Wegen der großen Rosonanz: Fortsetzung vonHeute gibts : Einen Blick hinter die Kulissen der Wurst Zuerst einmal freut es mich. daß dieser Thread soviel Anklang findet, denn es macht schon einiges an Arbeit und Zeitaufwand, das was ich zwar weiß, dann in ansprechender und verständlicher Weise, aber doch wieder mit gebührender Sachlickeit und Fakten darzustellen. Natürlich bedarf es dazu der geeigneten Transportmittel wie Filmchen von Youtube und vielen bildlichen Darstellungen die oft mehr sagen als 1000 Worte.
....will ich immer wieder mal die Augen für bestimmte Produkte und Lebensmittel öffnen
....möchte ich mit euch die Betriebe und Menschen besuchen.
....will ich aufzeigen wie diese Produkte hergestellt werden
....wo sie eigentlich herkommen und wer sie wie macht
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Daß gerade uns Deutsche, bzw DACH ler dieses Thema so angeht und berührt kommt nicht von ungefähr,
wir sind mit der Wurst aufgewachsen,war es doch nach der Muttermilch die erste feste Nahrung für viele von uns (das ist erwiesen).
Auch wurde hier nicht die Frage gestellt wo kauft ihr euere Wurst, wo ist sie am billigsten, taugt Billigwurst was, wird Aldi -Ware ausreichend kontrolliert, ist die Kühlkette ausreichend gewährleistet, und und und
Es geht um Geschmack, Handwerkskunst, Vielfalt, um ein Kulturgut
Bei uns ist inzwischen vieles an Begrifflichkeiten verhunzt, zerstört, kaputt gemacht worden,
so
daß man nicht einmal bei der Nennung eines Begriffes mehr auf einer Wellenlänge ist.Beispiel : der Begriff Restaurant.Jeder von uns Älteren weiß, daß damit ein etwas gehobenes Speiselokal mit entsprechendem fachlichen Standart in Küche, Keller und Service geboten wird, man bedient wird,
man ein Gedeck mit Messer und Gabel auf einem gedeckten Tisch erhält.
Mc Donalds wagte es Anfang der 70ger Jahre diesen Begriff ad absurdum zu führen, man nannte sich hochtrabend : Restaurants !Das hätte damals schon verboten gehört.
Fahren unter falschen Segeln, man legt sich den gut und wohlklingenden Namen :
Mc Donalds Restaurants zu.Nix mit Service,
nix mit gedecktem Tisch,
nix mit Besteck und edlem Glas,
nix mit gelerntem Fachpersonal, von alledem
nix, nix, nix. Jeder Grieche der einen Pizzaofen sein eigen nennt, schreibt
"Ristaurante" über das Lokal auch wenn es nur eine
Pizzabude ist.
Jeder zugewanderte Inder
dessen Frau einen Wok bedienen kann nennt seine Kneipe nun
"Restaurant"Und hochtrabend kann auch ein Ostanatolier sein, der nun auch ein
Döner-Retaurant sein eigen nennt
Auch wenn die alle: Restaurant über das Lokal schreiben, sind das keine Restaurants !
Und wenn die alle ihre Wurst gelb ummanteln ist die Wurst zwar gelb , aber keine Gelbwurst !
Meine Kinder wissen schon gar nicht mehr wie eine gute Gelbwurst schmeckt, schmecken sollte. Sie sieht nur noch aus wie Gelbwurst.
Sie wissen auch nicht mehr wie gute Wiener, wie gute Frankfurter Würstchen schmecken sollten. Sie sind schon mit dem Dreck aus LIDL, ALDI und Real Regalen aufgewachsen.
Ich muß das schreiben und bewußt machen: Gelbwurst ist nicht Gelbwurst weil sie gelb ist, Wiener sind nicht Wiener nur weil sie so aussehen.++++++++++++++++++++++++++++++++
Daß hier so sehr aneinander vorbei geredet wird, liegt viel an der
Verhunzung dieser Begrifflichkeiten.
Als Analytiker müßte man seitens der Wurstindustrie sagen : wir haben den Krieg gewonnen !
* daß Leute nicht mehr wissen , daß bei 10 Metzgern der Bierschinken 10 mal anders schmeckte
* daß Leute beim Stichwort Wurst an Aldi, Lidl, Rewe, Edeka denken, wahnsinn
Erstaunlich, daß sich bei den meisten die Kaufentscheidung nur noch über den Preis definiert .
Auch hier tritt ein Phänomen zutage:
Durch den permanent und inflationär benutzten Begriff "QUALITÄT" ist es der Wurstindustrie gelungen den Verbraucher in Sicherheit zu wiegen und ihm zu suggerieren:
"Gut, du hast zwar einen no name Billigheimer gekauft, aber du hast Qualität bekommen."
