Politik der kleinen Schritte im muslimischen SüdenThailands Regierung versucht, den Konflikt in den mehrheitlich muslimischen Provinzen mit diskreter Diplomatie zu entschärfen. Die Armee warnt indes vor einer weiteren Eskalation.
Singapur ⋅ Der stellvertretende Ministerpräsident Yutthasak Sasiprapa hat dieser Tage erklärt, die thailändische Regierung führe mit muslimischen Extremisten einen informellen Dialog. Der frühere Armeegeneral betonte, man könne nicht von Verhandlungen sprechen, zumal nicht klar sei, was die Aufständischen genau wollten. Noch im April hatte Yutthasak direkte Kontakte mit militanten Gruppierungen ausgeschlossen.
Unterhändler Thaksin?
Der Konflikt in der Grenzregion zu Malaysia hat seit 2004 mehr als 5000 Menschenleben gefordert. Opfer der nahezu täglichen Anschläge sind zumeist Angehörige der Sicherheitskräfte sowie Beamte. Zahlreiche Extremistengruppen schworen zwar ihrem ursprünglichen Ziel, einer Loslösung vom mehrheitlich buddhistischen Königreich, ab. Sie fordern aber weitgehende Autonomierechte.
In ihrem ersten Amtsjahr hat die thailändische Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra die Sicherheitslage in den südlichen Provinzen Yala, Pattani und Narathiwat nicht beruhigen können. Gleichwohl setzte sie im Unterschied zur dem Militär hörigen Vorgängerregierung vermehrt diplomatische Akzente. Eine Sonderbehörde erhielt Mittel, um malaiische Jugendliche wirtschaftlich besser zu integrieren und damit vor einem Abgleiten ins extremistische Milieu zu bewahren. Zudem wurden islamische Schulen gefördert. Dies ist als Geste gegenüber der lokalen Bevölkerung zu werten, die mehr Respekt für ihre Kultur und Sprache verlangt.
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