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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449503 mal)

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Low

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Gold, Tafelfreuden, Minamata und Mikimoto
« Antwort #375 am: 05. Juli 2009, 03:12:48 »

Gold, Tafelfreuden, Minamata und Mikimoto
      
Teil 2

Zusammenfassung:
Im ersten Teil beschrieb ich die Goldsuche im Napfgebiet, Schweiz, und gab eine kurze Anleitung, wie sich dort und im
entfernten Graubünden der Hungertod vermeiden lässt. Buci steuerte als Kalorienbombe noch eine Engadiner-Nuss-Torte bei.
Deshalb rasch zurück ins kalorienfreundlichere und wärmere Som Tam Land.

Etwa 400 km südlich von Bangkok, in Bangsaphan Yai waschen heute noch vorwiegend ältere Frauen Gold. Ein Italiener,
Ingenieur Luzatti erhielt 1885 und 1887 von der siamesischen Regierung zwei Konzessionen für den Goldabbau.
Ich fand in anderen Landesteilen und Flüssen einheimische Goldwäscher an der Arbeit. Teilweise benutzen sie lebensgefährliche Methoden.

Eine der wenigen Flüssigkeiten, die Gold angreift, ist Quecksilber. (4) Sie können das Experiment selbst nachvollziehen.
Legen sie ihren Ehering in einen Kubikzentimeter Quecksilber und fortan können sie den Ring im Fläschchen spazieren führen.
Der Behälter kann alsdann mit „Amalgam“ etikettiert werden.

Diesen Trick benutzen Goldsucher, sofern feine Goldäderchen in Steinchen eingeschlossen sind. Nach dem Auswaschen des Goldes
mit dem Quecksilber, muss nur noch das Quecksilber vom Gold getrennt werden. Dazu diente den Hightech Experten eine Bratpfanne
und ein kräftiges Feuer. Dass der Quecksilberdampf hochgiftig ist, wusste beim Hantieren keiner. Am Ende verblieben in der Pfanne
einige Goldklümpchen, welche die Schatzsucher nach dem Abkühlen in Plastiktüten verwahrten. Weil der Tag so erfolgreich verlief,
feierten sie das Ereignis mit viel Schnaps, der in den selben Flaschen wie das Quecksilber gelagert wurde. Weil ein Liter des Stoffs
ungefähr vierzehn Kilogramm wiegt, fanden nur kleine Flaschen Verwendung. Als kulinarischer Höhepunkt wurde dann noch Fisch
in der einzigen Bratpfanne gegart.
Mir wurde übel, ob dem grausamen Geschehen. Vergessen konnte ich diese selbstzerstörerischen Szenen nie mehr.

In jungen Jahren war ich mehrmals durch Quecksilberunfälle mit grösseren Mengen gefährdet. Zur Erzeugung von Hochvakuum benutzten
wir damals Quecksilber-Diffusions-Pumpen (5) mit Kühlfallen, die mit flüssigem Stickstoff, Temperatur minus 196 ° C, beschickt wurden. (6)
Nach etwa einer Woche klebte der gesamte Schwermetallvorrat an den eisigen Wänden der Kühlfallen.

Ich erzählte die Goldsucher Erfahrungen eines Abends Mia, die eifrig mit dem Kopf nickte. Als ich die hohe Giftigkeit des flüssigen
Schwermetalls erwähnte, wusste sie, warum thailändische Goldsucher selten alt werden. Sie machte ähnliche Beobachtungen.
Möglicherweise sterben diese verwegenen Glücksritter an der Minamata Krankheit, wenn sie nicht von goldgierigen Räuberbanden
vorher umgebracht werden. (7)
1999 konnten japanische Wissenschaftler sogar bei Indianern am Amazonas die Minamata-Krankheit nachweisen. Auch hier gelangte
Quecksilber beim illegalen Goldwaschen in das Flusswasser.
Bereits vor Jahrzehnten sah ich, wie Indonesier das selbe billige, aber extrem gesundheitsgefährdende Verfahren benutzten.

