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Autor Thema: Geschichten aus Hinterindien  (Gelesen 449397 mal)

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hmh.

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Re: Therapieempfehlungen: Morbus Sauerkraut
« Antwort #600 am: 24. September 2009, 00:20:29 »

Hong nahm ti nai? Wo ist das .......

Aber wenn Du es irgendwie gerade noch schaffst, wirst Du natürlich noch eine Idee höflicher "Kho thot khrap, hong nam yu thi nai khrap?" fragen, stimmt's?
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Low

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« Antwort #601 am: 24. September 2009, 01:08:05 »

@hmh

Da liesse sich ein neuer Thread eröffnen:
Was geht vor, Höflichkeit oder Geschwindigkeit, wenn es um Sekundenbruchteile geht? Sind Rennfahrer zuvorkommende Menschen?
Nur wenn sie auf dem ersten Platz landen.

Ich danke trotzdem für den freundlichen Hinweis.

Die Anregung zum Thema Therapie machte drwkempf.
Dass meine Überlegungen nicht reiner Phantasie entstammen, wird eine weitere
schmutzige Geschichte illustrieren. Es muss ja nicht unbedingt Sauerkraut sein.
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farang

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #602 am: 24. September 2009, 01:33:25 »

Mit Sauerkraut poduziert man Honig,der Honig kommt in den Stadtgraben und
an Songkran wird die Manna unter die Leute verteilt. :D

Herzlichen Dank für deine Geschichten und bitte mach weiter.

Gruss Walo
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #603 am: 24. September 2009, 02:36:40 »

Gar keine Medikamente zur Therapie des Morbus Sauerkraut???
Das wird die internationale Pharmaindustrie aufs schwerste kränken! :'(
@hmh: Für ein freundliches "Bitteschön, wo ist denn hier die nächste Erleichterungsanstalt?" sollte man wohl nach Ausbruch der Erkrankung über einen äußerst potenten Schließmuskel verfügen. ;)  Spätestens das zweite "khrap" gefährdet die Reinheit ihrer Beinkleider in erheblichem Maße ;D

Wolfram

PS: Diese neue Krankheit entzückt mich! Und da sagen Leute, Medizin würde keinen Spass machen...
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #604 am: 24. September 2009, 04:55:12 »

Aber auch der potenteste Muskel dürfte heftig überfordert sein, wenn auch nach
der Kurzfassung der Hong-Nahm-Frage ein bedauerndes "Khor thod mai ru khrap"
folgt. Dann sind auch die Sandalen akut gefährdet..

mfg k...
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Blackmicha

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #605 am: 24. September 2009, 06:14:07 »

als letzte loesung empfehle ich diesen hier ..

Butt plug

http://de.wikipedia.org/wiki/Butt-Plug

http://www.buttplug-info.de/

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Essen und Beischlaf sind die großen Begierden des Mannes

Konfuzius - oder so

drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #606 am: 24. September 2009, 15:45:15 »

Du Ferkel!

Wir reden hier über ernste,
 den sozialen Frieden gefährdende Erkrankungen  :D :D :D
Du willst schon wieder den Spassfaktor einführen - also so was :-)

wolfram
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Low

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Unplugged
« Antwort #607 am: 24. September 2009, 17:24:39 »

Wenn ich die Wahl hätte zwischen einem Sektpfropfen aus Kunststoff und dem Butt Plug, dann letzteres.
Vielleicht erinnern sich einige an den Chemie-Unterricht. Da sorgten sogenannte Oliven an
Schlauchübergangsstücken für dichte Verbindungen. Der Butt Plug mit annähernder Olivenform müsste
eigentlich ein ausgezeichnetes Dichtmittel sein.
Tierfreunde werden bemerken, dass keine Verletzungsgefahr bei unfreiwilliger Schussabgabe für Haustiere besteht.

Ich könnte mir vorstellen, dass man leider dieses elegante Hilfsmittel im hinterindisch hinterhältigen Fachhandel vergeblich sucht.

