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Autor Thema: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen  (Gelesen 90487 mal)

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Kern

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Re: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen
« Antwort #210 am: 05. Dezember 2012, 18:10:59 »

Schau gut aus, TW  ;}

...

Hallo derbayer

Vielen Dank für die interessanten und aufklärenden Hintergrund-Informationen zum Treiben der Bäcker   {*
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sonderfall

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Re: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen
« Antwort #211 am: 05. Dezember 2012, 22:24:50 »


Ich prognostiziere  ein riesiges Bäckersterben in Deutschland


Fahr mal nach München, da findest fast keinen Bäcker mehr, die sind schon alle weggestorben. Als ich letztes Jahr, nach acht Jahren Thailand wieder dort war, fiel mir sofort auf, daß es keinen richtigen Bäcker mehr gibt, sondern nur noch Backshops und die schießen an allen Ecken wie die Pilze aus dem Boden. Das Zeugs, das dort angeboten wird, schmeckt überall gleich schlecht. Wenn Du früher eine Brezn bei einem Bäcker mittags gekauft hast, so konntest Du die auch abends noch essen. Bei der Backshopware kannst Du die am Abend in die Tonne hauen, denn sie ist entweder steinhart oder zäh wie Gummi.

Gutes Brot in München, findest Du noch bei der Hofpfisterei (http://www.hofpfisterei.de/), das schmeckt auch nach mehreren Tagen noch gut. Brezn und Semmeln von denen, kannst aber eher vergessen, das ist nicht deren Metier, die sind nichts Besonderes.

Pfisterbrot laße ich mir auch immer von meinen Freunden, wenn sie auf Besuch kommen, mitbringen, das läßt sich gut einfrieren und ich teile mir das genußvoll ein.

Einen halben Laib Pfister Sonne habe ich noch geschnitten und eingefroren im Gefrierschrank, von bettelnden Besuchen, bitte ich abzusehen.  ;]

Sehr gute Brezn, Kastanien, Semmeln, Baguette, Brot, Käse und Wurst gibt es übrigens in Hua Hin bei "The Baguette", die jetzt auch eine Filiale in Cha-Am eröffnet haben.

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jock

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Re: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen
« Antwort #212 am: 07. Dezember 2012, 06:14:38 »

@derbayer

Auch ich schliesse mich der Danksagung an.

Nicht nur die Baeckereibetriebe werden immer weniger,sondern auch die Metzgereien.

Es war noch in Wien.Meine Frau befuersorgte mich bei Tag und bei Nacht und hielt ein
scharfes Auge auf mich,beim Umgang mit dem schwachen Geschlecht,besonders.
Die Tage,Wochen und Monate liefen ruhig ab,gemaechlich wie ein maeandender Fluss.

Eines Tages erklaerte sie mir,sie muesse dringend nach Thailand.Ich war so ueberrascht,dass
es mir gar nicht in den Sinn kam,von der Leine gelassen,die Naechte zum Tag zu machen und
die Freuden des Strohwitwerstum auszunuetzen.

Stattdessen erlebte ich die Nachteile.Selbst die Wohnung putzen,selbst kochen,u.s.w.

Fuer Sonntag geluestete es mich nach einen Schweinebraten.

Ich betrat die Geschaeftsraeumlichkeiten einer Lebensmittelkette und eilte zur Fleischtheke.
Dort wartete eine junge Frau,mit dunklem Haar und dunklen Augen,die mich erwartungsvoll
ansahen.

Ich sagte zu ihr: Ich haette gerne so 1 Kg.Fleisch fuer einen Schweinebraten.Sie zeigte auf
ein Fleischstueck,ausdem man wunderbare Schnitzel schneiden konnte.
Nein,sagte ich,was fuer einen Schweinebraten,vielleicht etwas mit einen Fettrand.

Nach zwei oder drei Sekunden der Ratlosigkeit,rief die huebsche Frau : Anitaaa,kum her!