Bei extravaganten verheirateten Ladies wird selten die Mikimoto Krankheit beobachtet. Dieses Leiden ist relativ harmlos und belastet
nur den Geldbeutel oder die Kreditkarten des Gatten.
Mikimoto San eröffnete im Jahre 1899 seinen ersten Zucht-Perlenladen auf der Ginza in Tokio. Von da an expandierte (leider) sein Geschäft auch im Ausland. (08)
Das Mikimoto Syndrom sollte vom Gatten sehr ernst genommen werden, da es oft mit dem Goldfieber einher geht.



(4)
http://de.wikipedia.org/wiki/Quecksilber
(5)
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ldiffusionspumpe
(6)
http://de.wikipedia.org/wiki/Stickstoff
(7)
http://de.wikipedia.org/wiki/Minamata-Krankheit
(08)
http://de.wikipedia.org/wiki/Kokichi_Mikimoto
http://mikimotoamerica.com/


« Letzte Änderung: 05. Juli 2009, 03:17:14 von Low »
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Low

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Grippeähnliche Erkrankungen
« Antwort #376 am: 06. Juli 2009, 17:11:55 »

Grippeähnliche Erkrankungen

Da die Schweinegrippe H1N1 in Thailand äusserst selten ist und kaum vorkommt, vor allem dank der Prävention
am Flughafen in Phuket, benutze ich den Ausdruck „grippeähnliche Erkrankungen“.

Dazu ein Ausschnitt des Beitrages von Ozone:
Am Phuket Airport hat man die Lösung gegen die Verbreitung der Schweinegrippe gefunden. Die Angestellten wurden
angewiesen, während ihres Händewaschens das Lied „Happy Birthday“ zu trällern, damit sichergestellt ist,
die empfohlene Händewaschdauer von 20 Sekunden nicht zu unterschreiten.

Des weiteren wurden sie angewiesen, in Zukunft nicht in die Hände zu niesen, sondern auf die Schultern (ihrer Uniform) zu zielen.

Wenn ihr also in Zukunft grün-gelbe verklebte Eiterkrusten an den Schulterpatten des Immigrations-Officers seht..... ...

http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=2334.msg60445#msg60445

Auf Neudeutsch:

http://www.phuketgazette.net/news/index.asp?id=7522

Letzte Woche erhielten wir einen Telefonanruf aus dem Dschungel. Unser Patensohn hatte Fieber.
Wir statteten ihn vor etwa einem Jahr mit einem Quecksilberthermometer aus und zeigten ihm, wie die Körpertemperaturen
exakt gemessen werden.
Ich erklärte ihm, dass er die Temperaturen mit Zeit und Datum versehen, notieren sollte.
Seine Temperatur kletterte gegen 39 °C und wir empfahlen fernmündlich, einen Arzt zu konsultieren.
Im Spital schoben sie ihm einen Papierthermometer* in den Mund und lasen wenig später bloss 37,0 °C ab.
Das Knäblein meinte, das stimmt nicht, und zeigte dem Pflegepersonal seine Aufzeichnungen.
Die fragten schnippisch: „Bist du ein Arzt?“
Der Bub antwortete: „Mein Farang Onkel hat mir gezeigt, wie ich die Temperatur richtig messen kann.
Dazu braucht es keinen Arzt sondern einen genauen Thermometer.“
Als der Arzt kam, wurde die Messung mit einem Alkohol- oder Quecksilberthermometer wiederholt.
Die Messung von zu Hause wurde bestätigt.
Er hatte Fieber.
Das Spitalpersonal war froh, den kritischen Teenager wieder nach Hause zu entlassen, wo offenbar gute
medizinische Versorgung garantiert war. Das Krankenhaus war voll besetzt, vor allem mit jungen Fieberpatienten.

*
Diese billigst Papierthermometer mag ich gar nicht. Nachts schlucke ich die im Halbschlaf vor Wut und Ärger.
Wenn ich längere Zeit in ein Krankenhaus muss, packe ich den ThermoScan von Braun ein.
Ideal für Kinder, nach drei Sekunden hat man das Resultat aus dem Ohr.