Unplugged, Low
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Profuuu

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #608 am: 24. September 2009, 18:59:44 »

Aber auch der potenteste Muskel dürfte heftig überfordert sein, wenn auch nach
der Kurzfassung der Hong-Nahm-Frage ein bedauerndes "Khor thod mai ru khrap"
folgt. Dann sind auch die Sandalen akut gefährdet..

mfg k...

 :D :D :D

Mal abgesehen von technischen Lösungen eines menschlichen Problems sollten wir wie hmh und khun mai ru richtig bemerkten, das Thema Höflichkeit nicht ganz ausser Acht lassen.

Hier gilt es, in einer Zehntelsekunde fein abzuwägen, welche Höflichkeitsform angebracht ist, bevor es zu spät ist.

Habe mal gehört, dass eine im Zorn geäusserte Frage stopfend auf den Fragesteller wirkt. Reine Psychologie. In dem Sinne tendiere ich zu:

"Wo ist das Scheis.shaus, du A.rschloch?"

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mfG
Professor Triple U

khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #609 am: 24. September 2009, 22:54:30 »

@profuuu

Die Dramatik ist nicht zu überlesen... :D

Nach so eingehender Anal yse der Morbus-Sauerkraut-Problematik schlage ich
vor das Augenmerk noch einmal auf den hinterindischen Straßen-Verkehr zu
richten.

Es gibt da eine gute Möglichkeit sich auch  als Fußgänger  gemütlich über  die
Straßen in Hinterindien - und auch in Ex-Indianien -  zu  bewegen, ganz  ohne
Busse einzurennen, Pickups zu zerbeulen oder harmlose Motorbiker durch pene-
trantes Benutzen von Zebrasteifen zu belästigen.  Und: Keine Gefahr  für Katz
und Hund durch Plug & Spund.

Viel Spaß > mit diesem Link ! < 

mfg kmr

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Low

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Stille Orte
« Antwort #610 am: 25. September 2009, 18:25:11 »

Stille Orte                                                   23. September 2009  

Es dürfte mindestens vierzig Jahre her sein, als ich in der damals einmalig prächtigen Anlage des
Tandjung Sari auf Bali verweilte. Der Palmenstrand mit dunklem Sand war eine Wucht. Die Häuser
im Palmengarten, im balinesischen Stil aus Naturprodukten errichtet und die ausgefeilte Harmonie
des Ganzen beeindruckten mich tief.
Abends wurde die Stimmung zusätzlich durch Legong und Ketjak Aufführungen verzaubert. (1, 2)
Ein Abend verblieb besonders tief in meiner Erinnerung. Im Garten sitzend, umgeben von blühenden
Sträuchern, erste Sterne glitzerten über den Palmwedeln, verspeiste ich genüsslich einen Fisch.
Ein Kellner kam und erkundigte sich, wie mir der Fisch schmecke. Ich antwortete:
„Ein fantastischer Fisch, delikat, kaum Gräte, schmeckt sehr gut.“
Bei "fantastisch" fühlte ich, wie sich im Bauchraum Druck aufbaute. Bei "gut" war meine Hose bereits
des Kotes voll.
Ich überlegte kurz, was ein Gentleman sei und was er zu tun habe und fand heraus, beispielsweise
ohne mit einer Wimper zu zucken, unbemerkt und stillschweigend die Notdurft in der Öffentlichkeit zu
verrichten, möglichst ohne eine Duftmarke zu hinterlassen.
Diese Nacht verbrachte ich im Bungalow bei einer speziellen Art des Legong Tanzes zwischen WC und
Dusche. Ich schluckte ein paar Mexaform Tabletten aus der Reiseapotheke und war bereits am folgenden
Tag fit für eine weitere Mahlzeit.
Bis zum nächsten Erlebnis der dritten Art, dauerte es etwa fünfundzwanzig Jahre.

