Fünf Hochzeiten und ein Todesfall
Am nächsten Tag reisten wir in die Gegend von Nakon Thai. Wir installierten bei den Eltern
eine Waschmaschine mit korrekten elektrischen Anschlüssen, Nullleiter, Erdung und Phase
über FI Schalter. Im Badezimmer tauschte ich die Wasserfilter aus.
Danach fuhren wir über Yaeng nach Phitsanulok zurück. Üblicherweise übernachteten wir
dort im La Paloma in einer etwas vernachlässigten Suite, Wohnzimmer, Schlafzimmer,
grosses Badezimmer zu 1250 THB. Diesmal verlangten die Leute 2500 THB, ohne dass
an den Räumen irgend etwas verändert oder saniert wurde. Dick war nicht bereit, für die
miefenden Zimmer so viel hinzublättern und wir kehrten problemlos ins gepflegtere Amari zurück.
Buffet gab es nicht. Die Ankömmlinge erhielten eine reich illustrierte Speisekarte,
damit auch sprachunkundige Gäste ihre Lieblingsspeisen bestellen konnten.
Wir waren spät dran und sahen, wie die wenigen Gäste bezahlten und sich in ihre Zimmer
zurückzogen.
Der Tisch mir der fetten, schnäderfrässigen Frau von gestern erregte Aufsehen. Die Kellner
rannten aufgeregt hin und her und überliessen schliesslich das Schlachtfeld einer jungen
englischsprechenden Auszubildenden.
Sie informierte uns über den Sachverhalt. Der weibliche Gast bestellte Huhn Hawaii, ohne
sich das Bild anzusehen. Anlässlich der Rechnungsstellung beschwerte sie sich, dass sie
Ananas nicht essen könne und deshalb nicht bezahlen würde.
Diese Gäste hätten die 120 Baht für einen Hühnersalat finanziell kaum belastet.
Dass das Personal für 2500 Baht im Monat schuftet, wissen sie nicht. Fehlbestellungen
und Zechprellerei gehen voll auf den Verdienst, gleich Minusverdienst. Ich als Kellner hätte
die Polizei gerufen, vor allem, weil irgendeiner am Tisch das halbe Huhn auffrass.
Anstatt zu beten: „ Gütiger Herr im Himmel, hilf ihr! Amen,“ ersetzte ich der geschockten
jungen Frau den erlittenen Schaden durch ein anständiges Trinkgeld.
Am nächsten Vormittag reisten wir gemütlich nach Sukothai, wo wir im angeblich besten
Hause mit Museum und Galerie nach einem Zimmer fragten. Leider funktionierte der Lift nicht.
Den konnte man wegen mangelnden Finanzen nicht reparieren.
Auf die Frage nach den Mahlzeiten wurde Dick erklärt, dass man die Logistik ausgelagert
habe und die Speisen von Drittanbietern zugekauft würden.
Mit diesem eher ernüchternden Bescheid reisten wir weiter.
Im Notfall gab es ja noch das Paylin Hotel.
In der Stadt fanden wir einen gemütlichen Kleinbetrieb. Die Lady wollte Cash fürs Zimmer,
weil die Kunden in letzter Zeit oft das Bezahlen vergassen.
Auch dort wurde das Personal zu den selben Dumpingpreisen entlöhnt. Nein, von entlöhnen
kann man da nicht sprechen, eher von bescheissen.
Wir besuchten die historischen Sehenswürdigkeiten ausserhalb des Parkes mit dem Auto.
Gähnend leere Parkplätze um das Areal verdeutlichten den Besucherrückgang. Eine Radtour
durch den Park war für den frühen Morgen vorgesehen.
Wir hatten etwas Mühe, Treibstoff zu tanken. Viele Tankstellen waren geschlossen.
Andere führten Khaonüng (91) nicht.
Das Hotel bot nur Thai Biere, keinen Wein, an. Der Chief Executive Officer liess es sich
nicht nehmen, Dick höchstpersönlich ins Weingeschäft zu chauffieren.
Nachher verwöhnte er uns eigenhändig mit seinem Spezialrezept, Spare Ribs süss sauer.
Das Wetter am nächsten Morgen war angenehm zum Radfahren. Wieder war der Parkplatz
am Haupteingang leer. Vor vier Jahren sah das etwas anders aus. Bei etwa
achtundzwanzig Grad knipsten wir einige gelungene Bilder. Der Lichtmangel im Gehölz liess
mich mit meiner Olympus SLR etwas albern aussehen. Für die schattigen Stellen benutzten
wir die empfindlichere Fuji Kamera.
Die Verkausbuden, ohne jegliche Kundschaft, boten den üblichen Ramsch an. Ein Buch
über Sukothai suchten wir vergeblich.
Gegen elf, als wir zum Big C weiterreisten, traf dann doch noch ein Bus mit einer Reisegesellschaft
ein. Im Buchladen fanden wir etwas Literatur, um Dicks viele Fragen zu beantworten.
Später reisten wir über die Nebenstrasse1327 Richtung Tung Saliam, dann auf der1048
nach Thoen und auf dem Highway Nummer 1 nach Lampang. Danach stoppten wir
am Rastplatz Kuntan. Wir kauften dort öfters preisgünstige Keramikgefässe für unsere
Orchideen ein, weil die Holzkistchen nach wenigen Monaten verrotteten.
Problemlos fanden wir einen Parkplatz in der Nähe des Eingangs. Doch das grosse
Verkaufsareal war verwaist und mangels Kundschaft geschlossen.
Nach der allzu trockenen Reiserei, möchte ich hier noch ein „Feuchtgebiet“ vorstellen:
*
Concha y Toro ist ein riesiger Betrieb in Chile mit 5100 Hektaren. Meine Tochter teilte
mir mit, dass allein die Bewässerungsleitungen etwa 2000 km lang seien.
Jahresproduktion über 130 Millionen Liter, nicht Wasser, sondern Wein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Concha_y_Torohttp://www.zeit.de/2004/37/Concha-y-Toro