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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449323 mal)

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Low

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Ungesunde Getränke, Preise und Löhne im Gastgewerbe in Bangkok
« Antwort #525 am: 29. August 2009, 00:09:26 »

Ungesunde Getränke, Preise und Löhne im Gastgewerbe in Bangkok                                Ende August 2009

Sie kennen die schlechten Nachrichten: Bankenkrisen, Krisenbanken, Wirtschaftsflaute, weniger Luftverkehr,
weniger Tourismus.
Wir verbrachten einige Tage in Bangkok. Ich buchte eines der einst führenden Hotels. Der Preis fürs gepflegte
Zimmer mit Frühstück war erstaunlich günstig.
Die Preise für klassische Thai Massage von tausenddreihundert Baht pro Stunde liessen bei  mir die Alarmglocken
klingeln. Im Norden bezahlen wir im kleinen Spital dafür hundert Baht. Der Preis fürs Internet lag bei schmerzenden
vierhundert Baht, nicht pro Tag, sondern pro Stunde.
Darauf kriegte ich in der Bar und in den Restaurants fast den immerwährenden Schluckauf.
Von drei Restaurants waren etwas mehr als die Hälfte geschlossen. Unmöglich, werdet ihr ausrufen. Doch,
das gibt es. Ein Lokal blieb geöffnet, die andere Verpflegungsgelegenheit wurde geschlossen. Das Thai-Restaurant
hatte einen stolpernden zwei Komma etwas Tage Rhythmus. Für Tänzer mag das attraktiv sein, für hungrige Mägen
die Hölle.
Als erstes besuchten wir die Bar für den offerierten Willkommensdrink. Die Getränkekarte verhiess nichts gutes.
Hundertachtzig Baht plus Service (10 %) plus Steuer (7%) für einen Softdrink sind schon fast kriminell.
Nur im Crazy Horse Saloon in Paris galt bereits in den siebziger Jahren der Einheitspreis. Eine Cola kostete dasselbe
wie ein billiger Champagner, Marke Chateau Mal de Tête.* Dafür waren sämtliche heissen Blicke auf die kaum bekleideten,
eher nackigen Weiber gratis.

Wir profitierten von der Happy Hour und bestellten Cocktails zu fast dreihundert Baht mit einem Nachlass von
fünfzig Prozent. Sofern der Mixdrink den internationalen Normen entspricht, wäre der Preis gerechtfertigt. Aber
die überzuckerten Getränke nach eigener Rezeptur schafften ihren Weg schlecht durch unsere verwöhnten
Cocktaildrainagen und wirkten eher appetitbremsend.(1)(2)
Mit verklebten Gaumen suchten wir darauf krampfhaft ein Restaurant, weil es draussen schüttete nach dem
modifizierten Motto (für die Moderatoren): Himmel, Hintern und Wolkenbruch.
Ein gelangweilter Koch sprach mit Dick und lud uns freundlich in sein Restaurant ein. Gähnende Leere herrschte im
mit Blumen hübsch dekorierten Speisesaal. Ein anständiges Buffet für teure achthundert Baht wartete vergeblich auf
Gäste.(3) Weil wir beide aus Rücksicht auf unsere Wespentaillen grosszügig auf das Buffet verzichteten, bestellten
wir wenige Thai Häppchen. Die Preise, deftige dreihundert Baht pro Gericht, förderten unseren Verzicht.
Die Qualität des Gebotenen war nicht zu bemängeln. Wir suchten dazu einen trockenen Weisswein. Die Weine wurden
meist zu über zweitausendeinhundert Baht angeboten. Wir bestellten einen völlig überteuerten Gato Negro, welcher
uns ein paar Tage später von einem Chinesen für bloss neunhundertdreissig Baht serviert wurde.

Vergleichsweise werden im Shangri-La in Chiang Mai ab eintausendreihundert Baht einige Raritäten (in Thailand) angeboten.
Seitdem ich im Spital für einige Tropfen Antibiotika zehntausend Baht pro Tag bezahlte, interessierten mich diuretische
Weinpreise kaum noch. (4)
Wir unterhielten uns mit dem einsamen Gastronauten. Er erzählte, er sei verheiratet und habe drei Kinder. Vor einigen Jahren
verdiente er siebenhundert Baht pro Tag. Zur Zeit sind es weniger als dreihundert Baht. Nach etwa einer Stunde erschien
doch noch ein älteres Ehepaar aus England zum Abendessen. Die amüsierten sich zu zweit am verwaisten Buffet und griffen
wacker zu.

