Danke für die leckere Mahlzeit von blackmicha, ergänzt von namtok.
Den Herren unsichtbar/Tucholsky ein Dankeschön für das Spätwerk.
Von Tucholsky gibt es übrigens eine Rezension betreffend Arno Holz.
http://www.textlog.de/tucholsky-arno-holz.htmlDas bringt mich wieder zurück zum Baron von Sperrholz-Birkenzweig-Distelsang. Seine verblichene erste Frau war eine geborene Distelsang.
Wirklich sehr naturverbunden, dieser Mann von altem Adel ohne Tadel.
Er ist letztlich der Grund, warum ich anstelle von Nahrung oder Speisung das Wort Äsung benutzte. Als passionierter, nun pensionierter Waidmann
und Jäger, er war ein begnadeter Interpret des Jägerlateins, bat er mich bei einem Gespräch unter drei Augen innigst um diesen Gefallen.
Vor vielen Jahren war unser Baron mit Flinte und Freund auf Elchjagd in Kanada. Sie mieteten ein Flugzeug, das sie in der Wildnis aussetzte.
Der Pilot stellte die beiden ab und sagte:
"In einer Woche komme ich zurück. Und denkt daran, was wir abgemacht haben. Nur einen Elch! Das Flugzeug wird sonst zu schwer für diese
kurze Startbahn."
"Klar," sagten die Jäger, "das haben wir begriffen."
Nach einer Woche kam der Pilot zurück. Wie er es erwartete, standen beide Passagiere grinsend mit zwei Elchen an der Piste.
Der Pilot meinte mürrisch: "He, ich sagte nur einen Elch! Den andern müsst ihr zurücklassen."
"Verstehen Sie," sprach der Baron, "der Pilot vom letzten Jahr erzählte uns das gleiche. Wir erhöhten sein Trinkgeld, bis er sich einverstanden erklärte,
beide Elche zu transportieren."
Die drei diskutierten noch eine Weile, bis der Pilot aufgab. Er dachte, was letztes Jahr möglich war, müsste wohl auch dieses Jahr glücken.
Beide Tiere wurden aufgeladen. Die Jäger und der Pilot setzten sich ins Flugzeug und der Pilot startete. Der Pilot beschleunigte und gemächlich wurde
das Flugzeug schneller. Endlich kamen die Räder vom Boden weg, einen Meter,... zwei Meter,... drei Meter. Die ersten Bäume nahten. Der Pilot schaffte
sie knapp. Dann kamen höhere. Das Flugzeug streifte einige Wipfel und stürzte ab. Die beiden Jäger kletterten mit ängstlichen Blicken aus dem Wrack.
Einer der Jäger schaute den andern an und fragte: "Wo in Gottes Namen sind wir?"
Der Baron schaute sich um und antwortete:
"Ungefähr zehn Meter weiter als letztes Jahr."
Schöpferische Auszeit?
Wenn ich etwas auf der Harddisk klimpere, findet sich im Dschungel der Bits und Bytes immer wieder ein Kapitel Hinterindien.
Aber in den letzten Wochen hatte ich ein echtes Buch in meiner Hand. Richtig schön eingebunden, blaue Leinendeckel mit Schutzumschlag.
Dazwischen über dreihundert Seiten mit dichterisch angeordneten Buchstaben, Satzzeichen, Anführungszeichen und durchnumerierten Kapiteln.
Mangelware im Reisfeld. Der Titel: Der letzte Weynfeldt, von Martin Suter, Diogenes.
Dann gibt es noch ein weniger schönes neues Buch. Der Titel der Jahreszeit entsprechend: Schneemann, von Jo Nesbo, Ullstein.
Da picke ich noch daran.
Weil es hier für Schneemänner eigentlich zu warm ist, halte ich beim Lesen öfters ein paar Eiswürfel in einem Glas in der Hand.
Neben den täglichen Reparaturen und der Gartenarbeit, bauten wir die zahlreichen Stapel von CD und DVD etwas ab. Sie standen
oder lagen überall im Arbeitszimmer herum. Wir deponierten das Zeug vorläufig in Schachteln. Hölderlin müsste auch dabei sein.
In der nächsten Woche sollte ich einen speziellen Schrank erhalten, um meine Schätze geordnet zu lagern und dann raschen Zugriff zu haben,
getreu dem Motto: "Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen!"
Frohes Wochende
Low