Vor etwa zwölf Jahren war ich mit meiner Tochter in Chiang Mai. In der Dämmerung beobachteten wir
entzückt die leuchtenden Heissluftballons am Nachthimmel. Wir reisten nach Chiang Rai. Wir nahmen
ein Taxi hinauf an den Maekhong. Sie setzte bei Chiang Saen über den Fluss und brachte mir laotisches
Bier zurück.
Loy Krathong verbrachten wir in HuaHin, wo sie mit Mädchen und Frauen Krathongs bastelte. Ich reiste
mit ihr zurück nach Bangkok. Sie trat die Heimreise an. Ich flog wieder nach Chiang Rai, wo ich den Kok Fluss
näher erkunden wollte.

Dieser Fluss bringt Wasser von Burma über Tha Thon nach Chiang Rai und später in den Mae Khong.
Eine empfehlenswerte Bootsreise führt von Tha Thon nach Chiang Rai. Seitdem die kritischen Stellen eliminiert
wurden, gibt es sogar ein Kursschiff mit genügend Schwimmwesten an Bord. Früher baute man Bambusflösse
und reiste je nach Wasserstand gemächlich oder schneller.

Oberhalb von Chiang Rai gibt es bis Tha Thon keine Brücken mehr. Zur Querung des Flusses dienen Elefanten.
Wenn ein Elefant Ballaststoffe abgibt, dann genug bis reichlich.
Ich war bei meiner Bootswahl etwas unvorsichtig. Es lag zu tief im Wasser. Hin und wieder spritzte Wasser ins
Innere. Dagegen hatte ich eigentlich nichts. Erst als wir Elefantenballast querten und ausgiebig Gratismuster
davon ins Boot schwappten, war ich tief in der Jauche zu sitzend weniger glücklich. Doch dadurch lernte ich die
Lebensbedingungen von Güllen-Maden näher kennen.

Ich roch nicht nach Rasierwasser, als ich ins Hotel zurückkehrte. Ein ausgiebiges Schaumbad und frische Kleider
halfen bei der Eliminierung der Düfte nach Urwald, Elefant, Fluss und Abenteuer.
Am Tag darauf litt ich am Gegenteil einer Verstopfung. Richtige Bauchkrämpfe liessen mich mehrmals stündlich das
Badezimmer benutzen. Vom Besuch des nahegelegene Spitals wurde mir dringend abgeraten. Deshalb wollte ich
nach Chiang Mai zurück, damals mit Thai ein Hüpfer von einer halben Stunde.
Aber in dem Zustand war ein Flug zu riskant. Da erinnerte ich mich an die Hygieneartikel für Frauen.
In irgend einem Geschäft fühlte ich mich zwischen den einschlägigen Artikel fast verloren. Ich kannte einige
Markennamen aus Europa. Doch hier war alles in Thai angeschrieben. Die Verkäuferinnen kicherten, als ich hilflos in
den Gestellen nach einem rettenden Artikel suchte. Tampons fand ich nicht. Slipeinlagen mussten helfen.

Ich schaffte den Flug und den Weg zum Arzt unfallfrei. Der verschrieb fast ein Kilogramm Medikamente:  Elektrolyte,
viel Tonerde zum Stopfen und Antibiotika gegen die Bakterien. Er murmelte etwas von Cholera.
Im Hotel war ich unvernünftig genug, mein Vorrat ging zu Ende, auf die Monatshygiene für Frauen zu verzichten und
verschmutzte prompt meine Kleidung.
Wieder musste ich in einem Einkaufszentrum die scheelen Blicke der Damenwelt über mich ergehen lassen.
Heutzutage findet man in jedem Grossverteiler Windeln und Spezialverpackungen für das Baby bis zum Opa.
Nach zehn Tagen war ich bereit für den Langstreckenflug nach Europa.

