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Autor Thema: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo  (Gelesen 14178 mal)

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wufgaeng

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Das Mecaru Fest und das Gamelan Orchester
« Antwort #15 am: 18. Mai 2013, 13:56:17 »

Schon von Weitem hörte ich die Klänge des Gamelan Orchesters aus dem Tempel, in dem das Mecaru Fest veranstaltet wurde. Es waren fast sphärische Klänge, die mich in eine tiefe, geistige Stimmung versetzten. Der wundervolle Nelkengeruch von indonesischen Kretek-Zigaretten, die einige Teilnehmer pafften, passte zu der Stimmung, wie der Deckel auf den Topf. Kreteks rauchen ist Tradition in Indonesien, und da lassen sich auch die Teilnehmer während der Tempelfeste nicht abbringen. Jedenfalls wird es gerne geduldet und gerochen.
 C--.
Die Gamelan-Musik ist Teil des rituellen Lebens und gehört auf Bali zu allen Tempelfesten und zur Begleitung von Tänzen und Spielen.

In einem kompletten Gamelan können bis zu 40 Spieler vereint sein. Es gibt keine eigentlichen Solisten. Jedes Instrument ist für den Gesamtklang wichtig und nur im Zusammenspiel aller Instrumente ergibt sich der gewünschte Klang. Insofern stellt ein Gamelan ein soziales Ideal dar, in dem jeder auf den anderen hört und seinen Teil zum Gesamtergebnis beiträgt, ohne selbst im Vordergrund zu stehen.



Vorne der Musiker, der den Bonang, den Gong schlägt, daneben die Suling, eine Bambuslängsflöte und dahinter der Gender Spieler, der mit Hammer auf die metallenen Scheiben haut.


Schellen und der Kendang, die beidseitig geschlagene Trommel, bestimmen den Rhythmus.


Der Kendang Spieler in seiner vollen Aktion, dahinter der Kenong, das große balinesische Gongspiel.


Schon der Jüngste übte sich am Gender, dem indonesischen Metallophon. Der Vater führte noch seine Hand.

Die Gamelan Musik gehört zum Mecaru Fest und zur Begleitung der Dämonentänze - mehr darüber im nächsten Beitrag.
« Letzte Änderung: 19. Mai 2013, 20:20:46 von Kern »
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Die Masken der Dämonen auf dem Mecaru Fest
« Antwort #16 am: 19. Mai 2013, 12:23:33 »

Das Wort Topeng ist das balinesische Wort für Maske. Es gibt mehrere Arten des Topeng, eine davon ist der Topeng Pajegan.

Der Topeng Pajegan wird bei religiösen Zeremonien dargeboten und stellt ein Tanzdrama dar, dessen Inhalte auf balinesische Chroniken zurückzuführen sind. Es werden mit ständig wechselnden Masken die guten und schlechten Taten der Herrscherfamilien sowie deren gesamtes Leben dargestellt.
Dabei verwandelt sich der Tänzer vor den Augen der Zuschauer mittels dieser Masken und stellt Schritt für Schritt das Leben der Protagonisten dar. Bis zu 30 verschiedene Masken stehen ihm dabei zur Verfügung, von der schönen Frau bis zum Clown.

Sehr wichtig ist beim Topeng Pajegan die Verwendung der letzten Maske Sida Karya, die heilig und für das gute Gelingen der Zeremonie verantwortlich ist.

Einige Masken werden nicht vor dem Publikum gewechselt sondern versteckt hinter der Bühne.

Der Topeng Tua stellt einen alten Menschen dar, mit seinen Schwächen, Stärken und Gebrechen. Der Tänzer interagiert dabei mit dem Publikum und passt seine Geschichte immer wieder den Gegebenheiten an.

Das begleitende Gamelan Orchester passt bei jedem Tanz seine Geschwindigkeit den Darstellern an.

