@Raburi,
Genau, das ist ein Bülbül.
Bei dem Vogel handelt es sich um einen Strichelwangenbülbül (Pycnonotus conradi).
Der wurde früher oft als Unterart des Blanfordbülbüls (Pycnonotus blanfordi) geführt. Nach der taxonomischen Abspaltung und Anerkennung als eigenständige Art im Jahr 2016 etablierte sich für Pycnonotus conradi der eigenständige deutsche Name Strichelwangenbülbül (während Pycnonotus blanfordi im Deutschen nun meist Ayeyarwadybülbül, oder auf gut Deutsch Irrawaddybülbül)
genannt wird).
Der Name leitet sich direkt von den feinen, grauen Streifen hinter dem Ohr bzw. auf den Wangen des Vogels ab.
In meinem thailändischen Vogelbestimmungsbuch von 2002 ist dieser Vogel noch unter Blanfordbülbül (Pycnonotus blanfordi) beschrieben, im detaillierten Beschrieb als Unterart desselben (damals, 2002, also noch als Pycnonotus blanfordi conradi).
Der lateinische Zusatz CONRADI ehrt den Bremer Kapitän und Kaufmann Paul Conrad.
Conrad war im Jahr 1870 als Kapitän im damaligen Ostindien (Südostasien) unterwegs. Sein Bezug zum Vogel: Auf seinen Reisen sammelte er naturhistorische Proben und brachte biologische Exponate mit nach Deutschland. Otto Finsch, der damals am heutigen Übersee-Museum in Bremen arbeitete, untersuchte diese Sammlungen, entdeckte den unbeschriebenen Bülbül und benannte ihn nach seinem Unterstützer.
Der Zusatz blanfordi: Der Name Pycnonotus BLANFORDI (beschrieben durch den britischen Arzt und Zoologen Thomas Caverhill Jerdon im Jahr 1862) ehrt den berühmten englischen Naturforscher und Geologen William Thomas Blanford.
Wer war das? Blanford war ein hoch angesehener Wissenschaftler, der für den Geological Survey of India arbeitete. Später wurde er Präsident der renommierten Asiatic Society of Bengal.
Sein Bezug zum Vogel: Er kartierte weite Teile Indiens, Myanmars (Burmas) und Abessiniens (heutiges Äthiopien) geologisch, sammelte dabei aber auch intensiv Vögel, Säugetiere und Reptilien. Er war zudem Herausgeber der wegweisenden Buchreihe The Fauna of British India, including Ceylon and Burma. Wegen seiner immensen Beiträge zur indischen und burmesischen Fauna widmete Jerdon ihm diese Art.
Der Strichelwangenbülbül meidet dichte Urwälder. Er bevorzugt stattdessen offene Landschaften, Waldränder, landwirtschaftliche Flächen, urbane Parks und Gärten. Er ist der klassische „Gartenvogel“ Thailands und fällt vor allem durch seine minutenlangen sehr lauten rauhen Rufe auf, die ein bisschen einer europäischen Elster ähneln. In Thailand ist er einer der häufigsten Bülbülarten.
Gruss, wasi-cnx