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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449488 mal)

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Ge-ben-ba?

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #330 am: 09. Juni 2009, 18:08:52 »


Du sprichst mir aus der Seele.

Großen Dank auch an Dich,
daß Du Deine Erfahrungen
hier mit uns teilst.

Grüße
Ge-ben-ba?
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Low

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Gründe und Abgründe
« Antwort #331 am: 11. Juni 2009, 09:59:16 »

Gründe und Abgründe

Möglicherweise war ich etwas kurz mit meinen Begründungen, warum ich in Thailand lebe.
Ein weiterer gewichtiger Grund ist sicher, dass ich mir hier eine solide Infrastruktur mit Häusern
und Gärten aufgebaut habe. Ich wäre wohl nicht mehr in der Lage, diese Leistungen irgendwo zu wiederholen.
Andere Gründe sind die gute Erreichbarkeit von Spitälern mit ausgebildeten Fachkräften und deren vorbildlichen
und preisgünstigen Dienstleistungen.
Die Einkaufsmöglichkeiten im Raum Chiang Mai erreichen fast westlichen Standard.

Es ist mir klar, dass ich dass ich ohne Dicks Hilfe kaum überlebt hätte. Sie kam
zum richtigen Zeitpunkt und sie ist eine Ausnahme.
(1)
 
Ich war mich gewohnt, wissenschaftliche Apparate auf Eignung und Spezifikationen zu überprüfen. 
Das machte ich dann auch mit den hiesigen Damen, wobei ich wissenschaftlich wegliess. Viele Eignungstests
waren interessant, aber nicht mehr. Nach einer harten Scheidung bemühte ich mich während Jahren vergebens,
eine angenehme Begleiterin zu finden.

Dazu erinnere ich mich an die folgende Zote.(2)
Kurt verlor seine Frau. Ich weiss nicht, ob sie davonlief oder verstarb.
Ein Freund fragte: "Kurt, du bist einsam, du siehst schlecht und ungepflegt aus. Möchtest du nicht wieder heiraten?"
Kurt antwortete entschieden: "Nein."
"Warum denn nicht?"
Kurt meinte darauf:
"Eine bessere Frau kriege ich nicht,
und eine gleiche will ich nicht mehr!"

Vor mehr als dreissig Jahren arbeitete ich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Arbeit machte wirklich
Spass und die Technik war phantastisch. Dennoch wusste ich nach kurzer Zeit, dass ich mit der Mentalität
der meisten amerikanischen Frauen etwas Mühe hatte.
Ganz schlimm fand ich es im mittleren Westen, wo man Mädchen unter sechzehn Jahren verheiratete,
nur um zuvor zu kommen, dass die Nachkommen zu früh kommen.
Mir wurde wiederholt die Möglichkeit geboten, im mittleren Westen zu leben und zu arbeiten. Doch die Denkweise
im privaten Bereich, die beziehungslosen, oft fehlenden Begriffe von Kultur, die Lebensgewohnheiten mit den
schrillen Partys blieben mir fremd. Das einzige Lebensziel war oft die Anhäufung von Dollars.

Im Staat Oklahoma herrschte immer noch die Prohibition. Ich wohnte in Tulsa im Hotel Hilton. Als ich dort
an einem heissen Augusttag ankam, war es nicht möglich, ein Bier zu bestellen. Ich musste erst Klubmitglied werden.
Dafür erlebte ich, unvergesslich, eine für mich eigentlich erledigte Vergangenheit, das unsichtbare Reich,
die Jahresversammlung des Ku Klux Klans mit Zipfeltenues und brennendem Feuerkreuz.(3)

Ich kannte damals bereits einige Länder Südostasiens. Der ferne Osten lag mir bedeutend näher, als der wilde Westen.

(1)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg37756#msg37756
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Zote
(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Ku-Klux-Klan

« Letzte Änderung: 11. Juni 2009, 10:10:42 von Low »
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #332 am: 11. Juni 2009, 20:47:04 »

Lieber Rolf,

Dick und Du sind einfach ein erfolgreiches Gespann.
Aber wie Du schon sagst, eben doch eher die Ausnahme von der Regel.