Bei der Vielzahl der Dämonenfiguren kann ich mir die einzelnen nicht mehr auseinander halten, darum bin ich immer wieder auf die Hilfe meiner Balifreunde angewiesen. Das Fest dauerte noch den ganzen Tag, aber wir verließen nach etwa vier Stunden die Party, nachdem der letzte Dämon, der Sida Karya (mein Freund Kardita hinter seiner Maske) das Ende der Tänze einleitete.


Der Hohepriester, der Pedanda, sitzt hoch, über alles blickend und segnet die Häupter der Teilnehmer und ihre Opfergaben.
Der Pedanda ist immer ein Brahmane. Er muss schon in seiner Jugend eine Weihe erhalten. Schon im Kindesalter wird er durch eine harte Ausbildung für seine spätere beispielhafte Führung und sein Amt vorbereitet.
Ohne der Anwesenheit des Pedanda wäre die Durchführung des Festes undenkbar.


Dorfvorsteher Pasta mit der Topeng Tua Maske.
Er stellt einen alten Mann mit all seinen Erfahrungen, Stärken und Schwächen dar.
Er interagiert dabei mit dem Publikum und passt seine Geschichte immer wieder den Gegebenheiten an.

Glück und Trauer sind Gefühle des Selbst-Ausdruckes, das von seinem eigenen Gesichtsausdruck reflektiert werden kann.
Die Masken zeigen verschiedene Gesichtsausdrücke von guten und bösen Dämonen, die jeweils eine besondere Bedeutung wiedergeben. Jede einzelne zu beschreiben, würde den Rahmen des Berichtes sprengen, so viele verschiedene Gesichtsausdrücke gibt es, die dann in Masken wiedergegeben sind.


Dorfvorsteher Pasta im Topeng Keras Kostüm.


Auch hinter dieser Maske des Topeng Pedanda verbirgt sich Freund Kardita Bandem.

und eine junge Teilnehmerin aus dem Dorf in Sukawati.



Die Maskentänze wurden alle nur von zwei Tänzern durchgeführt, von Pasta und von I Made Kardita. Beide wechselten vor und hinter der Bühne mehrfach ihr Kostüm, um als andere Dämonen zu erscheinen. Den letzten Dämon tanzte I Made Kardita als den Sida Karya,
(den weißhaarigen Mann mit dem Überbiss), sie kommt als nächstes im Programm.
 :) ;D ;]
« Letzte Änderung: 21. Mai 2013, 05:34:04 von Kern »
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Die Masken der Dämonen auf dem Mecaru Fest
« Antwort #17 am: 19. Mai 2013, 13:47:14 »

Es wird stark angenommen, dass die Verwendung von Masken mit dem Kult der Ahnen verwandt ist. Die Tänzer gelten sozusagen als die Dolmetscher der Götter.
Topeng Aufführungen zeigen meist eine Reihe von nicht-sprechenden maskierten Zeichen, die nicht auf irgend eine Geschichte oder ein Geschehnis bezogen werden kann.
Traditionelle Masken sind z.B. der Topeng Manis (ein raffinierter Held), Topeng Kras (ein kämpferischer autoritärer Charakter) und Topeng Tua (ein alter Mann, der das Publikum mit Scherzen zum Lachen bringt). Alle hier darzustellen würde noch viele Seiten beanspruchen, aber ich möchte zu anderen Themen wechseln, zum Leben in einer balinesischen Dorfgemeinschaft, der Kommune.


Topeng Penasar, eine Maske, bei der der Schauspieler direkt und deutlich zu den Zuschauern spricht um ihnen Lebensweisheiten zu vermitteln.


Freund I Made Kardita hinter der Maske des Topeng Penasar.


und als letzter Dämon schließt mit der Topeng Sida Karya den Tanz der Dämonen.
Der Träger des Kostüms verwendet seine eigene Stimme mit einem Ruf, das Ritual zu beenden.
Dieser Maskentanz ist beim Topeng Pajegan sehr wichtig. Er gilt als heilig und trägt die Verantwortung für das gute Gelingen der Zeremonie.
(Auch hinter dieser weißhaarigen Maske mit dem Überbiss verbirgt sich mein Freund I Made Kardita. Er hat während des Festes sein Maskenkostüm dreimal gewechselt.)


Am Ein- und Ausgang des Tempelgeländes hinterlassen auch wir die zuvor vom Pedanda gesegnete Opfergabe (genannt Banten).
Wer Bali bereist, der wird sehr schnell überall die unzähligen kleinen Schalen sehen. Es sind meist aus Palmblättern geflochtene kleine Körbchen und enthalten Blumen, Öle, Salz, Geld und oft die Zutaten des Betelbissen - und nicht zu vergessen ein salziges Keksplätzchen.
« Letzte Änderung: 21. Mai 2013, 05:23:38 von Kern »
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Wohnen im Dorf der Balinesen
« Antwort #18 am: 19. Mai 2013, 18:03:57 »

Meine folgenden Fotos sollen ein paar Eindrücke vom Dorfleben auf der Insel Bali geben. Obwohl ich für die Zeit auf Bali mein Hotel gebucht hatte, musste ich ein paar Tage und Nächte bei meinen Freunden wohnen. Es wäre für sie enttäuschend gewesen, hätte ich dies abgelehnt.

Meine Bekannte Mayang kommt aus sehr einfachen Verhältnissen. Ein Monatsgehalt einer guten balinesischen Tänzerin beträgt etwa 1.000.000 Rupien, das entspricht gerade einmal 80 Euro. Hinzu kommen Gelegenheitsjobs in einer Wäscherei und manchmal als Bedienung im Fastfood-Restaurant.
Ich poste normalerweise selten Familien- oder Gruppenfotos, die nur für die Leute, die die entsprechenden Personen kennen und einen Bezug zu ihnen haben, interessant sind.
Doch hier mach ich ein paar Ausnahmen und setze Fotos auch von balinesischen alten Menschen, deren Warmherzigkeit im Gesicht geschrieben scheint.

Das Wort Umah bedeutet im balinesischen „Zuhause“. Einige der Balinesen reinigen ihre Körper auf traditionelle Weise, nackt im naturbelassenen, klaren Fluss. Auf Bali nennt man diese Art der Reinigung mandus ke tukad. Der Puritanismus ist auf Bali nicht so streng gehandhabt, wie in Thailand und den Nachbarländern, man schämt sich seines Körpers viel weniger.
Der Tag fing immer schon früh um 6.30 Uhr an. Die Kinder bereiteten sich für die Schule vor und halfen sich gegenseitig beim Ankleiden und Zöpfe flechten. Man brachte mir Kaffee und im Toast gepresste Bananen. Wir gingen zum Haustempel und sprachen das Gebet für die Hoffnung auf den Schutz der guten Geister.

Die Familien leben in Kommunen, d.h. bei Mayang und ihrer Familie leben sechs Familien in ihren offen stehenden Häusern in einem Komplex, der von einer Mauer umgeben ist.
Alles, innerhalb des Komplexes ist für jeden der sechs Familien zugänglich, man bekommt sofort den Eindruck, diese sechs Familien bilden eine Großfamilie. Das Vertrauen innerhalb dieser Gemeinschaft ist unerschütterlich, jeder ist für jeden da, aber für uns Europäer fehlt vielleicht ein wenig die gewohnte eigene Privatsphäre.


Auf dem Dorf in Sembung, nördlich von Denpasar


Wohnen in einfachen Verhältnissen, die Behausung scheint noch nicht ganz fertig gebaut zu sein. Überall fehlte noch der Putz.


Die Nachbarn beim Zubereiten eines Essens.
Das Essen wird grundsätzlich nicht nur für die Menschen zubereitet, sondern in erster Linie für die Geister und Götter.
Erst nachdem man diese mit Speisen besänftig hat, greift der Mensch selbst zum Essen, wobei auch das gegessen wird, was man vorher den Göttern opferte.


Ein alte Frau aus der Nachbarschaft, deren Vergangenheit man aus dem Gesicht lesen könnte.


Mayangs Sohn, er ist 4 Jahre alt und geht in dem Dorf zur Vorschule.
Jeden Tag lernt er ein paar Brocken Englisch, seine Fortschritte sind beeindruckend.

Noch einmal, morgen, berichte ich über die Familie von Mayang und dann geht's nach Flores.
Mancher denkt vielleicht schon "endlich", denn das Thema heißt ja "Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo".
Wenn jemand einen Wunsch oder Fragen hat, soll er bitte sich äußern. Für mich ist es immer ein wenig schwierig, seine eigenen Erinnerungen auch für Außenstehende darzustellen, ohne möglicherweise von dem Einen oder Anderen zuviel zu zeigen.
 ???
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Kern

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Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
« Antwort #19 am: 19. Mai 2013, 20:39:19 »

Hallo Wolfgang


Tolle Mischung! Gelungene Fotos, viele Informationen, und auch das Menschliche kommt nicht zu kurz.  ;}
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wufgaeng

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Wohnen im Dorf der Balinesen
« Antwort #20 am: 19. Mai 2013, 21:35:39 »

Die meisten Balinesen leben im Familienverband, also in einer Großfamilie. In einem Gehöft wohnen zumeist die Eltern mit ihren Kindern und den Großeltern zusammen. Dazu kommen nicht selten auch verwitwete oder hilfsbedürftige Verwandte. Das gibt den Menschen Sicherheit, macht den Lebensabend der Älteren leichter und die Kinder haben so immer einen Ansprechpartner.

Mayang kümmert sich sehr selbstlos für eine nahestehende geistig behinderte Freundin, die aus einer höheren Kaste stammt, als Mayang. Das hat im gegenseitigen Verhalten kaum eine Bedeutung mehr, doch gibt es da einige Regeln. Z.B. gibt die aus der höheren Kaste das Essen der aus der unteren Kaste, nie umgekehrt. Oder die aus der unteren Kaste muss mit der aus der höheren Kaste in der Hofsprache der balinesischen Sprache reden, umgekehrt spricht die aus der höheren zur unteren Kaste in der Normalsprache.
Das Kastenwesen auf Bali scheint für uns in Europa wie eine Diskriminierung zu klingen, ist aber keinesfalls so abartig, wie sie noch heute in Indien gehandhabt wird.
Manchmal habe ich das Gefühl, dieses Kastensystem mehr zu verstehen und lernen zu mögen. Hiesige ständige Diskriminierungen von Hellhäutigen gegenüber Dunkelhäutigen oder die abschätzigen Bemerkungen zu Minderheitsvölkern, den damit verbundenen Chauvinismus, all das ist viel mehr zu verabscheuen, als das Kastenwesen auf Bali.

Der Abend bei Mayang und ihrer Familie war ein Abend mit allen auf dem Anwesen. Niemand von den Angehörigen war darauf vorbereitet, dass ich als Gast daran teilnahm, aber jeder wollte gleich mit mir reden. Oft wurden witzige Fragen gestellt und man wollte wissen, woher mein Name käme.

"Mein Name ist Wolfgang. Wolf ist das Tier im Wald, das auch in Indonesien vorkommt. Wolfgang ist sehr gebräuchlich.
Der berühmte Komponist Wolfgang Amadeus Mozart hieß auch Wolfgang. Oder Johann Wolfgang Goethe ect. ect. Kennt Ihr Mozart? Er ist weltberühmt!"
"Nein Mozart? Nein kennen wir auf Bali nicht. Wer war das?" ??? ???
Und im selben Moment klingelt bei Mayang das Handy. Der Klingelton war eine Melodie von Mozart. ;D
Diese Situation war reiner Zufall oder göttliche Eingebung! Sie war garantiert nicht arrangiert oder konsturiert! ;}


Fertig für die Schule, die Krawatte muss noch angezogen werden.
Langhaarige Schulmädchen binden ihre Haare zu Zöpfen, kurzgeschnitten werden sie nicht.


Der Zugang zum Wohnkomplex. Hinter der Mauer wohnen sechs Familien, ein Tor führt in das Anwesen.


Mayang und ihre Großmutter.
Ich hätte mich beinahe in sie verliebt, :-* ich meine, in die süße Großmutter ;]


Bereich einer Nachbarsfamilie auf dem selben Anwesen


Offener Bereich der anderen Nachbarsfamilie, alles ist zugänglich für jeden innerhalb

Den darauffolgenden Morgen, ganz in der Früh flogen wir nach Flores und weiter mit dem Boot nach Rinja und zu den Komodo Drachen Waranen.
« Letzte Änderung: 19. Mai 2013, 22:05:28 von wufgaeng »
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Beziehung einer Balinesin zum westlichen Ausländer
« Antwort #21 am: 20. Mai 2013, 13:06:53 »

Liebe Leser,

bevor ich morgen mit meinem Bericht über die Inseln Flores, Rinja und Komodo fortsetze, möchte ich gerne diesmal über meine Erfahrungen zu Balinesinnen schreiben. Ich poste Fotos und Berichte einer guten Freundin Mayang, zu der ich und auch meine Frau Salama eine enge, freundschaftliche und familiere Beziehung unterhalte.
Schon bei meinem ersten Besuch auf Bali im Oktober und November 1978 lernte ich eine Künstlerin kennen, die dann Karriere machte, nach London ging und ein Studium auf der Akademie abschloss. Zur Shinta, so heißt sie, pflege ich noch heute nach 35 Jahren guten Kontakt, sie lebt heute in Bandung und hat eine eigene Familie.
Eine Bekanntschaft auf Bali führt, wie eine Kette, zu ständigen weiteren neuen Bekanntschaften. Das ist für mich ein wichtiger Grund für meine vielen Besuche auf der Insel und meine große Vorliebe, immer wieder nach Bali zu reisen.
Ein gutherziger, lieber Schweizer entwickelte ein enges Verhältnis zur Zwillingsschwester von Mayang, sie heißt Komang. Sie ist glücklich mit dem schweizer Lebenspartner, aber sie ist total unglücklich in der Schweiz. Wie auch schon Shinta in England, hatte sich die Schwester Komang  ein Leben in Europa ganz anders vorgestellt. Sie kommt mit dem Klima, den überkorrekten schweizer Gepflogenheiten und mit der dort leider oft verbreiteten Unpersöhnlichkeit oder gar Unfreundlichkeit (im Vergleich zur balinesischen Gesellschaft) überhaupt nicht zurecht. Komang fühlt sich sehr vereinsamt und hat großes Heimweh. Das vermeintliche "Paradies des reichen Landes" wechselte in ein unbehagliches, kaltes Umfeld.
Mayang sieht jetzt die Erfahrung, die ihre Zwillingsschwester macht und baut sich ihr Leben mit ihrem Sohn auf Bali auf; meiner Freundschaft zu ihr tut dies keinen Abbruch.
Für Schwester Komang aber gibt es kaum ein Zurück, sollte sie ihren schweizer Freund nicht verlassen, denn er könnte nicht auf Bali leben.
Zu verschieden sind die Lebensgewohnheiten und Kulturen.

 {; Balinesen leben ganz eng verbunden in ihrer Familie, ihrer Kommune, mit ihrer Religion und in ihrer Kultur, nur selten werden sie außerhalb ihres Landes glücklich, da hilft auch der liebste und beste Lebenspartner nicht. {;

(Ega und Degus, die Brüder meines Freundes Anom studieren Medizin in Surabaya auf der Insel Java und verspüren schon dort ein großes Heimweh zu ihrer Insel Bali. Doch sie können es sich leisten, alle paar Wochen zu Besuch nach Bali zu fliegen.)

Gruß Wolfgang


Zwillingsschwestern Komang und Mayang
« Letzte Änderung: 17. Mai 2014, 19:25:38 von Kern »
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rampo

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Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
« Antwort #22 am: 20. Mai 2013, 13:15:23 »

Hallo Wufgaeng.

Meine Hochachtung ist ein genuss Deinen Bericht zu lesen , mit liebe bis in Teteil geschrieben .

Wie ein Spitzensportler bei der Arbeit  es muss alles genau  Stimmen .

Hut Ab .

Fg.
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Das Leben ist wie ein Kinderhemd kurz und Beschissen.

Bei manchen merkt  man gleich das  sie nicht in einen  liebesakt  entstanden sind .

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Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
« Antwort #23 am: 20. Mai 2013, 13:26:27 »

danke @rampo,
wenn ich von einer Reise zurückkehre und an meinen Bildern und dessen Erklärungen arbeite, dann erlebe ich die ganze Reise in meiner Erinnerung noch mal durch. Das macht mir großen Spaß und außerdem lernt man durch das Recherchieren im Internet noch eine Menge dazu.
Heute selektiere und editiere ich noch meine Fotos von Flores, Rinja und Komodo und morgen gehts hier weiter.
Gruß Wolfgang
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Re: Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo
« Antwort #24 am: 21. Mai 2013, 13:18:25 »

wenn mir dieser Hinweis erlaubt ist:

Ich fand eine sehr schön gestaltete WEBsite im Internet, die viele Informationen über Bali und die Nachbarinsel Lombok enthält.
Alles in deutscher Sprache:

http://www.sunda-spirit.com

... es geht weiter nach Flores
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Auf den Inseln Flores, Rinja und Komodo
« Antwort #25 am: 21. Mai 2013, 14:13:06 »

Von Bali nach Flores fliegt man nur eineinviertel Stunden. Reisende sollten nur diesen Flug und eventuell den Rückflug arrangieren und alles Weitere auf Flores in der Hafenstadt Labuan Bajo regeln. So spart man viel von seinem Reisegeld. In Labuan Bajo gibt es eine Anzahl von Agenturen, die sich auf die Tour zu den Komodo Warnen spezialisiert haben und weitaus günstiger anbieten, als wenn man alles von Bali aus organisiert. Bei einer Agentur in Labua Bajo sprechen sie sogar deutsch. Ebenfalls organisieren die Agenturen Tauchtouren für Schnorchler und Sporttaucher. Ich habe mir sagen lassen, bei Flores gäbe es eine ganz besonders faszinierende Unterwasserwelt.

Wir flogen mit der Fluggesellschaft Aviastar in einer vierdüsigen englischen BAe 146-200 nach Labuan Bajo und wurden dort planmäßig von Ocha erwartet. Ocha, ein achtzehnjähriges burschikoses Mädchen wurde unsere Reisebegleiterin für die Tour zu den Inseln Rinja und Komodo - und sie machte ihren Job ganz prima. Sie organisierte für uns das Boot mit der Crew und die notwendigen Ranger, die uns auf den Insel ständig begleiten sollten.
Nocha selbst konnte die Inseln aus Sicherheitsgründen zu dieser Zeit nicht betreten. Sie sagte uns, es wäre sehr gefährlich, wenn Mädchen ihre Regel haben. Die Warane würden es über einen Kilometer weit riechen und dann aggressiv reagieren.
Nocha ist römisch-katholisch, wie die meisten der 1,5 Millionen Einwohner auf Flores. Zur westlich gelagerten, mehrheitlich muslimischen Insel Sumbawa besteht eine Religionsgrenze innerhalb Indonesiens.


Ankunft mit einer BAe 146-200 der Fluggesellschaft Aviastar.


Der Begrüßungsdrachen am Eingang des Flughafengebäudes ist noch aus Stein,
auf den Inseln am Landungssteg sind sie quietschlebendig.


Nocha und Mayan wurden auf Anhieb gute Freunde.


Ein Boot wurde organisiert, das uns zu den Inseln bringen sollte.
Die Crew bestand aus drei Leuten, den Skipper, der Köchin und dem Bootsjungen.


Es geht los und die Fahrt beginnt. Vier Stunden sollte die Überfahrt nach Rinja dauern.
Das Meer war ruhig, das Wetter hätte nicht besser sein können, wir spürten eine leichte kühle Brise.

