Heute gibts : Einen Blick hinter die KulissenSchnitzel, ein Gericht, bei dem es sich lohnt mal etwas genauer hinzusehen.
Es ist erstaunlich daß es das Schnitzel fast in allen Kulturen gibt, fast in allen Erdteilen.
Natürlich meine ich jetzt nicht explizit das „Wiener Schnitzel“
Ein Stück Fleisch in eine dünne Scheibe geschnitten (schnitzel....) und dann gebraten, zubereitet,das gibt es schon ewig und überall.
Egal ob nun aus Fleisch, Fisch, Geflügelfleisch. Kein Wunder, die Zubereitung einer Scheibe nimmt nun mal weniger Zeit in Anspruch als der eines ganzen Bratens,
noch dazu zu Zeiten als man noch mit dem Feuerstein hantieren mußte.
Doch nun wieder zu unserem „Wiener Schnitzel“Die Historiker und alle Aufzeichnungen sagen ziemlich eindeutig, daß
der Ursprung aus Italien kommt.Daß die eigentliche Urform das
Coteletta Milanaise , das Mailänder Kotelette das dann zum Mailänder Schnitzel wurde ist, welches in einer Mischung aus
Ei, geriebenem Käse, Paniermehl zubereitet wurde und sich großer Beliebtheit erfreute.
Wie so oft sorgte die Soldateska für die Verbreitung dieses Schnitzels über Italiens Grenzen hinaus.
Im österreichischen Kaiserreich war man sparsam und so ersetzte man den teuren Käse mit billigem Semmelmehl, fertig war das „Wiener Schnitzel“ wie wir es kennen.
Erstaunlich ist es jedoch, daß
das Wienerschnitzel sich eigentlich in der ganzen Welt als Klassiker durchgesetzt hat. Selbst in vielen Sprachen findet sich die Bezeichnung „Schnitzel“ .
Die Rezeptur ist eindeutig und für jedermann verständlich. Die Zutaten eigentlich überall erhältlich und zu bekommen.
Das mag mit verantwortlich für den Erfolg des Wiener Schnitzels sein:
Zubereitet wird es aus einer
dünnen Scheibe mageren Kalbfleisch vorwiegend aus der Keule, diese wird von
etwa 1 cm auf etwa einen halben cm Stärke geklopft, gesalzen und gepfeffert.
Dann in
Mehl, zerschlagenem
Ei und zuguterletzt in
Weckmehl (Paniermehl) gewendet, paniert.
Nun in reichlich Schmalz ( manche, wie ich,
schwören auf Butterschmalz) andere auf Schweinschmalz, andere verwenden Sonnenblumenöl oder ein Pflanzenfett,
schwimmend ausbacken.Vielfach wird es, gerade in Österreich, nochmals zum „nachziehen“ in die Backröhre geschoben. ( das kurze Ruhen mag sicher einen ähnlichen Effekt haben wie bei Kurzgebratenem das man auch nochmal nach dem braten im Ofen entspannen läßt).
Das ist die ganze Kunst!Allerdings: auch hier macht die Summe kleiner Nuancen den Unterschied zu einem großartigen Schnitzel aus.
Heute gibt es im Handel fertiges Paniermehl ( Leimer etc) und billigen Dreck, wo der Karton teurer ist , als das was drin ist!
So gibt es auch welche, ihr kennt es von paniertem Fisch her, ( Cross, Crispy, Nugget Pannaden) die grobe Industie Panaden mit Farbstoff etc drin anbieten. Laßt sowas weg!
Trocknet das zuviel an Brötchen das ihr gekauft habt und reibt es selbst, es gibt nichts besseres für ein Schnitzel !Wenn ihr die Brötchen die zum Weckmehl bei Großbäckern verwendet werden sehen würdet , macht ihr euer Weckmehl nur noch selber , das schwöre ich euch !
Wie das Weckmehl,
ist auch das Backfett wichtig, wie gesagt ich verwende
Butterschmalz. In der Tschechei gab es früher nur Soja-Öl : da schmeckten die Schnutzel grauslich...
Mit einem kleinen Kniff läßt sich ein Schniztzel noch etwas „pimpen“: gib am ende des Bratens noch eine dünne Scheibe Butter darüber und laß sie leicht darauf zergehen.......
Anhand der nächsten Fotos möchte ich euch zeigen wie ein richtig gebratenes und zubereitetes Schnitzel aussieht :löst sich die Panade und macht leichte „Blasen“ auf dem Fleisch dann ists richtig, ansonsten hapert es.
so muß es sein ! Die Pannade hebt sich---------------------------- hier muß noch geübt werden !
Nun noch zu einer fürchterlichen Unsitte in vielen Lokalen:immer mehr , immer öfter werden Schnitzel auch in der Gastronomie nur noch in die Friteuse geschmissen und da drin gebacken. Leider....
Und genauso schmecken dann diese lieblos zubereiteten Dinger die sich Schnitzel nennen.
Bestehe immer darauf: aus der Pfanne mein Schnitzel, nicht aus der Friteuse!Allerdings möchte ich auch auf manchen Humbug hinweisen, gerade im ländlichen Bereich oft mal zu finden :da gibts nur panierte Schnitzel. Egal ob du jetzt ein Jägerschnitzel, ein Rahmschnitzel ein Zigeunerschnitzel bestellst.
Da wird ein paniertes Schnitzel gebraten und dann die jeweilige Sauce darüber gezogen, fertig....
Das geht natürlich gar nicht !
Denn die anderen Schnitzel sind „nature „ Schnitzel das heißt sie werden natürlich wie sie runtergeschnitten wurden gebraten und dann mit der entsprechenden Sauce nappiert.
Aber niemals paniert.
Es sei denn du bist im
„Gasthof zum rostigen Nagel „ gelandet........
Ein beliebtes paniertes Schnitzel ist das „Cordon bleu“Auch dieses stammt in einer gepflegten guten Küche aus 2 Kalbschnitzeln zwischen die Käse, als auch Schinken dazwischen kommt
und dann gut paniert wird, so daß Käse und Schinken während der Zubereitung zwischen den Schnitzelchen bleibt.
( es gibt auch Köche die eine „Tasche“ in ein Schnitzel schneiden und diese damit füllen..)
Also auf gehts, macht euch mal wieder ein gutes Wiener Schnitzel*wer noch mehr wissen möchte :
http://www.textetage.com/fileadmin/verena/wiener.pdfUnd wer es Thailändisch mag:
http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=2046.msg132945#msg132945Kommentare, Meinungen zu Heute gibts : unter Thema: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen