Gold, Tafelfreuden, Minamata und Mikimoto
Teil 2
Zusammenfassung:
Im ersten Teil beschrieb ich die Goldsuche im Napfgebiet, Schweiz, und gab eine kurze Anleitung, wie sich dort und im
entfernten Graubünden der Hungertod vermeiden lässt. Buci steuerte als Kalorienbombe noch eine Engadiner-Nuss-Torte bei.
Deshalb rasch zurück ins kalorienfreundlichere und wärmere Som Tam Land.
Etwa 400 km südlich von Bangkok, in Bangsaphan Yai waschen heute noch vorwiegend ältere Frauen Gold. Ein Italiener,
Ingenieur Luzatti erhielt 1885 und 1887 von der siamesischen Regierung zwei Konzessionen für den Goldabbau.
Ich fand in anderen Landesteilen und Flüssen einheimische Goldwäscher an der Arbeit. Teilweise benutzen sie lebensgefährliche Methoden.
Eine der wenigen Flüssigkeiten, die Gold angreift, ist Quecksilber. (4) Sie können das Experiment selbst nachvollziehen.
Legen sie ihren Ehering in einen Kubikzentimeter Quecksilber und fortan können sie den Ring im Fläschchen spazieren führen.
Der Behälter kann alsdann mit „Amalgam“ etikettiert werden.
Diesen Trick benutzen Goldsucher, sofern feine Goldäderchen in Steinchen eingeschlossen sind. Nach dem Auswaschen des Goldes
mit dem Quecksilber, muss nur noch das Quecksilber vom Gold getrennt werden. Dazu diente den Hightech Experten eine Bratpfanne
und ein kräftiges Feuer. Dass der Quecksilberdampf hochgiftig ist, wusste beim Hantieren keiner. Am Ende verblieben in der Pfanne
einige Goldklümpchen, welche die Schatzsucher nach dem Abkühlen in Plastiktüten verwahrten. Weil der Tag so erfolgreich verlief,
feierten sie das Ereignis mit viel Schnaps, der in den selben Flaschen wie das Quecksilber gelagert wurde. Weil ein Liter des Stoffs
ungefähr vierzehn Kilogramm wiegt, fanden nur kleine Flaschen Verwendung. Als kulinarischer Höhepunkt wurde dann noch Fisch
in der einzigen Bratpfanne gegart.
Mir wurde übel, ob dem grausamen Geschehen. Vergessen konnte ich diese selbstzerstörerischen Szenen nie mehr.
In jungen Jahren war ich mehrmals durch Quecksilberunfälle mit grösseren Mengen gefährdet. Zur Erzeugung von Hochvakuum benutzten
wir damals Quecksilber-Diffusions-Pumpen (5) mit Kühlfallen, die mit flüssigem Stickstoff, Temperatur minus 196 ° C, beschickt wurden. (6)
Nach etwa einer Woche klebte der gesamte Schwermetallvorrat an den eisigen Wänden der Kühlfallen.
Ich erzählte die Goldsucher Erfahrungen eines Abends Mia, die eifrig mit dem Kopf nickte. Als ich die hohe Giftigkeit des flüssigen
Schwermetalls erwähnte, wusste sie, warum thailändische Goldsucher selten alt werden. Sie machte ähnliche Beobachtungen.
Möglicherweise sterben diese verwegenen Glücksritter an der Minamata Krankheit, wenn sie nicht von goldgierigen Räuberbanden
vorher umgebracht werden. (7)
1999 konnten japanische Wissenschaftler sogar bei Indianern am Amazonas die Minamata-Krankheit nachweisen. Auch hier gelangte
Quecksilber beim illegalen Goldwaschen in das Flusswasser.
Bereits vor Jahrzehnten sah ich, wie Indonesier das selbe billige, aber extrem gesundheitsgefährdende Verfahren benutzten.
Bei extravaganten verheirateten Ladies wird selten die Mikimoto Krankheit beobachtet. Dieses Leiden ist relativ harmlos und belastet
nur den Geldbeutel oder die Kreditkarten des Gatten.
Mikimoto San eröffnete im Jahre 1899 seinen ersten Zucht-Perlenladen auf der Ginza in Tokio. Von da an expandierte (leider) sein Geschäft auch im Ausland. (08)
Das Mikimoto Syndrom sollte vom Gatten sehr ernst genommen werden, da es oft mit dem Goldfieber einher geht.
(4)
http://de.wikipedia.org/wiki/Quecksilber(5)
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ldiffusionspumpe(6)
http://de.wikipedia.org/wiki/Stickstoff(7)
http://de.wikipedia.org/wiki/Minamata-Krankheit(08)
http://de.wikipedia.org/wiki/Kokichi_Mikimotohttp://mikimotoamerica.com/