Hinweis für die, die es besser wissen wollen:
Die Insel Rinja schreibt sich auch Pulao Rinca. Früher wurde der Inselname Rintja geschrieben.

edit: Name auf Hinweis des Verfassers richtig gestellt
« Letzte Änderung: 25. November 2013, 23:27:00 von Bruno99 »
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Die Fahrt nach Pulao Rinja
« Antwort #26 am: 21. Mai 2013, 17:28:15 »

Wir fuhren etwa 3 Stunden zum Landungssteg der Insel Rinja. Die Insel ist etwa 25 km lang. Im Süden sind die höchsten Erhebungen der Insel und im Norden. Rinja gehört zum Nationalpark Komodo.
Auch auf Rinja kommen die berühmten Komodo-Warane in großer Zahl vor und leben in natürlicherer Umgebung als auf Komodo, d.h. die Insel ist deshalb viel weniger touristisch erschlossen.
Der Tourismus hält sich sowieso in Grenzen, obwohl die Bevölkerung auf Rinja und Komodo auf den Tourismus angewiesen ist. Ein Ziel für den Massentourismus wird sowohl Rinja wie auch Komodo kaum werden. Es wäre sehr bedenklich, denn das würde auch dort das noch natürliche und idyllische Flair sehr schnell verändern.

 --C
Wenn ich auf der Seekarte nachsehe dann sind für die Insel folgende Namen eingetragen:
Pulau Rinja, Pulau Rinca, Pulau Rindja, Pulau Rintja, Rincha, Rindja Island, Rinja, Rintja Island.
Ich such mir davon die Schreibweise Rinja aus.


Labuan Bajo nach dem Verlassen des Hafens


Schiffe an der Mooring bei Labuan Bajo.
(Eine Mooring ist ein am Meeresgrund platzierter Betonklotz. Ein befestigtes Tau führt nach oben zu einer schwimmenden Boje, an der das Boot oder Schiff befestigt wird. Ein Anker würde den Grund und damit die Korallen beschädigen oder zerstören.)


Entlang in Süden eine Hügelkette von Pulau Rinja.


Hügel in Süden der Insel, die höchste Erhebung ist der Dora Ora mit 667 Metern.


Strand der Insel Rinja, Ein Aufenthalt am Strand wäre bedenklich, denn auch dorthin kommen die Warane.


Fischerort auf Pulau Rinja, insgesamt leben dort etwa 700 Menschen
« Letzte Änderung: 21. Mai 2013, 18:11:47 von wufgaeng »
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Auf Pulau Rinja
« Antwort #27 am: 21. Mai 2013, 20:02:04 »

Die Insel hat eine Fläche von gut 196 km² und gehört zur Provinz Nusa Tenggara.
Die westliche Insel ist Komodo, und im Norden sind eine Vielzahl kleinster Inseln vorgelagert. Im Süden erstreckt sich die Sumbastraße und die Sawusee mit der Insel Sumba, im Norden die Floressee.
Rinja ist Teil des Nationalparks Komodo und berühmt für seine Komodowarane, wird aber auch von vielen anderen Tierarten wie Wildschweinen, Büffeln und zahlreichen Vogelarten bevölkert.

Eine Geschichte aus Rinja wurde sehr bekannt und man berichtete sie auch in deutschen Medien:
Im Juni 2008 wurden fünf Taucher (drei Briten, ein Französisch und ein Schwedisch) an der südlichen Küste von Rinja gerettet, nachdem sie schon seit 2 Tagen vermisst wurden. Die Gruppe wurde von einer Strömung 32 km vom Tauchboot aus nach Rinja getrieben, sie hatten mit ihrem Leben schon abgeschlossen. Zum großen Glück überlebten sie an einem Strand von Rinja mit Austern und andere Schalentiere. Die Drachenwarane hatten sie offensichtlich in Ruhe gelassen und nicht angeknabbert.


Am Landungssteg von Pulau Rinja, nur ein einziges anderes Boot war präsent.
Wir hatten Glück, so ziemlich die Einzigen Besucher auf der Insel zu sein.


Der Landungssteg, die kleine Häusersiedlung heißt Loh Buaya.


Das Gate zum Nationalpark. (Ein wenig zu touristisch gestaltet, doch trafen wir kaum andere Besucher.)