Weitaus erfreulicher war die Lage der Angestellten im China Restaurant im Zen. Die verdienen pro Monat immer noch
zwanzigtausend Baht. Die Weine waren mit siebenhundertfünfzig Baht pro Flasche eher günstig und auch das Essen
war preiswert. Für Char Siew dumplings, Muh daeng, bezahlten wir für drei Stück achtunddreissig Baht.

Weil Herr Petrus eines Tages erneut die Schleusen öffnete, besuchten wir  während der Happy Hour wiederum die Bar.
Wir bestellten Mai Tai. Der Herr Schüttelmeister arbeitete alleine, ohne jegliche Kellner. Das Zeug war wieder überzuckert.
Ich fragte meine Süsse, ob sie noch einen Mai Tai schlürfen würde. Mir war eher nach einem Gin Fizz zu Mute. Der liess
sich kaum mühelos verzuckern, aber diese Banausen schaffen sogar so etwas problemlos.(5) Der Chef verschwand plötzlich.
An seiner Stelle stand eine junge Frau. Ob die möglicherweise Drinks mixen konnte?
Wohl kaum. Während einer halben Stunde telefonierte sie ausgiebig, ohne sich um ihre durstigen Gäste zu kümmern. Darauf
verlangte ich ermüdet vom Zuhören die Rechnung. Trotz des schlechten Wetters besuchten wir danach ein chinesisches
Fischrestaurant mit bescheidenen Preisen und hervorragendem Essen.

Die beiden älteren Eignerinnen unterhielten sich angeregt mit Dick. Vor dem Lokal wischte ein älterer Kerl etwa alle dreiviertel
Stunden imaginären Dreck. Der Mann verdiente zweihundert Baht im Tag bei freier Kost und Unterkunft.
Da er weder Familie hatte, noch trank, rauchte oder irgend einem Laster frönte, war der besessene Besenarbeiter mittlerweile
steinreich. Das kam den Besitzerinnen zu gute. Wenn bei Lieferungen dringend Bargeld benötigt wurde, missbrauchten
die alten Damen ihren wischenden Knecht als  ATM.

*zu Deutsch: Kopfweh, Schlossabfüllung

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Cocktail
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Drainage
(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Buffet_(Speise)
(4)
http://de.wikipedia.org/wiki/Diuretikum
(5)
http://de.wikipedia.org/wiki/Banause



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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #526 am: 29. August 2009, 18:37:24 »

@Low

Wobei wir wieder beim Thema "Essen" sind  und Du in BKK auch noch
einiges in den Thai-Restaurants zu schlucken hattest.. 
Du warst also zusammen mit Deiner Dick im schlechten Sinne "bedient".

Die "Logik" bei schwindender Nachfrage die Preise zu erhöhen muß man
wohl dem TIT-Faktor zuschreiben. Nun denn. Zahlen muß man trotzdem.
Aber, WIE äußert ein trotz allem höflicher Farang, dass er nicht ganz zu-
frieden war, ohne den Gastgeber auch nur in die Nähe eines Gesichtsver-
lustes zu bringen?Kein Trinkgeld zu geben kann ja auch beleidigend sein,
oder?

mfg kmr
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Low

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Replik
« Antwort #527 am: 29. August 2009, 22:47:40 »

Replik

Meine Botschaft aus Bangkok wurde leider kaum verstanden. Zu mindest nicht von Khun mai ru.
Unter Umständen war seine Erwartungshaltung negative und sarkastische Berichterstattung.
Das war hier kaum der Fall.
Beschwerte ich mich über das Essen?
Nein.
Ich mochte bloss die Preise für die Speisen im Hotel und in der Bar die Cocktails nicht.
Das Thai Essen war sehr gut. Als wir den Koch für die delikaten Plättchen lobten, ging er zum Buffet
und gestaltete einen tollen Fruchtteller für Dick. Mich beschenkte er mit Satay. Für die Preise ist er nicht verantwortlich.
Das Zimmer gefiel uns. Das Frühstück war mindestens Mittelklasse.