Dort traf ich einen Kollegen mit ähnlichen Krankheitssymptomen. Er war sehr unglücklich und litt seelisch. Wegen
vorzeitigem spontanem Stuhlabgang einen Arzt aufsuchen, wollte er anfänglich nicht. Dann war er reichlich
unvorsichtig in der Arztwahl und traf prompt auf einen Seelenklempner, einen älteren Psychiater.
Als ich ihn wieder sah, erkundigte ich mich sofort nach seinem Gesundheitszustand.
„Es geht mir blendend,“  meinte er.
„Du machst nicht mehr in die Hose?“ fragte ich.
Er erwiderte: „Doch, aber jetzt habe ich Freude daran.“

Fast unglaublich, aber leider wahr: Es gibt Expats in unserer Gegend, denen nach ausschweifendem Alkoholgenuss
das Verschandeln von Beinkleidern höchsten Genuss bereitet.(3)

(1)
http://warungnet.de/religion_und_kultur_teil_2.htm
(2)
http://www.geo-reisecommunity.de/bild/143390/Ketjak-Taenzer-vor-dem-Tanah-Lot-Tempel
(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Expatriate



« Letzte Änderung: 25. September 2009, 18:29:52 von Low »
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drwkempf

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #611 am: 25. September 2009, 19:32:19 »

Lieber Low,

dazu fällt mir wieder mal der gute Bert Brecht ein:

"Der liebste Ort, den er auf Erden hab'
sei nicht die Rasenbank am Elterngrab,
sei auch kein Beichtstuhl, sei kein Hurenbett,
sei nicht ein Schoß, weich, weiß und warm und fett!
Orge sagte mir: Der  liebste Ort auf Erden
war mir immer der Abort."

und das erklärt er dann im folgenden...
weiter unten:

"ein Ort der Demut, dort erkennst Du scharf,
dass Du ein Mensch nur bist,
der nichts behalten darf."


Literatur bildet ;)

Wolfram
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khun mai ru

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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #612 am: 25. September 2009, 23:03:54 »

Sehr weise scheint mir das Gedicht, denn dichten hilft auch Dichtern nicht. :)
Wenn es drauf ankommt wird´s ein Jokus, ist er nicht schnell genug am Locus.

tschuldigung Low, werde mich bessern.

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Low

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Ausflug und Einzugsgebiet
« Antwort #613 am: 30. September 2009, 16:51:25 »

Ausflug und Einzugsgebiet                                                                        30. September 2009

Wir waren einige Tage unterwegs. Unsere Rundreise führte von Chiang Mai meistens auf der Strasse
Nummer 108 über Mae Sariang nach Mae Hong Son. Von dort schaffte Dick die zahlreiche Kurven und
Hügel nach Pai. Dann hatten wir beide Heimweh nach Chiang Mai, wo unser Luxus Resort auf uns wartete.

Der Verkehr war auf der ganzen Strecke äusserst schwach. Die schweren Motorräder mit den Spezialisten
für steile Kurven fehlten gänzlich. Wir hatten Glück mit dem Wetter. Nachdem wir Mae Sariang verliessen,
litten einige Gebiete unter schweren Überschwemmungen.
Sogar einen Abstecher in den Dschungel überstanden wir. Dick übte das Slalomfahren zwischen Elefantenkegeln
und durchquerte bei Niedrigwasser Furten und Bachbeete. Es war das erste Mal, dass ich Fische unter
dem Fahrzeug durchschwimmen sah. Wir haben kein spezielles Geländefahrzeug. Der elend verkratzte und
verbeulte, regelmässig gewartete Corolla liess die meist gefühlvolle Fahrerin nie im Stich.

