Fila –
typisches Verhalten + gutes Wesen= Z u c h t z i e l !Immer wieder diskutieren Fila-Halter und –Zuechter ueber das rassetypische Verhalten, den Charakter unserer Filas, wobei manchmal sehr kontoverse Ansichten bei den einzelnen Fila-Freunden oder auch –Gegnern vertreten werden.
Deshalb moechte ich heute meine langjaehrigen Erfahrungen und Beobachtungen als Fila-Halter und vor allem als Fila-Zuechter in Verbindung mit “Fila-typischen Verhalten und guten Wesen” aufzeigen.
Spezialrassen, zu denen auch unser FILA gehoert, haben nicht nur angeborene Begabung, sondern auch typische Wesensmerkmale die in der Rasse verankert sind und fast zwanghaft zu bestimmten Handlungsweisen fuehren.
Das herausragende Wesensmerkmal bei unserem FILA ist sein “Fila-typisches Verhalten”, welches ich getrennt vom “guten Wesen” behandeln moechte.
Was verstehen wir nun unter “Fila-typischen Verhalten”?
Der Oberbegriff “Naturschaerfe” beinhaltet die niedrige Reizschwelle, misstrauen Fremden gegenueber, kein leichtes Anfreunden mit Fremden, den Fila-typischen Angriff und die mit diesen Eigenschaften verbundenen Aggressionen.
Alle diese Eigenschaften sind in der Rasse mehr oder weniger verankert, also angeboren durch Vererbung. Wir wollen und sollen dieses “Fila-typische Verhalten” nicht leugnen oder wegdiskutieren, sondern akzeptieren und in die richtigen Bahnen lenken.
Hier ist an erster Stelle der Zuechter gefordert! Der Zuechter hat die Aufgabe, auf diese “Fila-typischen Eigenschaften” gepaart mit “gutem Wesen”, schon bei der Geburt der Welpen Einfluss zu nehmen. Noch besser gesagt, bereits die Auswahl
- Mutterhuendin und Ruede - sind von entscheidender Bedeutung. Denn nur wenn Huendin u n d Ruede “Fila-typisches Verhalten und gutes Wesen” besitzen, koennen wir unser Zuchtziel erreichen!
Deshalb appeliere ich an dieser Stelle an die Ehrlichkeit unserer Zuechter, unserer Deckruedenbesitzer. Beurteilen Sie das Wesen ihrer Filas objektiv und ehrlich.
Eine wesensschwache Mutterhuendin wird mit Sicherheit Welpen mit Wesensmaenglen werfen und erziehen, auch wenn der Deckruede noch so wesenstark ist……….und umgekehrt!!
Vor allem das Wesen der Mutterhuendin ist fuer die Praegung der Welpen von entscheidender Bedeutung.
Jetzt sind wir schon beim zweiten Punkt unseres Zuchtzieles angelangt, naemlich dem “guten Wesen”.
Ein gutes Wesen beinhaltet Gelassenheit allen Umweltereignissen gegenueber.
Belastbar in Bedraengungs-Sytuationen. Ein sicheres und selbstbewusstes Verhalten.Und nicht zuletzt Temperament.
Diese Wesenseigenschaften wurden von Verhaltensforschern in einen bestimmten Modus oder Werdegang eingeteilt.
Das Ergebnis “gutes Wesen” setzt sich demnach aus verschiedenen Komponenten zusammen. Diese sind:
30 % VERERBUNG das heisst angeboren. Wenn diese 30% fehlen, dann ist
auch durch beste Praegung und Erziehung kein
optimales Wesen zu erreichen!
40 % PRAEGUNG In den ersten 8 bis 10 Wochen wird das Verhalten (Wesen)
der Welpen gepraegt durch:
Die Mutterhuendin
Dem Menschen (Zuechter)
Der Umwelt
Eine wichtige Aussage von Verhaltensforschern bringt uns die
Bedeutung der Entwicklung unserer Welpen in der Praegephase
naeher:
“Der Phaenotyp des Verhaltens ist mit 8 Wochen bereits vollstaendig ausgebildet.” Falsche oder versaeumte Praegungsvorgaenge koennen nicht
wieder geloescht bzw. nachgeholt werden, weshalb sie zur
haeufigen Ursache abnormer Verhaltenstendenzen werden
koennen.
Deshalb sind dosierte Umwelteinfluesse, Stresss-Sytuationen
fuer die Entwicklung der Welpen sehr wichtig.
Ausgenommen: dauernder Stress – wie sozialer Stress, oder
staendig auf die Welpen einfliessende negative Ereignisse.
Was ist nun zu beachten, um eine optimale Praegung des Wesens zu erreichen?
1. Eine wesensfeste Mutterhuendin mit gutem Mutterinstinkt. (Pflegehandlung)
2. Ein wesenstarker Vater.
3. Die lebensstaerksten Welpen werden ausgesucht. Z.B. nach dem sogenannten “Biotonus”, beschrieben im Buch von Eberhard Trumler - Mit dem Hund auf du-.
4. Auch die Anzahl der belassenen Welpen ist mit entscheidend. Nicht nur wegen der Milchleistung der Mutterhuendin, sondern der entscheidende Grund liegt in der sogenannten Pflegehandlung der Mutter. Um so mehr Welpen, desto weniger Pflege entfaellt auf den einzelnen. Aber jeder Lecker, jede Pflege, jedes Kuemmern der Mutterhuendin ist wichtig und positiv fuer die Entwicklung der Welpen.
5. Der gute Kontakt zum Menschen.
Zu vieles Alleinlassen hemmt die Bindung zum Menschen Deshalb sollte man sich viel mit den Welpen beschaeftigen, spielen, auf den Arm nehmen, streicheln und ab ca. der 4. Lebenswoche jeden einzelnen Welpen abwechslungsweise ab und zu mit in die Wohnung nehmen.
6. Mit Umwelteinfluessen konfrontieren.
Ab der 3. bis 4. Lebenswoche kann man die Welpen an Umwelteinfluesse gewoehnen. Allerdings gehoert auch hier viel Einfuehlungsvermoegen dazu. Also nicht uebertreiben.
Man kann z.B. in regelmaessigen Abstaenden klappern mit dem Fressgeschirr, oder rasseln mit Ketten, ab und zu schiessen, einen Schirm zeigen und langsam aufspannen und mit der Zeit forcieren usw.. Allerdings sollte man immer darauf achten, hier positiv aufzubauen. Das heisst, diese Einfluesse sollen immer in Verbindung mit belohnen, streicheln, freuen oder fuettern der Welpen einhergehen.
Dieses Kapitel “Praegephase” wuerde noch viel mehr Erklaerung erfordern, man muesste noch viel mehr in Detail gehen. Aber der verantwortungsbewusste Zuechter mit dem gewissen “Feeling”, mit der richtigen Einstellung und Liebe zu seinen Filas, kennt und beobachtet seine Welpen sicher ganz genau und weiss sicher im richtigen Moment das Richtige zu tun.
Die jetzt noch fehlenden 30 % zum 100 %ig guten Wesen, das ist der lange, beschwerliche, aber sicher auch reizvolle und schoene Weg der ERZIEHUNG.
Viele Gruesse vom Rocky