Ich glaube ja, dass man auch ohne Thai-Anhang in Thailand ganz gut leben kann - jedenfalls wenn man finanziell hinreichend abgesichert ist :-)
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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #333 am: 11. Juni 2009, 21:56:10 »

Hallo Wolfram,

Du hast recht. Man könnte ohne Thai Anhang gut in Thailand leben,
sofern man Miethäuser, Mietwohnungen oder Hotelunterkünfte schätzt.
Eine Vertrauensbasis für Mietobjekte ist jedoch kaum gegeben.
Ein Vermieter kann über dich jederzeit nach Gutdünken verfügen.

Das war einer der Gründe in Europa, mich von den Landvögten unabhängig zu machen.
Dasselbe geschah dann in Thailand. In letzter Sekunde konnte Dick die gefährdeten Besitztümer
übernehmen. Ich lebe in vertragslosem Zustand auf reiner Vertrauensbasis.
Auf Dicks Latifundien hätten wir wohl bauen können. Nach unserem Gutdünken
wären wir einfach einige hundert Kilometer zu weit entfernt von meiner zeitweise benötigten
Infrastruktur gewesen.
 
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Low

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Kopflos
« Antwort #334 am: 12. Juni 2009, 15:17:53 »

Kopflos         12. Juni 2009

Im Beitrag Haustiere schrieb ich über unsere Karnickel. (1) Seit drei Wochen erfreuten
wir uns an den munteren Tieren und sie hatten den Plausch an uns. Meistens waren sie
nicht aufzufinden. Wenn Dick sie rief und mit ihren Schlüsseln klapperte, kamen sie aus ihren
Verstecken und marschierten und hoppelten mit ihr ums Haus herum zur Veranda.
Als besondere Leckerbissen fütterte Dick etwa grüne Mango, Karotten oder einen Broccoli Strunk.
Wenn mich das Männchen im Haus hörte, kam es in wilden Sätzen die Treppen hoch und
bettelte um Futter.
Die Ställe, die wir extra bauten, benutzten sie anfänglich gerne. Dann entdeckten sie unter
einer Steinskulptur versteckt im Bambus am Teich ein kühleres Plätzchen. Sie reinigten
den Ort, schauten öfters den Fischen zu, ruhten und übernachteten teilweise dort.
Tagsüber lagen sie manchmal im dichten Farn, von der Sonne geschützt und gut versteckt,
wenn sie nicht an den Blättern zupften.

Heute in den frühen Morgenstunden kam irgend ein Untier und köpfte eines der
grasenden Kaninchen. Wir hörten gar nichts, obwohl der Tatort unmittelbar in der Nähe
eines Schlafzimmerfensters lag. Der Kopf mit den langen Ohren fehlte vollständig.
Wer macht so etwas? Der Garten ist von Mauern umgeben. Die wenigen Meter Chromstahlzaun
sind zusätzlich durch feines Maschengitter geschützt. Es muss ein Tier sein, das die Mauer
überwinden konnte.  War es etwa eine Katze oder Fuchs, Marder, Wiesel oder Iltis?
Oder war es gar Selbstmord mit besonderen Umständen?
Einmal mehr gab es einen kopflosen Bewohner in Thailand.


(1)
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg56385#msg56385

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hellmut

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Re: Kopflos
« Antwort #335 am: 13. Juni 2009, 03:27:40 »

...Heute in den frühen Morgenstunden kam irgend ein Untier und köpfte eines der
grasenden Kaninchen. Wir hörten gar nichts, obwohl der Tatort unmittelbar in der Nähe
eines Schlafzimmerfensters lag. Der Kopf mit den langen Ohren fehlte vollständig.
Wer macht so etwas? Der Garten ist von Mauern umgeben. Die wenigen Meter Chromstahlzaun
sind zusätzlich durch feines Maschengitter geschützt. Es muss ein Tier sein, das die Mauer
überwinden konnte.  ...

@ Low, mein Beileid zum Tod des Kaninchens.

