Also da war Frau Merkel auf Staatsbesuch in der Tuerkei.
Dieses Desaster haette sie sich sparen koennen.
Es war der Zeitpunkt falsch gewaehlt,denn so 14 Tage vor einer Wahl,
macht man keine Staatsbesuche mehr.Man verletzt damit eine neutrale
Position,die man vor den werbenden Parteien einhalten sollte.
Auch atmosphaerisch stand dieser Besuch unter keinen guten Stern,zumindest
aus der Sicht von Deutschland.
Frau Merkel kam als Bittstellerin und ging mit halb leeren Haenden zurueck
nach Berlin.Und ihre Position als solche wurde ihr von den Tuerken deutlich
unter die Nase gerieben.
Nicht in Ankara,das die Hauptstadt ist,fand das Treffen statt sondern in Istanbul.
Das alleine ist ein Fingerzweig ueber die Geringschaetzung des Besuchs fuer
eine Regierungschefin.
Und die Bilder die die ARD sendete,zeigen deutlich aus der Koerpersprache von
Herrn Erdogan und Frau Merkel,wie die Gewichte verteilt sind.
Nicht dem Gast laesst man den Vortritt sondern Herr Erdogan schreitet nach dem
Ende der Verhandlungen voran,ohne sie eines Blickes zu wuerdigen,wo sie denn
bliebe.
Das alles mag fuer den Betrachter im Fernsehen belanglos sein.In der Diplomatie
sind solche Vorkommnisse wichtige Hinweise auf die Position der jeweiligen Seite.
Dem grossen,wichtigen und maechtigen Deutschland wird die Rolle des Bittstellers
deutlich vor Augen gefuehrt und ihm gnadenlos Bedingungen diktiert,die vor zwei
Jahren noch undenkbar waren.
3 Mrd.Euro sind nicht genug,Visafreiheit sofort und Dynamik bei den eingefrorenen
Beitrittsverhandlungen in die EU ist der Preis fuer eine Eindaemmung des Fluecht-
lingsstroms.
Dabei bleiben die etwa 2 Millionen Fluechtlinge in der Tuerkei als Faustpfand und
Verhandlungsmasse in der Verfuegung der Regierung in Ankara.
Wenn die Regierung in Berlin schon zum Entschluss kommt,dass die Tuerkei ein
Angelpunkt zur besseren Bewaeltigung der derzeitigen Situation ist,dann waere
das eine Aufgabe des Aussenministers entsprechende Gespraeche und Verhandlungen
zu fuehren.
Es spricht nichts dagegen,wenn die Kanzlerin und der tuerkische Regierungschef einen
ausgehandelten Vertrag ,der den Beduerfnissen und Wuenschen,beider Seiten entspricht,
unterschreiben,aber so,schon im Vorfeld die Hosen herunter zulassen,geht gar nicht.
Jock