Das freie Gelände nach Loh Buaya.


Unser Ranger für die nächsten vier Stunden.
Die Begleitung eines Rangers ist unerlässlich. Ausgerüstet mit einem Gabelstock kann er mögliche Angriffe der Drachenwarane abwehren. Nur er weiß über das verhalten der Tiere bescheid. Die Schwanzbewegung eines Reptils gibt bereits einen Hinweis für einen bevorstehenden Angriff.

Mayang hatte viel zu viel Angst, um mit mir die zweieinhalb Stunden Wanderung mitzumachen. Sie wartete im Cafe auf der Veranda.
Für mich jedoch begann eine traumhaft schöne Wandertour mit großartigen Eindrücken. Mit meinen Fotos kann ich dies nur ansatzweise vermitteln.
« Letzte Änderung: 21. Mai 2013, 20:08:05 von wufgaeng »
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Die Inseln Flores, Rinja und Komodo
« Antwort #28 am: 21. Mai 2013, 21:16:29 »

Um die Route besser erklären zu können, habe ich aus dem Google die Karte der Inseln kopiert und die Strecke der Seefahrt eingezeichnet. Die gelben Punkte sind die Stationen, von denen aus die Treckingtouren starteten.

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Trecking auf Pulau Rinja
« Antwort #29 am: 23. Mai 2013, 12:17:32 »

Ich startete meine Wanderung auf der Insel Rinja in Loh Buaya von einem Bungalow auf Stelzen aus, indem die Behörden des Naturparks für den Eintritt in den Nationalpark und für die Trecking-Erlaubnis kassierten.
Die Gebühr war moderat und ich bezahlte gerne für das bevorstehende Erlebnis. Die Einnahmen wandern angeblich in ein Budget für die Pflege und Erhaltung des Naturparks und vieler Tiere, nicht nur der Warane.
Das Ticket für den Nationalpark galt für drei Tage auch für die Insel Komodo, die wir am nächsten Tag besuchten.

Rinja besteht meist aus trockenen Wäldern, wo man auch viele andere Tiere begegnet, Wasserbüffel, Vögel, Schweine, Hirsche und vereinzelt auch Giftschlangen.
Für die beste Gelegenheit, die Drachen und ihre Beute sehen, wählte ich eine zweieinhalbstündige Wanderung, vorbei an einem Wasserloch und über steile, exponierte Hänge, die atemberaubende Ausblicke boten. Der Ranger begleitete mich ständig mit einem Abstand von höchstens fünf Metern.


Mit einer Maximallänge von drei Metern bei einem Gewicht von über 70 kg ist er die größte gegenwärtig lebende Echse.


Ein Drachen unter einer bewohnten Hütte.
Viele Jahre glaubte man, die verschiedenen Bakterien in seinem Maul würde nach einem Biss seine Beute durch eine voranschreitende Infektion töten.
Tatsächlich aber wurde wissenschaftlich bewiesen, dass Komodowarane Giftdrüsen haben, über die verschiedene giftige Proteine in die Wunde ihrer Beute gelangen. Das Gift hemmt die Blutgerinnung und senkt außerdem den Blutdruck, so dass es zu starkem Blutverlust kommt.


Ausblick auf eine besonders eigene typische Landschaft auf Rinja. Unten der Regenwald und in der Höhe Saravanne mit Palmen verschiedener Arten.


Eine Zuckerpalme im Vordergrund. Die vielen Zuckerpalmen auf der Insel bieten der geringen Bevölkerung ein Grundnahrungsmittel. Außer dem Saftfluss, dem Palmzucker, werden die Samen gerne gegessen.


Ein kleiner Komododrachen an einer Wasserstelle. Auch die kleineren Warane können ziemlich aggressiv reagieren, wenn man ihnen zu Nahe kommt, wie z.B. an dieser Wasserstelle. Die Echsen klettern bis 10 Meter hoch in die Bäume, um Geckos und Vögel zu jagen und sich von Angriffen eigener Artgenossen, den großen Warnen, zu schützen. Komodowarane sind Kannibalen.

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