Mich würde interessieren woraus du folgerst das der Täter dem Tierreich entstammt.
Eine Katze, von Tiegern und Löwen abgesehen, könnte das nicht, da das Gebiss viel zu klein wäre um einen Kaninchenkopf abzubeißen.
Meine Katze macht das bei Vögeln, bzw. sie lässt den Kopf übrig, jedoch nicht bei Mäusen.
Grundsätzlich würde sich ein Tier zunächst am "Filetstück" verköstigen, ehe es an die Extremitäten geht. Auch sind Raubtiere so gestrickt das sie so schnell wie möglich an das Fleisch heran wollen. Den Kopf abzubeißen ehe es ein Stück Fleisch verputzt hätte, wäre unlogisch.
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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #336 am: 13. Juni 2009, 10:13:43 »

Hellmut, danke für die guten Worte und die förderlichen Überlegungen.
Ich rechnete eigentlich von Anbeginn mit Verlusten. Wenn eine Python (1) das Maul aufreisst,
ist das Kaninchen fast chancenlos. Dann aber liegt auch kein Kadaver im Gras.
Dass kräftiger Zug angewendet wurde, zeigten die herausgerissenen Eingeweide.
Eigentlich hätte ich das tote Tier fotografieren müssen. Anstatt zur Kamera zu greifen,
machte ich eine Knarre bereit.

Hier stank es verschiedentlich nach Marder. Ich kenne den Geruch, weil zeitweise
einer bei schlechtem Wetter in meiner Garage hauste, ohne jedoch die Autoelektronik
zu zerstören, wie das in Euroland so üblich ist.
Ich kenne das Verhalten von Mardern nicht. Ich wusste nur, dass damals ein Bekannter
die Tiere mit Mohrenköpfen! als Köder fing.

Nehmen wir an, es war ein zweibeiniger Kaninchenjäger mit Schwert (Kill Bill) am Waidwerk,
der die Trophäe neben Löwen- und Tigerköpfen an die Wand hängt!


(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Pythons
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Profuuu

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #337 am: 13. Juni 2009, 12:51:53 »

Die Schwerter in "Kill Bill" verursachten nur saubere präzise Schnitte.  ;)

Vielleicht war es auch ein Waran? Und er wurde gestört? Du erwähntest ja "unter dem Schlafzimmerfenster". Verfällst du vielleicht gelegentlich dem Spontan-Schnarchen? Das würde so einiges erklären.  ;D
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mfG
Professor Triple U

Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #338 am: 14. Juni 2009, 17:01:23 »

Ja Profuuu, wie ich lernte, gibt es mindestens zweierlei Schwerter.
Die eine Machart wird in Kill Bill verwendet.
Wir haben ein antikes Stück, vielleicht vom Ende des vorletzten Jahrhunderts mit dem Ursprung
Nordthailand oder Laos im Beautysalon (zum Rasieren). Wenn du mit diesem Säbel auf eine
Kartoffel einschlägst, hast du nicht zwei halbe Kartoffeln, roh oder gekocht spielt keine Rolle,
sondern du und die nähere Umgebung sind von Kartoffelbrei bespritzt.
Solltest du mehr Brei benötigen, nimmst du eine Wassermelone!

Dieser Brei st ein gutes Mittel gegen das Schnarchen.
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Low

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Armseligkeit
« Antwort #339 am: 14. Juni 2009, 19:09:24 »

Armseligkeit

Das ist die Fortsetzung der kopflosen Geschichte. Aus einem Ereignis ergibt sich das Nächste.
Plötzlich sieht man Zusammenhänge. Vielleicht ergeben sich Rückschlüsse, wie in diesem Falle.

Wir reisten mit dem Auto und unserem Kistchen zum Kaninchenhändler nach Chiang Mai.
Dick erzählte vom Attentat auf dreiunddreissig Komma drei Prozent unserer Tiere.
Die Kaninchenexperten antworteten, das sei in der Tat ebenfalls ein Problem für sie.
Öfters würden ihre Kaninchen von rabiaten, herrenlosen und hungrigen Katzen angegriffen und geköpft.
Wir erstanden einige neue Pelznasen. Der Vorrat dürfte hochgerechnet für die nächsten
fünfzehn Wochen bei gleichbleibender Katzenpopulation reichen.

Die Schlussfolgerung ist, es gibt nicht nur die Soi Dogs. Es gibt im Raum Chiang Mai auch
viele unbehütete, furiose Katzen. Je nach Bedürftigkeit stehen sie abends teilweise knapp
betucht vor den Getränkeschuppen für den gepflegten, aber vor allem müssiggehenden Herrn herum.