Das Restaurant florierte bis vor einigen Jahren unter dem alten Besitzer.
Der machte alleine mit der Gaststätte im Jahr zwanzig Millionen netto.
Dann wurde das Haus verkauft. Seitdem ist der Laden rasant auf Talfahrt.

Wir assen nur einmal im Hotel, weil es draussen stürmte. Unsere Exkursionen
betreffend Essen und Einkaufen waren allemal erfolgreich.

Ein Vergleichsmassstab für Preise und Qualität in der Hotelbranche ist für mich zum Beispiel
das (neue) Shangri-La in Chiang Mai. Wenn jemand teurer ist, müsste er von mir aus gesehen
mehr Leistung bringen.
Vergleich Dinner – Buffet: Hotel BKK achthundert Baht für ein bescheidenes Buffet. Shangri-La CNX
dreihundert Baht für ein reichhaltiges Angebot. Dick besitzt sogar eine VIP Discount Card,
die sie leider immer zu Hause liegen lässt.
Wenn jemand gerne frische Brötchen isst, kann ich das Lokal wärmstens, wie das Brot, empfehlen.
Billig ist der Laden sicher nicht, höchstens preiswert.
Aber darüber liesse sich ein neuer Thread eröffnen.
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hellmut

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #528 am: 29. August 2009, 23:05:38 »

... WIE äußert ein trotz allem höflicher Farang, dass er nicht ganz zu-
frieden war, ohne den Gastgeber auch nur in die Nähe eines Gesichtsver-
lustes zu bringen?Kein Trinkgeld zu geben kann ja auch beleidigend sein,
oder? ...

In Restaurants die 10% Zwangstrinkgeld auf die Rechnung setzen, bezahle ich grundsätzlich mit Plastikkarte.

Wie schon von einigen bemerkt wurde, ist es gerade in einigen dieser teuren Läden üblich das bei Bargeldzahlung die Kellner noch ein Trinkgeld auf das Trinkgeld erwarten und sich dieses mitunter darüber beschaffen das sie sich vieeeeel Zeit lassen, eh sie mit dem Wechselgeld erscheinen. ... Nach Möglichkeit solange bis der Gast gegangen ist.

Paradebeispiel: Das früher-sehr-gute "Cabbages & Condoms" im "Birds & Bees Resort" in Pattaya.
 
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #529 am: 30. August 2009, 16:32:27 »

@Low

Du hast Recht. Entschuldigung. Hätte aufmerksamer lesen sollen.

mfg kmr
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Low

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Vergangenheit: Ganja
« Antwort #530 am: 02. September 2009, 15:07:51 »

Vergangenheit: Ganja                                                                 ca. 1973

Lockeres grünes Buschwerk und hohe schlanke Bäume säumten das mit tiefen Karrenspuren vernarbte
Natursträsschen. Darüber leuchtete ein strahlend blauer Himmel. Vögel zwitscherten. Insekten aller Grössen
schwirrten und brummten durch die feuchtheisse Luft. Blütendüfte vermischten sich mit weniger angenehmen
Modergerüchen. In weiter Ferne knatterte ein Motorrad. Menschliche Stimmen waren vernehmbar. Auf gerodeten
Plätzen standen stellenweise Häuser aus Rotholz auf dicken Pfählen. Unter einem Haus sassen im Schatten
drei Frauen auf dem Boden. Sie waren malerisch in handgewobene bunte Baumwolltücher gehüllt und plauderten.
 
In der Nähe scharrte eine Glucke mit ihren piepsenden Küken fleissig in der Erde. Scherben von zerbrochenen
Tontöpfen, nebst Schnüren, Seilen und Werkzeugen, lagen achtlos herum. Liegend, an einen Pfahl gelehnt,
blinzelte frech ein junger Hund in die Sonne. Eine Katze schlich sich vorsichtig unbemerkt davon.
Unter heruntergefallenen, bereits welken und feuchten Blättern suchte eine fette, warzige Kröte Schutz vor Licht
und Trockenheit.

