Alle Jahre wieder 8. Oktober 2009
Wenn immer Dick alleine mit dem Fahrrad, Motorrad oder Auto unterwegs ist, mache ich mir Sorgen, dass sie bei
einem Unfall verletzt werden könnte. Denn alle Jahre wieder, kracht es bei uns, nicht beim häuslichen Frieden,
sondern im Strassenverkehr.
Es kommt vor, dass bloss das parkierte Fahrzeug gerammt oder sonst irgendwie beschädigt wird. Vor wenigen
Monaten warteten wir an einer Lichtsignalanlage, als ein Mopedfahrer beim unvorsichtigen Durchschlängeln ins
Heck krachte und sich darauf in Windeseile, das Rotlicht nicht beachtend, aus dem Staube machte.
Siehe auch # 623 „Verantwortung“ und # 632 „Auf den Hund gekommen“.
In Kürze werden neue Schrammen nicht mehr auffallen, weil ich es als sinnlos erachte, solche Schäden ausbessern
zu lassen. Spätestens beim nächsten Gebrauch des Fahrzeugs, warten fahruntaugliche, wenn möglich betrunkene
Eingeborene darauf, den Lack mit neuen Kratzern zu verzieren.
Gestern gegen Abend wollte Dick auf dem Markt in Hangdong einige Einkäufe erledigen. Trotz des dichten
Feierabendverkehrs wurde die Strasse neu geteert. Es war noch enger als üblich. Die Polizei mischelte eifrig im
Verkehrssalat mit.
Dick sah ein schwer beladenes Moped auf der falschen Strassenseite entgegenkommen. Erst streifte die Lenkerin
den Wagen vor Dick. Dann kämpfte sie mit dem Gleichgewicht und scheiterte darauf an Dicks korrekt fahrender
Yamaha endgültig. Das Trio auf dem Moped, vielleicht Grossmutter, Mutter und Kind, schepperte unsanft auf die Strasse.
Die Mutter brach sich offenbar einen Arm. Die dreiundfünfzigjährige Lenkerin wurde sofort extrem laut und unfreundlich
und wollte sich einen allfälligen Schaden geradewegs durch Bargeld von Dick vergüten lassen. (Für solche Bagatellunfälle
liegen immer etwa Fünfhunderthausend Baht griffbereit unter dem Sattel!)
Dick holte sich gegen die ungerechtfertigte Schelte (1) einen nicht weit entfernt tätigen Polizisten. Dieser schaute sich
die Situation kurz an und begleitete die teils keifenden und teils heulenden Weiber zum nahegelegenen Revier. (2)
Dort stellte sich heraus, dass
A. keine der Frauen des Mopeds einen Fahrausweis hatte,
B. keine der Frauen einen Helm trug,
C. die Verkehrssteuern fürs Fahrzeug seit zwei Jahren nicht bezahlt waren,
D. jeglicher Versicherungsschutz fehlte und
E. die Lenkerin, die Verkehrsregeln missachtend, die falsche Strassenseite benutzte.
Dick war glücklicherweise einige Tage zuvor auf dem Strassenverkehrsamt, trug einen Helm und hatte, welch ein Zufall,
sogar ihren Fahrausweis dabei. Sie durfte unbehelligt nach Hause.
Sie war unüblich spät dran und ich vermutete bereits das Schlimmste. Ich sass am PC, klickte mit der Maus sinnlos
auf dem Bildschirm herum und wartete angespannt. Als ich den bekannten Motor das Strässchen entlang schnurren hörte,
war ich sogleich erleichtert.
(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Schelte(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Polizeirevier