@Rampo
@Jock
by Hubert Bösl

by Hubert Bösl
Leberkäs
Man kann durchaus die Sehnsucht die aus den Worten eines Rampo oder eines Jock spricht nachvollziehen.
Leberkäs hat in den Mitteleuropäischen Ländern durchaus einen sozialkulturellen Status bekommen.
Spinnt er jetzt derbayer ? Sozialkultureller Status? Nein, er spinnt nicht.
Millionenfach, Tag für Tag hielt er her für eine fast spirituelle Handlung :
Man belohnte sich selbst!
Der Maurer spornte sich an: auf, noch eine Reihe Stoa, dann hol ma an Leberkäs!
Die Müllmänner sputeten sich : schnell noch die Straße ferug machen, schnell noch die paar Tonnen leeren, dann war Ruhe in der Straße,
die Männer holten sich ihre Leberkässemmel in der nächsten Metzgerei.
In meinem Stadtteil gibts eine Brauerei und auch die Bierkutscher schwörten auf die morgendliche Leberkässemmel,
deshalb standen immer so viele Brauerei-Lkw beim Metzger,
auch wenn man meinen konnte, ohhh : der Metzger muß saufen wie ein Loch, wenn da ständig die Bierkutscher vorfahren....
Auch ich wurde indirket für mein Leben geprägt vom Leberkäs.Warum? Mein vereehrter Vater hatte gleich nach dem Krieg ein Fuhrunternehmen gegründet.
Kurz darnach erkannte er daß in der Gegend nirgends ein Metzger war, wo die zahlreichen Arbeiter im Umkreis sich eine Brotzeit holen konnten.
Geschäftstüchtig wie er war eröffnete er, der Bankkaufmann selbst eine Metzgerei, stellte einen Metzger ein.
Das wichtigste Produkt war der Leberkäs für die Brotzeit der Arbeiter in der Gegend.
Und ich hatte als kleiner Junge Tag für Tag von frühs bis nachmittag immer nur Leberkäsduft in der Nase, der Grund :
In der Röhre unseres Küchenofens bruzzelten von morgens um 5 bis nachmittags die Leberkäse, einer nach dem anderen.
Und auch ich, der kleiner Bimpf wußte bald schon Bescheid: der Leberkäs ist fertig.
Denn es war Aufgabe eines jeden immer mal nach dem Leberkäs in der Röhre zu schauen.
Und wer erinnert sich nicht an die morgendlichen Schlangen im Metzgerladen von Leuten die ihre morgendliche Brotzeit holten.
Schlimm nur ,
wenn vor einem ein „Brotzeitholer“ dran war! Der hatte dann einen nicht endeten Zettel, eine Liste von unendlichen belegten Brötchen
die er für die Kollegen in der Firma holen mußte.
Fein säuberlich mußte die Verkäuferin die Namen drauf schreiben, nicht daß einer statt seines Leberkäses eine Leberwurschtsemmel bekam.... das hätte Revolution gegeben, was falsches zur Brotzeit.
Und ging es zum einen Onkel, dann roch es auch dort nach Leberkäs, denn auch er hatte eine Metzgerei und in der Küche bruzzelten auch da die Leberkäse, er war Spezialist für „groben Leberkäs“. Und wenn es nach Wiesbaden zu einem anderen Onkel ging, war es auch nicht anders auch da stand ein Ofen in dem immer etwas bruzzelte: Braten, Spießbraten, Rollbraten, Pizza-Leberkäs, Fleischküchli, und natürlich :
Leberkäs!Und immer wieder war der Leberkäs auch Ansporn und Belohnung zugleich: Egal ob beim tapezieren oder weißeln zu Hause, irgendwann kam die Frau:
„Pauseeee, hab Leberkäs für euch !
Ob beim Kumpel in den Weinbergen, der seiner Helfern bei der Lese ganze Laiber heißen Leberkäse und einen Sack Semmeln in den Wengert brachte. Ob beim Hochseangeln auf der Ostsee, wenn auf dem Kutter die Glocke läutete und alle die Angeln einholen und in die Ecke stellen ließ: der Leberkäs war fertig.
Und wenn im Herbst an meinen Fischweihern das Wasser abgelassen wurde, abgefischt wurde und es viele helfende Hände bei dieser schweren, anstrengenden Arbeit gab die dabkbar waren, wenn ich am Weiher vorfuhr. Aus demAuto Berge von Leberkäse , vonWecken auslud und der Ruf erhallte : Brotzeit!
Alles stürzte sich auf den warmen, dampfenden Leberkäs, aus dem bei jedem Schnitt ein wenig Saft trat. Und gleich hatten alle trotz der anstrengenden Arbeit wieder ein lächeln
im Gesicht und die Augen strahlten. Was so ein Leberkäs doch alles bewirken kann......
Oder ein Jugendfreund von mir, Anton Dotzel, ehrbarer Metzgermeister zu Würzburg, ein Bär von Mannsbild, mit der besten, größten und umsatzstärksten Metzgerei im Herzen der Stadt, er rief mich mal an: Bernd, komm mal vorbei bei mir. Und was hatte er vor, der Anton? Er wollte den größten Leberkäs der Welt für das Guiness Buch der Rekorde backen.
Werbewirksam an einem Langen Samstag im Herzen der Stadt den Leberkäs präsentieren, anschneiden, aufschneiden und einen riesigen Rummel daraus zu machen.
Und Anton schaffte es für eine zeitlang Rekordhalter beim Leberkäs zu sein.
Der größte Leberkäs der Welt wurde am 2. Juli 1983 nach 12 Stunden Backzeit vor dem Dotzel- Haus angeschnitten. Größe: 2,30 x 4,00 m; Gewicht: 840 kg.
Halb 9.00 Uhr in der früh, wär genau die richtige Zeit für eine Leberkäsbrotzeit,
hab mich gerade in einen Leberkäsappetit geschrieben und Kohldampf
Und ausgerechnet Sonntag heut, sackl-zement-no-amoil