Was ist Qualität ?
Qualität ist alles und gar nichts. Qualität heißt eigentlich nur eines, nämlich : VORZUG
Infolgedessen ist die Bezeichnung und der Aufdruck "QUALITÄT" nichts anderes wie größtmöglicher Humbug.Richtig müßte der für sein Produkt werbende darauf schreiben :
dieses Produkt hat diesen Vorzug gegenüber anderen. So wäre das korrekt und der Verbraucher wüßte bescheid, was für einen VORZUG (Qualität) diese Ware nun hat.
Und übertragen wir das nun auf Wiener Würstchen kommt dann zwangsläufig das große Malheur:
Ist es gute Qualität weil die Kühlkette eingehalten wurde, weil der Supermarkt jeden tag frisch beliefert wurde,
ist es gute Qualität weil es nicht schlecht schmeckt, oder vielen anderen schmeckt, oder besteht die Qualität ( der Vorzug) darin daß es halt billig ist ?
Und und und
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Ihr seht , das ist ein sehr komplexes Thema, das man mit Einzeiler-Antworten und einer einzigen Wahrheit nicht so einfach abhandeln kann
Aber eines können wir : über die Wertigkeit von dem was wir essen, wovon wir uns ernähren sprechen.
Wenn die
Kaufentscheidung nur vom Preis abhängt dann heißt es Prospekte, Angebote sondieren und dort zuschlagen wo es am extrem billigsten ist.
Mit dieser Entscheidung treffe ich zugleich zwangsläufig mehrere andere: billigste Materialien, Grundstoffe, Vernichtung der bäuerlichen Haltung zugunsten Massentierhaltung, industrielle Massenproduktion und Vernichtung handwertklichen Könnens, Vielfalt, menschenlose Herstellung, usw
Und ganz schnell stellt sich die Frage: Ist mir das Würstchen vom Metzger den höheren Preis wert oder nicht. Denn das wird zu leicht aus dem Kaufgedächtnis gestrichen:
PREISWERT - ist mir die Wurst diesen Preis wert ?
z.B.
weil ich möchte daß es den Metzgerladen in Zukunft noch gibt
weil ich fachmännisch beraten werden will
weil ich Frischware will
weil ich handwerkliches schätze
weil ich Vielfalt will
weil ich individuellen Geschmack will
Der sollte nicht gedankenlos einkaufen sondern bewußt und gezielt!
Wer jedoch alles nur aus dem Blickwinkel -NAHRUNGSAUFNAHME- betrachtet, wer keine Geschmacksnerven oder Geschmacksknospen mehr hat,
der sollte hier gar nicht weiterlesen. Hopfen und Malz verloren.
Wer nach dem Motto einkauft der Hunger treibts rein. Wem es nur darum geht , daß das Hungergefühl aufhört o.K.
Wer sich eine Wurst "schön-isst", so wie man sich eine hässliche Frau schön-trinken kann, dem will ich auch nicht helfen, aber er möge sich auch nicht zu Wort melden!
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Denn all das hat auch etwas mit Kultur zu tun ! Jawoll mit Kultur !
Wir hatten das schon mal, in einem Teil unseres Landes, als Wurst industrialisiert, vereinheitlicht und standartisiert wurde.
Ein ganzes Land von einigen wenigen Fabriken mit Einheitswurst Land auf , land ab beliefert, versorgt, verwöhnt wurde.Jetzt kommt die gleiche Entwicklung nur umgedreht :
Heute so scheint es machen wir dieselbe Entwicklung durch, nur
diesmal freiwillig !
Statt HO übernimmt Aldi, Lidl, Netto und co die Versorgung mit 5 Sorten Wurst (n. b. mehr Sorten sind unrentabel sagen die..)

z. B Diese Discounter haben sich republikweit 3 Fabrikanten und Hersteller ausgeguckt,
die nun nach vorgeschriebener EU Einheits Rezeptur landesweit und peu au peu die Produktion übernehmen.
( ist gut für Discounter, schlecht für Metzger) 3 Fabrikanten müssen sein, damit man immer einen gg den anderen ausspielen kann....

Statt wie früher durch die Volkskammer wird halt in den Discounterzentralen entschieden ob Krakauer oder Käsekrainer in die Regale der Republik kommt
Jetzt aber wieder zur Kultur, der Kultur des Frühstücks z.B. :sooooooo
oder soooooo
Jetzt aber wieder zur Kultur, der Kultur der Brotzeit z.B. :Sooooo
oder sooooo
Aber jetzt nicht die :
daraus machen

wurstekommission-braunschweig.de