also wissen das ein jeder von seiner Arbeit gut (vernünftig) Leben kann
Eine marktwirtschaftliche Ordnung verlangt mehr als das. Man muss schon etwas produzieren, das ein anderer auch haben will. Sonst wäre es z.B. ganz einfach, in Thailand die Armut abzuschaffen, indem Millionen Leute Buddhas schnitzten.
Ich wüsste hier gern, was Frau Luxemburg zur Lösung dieses Problems vorgeschlagen hat.
Das mit den fairen Preisen ist eine zweischneidige Angelegenheit. Sie nimmt den Druck, so kostengünstig wie eben möglich zu produzieren und auch die Notwendigkeit, qualitativ Hochwertiges zu produzieren. Würden die Farmer in den Kornkammern der Welt in gleicher Weise produzieren, wie es die thailändischen Reisbauern tun, wie hoch wäre dann der faire Preis für Weizen?
In der EU beschäftigt die Landwirtschaft rd. 20 Mio. Menschen (rd. 5% der Erwerbstätigen), in Thailand sind das rd. 16 Mio. Menschen (rd. 40% der Erwerbstätigen). Diese Zahlen machen deutlich, dass für Thailand Subventionen der Landwirtschaft wesentlich schwerer zu schultern sind als für die EU. Da gilt dann, wenn 2 das Gleiche tun, ist das noch lange nicht dasselbe.
Wer Frau Y. vorwirft, sie habe mit ihren Reissubventionen eine populistische Politik betrieben, der hat den Plan nicht verstanden. Populistisch wäre gewesen, wenn sie den vielen Kleinbauern geholfen hätte. Tatsächlich aber ging der Löwenanteil der Subventionen an die größeren Produzenten. Die sollten jede Menge Reis produzieren. Geplant war, die Reisernte zu horten und das Reisangebot auf den Weltmärkten zu verknappen. Dann, so erhoffte man sich, hätte man riesige Gewinne einfahren können.
Thailand lernte die alte Börsenregel, ob long, ob short, das Geld ist fort.