Heute gibts:Heute habe ich ein Exemplar von einer Bauernente bekommen, das gibt eine Grillente
ohne großen Aufwand gemacht. Klassisch mache ich sie anders. Das ein ander mal.
Heute gibts eine Schnabulierente.
Ja richtig gelesen,
Schnabulierente. Über diese Wortkreation haben sich schon einige gewundert : Freunde und Freundinnen meiner Tochter, aber auch deren Eltern.
Doch mal der Reihe nach:
Als meine jüngste Tochter klein war und das Wochenende als „Trennungskind“ bei mir war, gab es immer die Frage:
was gibts heute Papa? Ente gibts!
So klein sie auch war, sie hatte schnell eine Angewohnheit von mir übernommen:
sie schnabuliert gerne.Immer wenn ich also nach der Ente in der Röhre schaute,
fischte ich ein Teilchen aus der Pfanne, zuerst das Entenherzchen, als nächstes war die Leber, dann der Magen dran, später der mitgebratene Hals, dann waren die Flügel dran und zuguterletzt der Pürzel.


Hier Hals, Flügel, Pürzel. Die Leber, Herz und Magen ist bereits schnabuliert ! 
Und zwischendrin immer mal das Blaukraut kosten (nein nicht kosten :
schnabulieren!)dann einen kleinen Probekloß kochen,der wird natürlich auch gleich „schnabuliert“Und das, das hatte Töchterchen gleich mitbekommen, wenn Pappa da so genüßlich kostet, dann muß das doch was besonders gutes sein. Von da an machte Töchterchen mit, und fand gefallen daran. Ja sie passte höllisch auf, daß sich Papa nicht mehr wie sie selbst gönnte....
Bis Töchterchen alles beanspruchte.
Fortan hieß das ganze „Schnabulierente“ Denn bis es das eigentliche Essen gab, war Tochter und Vater vom schnabulieren satt.
Es standen dann zwar Berge von kleinen Tellerchen herum, von denen wir nach Köcheart unsere kleinen Probeklößchen, das Blaukraut, die Sauce, kosteten.
Das weitete sich aus und wurde eine neue Form des Essens : Tochter kannte nun Fondue Essen, Raclette essen und nun eine neue Form
„Schnabulierente“.
Das einzige Essen wo man sich nicht hinsetzen muß, und es keine Tischsitten gibst. Und meine Tochter liebte diese neue Form der Speiseeinnahme.
Und Tochter war verdutzt, wenn sie einer Freundin die bei ihr übernachten durfte auf die Frage :was gibts denn zu Essen, Lena?
Und sie antwortete : Schnabulierente!Und die Freundin verdutzt und fragenden Blickes dreinschaute. Was ? Du kennst keine Schnabulierente? Für Töchterchen war das nun ein Gericht wie Schnitzel, oder Hambuger.
Wann immer diese Kinder meine Tochter besuchten, wollten sie eines:
Schnabulierente!Denn das machte ich so: immer wieder brachte ich den Kindern kl.Kaffeetellerchen .
Mal mit 2 murmelgroßen Klößen, dann mal ein Stückchen Fleisch, dann mal eine Löffel mit Blaukraut. Das wiederholte ich x mal .
Ohne daß die Kinder das spielen beenden mußten hatten sie auf diese Art auch eine große Portion verschlungen. Nur : auf viele kleine Tellerchen verteilt.
Bis mich eines Tages der Vater eines befreundeten Mädchens am Sportplatz auf die Seite nahm: Bernd , bitte verrate mir mal was eine „Schnabulierente“ ist.
Unsere Tochter schwärmt immer so davon. Meine Frau hat schon 2 x Ente gemacht, ich schon einmal, aber die Tochter sagt immer : neeeiin !
Beim Bernd ist das ganz anders,
sie will Schnabulierente und nicht sowas was Mama macht !
Was sollte ich ihm antworten?
Also sagte ich: Eine Schnabulierente ist eine Ente
die nie auf den Tisch kommt,
die nie geviertelt wird,
zu der man sich nie hinsetzt und die dann doch Ratzeputz weg ist. Im vorbeigehn sozusagen.
So, und wenn ich euch jetzt Appetit gemacht habe, dann
macht euch auch mal eine Schnabulierente: immer wenn ihr in die Küche kommt, etwas abschnibbeln.
Immer mal ein Löffelchen Blaukraut, immer mal ein Probeklößchen „schnabulieren“
Ich hoffe ihr müßt auch ein wenig dabei schmunzeln, deshalb wollte ich euch das erzählen.
Guten Appetit!Kommentare, Meinungen zu Heute gibts :
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