Anitaaa kam und bekam zu hoeren: Der Herr wue wos fia an Schweinsbrotn,Wos soll i eam gebn?

Frau Anita uebernahm den Geschaeftsfall und sogleich hatte ich das Gewuenschte.

Bei der Uebergabe der Ware,erklaerte sie mir noch :Wissns,des is a Tuerkin,de hot no nia an
Schweinsbrotn gmocht und kennt si beim Schweinernen net so guat aus.

Was lernen wir daraus :Sprachlich war die Integration perfekt.Im kulinarischen Bereich ist noch
Nachholbedarf vohanden.Und es gibt den gestanden Fachmann fast nicht mehr.

Dieser Tage habe ich im "Standard" gelesen,dass es in ganz Wien nur mehr 25 Metzgerbetriebe gibt,
die in familiaerer Hand sind.Und Wien hat immerhin 1,6 Mio Einwohner.Alle,die nicht in unmittelbarer
Naehe zum Metzgerbetrieb wohnen,sind gezwungen,den Fleischbedarf von der Supermarktkette zu
decken,oder kilometerlange Wege auf sich zu nehmen.

Das Angebot im Supermarkt ist auf  die umsatzstaerksten Fleischsorten beschraenkt.Von einer
selbstgemachten Ochsenschwanzsuppe oder Hirn mit Ei,kann man nur mehr traeumen.Auch
Kutteln,Saumagen etc.kennt man nur mehr von nostalgischen Erinnerungen an Muttern.


Jock
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Kern

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Re: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen
« Antwort #213 am: 07. Dezember 2012, 09:50:40 »

Wesentliche Gründe des Wegsterbens von Bäckereien und Metzgereien sind aber auch die stetig wachsenden, oft übertriebenen, aber immer teuren behördlichen Auflagen.
Mir sind selber Bäcker- und Metzger-Meister bekannt, die deswegen ihr Geschäft aufgegeben haben.

Zu diesem Thema zwei von etlichen Beispielen aus der Presse:
http://www.merkur-online.de/lokales/landkreis-starnberg/traditionsbetrieb-schliesst-wegen-auflagen-835507.html
und
http://www.stimme.de/kraichgau/wirtschaft/sonstige-Mancher-Metzger-schimpft-ueber-strenge-Auflagen;art17126,1695011
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jock

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Re: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen
« Antwort #214 am: 07. Dezember 2012, 10:23:47 »

@Kern

Was ich bestaetigen kann.

Dazu eine kleine,leider wahre Geschichte.

!972 zogen wir eine mittlere Stadt,suedlich von Wien.Es gab damals 6 oder 7
Fleischereien.Zwei davon waren sofort zu vergessen,3 andere waren so-la-la,aber
der Letzte war Spitze.

Ein Familienbetrieb,wo der Meister,geuebt mit Messer und Wetzstein an der Fleisch-
bank,seinem Handwerk nachging.Seine Frau war zustaendig fuer die Wurstabteilung,
Sohn und Schwiegertocher arbeiteten in den hinteren Raeumlichkeiten.

Jahr um Jahr verging und die Warteschlange am Samstagvormittag wurde lang und
laenger,da andere Betriebe aufgaben.Man konnte sich gluecklich schaetzen,wenn man
nach einer Stunde Wartezeit,schon den Laden wieder verlassen konnte.

Er,der Meister,war ein gestandenes Mannsbild.Zwar war das Haar schon etwas schuetter,aber
die roten,von blauen Aederchen durchzogenen Wangen und der riesige Bauch vermittelten
den Eindruck,eines kraftstrotzenen,gesunden Menschen.

Leider war dem nicht so.Eines Tages erkrankte er,kam ins Spital und es wurde ihm von den
Aerzten verboten,weiter zu arbeiten.

Aber da war ja noch der Sohn! Selbst gepruefter Fleischermeister,bei den Kunden gut gelitten
und er hatte den Willen,den Betrieb zu uebernehmen.