Zwei Dorfbewohner, Weiblein und Männlein, verkauften mit den berühmten blauen Vehikeln,
ausgerüstet mit Lautsprechern und kratzendem Sound, in der ganzen Gegend Eiskrem eines
schweizerischen Lebensmittel Konzerns. Der Firmensitz ist in Vevey am malerischen Genfersee.
Ich nehme jedoch an, dass die Glace für Thais von Thais in Thailand angerührt wird.
Ganz In der Nähe von Vevey ist Montreux mit dem Schloss Chillon, eine der schönsten
Wasserburgen der Schweiz.(1)

Der ältere Eismann wurde plötzlich sehr krank. Die Frau kümmerte sich nicht um den
angeheirateten Patienten. Sie brauchte Geld und verkaufte ohne Rücksicht auf den
Hilfebedürftigen weiterhin ihr Eis.
Der sich sorgende Sohn sah, dass es seinem Vater äusserst schlecht ging und nahm ihn
zur Pflege auf. Er war ziemlich aufgebracht über das herz- und erbarmungslose Verhalten
der Frau und verbot ihr sofort die weitere Nutzung des Hauses.
Nun war das Haus leer, bis auf etwa fünfzehn herrenlose Katzen, die teilweise bereits
Junge säugten. Diese Katzen verunreinigten alles. Es stank so grässlich, dass die gestressten
Nachbarn nach geraumer Zeit einen Katzenfänger beauftragten und bezahlten, die halbwilden
Tiere zu fangen und sie in einen Tempel zu bringen!
Wie reagierte die skrupellose Eisverkäuferin? Sie färbte sich die Haare und pries bereits nach
wenigen Wochen wieder, ihre Ware im Dorf an.

Anstatt über den vermutlichen Wirkungsgrad des Katzenfängers zu diskutieren, erzähle
ich eine Hundegeschichte. In der Nähe hatte vor kurzer Zeit eine Hündin acht Welpen.
Da die Familie bereits ausgiebig mit Hunden gesegnet war und diese immer neue
Mischlingskinder in die Welt setzten, gab die Dame des Hauses einem Kehrichtsammler
hundert Baht mit der Bitte, die Hündchen umzubringen.
Der Kehrichtexperte nahm das Geld und die Hunde. Dann reiste er hausierend mit den Welpen
von Tür zu Tür. Innerhalb von kurzer Zeit war er die jungen Tiere los.
Solange die noch nicht trocken und verspielt sind, werden sie verhätschelt und gefüttert.
Sind die Hunde nach ein paar Monaten ausgewachsen und fressen jeden Tag das Fleisch
eines halben Elefanten, gibt es - oh Wunder, neue Soi Dogs - heimatlose Strassenköter,
ungeimpft und unkastriert. Das kostet ja etwas.

(1)
http://www.chillon.ch/de/
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Mundgeruch und Fuzzy Logik
« Antwort #340 am: 16. Juni 2009, 15:17:07 »

Mundgeruch und Fuzzy Logik

Es gibt immer wieder Pessimisten, welche behauten, man könne hier
nichts zum Besseren verändern. Ich behaupte, dass dies nicht richtig ist.
Wir alle haben eigentlich  eine Vorbildfunktion. Wir wissen, wie erfolgreich
die Menschen beim Kopieren sind, sei es Software, Kleidung, Handtaschen,
Gebrauchsgegenstände, Bilder, Skulpturen oder Uhren. Sehr selten nur
besteht eine Chance, dass sie etwas anderes, Grundsätzliches übernehmen.
Aber eine geringe Möglichkeit besteht.

Ich kann mich nicht beklagen, denn ich wurde nur zu oft kopiert, zum Beispiel
Recycling, Gestaltung des Lebensraums, Hilfsmittel im Haushalt, nur um ein
paar Beispiele zu nennen.
Sofern wir nicht allzu träumerische Massstäbe verwenden und genügend Zeit
einsetzen, lassen sich kleine Fortschritte durchaus verwirklichen.
Am Einfachsten ist es bestimmt, bei jüngeren Leuten, vor allem bei Kindern
den Hebel sachte und mit viel Gefühl anzusetzen.
Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass reifere Menschen aus Euroland fast
unmöglich aus ihren eingefahrenen Verhaltensmustern zu bringen sind.
Alterssturheit und Starrsinn sind weit verbreitet. Ich beobachte solche Effekte
leider schon bei jüngeren Landsleuten.
Warum denn sollte es in einem Entwicklungsland wesentlich anders sein?