Einer der Frauen war ein junges, keckes Mädchen. Die beiden anderen weiblichen Wesen waren Mutter und
Grossmutter. Sie schwatzen nicht nur. Sie bewegten sich und verrichteten irgend eine Tätigkeit.
Jede der Frauen hatte einen wohlgeformten Oberschenkel entblösst. Darauf rollten sie geschickt Stücke von
geschnittenen Bananenblättern. Diese Blätter enthielten getrocknete, kleingehackte Blätter und Blüten von
Hanfpflanzen. Das war eine der Zigarettenfabriken des Dorfes. Zehn Stück der Glimmstengel kosteten damals
sagenhafte fünfundzwanzig Satang. Für einen Baht verbunden mit einem Lächeln gab es fünfzig Stück.

Die ausserordentlich schönen Hanfpflanzen fanden frisch gepflückt in der Küche Verwendung in Suppen und Eierspeisen.
Ei, ei, ei.


http://en.wikipedia.org/wiki/Cannabis_(drug)
« Letzte Änderung: 02. September 2009, 15:17:05 von Low »
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Low

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Don't bogart
« Antwort #531 am: 03. September 2009, 11:15:23 »

Als Ergänzung zum Aufsatz "Ganja“ fiel mir über Nacht der berühmte Song ein:

Don't bogart that joint, my friend
Pass it over to me.
Don't bogart that joint, my friend
Pass it over to me.

Roll another one
Just like the other one.
This one's burnt to the end
Come on and be a friend.

Don't bogart that joint, my friend
Pass it over to me.
Don't bogart that joint, my friend
Pass it over to me.

Ro-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-oll another one

Lyrics: Lawrence Wagner
Music: Elliot Ingber


Oder zum Hören, mit oder ohne Bock:



für Freunde der Ukulele mit Frauenstimmen



« Letzte Änderung: 03. September 2009, 12:13:02 von Low »
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #532 am: 03. September 2009, 17:10:41 »

Hallo Low, müssen wir uns Sorgen machen?  ???

mfg kmr

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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #533 am: 03. September 2009, 22:28:44 »

Ich rauche seit Jahren nicht mehr (Tabak).
Aber ich träume von Romeo y Julieta.
Letztes Jahr brachte ich eine meiner Pfeifen von zu Hause mit.
Trotzdem hat es noch zu viele Pfeifen in der Schweiz.
Leider vergass ich den Tabak.

Joints, Grass und all das vergiftete Zeug, rauchte ich vor vielen Jahren erfolgreich mit meinen Kindern bis sie kotzten,
um sie zu immunisieren.

Humphrey Bogart für mich ist immer noch ein grosser Schauspieler.
Der rauchte wie ein Vulkan (in Casablanca)!

Don't Bogart.....
« Letzte Änderung: 03. September 2009, 22:31:55 von Low »
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Low

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #534 am: 03. September 2009, 22:45:29 »

@ khun mai ru

Wie du siehst, gibt es mindestens in jeder zweiten Geschichte etwas warmes.
Es muss nicht immer eine Mahlzeit sein.
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #535 am: 04. September 2009, 21:33:15 »

OK, aber ich stehe eher auf Heißes; auch was die Mahlzeiten betrifft.

Zu "bogart" fand ich bei LEO übrigens auch > diese Definitionen < !

mfg kmr
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #536 am: 04. September 2009, 22:08:49 »

Du hast doch die richtige Lösung gefunden

to bogart: selbstsüchtig verwenden

Don't bogart that joint, my friend, pass it over to me = Behalte den Joint nicht (selbstsüchtig) für Dich, gib ihn weiter an mich!!!
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Tu ne quaesieris scire nefas quem mihi quem tibi finem di dederint

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #537 am: 05. September 2009, 00:14:51 »

So ist es.
Genauso zog Bogart seine Glimmstengel rein.
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Der Unknall - Sterben im Dorf
« Antwort #538 am: 05. September 2009, 00:23:49 »

Der Unknall - Sterben im Dorf                                               3. Sep. 2009

Wie lange schuftet ihr, oder wie lange wartet ihr auf die Rente, bis ihr eure Mia, oder Mia Noi entlöhnen könnt?
Die UBS machte eine weltweite Studie über Arbeitsaufwand und Kaufkraft. Mias aller Arten blieben für uns
leider unerforscht.