Aber die Gewerbebehoerde.Man schrieb ihm Auflage um Auflage vor,sodass sich die Investitions-
kosten auf 1,0 Mio Schillinge aufsummierten.

Darauf warf der Sohn das Handtuch.Heute noch arbeitet er in einer Fleischfabrik,bei festen Gehalt,
das 14  x im Jahr ausbezahlt wird,geniesst 5 Wochen Urlaub im Jahr und hat eine 5 -Tage-Woche.

Schade,ewig schade !


Jock
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derbayer

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Re: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen
« Antwort #215 am: 07. Dezember 2012, 12:55:59 »

Richtig,

So ist es !


Aber: das schlimme ist, daß  auf  einer imaginären Karte, auf diesem Flecken Erde nun wieder ein weißer Punkt ist, kein guter Metzger mehr.

Und diese Karte wird immer voller von solchen weißen Punkten wo eine  uralte kulturelle Zunft wie diese nieder gemacht wird.
Es ist ja nicht so daß es keine guten Metzger mehr gäbe, es ist auch nicht so daß keiner mehr selbständig sein will,
es ist der Gesetzgeber der das  billigend, sozusagen  als Kollateralschaden in Kauf nimmt,
denn  er macht Gesetze und Verordnungen für die Industrie
( Die riesigen Fleischwerke, die riesigen Wurstfabriken, die aussehen wie die Produktionshallen bei VW)

Nur:  er belegt dann  auch die Kleinbetriebe ,die uralte Metzgerszunft damit,
die ja gewachsene, eine auf einige Jahrhunderte alte Erfahrungen  ( Zunftregeln ) basierende  
und stets angepasste eigene Regeln ,  sozusagen eigene Gesetze hat.

Durch diese Überstülpung von Gesetzen  und Verordnungen (die für die Industrie geschaffen wurden)  auf  Kleinstbetriebe ( Metzgermeister , Frau 2, 3 Gesellen, 2,3

Verkäuferinnen)  verschwinden ganze Branchen, nicht nur die Metzger

Deshalb darf ich euch nur empfehlen: kaufts euer  Fleisch, eure  Wurst  bei den vielen Pattayametzgern dieser Welt

und nicht  bei Aldi, Tesco, Wal mart und wie sie alle heißen
« Letzte Änderung: 07. Dezember 2012, 12:59:16 von derbayer »
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Burianer

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Re: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen
« Antwort #216 am: 07. Dezember 2012, 14:44:04 »

 ??? da gibt es noch einen guten Metzger in Aschaffenburg, moeglicherweise auch noch mehr.
Einer davon ist,  Metzgerei Haeuser im Strietwald  .   Produziert noch ?  Fragezeichen  ( derbayer  weiss sicher mehr) , in seiner kleinen Wurstfabrik im Strietwald .Eine gute
vielfaeltige Auswahl an allem. Wurst, Fleisch , Staecks was es sonst noch gibt.  Das ist Handwerk fast noch vom feinsten.
Nur wer mehr produziert, muss auch mehr Technik einsetzen.  Das war wohl zu Deiner Zeit nicht so.
Es ist nichtmehr so wie bei meinem Opa, Hausschlachterei.  Immer im Oktober , November. Da wurde noch die  Sau , oh,  das Schwein in der Scheune geschlachtet , und im Sudkessel zu Wurst verarbeitet. Die Besten Steucke wurden geraeuchert,  und Rippen und sonstiges ( Kesselfleisch ) gabs als Zulage.

 Haeuser hat auch ein sehr freundliches  Verkaufstaem.  Leider vermisse ich das sehr, gute Wurst und Steacks und einen guten Grillabend mit Freunden  [-]
Woan i widder koam, derbayer, doan bist du nimmer sicher. I komm zuoam essen zu  Dir . Fuern ne Brotzeit und a Moassel  [-] odder ah mehr   :-X
Gruess Dich aus Buriram
« Letzte Änderung: 07. Dezember 2012, 15:00:28 von Burianer »
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derbayer

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Re: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen
« Antwort #217 am: 07. Dezember 2012, 15:27:28 »

??? da gibt es noch einen guten Metzger in Aschaffenburg, moeglicherweise auch noch mehr.