Ich erwähnte bereits, dass wir einen Pflegesohn nicht nur finanziell unterstützen,
sondern dass er oft seine Ferien bei uns verbringt. Bei dieser Gelegenheit
bringen wir ihm Kleinigkeiten bei, die in der Schule kaum auf dem Lehrplan stehen.
Wir konnten ihn überzeugen, dass durch reichlichen Gebrauch von Wasser und
Seife die Hände nicht absterben. Wir zeigten ihm, dass der TV sogar einen
Abstellknopf hat. Für hartnäckige Fälle empfahlen wir ihm, den Netzstecker zu ziehen.
Er kann eine Waschmaschine bedienen. Er weiss, dass wir schmatzen, spucken und
schneuzen beim Essen wenig schätzen. Wir zeigten ihm, dass beim Rülpsen, Niessen
und Husten eine Hand vor dem Mund angebracht wäre.
Ich hatte oft das Gefühl, zu hart oder zu pingelig mit ihm zu sein. Aber er schätzt
meine Pedanterie mittlerweilen. Kaum ist er weg, vermisst er mich. Er hat begriffen,
dass ich nicht auf Fuzzylogik (1) stehe, dass es für mich vorläufig nur richtig oder falsch gibt.

Er wendet seine neuen Kenntnisse täglich an, obwohl er, gelinde gesagt, oft auf
Verständnislosigkeit trifft.
Im Schulbus musste er neulich niessen.  Als anständiger Mensch hielt er seine Hand
vor den Mund. (Er wollte seine Weggefährten nicht alle mit den verschiedensten
Grippe-Viren infizieren.)(2)  Einem seiner Kollegen passte das gar nicht ins eigene,
anspruchslose Konzept. Er lachte ihn aus und meinte, er handle wie ein Ladyboy!
So was gehöre sich nicht für einen edlen Thai.
Zu guter Letzt rülpste er ihm eine delikate Mischung aus Magensäure, halb vergorenem
Som Tam und drei Wochen ungepflegten Zähnen direkt ins Antlitz, dass dem Jungen
kotzübel wurde. Der vergass ob dem Gasangriff, dass der ungezogene Rüppel zwei Jahre
älter war und verpasste ihm einen anständig gezielten Faustschlag mitten ins Gesicht.
Jetzt bekam der Lümmel zum Mundgeruch auch noch Nasenbluten.
Was denkt ihr, was das Mütterchen des Schwerverletzten unternahm?

Sie ging mit dem blutverschmierten Charakterdarsteller zum Dorfvorsteher und
verlangte Bar-Geld, Zaster, Mammon von dem aggressiven Boxer. Vielleicht war
ja Mütterchen einmal Bar-Girl.
Als der Obmann die unglaublichen Geschehnisse begriff, sandte er die Kläger grinsend weg.
Nachher versuchten es die offenbar Unbelehrbaren bei der Polizei. Ein Team von
Beamten ermittelte anschliessend in der Schule. Nach der Einvernahme mehrerer Zeugen
wurde die Klage abgewiesen.

Welch ein Aufwand wegen Anstand und einigen Kubikzentimetern warmfeuchter Luft!


(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Fuzzylogik
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Infektion


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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #341 am: 17. Juni 2009, 04:32:38 »

Lieber Rolf

in einer Abwandlung eines Paul Mc Cartney Liedes:

"maybe I'm amaized the way you are telling your stories..."

Wolfram

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Low

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Wie ist der Tarif ?
« Antwort #342 am: 17. Juni 2009, 13:19:59 »

Wie ist der Tarif ?

Der Artikel „Mundgeruch“ bereitete  mir fast eine schlaflose Nacht.
Über den Mief habe ich lange fleissig nachgedacht.

Sollten Sie, verehrte Leser und Reisende erster bis fünfter Klasse,
draussen in der einsamen Provinz einen Thai Jungen mit guter Kinderstube
antreffen, dann ist es möglicherweise mein Pflegesohn. Wenn ihr ganz
sicher sein wollt, lasst euch bitte einen Faustschlag versetzen.
Bei Nasenbluten ist er echt. (Der Faustschlag.)
Wir werden die Schlagtechnik so optimieren, dass Nasen nur bluten,
jedoch sicher nicht brechen. Drwkempf ist als Zinkenklempner bereits beschäftigt
genug, sonst müsste er womöglich für die nächste Reise einen Privatjet buchen,
um die Moneten überhaupt verjubeln zu können.

