Dieser Artikel wurde zwar von @Lung Tom schon kurz verlinkt, der besseren Anschaulichkeit wegen aber nochmals in etwas ausfuehrlicherer Form.
Bei Nichtgefallen kann ja dieser Beitrag unter dem Motto:
"Bennos Beitraege wurden von einigen als zu ausfuerhlich bezeichnet"
...von einem dafuehr zustaendigen Moderator in den Saloon verschoben werden.
DIE GRÜNEN - Auf dem falschen Fuß
VON CHRISTOPH SCHWENNICKE am 10. Januar 2017
Die Grünen waren vor Kurzem noch auf dem Weg zur Volkspartei, jetzt droht ihnen der Absturz. Sie bekommen die Quittung dafür, dass keine andere Partei die unkontrollierte Migration so bejubelt hat wie sie.

Die Wirklichkeit steht sperrig und quer zur grünen Wunschwelt von Katrin Göring-Eckardt und Simone Peter / picture alliance
Gut sieben Jahre ist es her, da hob der Spiegel Renate Künast und Jürgen Trittin auf den Titel. Als „Die neue deutsche Volkspartei“ wurden die Grünen da bezeichnet. Der atomare Unfall von Fukushima hatte der Umweltpartei einen nie da gewesenen Höhenflug beschert. Um die 20 Prozent pendelten die Umfragen. Die Frage nach einem Kanzlerkandidaten wurde ernsthaft gestellt.
Im selbstverschuldeten Abseits
Dem unvergänglichen Jürgen Trittin wird in der aktuellen Ausgabe in einem ausführlichen Porträt abermals gehuldigt. Ansonsten aber haben sich die Zeiten für die Grünen grundlegend geändert. Mit dem Terroranschlag von Berlin und der zweiten überschatteten Silvesternacht von Köln hat sich das politische Terrain mit einem Mal so markant verschoben, dass sich die Grünen im selbstverschuldeten Abseits befinden. Keine andere Partei hat so besinnungslos die Segnungen der unkontrollierten Migration besungen wie die Grünen.
Ein Zitat der Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt vom Parteitag im November 2015 hört sich nach dem zwölffachen Mord auf dem Berliner Breitscheidplatz in manchen Ohren an wie obszöne Satire:
„Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich sag euch eins: Ich freu mich drauf!“
Jubelperser der Kanzlerin
Jetzt zahlen die Grünen den Preis dafür, in den vergangenen anderthalb Jahren sich aus einer Oppositionsrolle heraus zu den hemmungslosesten Jubelpersern der Kanzlerin gewandelt zu haben. Merkel hat ihren Fehler längst erkannt und auf die harte Tour umgeschaltet. Das freundliche Gesicht war gestern. Mit einem Mal stehen die Grünen, und auch große Teile der SPD, im Abseits. Dem Koalitionspartner SPD hängt die CDU obendrein noch eiskalt das Schild des Bremsers in der Inneren Sicherheit um den Hals.
Die Chamäleon-Kanzlerin wechselt also mit der neuen Lage wieder einmal ihre Farbe. Die Grünen aber bleiben knallgrün und leuchten deplatziert in weißer Winterlandschaft. Dabei war das Ziel schon in so greifbarer Nähe:
als Koalitionspartner Angela Merkel zu ihrer vierten Amtszeit verhelfen, Schwarz-Grün, den feuchten Traum vieler Politfeuilletonisten, endlich bundesweit Wirklichkeit werden lassen.
Furcht vor Fünf-Prozent-Hürde
Wenn aber die Grünen weiter abschmieren und Merkels Mimikry bei Asyl und Innerer Sicherheit vom Wähler durchschaut wird, dann wird es im September nicht reichen für Schwarz-Grün. Es ist keine Gesetzmäßigkeit, dass nur die FDP die Fünf-Prozent-Hürde fürchten muss. Wer bei derzeit neun Prozent steht und so sehr auf dem falschen Fuß wie die Grünen, kann diese politische Demarkationslinie auch nach unten durchstoßen.
Inzwischen hat die Generation Grün ihre Blüte hinter sich. Ihre wunderlichen Politikauswüchse irritieren nicht nur namhafte Mitglieder wie Boris Palmer, sondern auch weite Teile ihrer alternden Klientel.
Bei den vergangenen Bundestagswahlen gingen sie dank Veggie Day-Forderungen und Trittins Steuer-Fantasmen mit 8,4 Prozent schwer enttäuscht nach Hause. Es könnte sein, dass das nur der Anfang ihres schleichenden Endes war.
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Cicero