Spätestens  wenn  in seinem kleinen Betrieb die nächsten Verordnungen termingerecht realisiert sein müssen,

mit unerschwinglichen Invstitionen  ( siehe bei Jock)

wird auch Aschaffenburg  ein weißer Weißer Punkt sein (Stadt ohne eine Metzgerei) sein:


Wollt ihr das:


   
  

oder das      :
    


    
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Burianer

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Re: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen
« Antwort #218 am: 07. Dezember 2012, 15:33:12 »

 ;]  Trifft dann das Sprichwort  zu ,  ( das ist mir Wurst )   {[
Wir brauchen europaeische Verordnungen, damit keiner mehr weiss, was er zu tun hat  :]
So sind Wir , Europa  {+
mehr sage ich jetzt nichtmehr  :-X
Thailand. Was die alles in die Wurst hauen  >:(
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derbayer

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Re: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen
« Antwort #219 am: 07. Dezember 2012, 15:49:10 »


Beispiel :

In meinem Orteil von Würzburg

Alteingesessener  Gasthof  mit eigener  Metzgerei "Zum Hirschen"
http://schoemig-lengfeld.de/





Das war bis letztes Jahr die einzige Metzgerei im Stadtgebiet  die noch selber schlachten durfte.
Der Vater des jungen Chefs hatte  die Metzgerei samt Schlachthaus vor etllichen Jahren vollkommen neu nach EU Norm gebaut.
Die galten bis voriges Jahr.
Er hätte erneut den supermodernen Betrieb für etliche hunderttausend umbauen müssen......

Also wurde die Schlachterei fristgerecht eingestellt, das Schlachthaus steht leer....... 
In Thailand und dem rest der welt wäre das noch immer ein Vorzeigebetrieb!

Er muß jetzt mit dem Hänger das Schlachtvieh von den umliegenden Bauernhöfen zusammenholen und es mit dem Hänger zum nachsten Schlachthof in Würzburg fahren.

Den  städt. Schlachthof hatte die Stadt Würzburg schon aufgeggeben und an die Südfleisch verkauft weil auch die  Stadt einmal eine solche Modernisierungswelle nicht mehr stemmen, zahlen konnte. 
Und:
der jetzige Betreiber des Schlachthofs trägt sich mit Schließung, man müßte schon wieder renovieren........


Demnächst kommt wohl alles aus Buxtehude,  oder vielleicht aus Vietnam ?  Dort sind die Gesetze nicht so streng sagt man......
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Re: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen
« Antwort #220 am: 09. Dezember 2012, 15:22:26 »


@Rampo
@Jock




by Hubert Bösl

  by Hubert Bösl



Leberkäs

Man kann durchaus die Sehnsucht die aus den Worten eines Rampo oder eines Jock spricht nachvollziehen.
Leberkäs hat in den Mitteleuropäischen Ländern durchaus einen sozialkulturellen Status bekommen.
 
Spinnt er jetzt derbayer ?
 
Sozialkultureller Status? Nein, er spinnt nicht.

Millionenfach, Tag für Tag hielt er her für eine fast spirituelle Handlung : 
Man belohnte sich selbst!

Der Maurer spornte sich an:  auf,  noch eine Reihe Stoa, dann hol ma an Leberkäs!

Die Müllmänner sputeten sich :
schnell noch die Straße ferug machen, schnell noch die paar Tonnen leeren, dann war Ruhe in der Straße,
die Männer holten sich ihre Leberkässemmel in der nächsten Metzgerei.
In meinem Stadtteil  gibts eine Brauerei und  auch die Bierkutscher schwörten auf die morgendliche Leberkässemmel,
deshalb standen immer so viele Brauerei-Lkw  beim Metzger,
auch wenn man meinen konnte,  ohhh : der Metzger muß saufen wie ein Loch, wenn da ständig die Bierkutscher vorfahren....