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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #377 am: 07. Juli 2009, 03:26:56 »

Tja, Rolf, gutes Equippment und dazugehöriges Know How zahlen sich eben aus ;)

Aber man sieht am Beispiel, wie groß Dein Einfluß auf Deinen "Ziehsohn" ist. Du kannst stolz darauf sein!
Dass die Thainurses froh waren, als Dein Patensohn das Weite gesucht und gefunden hatte, glaube ich sofort. :D :D :D

Fieber bei Kindern
erreicht meist schnell beeindruckende Werte, ohne daß gleich wirklich schwere Erkrankungen dahinterstecken müssen.
Ich rate zu reichlich Flüssigkeit und einer gehörigen Dosis Paracetamolsaft oder auch -tabletten - und natürlich zu einer Temperaturkontrolle 90 Minuten später, nicht mit einem Papiertermometer, sondern mit einer etwas verlässlicheren Meßvorrichtung. Sollte das Temperatur trotz dieser Maßnahmen erhöht, also über 38 Grad Celsius bleiben, dann sollte man einen Arztbesuch allerdings auch nicht auf die lange Bank schieben.

Wolfram
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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #378 am: 07. Juli 2009, 11:52:29 »

Hi Drwkempf,

Wie viele Papierthermometer muss ich schlucken, um LD 50 zu erreichen?

Der Junge ist wieder fieberfrei.
Das Trinken hat er auch bei uns gelernt. Wir haben dort im Haus einen
Wasserfilter installiert. Vor allem in der Trockenzeit sinkt die Wasserqualität.
Das angebotene Wasser der Trinkwasserverkäufer ist nicht immer einwandfrei.
Ich meine nicht die Grossverteiler, sondern die kleinen Gauner.
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Blackmicha

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #379 am: 07. Juli 2009, 12:42:58 »

Hi Drwkempf,


Ich meine nicht die Grossverteiler, sondern die kleinen Gauner.
Low




in Laos ist letztes Jahr eine Firma aufgeflogen , die Wasser in gebrauchte PET Flaschen füllte , und als NEU verkaufte !  >:(
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Konfuzius - oder so

Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #380 am: 07. Juli 2009, 12:53:36 »

In Laos ist das schon möglich. Hier nicht.

Ich meine, dass so eine Firma auffliegt.
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Samuitilak

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #381 am: 07. Juli 2009, 12:56:33 »

Zitat drwkempf

"Fieber bei Kindern
erreicht meist schnell beeindruckende Werte, ohne daß gleich wirklich schwere Erkrankungen dahinterstecken müssen.
Ich rate zu reichlich Flüssigkeit und einer gehörigen Dosis Paracetamolsaft oder auch -tabletten - "

?????
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0920/wissenschaft/0100/index.html

Panikmache??

LG

Walter
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Wie man in den Wald hineinruft, hallt es zurück.......

Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #382 am: 07. Juli 2009, 13:06:50 »

Vor langer, langer Zeit gab man den Kindern (in CH) ein Stück Würfelzucker mit ein paar Tröpfchen Absinth.

http://de.wikipedia.org/wiki/Absinth

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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #383 am: 07. Juli 2009, 14:24:53 »

Da habe ich mich wieder einmal nicht klar genug ausgedrückt ??? ??? ???

Erhöhte Temperatur, also Temperaturen bis 38,0Grad Celsius sollte man nur beobachten, dabei auf reichliche Flüssigkeitszufuhr achten. Da braucht man keine Medikamente. Zwischen 38,0 und 38,5 Grad Celsius helfen durchaus auch einfach einmal kalte Wadenwickel. Über 39,0 Grad Celsius sollte man dann doch ein Medikament geben, allerdings nicht als Dauertherapie, sondern eine großzügig bemessene (auf das Kindesalter/-gewicht bezogene) Dosis Paracetamol eimalig. Ist ein Fieberschub einmal durchbrochen, bleibt die Temperatur oft im Anschluss in verträglicher Höhe.Meist sind Entzündungen Auslöser hoher Temperaturen. Entzündungen sind ja bekanntlich auch schmerzhaft, sodass die medikamentöse Behandlung mit Paracetamol nicht nur das Fieber senken, sondern auch die Schmerzen lindern soll.

