wenige Telefone. Vielleicht auf 100 000 Menschen eines.

Wenn das Telefon im Labor klingelte, nahm Herr He gerne den Hörer ab, hielt das Ding
ans Ohr und hörte fasziniert stillschweigend zu, bis der Anrufende mehr oder weniger
frustriert wieder auflegte.
Ich erklärte meinem Schüler, dass er sich, nach dem Abheben des Hörers, mit seinem
Namen melden sollte.
Als es wieder klingelte, rannte er zum Telefon, riss den Hörer an sich und schrie ins Mikrofon:
„He !,“ dass man es im ganzen Hause vernahm.
Nun geschah das in der Schweiz, im Kanton Bern. Aus dem Berndeutsch in Schriftsprache
übersetzt bedeutet das kurze „He“:
„Entschuldigen sie bitte, ich habe sie nicht verstanden. Würden sie so freundlich sein und ihre
Aussage wiederholen.“
Die passende Antwort auf Berndeutsch wäre:“ Äuä!“ „Für wie blöd hältst du eigentlich
deine Umwelt?“ oder ähnlich zu übersetzen.  Es könnte ebenfalls vielleicht bedeuten.

Ich benötigte einige Tage, um Herrn He beizubringen, sich mit: „Universität, Doktor He
am Apparat,“  anzumelden.
„He?“

In einem Ramschladen fand Herr He Schlüsselanhänger, die auf Pfeiftöne antworteten.
Herr He war fasziniert von soviel Technologie auf engstem Raum und kaufte sich solch
ein preisgünstiges Wunderwerk. Er hatte damit nur ein Problem. Herr He konnte nicht pfeifen.

Eigentlich wünsche ich mir so ein Telefon.
Äuä.


1
http://www.wer-weiss-was.de/theme51/article1077959.html
2
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=662.msg54063#msg54063
3
http://de.wikipedia.org/wiki/Ping-Pong-Diplomatie

Ein Italiener, Massimo Rocchi, studierte die Phänomene um Äuä und He.

http://www.massimorocchi.ch/start/index.php

http://de.wikipedia.org/wiki/Massimo_Rocchi
« Letzte Änderung: 22. Mai 2009, 13:30:03 von Low »
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namtok

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #299 am: 22. Mai 2009, 14:47:24 »

Zitat
Danach stoppten wir am Rastplatz Kuntan. Wir kauften dort öfters preisgünstige Keramikgefässe für unsere
Orchideen ein, weil die Holzkistchen nach wenigen Monaten verrotteten.
Problemlos fanden wir einen Parkplatz in der Nähe des Eingangs. Doch das grosse
Verkaufsareal war verwaist und mangels Kundschaft geschlossen.

Meinst Du damit den Thung Kwien Markt am Highway, also normal ist da immer was los  ???
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██████  Ich sch... auf eure Klimaziele !
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