Von der deutschen Seite her war alles bis ins Detail geplant.
Der Besuch des deutschen Aussenministers in Israel sollte nicht nur
eine Reverenz zum Gedenken des Holocaust werden,sondern auch
die besonderen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel heraus-
streichen.
Doch es lief leider schief.
Als man der israelischen Seite bekannt machte,dass Herr Gabriel auch
NGO's sprechen moechte,liess diese durchblicken,dass das nicht be -
sonders goutiert wird.
In Demokratien, und Israel besteht darauf,dass es eine ist,sind solche
Gespraeche normal und werden auch nicht besonders herausgehoben.
Da Herr Gabriel jedoch darauf bestand,mit Vertretern der kritischen Grup-
perungen zu sprechen,schnappte der israelische Ministerpraesident ein
und liess ausrichten,dass damit ein Empfang des deutschen Aussenministers
unmoeglich werde.
Nun ist der deutsche Aussenminister mit Blick auf die Geschehnisse in der
Vergangenheit nicht ein beliebiger.Israel erwartet sich noch immer von Deut-
schland eine besondere Beachtung und Behandlung.
Jedenfalls beide Seiten blieben stur und es kam zu keinen Empfang.
Kein Haendschuetteln,kein in-die-Kamera-laecheln und das in blaues Geschenk-
papier mit goldener Schleife verpackte U-Boot nicht ueberreicht.
Der oesterreichische Kanzler versuchte zu vermitteln,doch vergebens.
Das Telefonat von Netanjahu zu Gabriel wurde vom Deutschen nicht angenommen.
Dass der Staatspraesident Herrn Gabriel empfangen hat,kann man als Ver-
such werten,broeckelndes Porzellan zu kitten.
Man wird sehen,welche Auswirkungen dieses gegenseitige Affrontieren haben
wird.
Wird Deutschland das politische Israel kuenftig mit klarerer Brille sehen,die
Siedlungspolitik schaerfer kommentieren und "Rabatte" nicht mehr zu frei-
haendig vergeben ?
Jock