"Dennoch sei Paracetamol Mitteln wie Aspirin oder Ibuprofen vorzuziehen, schreiben die Forscher. Es solle aber erst dann verabreicht werden, wenn das Fieber beispielsweise auf mehr als 38,5 Grad Celsius steige. (bro.)"

Wirksame Medikamente ohne potentielle Nebenwirkungen? Ein Märchen!

Allergische Erkrankungen - Asthma bronchiale gehört bekanntlich dazu - wird meines Erachtens nach heute häufiger durch einen übertriebenen Hygienefimmel ausgelöst aals durch Medikamente, auch wenn das prinzipiell möglich ist. In der heutigen Kindergeneration ist kindgerechtes Spielen auch mal im Dreck oft nicht mehr gewünscht, der kindliche Organismus "verpasst" so die Gelegenheit, ein robustes Immunsystem auszubilden. Zu viel Sauberkeit ist hier also auch von Übel (wie eben fast alle Extreme).
Wolfram
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #384 am: 07. Juli 2009, 14:41:13 »

@383

Lieber Rolf,

daß Du als Schweizer an die Verwendung des Absinth verweist )rein historisch natürlich!), verwundert mich nicht. Auch ich weiß, daß der Schweizer Absinth qualitativ der beste war den es für Geld zu kaufen gab. Die Schweizer produzierten nicht nur den höchstprozentigen Absinth, sie vermieden auch meist die Verwendung billiger Alkohole, die wohl maßgeblich für die oft geschmähten Nebenwirkungen des Absinthgenusses verantwortlich waren.
Kinder Alkohol zu geben? Das war in der Tat weit verbreitet. Ich eerinnere da z.B.an den viel verwendeten Schnapszipfel, einen in Schnaps und Zucker getauchten Leinenzipfel, den man früher z.B. zahnenden Kindern in den Mund schob. Man hat die Kinder damit erfolgreich ruhiggestellt.
Alkohol ist allerdings ein hochpotentes Nervengift, bei kleinen Kindern extrem wirksam! Also nicht zur Nachahmung empfohlen.
Wolfram
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Absinth
« Antwort #385 am: 07. Juli 2009, 15:27:23 »

Hallo Wolfram

Ein halbes Stück Würfelzucker mit zwei maximal drei Tropfen Absinth
war ein gängiges, trotzdem sehr selten angewandtes Hausmittelchen meiner Grossmutter.
Ich denke nicht, dass diese geringe Menge Alkohol bereits toxisch wirkt bei einem vielleicht
siebenjährigen Kind. Sonst müsste ja man auch beim Salat mit hausgemachtem Weinessig zurückhaltung üben.
Auf alle Fälle litt ich bei den Grosseltern nie unter Würmern, denn Absinth ist ein Wurmkiller.

Eine schöne Arbeit über die grüne Fee (Absinth) fand ich unter:
http://www.pharmazie.uni-wuerzburg.de/Studium/Lmc/Seminare/Thujon.pdf

Ich sah in CNX in einem Geschäft eine Flasche Absinth.
Der soll angeblich den Bauchraum beeinflussen. Ich kaufe mir dann mal eine Flasche und versuche Absinth anstatt Librax.
Vielleicht erhalte ich später für den selbstlosen Versuch den Nobel-, oder irgend einen anderen Preis.
In meiner Bar, etwa 10 000 Kilometer entfernt, steht noch eine angebrochene Flasche aus dem Jura. Dick fand das Getränk
ausgesprochen witzig mit der Aromenvielfalt und dem Farbwechsel beim Eingiessen.

Meine Frage betreffend gefressener Papierthermometer blieb bisher unbeantwortet. Am ThermoScan lutsche ich nicht einmal.

