Meine folgenden Fotos sollen ein paar Eindrücke vom Dorfleben auf der Insel Bali geben. Obwohl ich für die Zeit auf Bali mein Hotel gebucht hatte, musste ich ein paar Tage und Nächte bei meinen Freunden wohnen. Es wäre für sie enttäuschend gewesen, hätte ich dies abgelehnt.
Meine Bekannte
Mayang kommt aus sehr einfachen Verhältnissen. Ein Monatsgehalt einer guten balinesischen Tänzerin beträgt etwa 1.000.000 Rupien, das entspricht gerade einmal 80 Euro. Hinzu kommen Gelegenheitsjobs in einer Wäscherei und manchmal als Bedienung im Fastfood-Restaurant.
Ich poste normalerweise selten Familien- oder Gruppenfotos, die nur für die Leute, die die entsprechenden Personen kennen und einen Bezug zu ihnen haben, interessant sind.
Doch hier mach ich ein paar Ausnahmen und setze Fotos auch von balinesischen alten Menschen, deren Warmherzigkeit im Gesicht geschrieben scheint.
Das Wort
Umah bedeutet im balinesischen „Zuhause“. Einige der Balinesen reinigen ihre Körper auf traditionelle Weise, nackt im naturbelassenen, klaren Fluss. Auf Bali nennt man diese Art der Reinigung
mandus ke tukad. Der Puritanismus ist auf Bali nicht so streng gehandhabt, wie in Thailand und den Nachbarländern, man schämt sich seines Körpers viel weniger.
Der Tag fing immer schon früh um 6.30 Uhr an. Die Kinder bereiteten sich für die Schule vor und halfen sich gegenseitig beim Ankleiden und Zöpfe flechten. Man brachte mir Kaffee und im Toast gepresste Bananen. Wir gingen zum Haustempel und sprachen das Gebet für die Hoffnung auf den Schutz der guten Geister.
Die Familien leben in Kommunen, d.h. bei Mayang und ihrer Familie leben sechs Familien in ihren offen stehenden Häusern in einem Komplex, der von einer Mauer umgeben ist.
Alles, innerhalb des Komplexes ist für jeden der sechs Familien zugänglich, man bekommt sofort den Eindruck, diese sechs Familien bilden eine Großfamilie. Das Vertrauen innerhalb dieser Gemeinschaft ist unerschütterlich, jeder ist für jeden da, aber für uns Europäer fehlt vielleicht ein wenig die gewohnte eigene Privatsphäre.

Auf dem Dorf in
Sembung, nördlich von Denpasar

Wohnen in einfachen Verhältnissen, die Behausung scheint noch nicht ganz fertig gebaut zu sein. Überall fehlte noch der Putz.

Die Nachbarn beim Zubereiten eines Essens.
Das Essen wird grundsätzlich nicht nur für die Menschen zubereitet, sondern in erster Linie für die Geister und Götter.
Erst nachdem man diese mit Speisen besänftig hat, greift der Mensch selbst zum Essen, wobei auch das gegessen wird, was man vorher den Göttern opferte.

Ein alte Frau aus der Nachbarschaft, deren Vergangenheit man aus dem Gesicht lesen könnte.

Mayangs Sohn, er ist 4 Jahre alt und geht in dem Dorf zur Vorschule.
Jeden Tag lernt er ein paar Brocken Englisch, seine Fortschritte sind beeindruckend.
Noch einmal, morgen, berichte ich über die Familie von Mayang und dann geht's nach Flores.
Mancher denkt vielleicht schon "endlich", denn das Thema heißt ja "Bali und die Inseln Flores, Rinja und Komodo".
Wenn jemand einen Wunsch oder Fragen hat, soll er bitte sich äußern. Für mich ist es immer ein wenig schwierig, seine eigenen Erinnerungen auch für Außenstehende darzustellen, ohne möglicherweise von dem Einen oder Anderen zuviel zu zeigen.