Auch ich wurde indirket für mein Leben geprägt vom Leberkäs.

Warum? Mein vereehrter Vater hatte  gleich nach dem Krieg ein Fuhrunternehmen gegründet.
Kurz darnach erkannte er daß in der Gegend nirgends ein Metzger war, wo die zahlreichen Arbeiter im Umkreis sich eine Brotzeit holen konnten.
Geschäftstüchtig wie er war eröffnete er, der Bankkaufmann selbst eine Metzgerei, stellte einen Metzger ein.
Das wichtigste Produkt war der Leberkäs  für die Brotzeit der Arbeiter in der Gegend.

Und ich hatte als kleiner Junge Tag für Tag von frühs bis nachmittag immer nur Leberkäsduft in der Nase, der Grund :
In der Röhre unseres Küchenofens bruzzelten von morgens um 5 bis nachmittags die Leberkäse, einer nach dem anderen.
Und auch ich, der  kleiner Bimpf  wußte bald schon Bescheid: der Leberkäs ist fertig.
Denn es war Aufgabe eines jeden immer mal nach dem Leberkäs in der Röhre zu schauen.

Und wer erinnert sich nicht an die morgendlichen Schlangen im Metzgerladen von Leuten die ihre morgendliche Brotzeit holten.
Schlimm nur , wenn vor einem ein „Brotzeitholer“ dran war!  Der hatte dann einen nicht endeten  Zettel, eine Liste von unendlichen belegten Brötchen
die er für die Kollegen in der Firma holen mußte. 
Fein säuberlich mußte die Verkäuferin die Namen drauf schreiben, nicht daß einer statt seines Leberkäses eine Leberwurschtsemmel bekam.... das hätte  Revolution gegeben, was falsches zur Brotzeit.

Und ging es zum einen Onkel, dann roch es auch dort nach Leberkäs, denn  auch er hatte eine Metzgerei und in der Küche bruzzelten auch da die Leberkäse, er war Spezialist für „groben Leberkäs“. Und wenn es nach Wiesbaden zu einem anderen Onkel ging, war es auch nicht anders auch da stand ein Ofen in dem immer etwas bruzzelte: Braten,  Spießbraten, Rollbraten, Pizza-Leberkäs, Fleischküchli, und natürlich : Leberkäs!

Und immer wieder war der Leberkäs auch Ansporn und Belohnung zugleich:
Egal ob beim tapezieren oder weißeln zu Hause, irgendwann kam die Frau: 
„Pauseeee,  hab Leberkäs für euch !

Ob beim Kumpel in den Weinbergen, der seiner  Helfern bei der Lese  ganze Laiber heißen Leberkäse und einen Sack Semmeln in den Wengert brachte.  Ob beim Hochseangeln auf der Ostsee, wenn auf dem Kutter die Glocke läutete und alle die Angeln einholen und in die Ecke stellen ließ: der Leberkäs war fertig.

Und wenn im Herbst an meinen Fischweihern das Wasser abgelassen wurde, abgefischt wurde und es viele helfende Hände bei dieser schweren, anstrengenden Arbeit gab die dabkbar waren, wenn ich am Weiher vorfuhr. Aus demAuto   Berge von Leberkäse , vonWecken auslud und der Ruf erhallte : Brotzeit!
Alles stürzte sich auf den warmen, dampfenden Leberkäs, aus dem bei jedem Schnitt ein wenig Saft trat. Und gleich hatten alle trotz der anstrengenden Arbeit wieder ein lächeln
im Gesicht und die Augen strahlten. Was so ein Leberkäs doch alles bewirken kann......