Danke für die Paracetamol Empfehlung. Das wird hier im Dorf pfundweise konsumiert. Es wird ab Lautsprecher-Pickup günstigst
angeboten. Asthma konnte ich nicht beobachten. Ich selbst rühre das Zeug nicht an.






« Letzte Änderung: 07. Juli 2009, 15:34:14 von Low »
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #386 am: 07. Juli 2009, 17:23:44 »

Lieber Rolf,

das hier ansässige Expertenteam streitet sich noch;die Frage, wieviele gefressene Papierthermometer bei 50% der Papierthermometerfresser zum Tode führen, ist offensichtlich gar nicht so leicht zu beantworten ???
Mit gefressenen Quecksilberthermometern hätte sich das Team viel leichter getan :-) >: :D

Über die präzise Schädlichkeit nur weniger Tropfen guten schweizer Absinths gibt es auch noch keine abschließenden Erkenntnisse.
Es wurde aber schon ins Auge gefasst, eine Flasche Absinth zu erwerben, um einen Selbstversuch wenigstens bei Erwachsenen zu starten.
Sollte ich in naher Zukunft nur noch dummes Zeug von mir geben, dann ist der Schuldige wenigstens schon ermittelt!

Herzliche Grüße nach Nordwestthailand
Wolfram
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Diensteifer
« Antwort #387 am: 08. Juli 2009, 11:47:38 »

Diensteifer

Vor nicht allzu langer Zeit gab es noch keine Digitalkameras.
Man hantierte mit lichtempfindlichem Filmmaterial.

Ich benötigte aus Amerika Spezialfilme für ein Elektronenmikroskop.
Die Firma lieferte prompt. Es gab nur ein klitzekleines Problem am Zoll.
Der diensthabende Beamte öffnete das Packet gewissenhaft.
Damit waren die Filme belichtet und unbrauchbar.

Ich reklamierte beim Zoll. Die Beamten waren nett und bedauerten den Vorfall.
Ich machte sie auf eine baldige Neulieferung aufmerksam.
Der selbe Absender, derselbe Empfänger, derselbe Inhalt: Lichtempfindliche Filme.
Die Firma lieferte prompt.
Der diensthabende Zollbeamte sagte sich: „Köpfchen!“ Er öffnete die Verpackung nicht.
Sein Kollege benutzte die Röntgenanlage zu Belichtung der Filme.

Es war nicht Thailand.


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ou1

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #388 am: 08. Juli 2009, 14:40:36 »

Diensteifer

Es war nicht Thailand.




Schade, lieber Low, dass Du das schon so früh verraten hast. Ich hätte gerne mal die üblichen Reaktionen derjenigen gelesen, die das Brett mit der Aufschrift
Vorurteil
vor dem Kopf haben.

MfG
ou1
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Seldwyla ist überall!
« Antwort #389 am: 08. Juli 2009, 17:03:59 »

Hallo ou1

Ja, ich kann noch einen draufhauen und behaupte:

Seldwyla ist überall!

Seldwyla bedeutet nach der älteren Sprache einen wonnigen und sonnigen Ort ....
Die Seldwyler: Sie sind fast schon südländisch temperamentvoll, stets lustig und zu Vergnügungen aufgelegt
und nicht wenig leichtsinnig. Was ihnen fehlt, ist Sparsamkeit, Zielstrebigkeit und ausdauernder Gewerbefleiss.
Lieber lassen sie andere Leute für sich arbeiten, spekulieren und leben auf Borg.

Das Grosshirn und die Hormone melden: "Das muss das LOS sein!"

Die meisten Worte und Ueberlegungen sind nicht von mir, sondern von:
Gottfried Keller * 19. Juli 1819 in Zürich; † 15. Juli 1890 Zürich (2)

Da bin ich ja wieder einmal im altbekannten Fahrwasser – 150 Jahre zurück.
Bloss, vor 150 Jahren steckte die Fotografie in den Kinderschuhen und
Elektronenmikroskope waren kaum weit verbreitet, vor allem in Seldwyla.

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Leute_von_Seldwyla
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Keller
« Letzte Änderung: 08. Juli 2009, 17:10:23 von Low »
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