Anders war es beim Big Mac. Da zeigte sich, dass man in Bangkok 45 Minuten werkelt, um sich einen Hamburger,
wo bleibt der eigentlich, hineinzuziehen. In Hongkong oder New York sind es bloss 14 Minuten.
Während man in der Reismetropole Bangkok für ein Kilogramm Körner 27 Minuten pickelt, tippt oder irgend
eine durchschnittliche Tätigkeit ausübt, sind es in London oder Barcelona nur 8 Minuten.

In Bangkok könnte ein i Pod Nano nach 66 Stunden erworben werden. In Delhi wartet man 122,5 Stunden aufs Geld,
während einem das Gerät in Zürich bereits nach neun Stunden nachgeworfen wird.
Da sind wir beim Thema. Thailänder haben ein Faible für technische Geräte. (1)
Die Häuser sind meist zu klein, um all den unbezahlten Elektronikschrott zu beherbergen. Wozu gibt es Kreditinstitute?
Wozu gibt es einen 20 Baht Mann?
Wenn keiner mehr Kredit gewährt, wenn das Haus bis unters Dach mit Hypotheken belastet ist und wenn auch die
benutzten Fahrzeuge längst fremdes Eigentum sind, wartet der freundliche zwanzig Baht Mann. Der verleiht Geld zu
zwanzig Prozent Zins im Monat. Nach der Auszahlung wird bereits am nächsten Tag rückgefordert. Und wenn einer
kein grenzenloser Elektronikfan ist, kann er immer noch mit dem Glücksspiel rasend schnell immense Schuldenberge kreieren.

Gestern und heute knallte es in der Nähe mehrmals ungestüm. Ich erschrak jeweils heftig. Meine Pulsfrequenz erhöhte sich.
Gleichzeitig sah ich, wie auf der Veranda die Karnickel verängstigt vor Schreck hoch in die Luft sprangen.
Später vernahm ich, dass ein Dorfbewohner aus reiner Verzweiflung wegen seinen unbezahlbaren Schulden Unkrautvertilger
trank und daran verschied. Wenn der Kerl schon finanzielle Probleme hatte, fragte ich mich, warum teure Chemie?
Warum konnte er es nicht, wie ein lebensmüder Farang, mit einem gebührenfreien Plastiksack machen? Warum benutzte er
nicht die physikalischen Gesetze der Schwerkraft? Letzteres ist einfach erklärbar: Schulen erteilen keinen Physikunterricht.
Newton und Gravitation sind unbekannt. (2, 3)

Bereits am Tag vor der Kremation explodierten die ersten schweren Knallkörper.
Als ich Dick beim Reparieren des Teiches besuchte, sah ich zwei Kaninchen unter unserem Auto. Die schliefen dort im
kühlen Schatten. Stunden später detonierten die ersten Feuerwerkskörper.
Als wir gegen Abend ausgingen, schauten wir wie immer vorsichtig unters Auto.
Da war ein Karnickel. Dick versuchte wie üblich, es wegzuscheuchen. Es reagierte nicht.
Es war tot.  Möglicherweise sprang es auf, wie die Tiere auf der Veranda und brach sich unter dem Wagen das Genick.
Vielleicht starb es einfach an akutem Herzversagen.
Seitdem ich vor etwa vierzig Jahren an Loy Krathong im Dusit Zoo sah, wie unvernünftige Idioten Knallkörper in die
Käfige warfen, finde ich es entsetzlich, dass solche Objekte an offenbar geistig behinderte Bastarde verkauft werden.

Pietätlos wie meistens,
Low

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Faible
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Isaac_Newton
(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Gravitation


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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #539 am: 05. September 2009, 02:15:11 »

...geistig behinderte B...Das ist schon heftig, Low. Deine Wut aber ist verständlich.

Da hat es dieses > "Farang-Kaninchen" <   unter Polizeischutz schon etwas besser!

mfg kmr


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