Oder ein Jugendfreund von mir, Anton Dotzel, ehrbarer Metzgermeister zu Würzburg, ein Bär von Mannsbild, mit der besten, größten  und umsatzstärksten Metzgerei im Herzen der Stadt,  er rief mich mal an: Bernd, komm mal vorbei  bei mir. Und was hatte er vor, der Anton?  Er wollte den größten Leberkäs der Welt für das Guiness Buch der Rekorde backen.
Werbewirksam an einem Langen Samstag  im Herzen der Stadt den Leberkäs präsentieren, anschneiden, aufschneiden und einen  riesigen Rummel daraus zu machen.
Und Anton schaffte es für eine zeitlang Rekordhalter beim Leberkäs zu sein.




Der größte Leberkäs der Welt wurde am 2. Juli 1983 nach 12 Stunden Backzeit vor dem Dotzel- Haus angeschnitten. Größe: 2,30 x 4,00 m; Gewicht: 840 kg.

Halb 9.00 Uhr  in der früh, wär genau die richtige Zeit für eine Leberkäsbrotzeit,
hab mich gerade in einen Leberkäsappetit geschrieben und Kohldampf


Und ausgerechnet Sonntag heut, sackl-zement-no-amoil
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Re: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen
« Antwort #221 am: 11. Dezember 2012, 04:38:48 »


Ich muß hier einigen Konsorten etwas Appetit machen!

Denke an  Rampo, an Sonderfall, an TW usw

Morgen gibts  frisches Material.  Hab mal wieder Bock etwas Blutwurst, Leberwurst selbst zu machen.
Da kommt mal wieder der Dracula in mir raus   :P
Es  wird dann überwiegend in Gläser gefüllt. Das ganze ist mehr eine Gaudi  und der Aufwand eher zu groß.
Aber es macht Freude und Spaß  und 2 Spezln wollen auch vorbeischaun und beim Abschmecken dabei sein. Ein dritter ist reudig weil er nicht dabei sein kann....
Ohne frischen Käskuchen brauch der eine nicht , ohne einen Flasche Willi braucht der andere nicht kommen.  ;) ;)

erst das :

jeena

dann das :



Einen schönen Käskuchen  .......
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wolli

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Re: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen
« Antwort #222 am: 11. Dezember 2012, 09:32:36 »

Jetzt habe ich wieder Hunger bekommen, aber Bernd wenn du Morgen Blutwurst machst,

bitte nur Bilder, wo ich dich bei der Arbeit sehen kann  {*, und nicht so wie der, na wie

heißt der denn ?, der ein Jägerschnitzel hier einstellt und behauptet das hätte seine

Frau gemacht, alles lüge der Typ, ach so der wolli war das  :].

Gruß Wolfgang
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derbayer

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Re: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen
« Antwort #223 am: 11. Dezember 2012, 13:15:12 »


@wolli

"der da"  heißt  Jeena  wie es neben dem Bild steht  und kommt aus Schweden
seine Eltern sind schlesischer Herkunft , genauso wie meine auch.


Und er mag "Krupniokis" wie ich auch. Und wie ich heute wohl auch welche mache, vorausgesetzt ich bekomme dann  im Russenladen Graupen , die gibt es in deutschen Läden nicht mehr.
"Krupniokis"   sind Blutwürste mit Graupen drin, eine arme Leute Wurst aus alten Zeiten, aber Saugut.
Die andere Sorte wären "Semmelwürste" .
Semmelwürste -auch aus armen Not -Zeiten- dort kommen Semmeln als Ersatz für klein geschnittenes Fleisch oder Fett rein.
Früher, als ich auf entsprechendes Equipment zurückgreifen konnte , habe ich die manchmal  im Zentner gemacht  , Nachfrage war immer da........

Werde auf jeden Fall an sonderfall  denken , der auch schlesische Wurzeln hat und die vielleicht kennt und mag.


*http://jeenaparadies.net/weblog/2011/aug/krupniok
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Re: Kommentare, Meinungen zu Heute gibts und Blick hinter die Kulissen
« Antwort #224 am: 11. Dezember 2012, 14:35:34 »

Bernd meine Eltern kommen auch aus Oberschlesien (Gleiwitz), ich bin in Kitzingen Geboren, wohl nicht so weit von dir  ;].
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