Mein Gott,was ist das fuer ein steifer Staatsakt,wenn in
Deutschland ein neuer Bundespraesident gewaehlt wird.
Da es keine Volkswahl ist,sondern die Kanditaten in den
Hinterzimmern der Parteien vorgeschlagen werden,entgehen
der Unterhaltungsindustrie wertvolle Beitraege
Das ist in Oesterreich ganz anders ! Dort ist es eine Hetz und
eine Gaudi !
Dafuer sorgen,neben den Medien auch die Kanditaten selbst.
Der Wurstl der Nation (Richard Lugner) tritt an.
Der 83-jaehrige Lugner tut das nicht nicht zum Erstenmal und
vielleicht nicht ganz freiwillig.Seine Ehefrau,die ein halbes Jahr-
hundert juenger ist als er,scheint die treibender Kraft dahinter zu
sein.
Obwohl chancenlos,auch nur in die Stichwahl zu kommen,kommt
der bekennende Viagrakonsument beim Wahlvolk gut an.
Das Bekenntnis,dass der Kanditat der OEVP,Dr.Khol,ein glauebiger
Christ und wertekonservativ,kuerzlich abgelegt hat,naemlich mit
18 Jahren nicht ueber kniffelige Verfassungsfragen gesprochen zu
haben,sondern von "Weibern",hat nicht nur das Wahlvolk ueber-
rascht sondern auch beim Kardinal ein Stirnrunzeln erzeugt.
Er bringt fuer das hoechste Staatsamt die besten Voraussetzungen
mit.
Verfassungsjurist,politikerfahren,fliessend Englisch und Franzoesisch
werden aber nicht reichen um in die Stichwahl zu kommen.
Chancen fuer die Stichwahl werden dafuer Dr.Alexander van der Bellen
eingeraeumt.
Der emeritierte Wirtschaftsprofessor macht zwar den Eindruck,dass ihm
die Kanditatur aeusserst laestig ist und er eigentlich kein Interesse am
Amt hat,doch kommt er gut an.
Sein Habitus ist die getragene Art eines Hochschulprofessors,dem nichts
(mehr) erregen kann,was sich auch in seinem Aeusseren abzeichnet.
Seine gelben Zaehne,die einen Ackergaul neidisch werden liessen,sind
auf die Kettenraucherei zurueckzufuehren und das staendig unrasierte
Gesicht erinnert an einen Clochard, dem man gerne einen Euro zustecken
will.
Wird er zum Praesidenten gewaehlt,ist jetzt schon einzuplanen,dass man
die Hofburg nach Ende der Amtsperiode renovieren wird muessen und
das Mobilar,Teppiche und Tapeten als Sondermuell behandeln.
Anders kriegt man das Nikotin und Teer nicht raus.
Frau Dr.Irmgard Griss ist die 7.weibliche Kanditatin,die sich um das Amt
bemueht.Frau Griss ist eine pensionierte Hoechstrichterin mit einem
Pensionsbezug von knapp ueber 9.000 Euro (14 x)und ging als graue Maus
ins Rennen.
Grau ihre Haare,grau ihre Kleidung aber mit beachtlichem Sachverstaendnis
und sogar mit einem Funken Humor ausgestattet,erwartet man sie in der
Stichwahl.
Herr Rudolf Hundsdorfer,der als Kanditat der Sozialdemokraten antritt,ver-
koerpert die breite Masse.
Er hat sich hochgedient und stand dem Volk als Sozialminister zur Ver-
fuegung.Kennt man ihn naeher,entpuppt er sich als leutselig und schwingt
auch gerne das Tanzbein.
Leider gilt er ebenfalls als chancenlos.
Nicht chancenlos wird bei den Buchmachern Herr Norbert Hofer gefuehrt.
Er ist das freundliche Gesicht der Freiheitlichen,gilt aber im Hintergrund
als Scharfmacher und dogmatischer Richtungsgeber.
Ein Wolf im Schafspelz kann man meinen,obwohl er das Amt als 3.Parlaments-
praesident tadellos ausuebt.
Gaudi und Hetz, dafuer sorgen die Fernsehanstalten,die richtige Game-
shows veranstalten und die Kanditaten zu allerlei Schmalztoepfe verleiten
wollen.
Da werden sie gefordert,Eierspeise zu kochen,jungen Gewerkschafter gegen-
ueber eine Ansprache zu halten,zu zeigen,wie man sich bei einem Staats-
bankett beim aethiopischen Praesidenten benimmt bzw. wie man mit den
ungewohnten Speisen zurande kommt und dererlei mehr.
Tapfer machen sie mit und verkneifen sich,ihre Ansichten dazu auszu-
plaudern.Ausser Richard (Moertel) Lugner,der beim Staatsbankett aus seinem
Herzen keine Moerdergrube machte und den Oesterreichern aus dem
Herzen sprach,indem er verkuendete :"A Wienerschnitzl war ma liaba !"
Jock