@Burianer
Nicht nur der deutsche Steuerzahler ist ein leidenswertes Schaf,sondern
auch der oesterreichische.
Ich glaube es war so in den Achtzigern,als die Finanzwirtschaft das Ge-
habe eines tanzenden Derwisches annahm.Immer schneller,immer unueber-
schaubarer deren Finanzprodukte,die sie auf den Markt warfen.
Die verstaatlichte Bank CA-BV,ehemals eine Gruendung von Rothschild,lieferte
bedaechtigt Jahr fuer Jahr Renditen ab.Diese wurden zu einem Teil damals schon
im Ausland verdient.
Ploetzlich war das nicht mehr opportun und die Bank "musste" verkauft werden,da sie
als ein zu kleines Institut angesehen wurde und somit dem Untergang geweiht schien.
Die Bayerische Hypo-und Vereinsbank erwarb die Aktien,die selbst wiederum nach kurzer Zeit
von der italienischen Unicredit uebernommen wurde.
In all den Jahren bis heute diente die CA-BV (und Bank Austria) als cash-cow zum Wohle
der Bayern und der Italiener aber nicht mehr fuer den oesterreichischen Staat.
Das Debakel um die Hypo Alpe -Adria,das den Steuerzahlern Milliarden kosten wird,be-
kommt jetzt noch ein Sahnehaeufchen drauf,nachdem die Naivitaet der handelnden Personen
bei der "Notverstaatlichung",das Versagens der diversen Aufsichtsorgane,wie Finanzmarktaufsicht,
Notenbank und Finanzministerium,durch den "Griss " Untersuchungsbericht bekannt geworden ist.
Manchmal wuensche ich mir die Zeit zurueck,wo ich an der Hand meiner Oma die Post aufsuchte,
wo sie ihr Spargeld hintrug.
Sorgfaeltig wurde das Geld von Hand gezaehlt und das Sparguthaben handschriftlich mit
Tinte ins Sparbuch eingetragen.
Sollte Oma damals dem Beamten gegenueber den Wunsch geaeussert haben,ihre Schillinge in einen
geschlossenen Schiffsfonds zu stecken oder durch die Hebelwirkung an Optionsprodukten zu
vervielfachen,waere sie mit ihren Wunsch alleingeblieben,da der Postbeamte ihr solche Produkte
einfach nicht verkauft haette,weil sie damit alles verlieren haette koennen.
(Abgesehen davon,dass es solche Produkte zum Teil nicht gab oder sie ueberhaupt bei einer Stadtspar-
kasse im Angebot waren).
Das Scheren von Schafen war immer schon eine Kunst,die von Banken hochgehalten wurde.
Als ich mein erstes Scheckheft in der Hand hielt,fuehlte ich mich den englischen Lords gegenueber
auf Augenhoehe.Die Schecks waren die ersten Schritte zu einem bargeldlosen Zahlungsverkehr.
Dann wurden Kredite fuer den Normalbuerger mit der Giesskanne verteilt und wenn man den
Ueberziehungsrahmen ablehnte,scheel angeschaut.
Kaum jemand ahnte die Falle und schon bald kassierten die Banken im grossen Umfang 10 %
des sauer Verdienten.
Trotzdem mussten in Laufe der derzeitigen Krise Banken gerettet werden,diverse Rettungs-
schirme gespannt und Boni bezahlt werden.
Ist der Spruch: Spare in der Zeit,dann hast du in der Not,ueberhaupt noch aktuell ?
Jock