Auf dem Weg nach Pai begegneten uns um die Mittagszeit Baumaschinen, die nach nächtlichen Gewittern
eben die Strasse von grösseren Erdrutschen befreit hatten.
Die Morgenstunden im Bett bei Spiel und Zärtlichkeiten zeigten sich als kluge Investition. Hätten wir
„Morgenstund hat Gold im Mund“ befolgt, hätten wir auf der Strasse gähnend, die preisgünstigeren
Amalgam-Füllungen zeigend, vielleicht während Stunden auf die Räumung gewartet. (1) Bei allzu frühem Aufbruch,
verbunden mit schlechtem Karma, hätten uns die gewaltigen Drecklawinen verschlingen können. (2)  Die Erdrutsche
ereignete sich nicht in der Nähe von irgendwelchen Lokalitäten mit gehobenen Möglichkeiten, sich die Zeit zu verkürzen.

Mich würde interessieren, wie viele der geschätzten Leser, in Stuttgart wohnend, zweimal pro Monat ihr Bier in
München einkaufen. Es muss nicht Stuttgart sein, aber der Einkaufsbummel dürfte als Rundreise an die fünfhundert
Kilometer betragen. Es ist nicht meine Fantasie, die wieder einmal nicht zu bändigen ist.

Einige Dutzend Kilometer nach Mae Sariang vernahm ich komische Geräusche im Auto. Ist es der Motor, fragte ich mich
bange. Nein, es war der Magen der hungrigen Lenkerin, der knurrte. Verzweifelt hielt ich nach einer geeigneten
Fressalienbude Ausschau. Da sah ich eine üppig proportionierte, gut ernährte Frau ruhend in einem kleinen
Verpflegungsbetrieb. Dick parkierte das Fahrzeug im gegenüberliegenden Tempel. Wir beeilten uns, ins Haus zu gelangen,
denn dunkle Regenwolken drohten. Kaum waren wir unter dem schützenden Dach, schüttete es wie aus Eimern.
Dick bestellte eine kleine Badewanne voll Nudelsuppe.
Ich ersetzte das vielleicht bakteriell versaute Wasser der Gesundheit zu liebe durch ein Fläschchen Bier. Ich hegte
ketzerische Gedanken und dachte so bei mir: „Gut für die Mönche des Tempels, die müssen nicht weit laufen, wenn
sie ein Durst überfällt.“ (Bier erwähne ich mit keinem Wort!)
Die beiden Frauen unterhielten sich eifrig, während dem Dick die Badewanne langsam, aber sicher auslöffelte. Was ich
vernahm, war der Traum eines jeden europäischen Managers eines Shopping Centers. Die Wirtin und die Betreiberin
eines Gemischtwarenladens des Dorfes fahren oft zweimal im Monat zu Makro Hangdong, wo sie ihre Einkäufe tätigen.
Das wäre nur noch zu überbieten, wenn jemand vom Genfersee seine frischen Forellen am Bodensee abholt, mit dem
kleinen Unterschied, dass die Strassenverhältnisse in Europa unvergleichbar besser sind.

Gleichzeitig mit dem Badewännchen, hatten sich auch die Wolken entleert.
Wir konnten unsere Reise nach Mae Hong Son bis zum nächsten Hong Nam, der Ruf der Badewanne,  
ohne störende Nebengeräusche fortsetzen.
 
(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Amalgam
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Karma




« Letzte Änderung: 30. September 2009, 17:20:12 von Low »
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Re: Geschichten aus Hinterindien
« Antwort #614 am: 01. Oktober 2009, 00:37:41 »

wieviele Kurven sind das noch mal, low? Ich erinnere mich an zwei "view points" mit herrlichem Blick. Dort waren auf einem grossen Schild die Anzahl Kurven genannt. Bis View Point I warn's  glaube ich etwa 1500. Bis Pai noch 800 mehr oder so?

Auf der gesamten Strecke so gut wie keine Schornsteine für diejenigen, die nicht mehr im 7/Eleven einkaufen oder gar eine mittlere Badewanne voll Nudelsuppe stäbeln können. Die machen irgendwas anderes mit den Toten. Was, habe ich nicht so richtig verstanden. Weisst du das, oder habe ich da was missverstanden?

Ich nehme an, da kommt noch was über diese Reise von dir? 
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