Wie ist der Tarif?
Diese Frage bezieht sich nicht auf die aktuellen Flugreise-Angebote.
Ich las irgendwo im TIP, dass ein Messerstich vom Staat mit THB 000 000 030.00
(in Worten: dreissig Baht) entschädigt wurde. Mich interessiert aus aktuellen
Gründen der Preis für Nasenbluten.
In der Liste könnten dann auch Zigarettenkippen, Biermatten und andere luxuriöse
Wertgegenstände im bewährten Doppeltarif für Thais & Farang aufgeführt werden.

Für die ertragsarme Nebensaison empfehle ich dem Herrn Finanzminister einen Zuschlag
von fünfzig Prozent.
Man könnte das Angebot touristenfreundlicher gestalten, indem man den Aufpreis
bereits in die Grundtarife hineinmultipliziert und dann in der Hochsaison freundlicherweise
einen Bar-Rabatt von dreissig Prozent gewährt.
Der Bar-Rabatt wäre speziell interessant für Biermatten in Bier-Bars mit Bar-Girls
und müsste dann gleich an Ort wieder in Tranksame umgesetzt werden.
Zwischen 14 00 bis 17 00 nur für Softdrinks verwendbar, oder man bestellt mindestens
2,5 Gallonen, jedoch strikt für Eigenbedarf.
Sollten weniger Gallonenfeste nach dem Konsum mit dem Schädel auf dem Tresen aufschlagen,
würde bei eventuellem Kolbenbluten automatisch der Nasentarif wirksam, sofern nicht noch
exquisite Biermatten in Mitleidenschaft gezogen würden.

Euer Biermattenmathematiker
Low

Für Vergessliche oder Alkoholgeschädigte:
http://www.thailandtip.de/tip-zeitung/nachrichten/news/phuket-australierin-wegen-biermattendiebstahls-verhaftet//back/2/
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hellmut

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Gemütliches Nasenschlagen
« Antwort #343 am: 17. Juni 2009, 18:51:19 »

Wie ist der Tarif ? ...

Normalerweise sollte das für jeden (nicht nur Qualitätstouri  :) ) bezahlbar sein.
Erfahrungsgemäß gibt es keine feste Preisliste, sondern wird individuell von Polizei oder Gericht festgelegt.
Dabei fallen mir aus Zeitungsberichten aus den Pattayamedien drei Kategorien auf:
1) Farang vs Farang: Meist bleibt es bei einer gegenseitigen Ermahnung keine öffentliche Aufregung zu verbreiten.
2) Farang vs Thai: Das kann für den Farang einige Tausender kosten, egal wer angefangen hat. Im  Anschluss an das Gerangel erscheint es durchaus sinnvoll, möglichst schnell die Stadt mit unbekanntem Ziel zu verlassen.
3) Thai vs Thai: Kostet im Regelfall nix (siehe Farang vs Farang), kann jedoch Tage oder Wochen später eine Bleivergiftung nach sich ziehen.

Einen Fall, der ca. 10 Jahre zurück liegt, kenne ich persönlich:
Uwe vs Erwin (Udon-Thani Erwin)
Es ging ums Wetter. Tatort war das Shopping Center im Stadtzentrum.
Da die Polizei nicht an dem Fall interessiert war, ging Erwin zur gerichtlichen Instanz.
(Schnell-)Urteil: 100 Baht Schmerzensgeld sowie Verpflichtung zu einem Mindestabstand für Uwe. ... Trotzdem hatten die beiden am gleichen Abend wieder zusammen gesoff ...  :-X   (--C )
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Samuitilak

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #344 am: 18. Juni 2009, 15:35:49 »


"Trotzdem hatten die beiden am gleichen Abend..........."

Sicherlich auch schon tagsüber, sonst hätten sie sich 1. nicht geschlagen und 2. wäre man nicht zum Gericht

So sind sie halt :o :o :-)

Walter
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Wie man in den Wald hineinruft, hallt es zurück.......
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