@illuminati
Nur zu Deiner Erinnerung. Du schriebst:
Wenn man problemlos Leute finden würde, würde ich diese Arbeit nicht selbst machen fast kein Thai will das mehr machen und so viele Burmesen laufen auch nicht frei herum, die meisten arbeiten in Fabriken und haben nur gelegentlich Zeit.
Ich finde es natürlich großartig, wenn hier jemand seinen Lebensunterhalt aus dem Lande generiert. Allerdings, das gilt natürlich nur für mich, so habe ich mir meinen Lebensabend in Thailand eher nicht vorgestellt.
Deine Ausführungen habe ich so interpretiert, dass zu den Löhnen, die Du zu zahlen bereit bist, nur noch Illegale arbeiten. Und deshalb kam mir die Idee, auch das als moderne Sklavenhaltung anzusehen. Ich gebe aber zu, dabei nicht beachtet zu haben, dass nicht Du sondern Deine Frau das Geschäft macht.
Eine nahe liegende Lösung wäre, greife tiefer in die Tasche und Du wirst keine Probleme haben, ausreichend Arbeitskräfte zu finden. Das hilft natürlich nur dem Einzelnen, nicht aber allen, denn es löst das strukturelle Problem des Arbeitskräftemangels nicht. Der böse Neoliberale würde dann so argumentieren, dass die produktivsten Betriebe am leichtesten Arbeitskräfte finden und Grenzanbieter ausscheiden müssen.
Das darf natürlich nicht sein. Deshalb habt ihr auch die thaitypische Lösung gefunden, ein Kartell zu bilden (das habe ich nicht gewusst, hätte aber von alleine drauf kommen müssen). Nur, es bedarf dann schon sehr viel an Thailogik, zu erklären, wie so etwas besagtes Strukturproblem löst. Aber es erklärt schon, warum Mutti Yinglak so heftig von den armen Plantagenbesitzern um Hilfe angegangen wird. Deren Geschäftskonzept, niedrige Löhne und viele Menschen, die mangels einer Alternative für kleines Geld arbeiten müssen, ist dann wohl nicht so ganz aufgegangen.
Wenn Du dann auf der einen Seite Arbeitskräftemangel beklagst und andererseits Handarbeit mit dem Argument forderst, sie beschäftigt Menschen, solltest Du vielleicht noch einmal nachdenken.
Üblicherweise entstehen in der Landwirtschaft, die händisch betrieben wird, vor allem gering entlohnte Knochenjobs. Und die auch nur für wenige Monate im Jahr. Wenn Du nun meinst, so etwas passe einfach besser zu einem Naturprodukt und sei nicht menschenverachtend, so sei es.
Nur, in Thailand entstehen Dauerarbeitsplätze. Und ich habe viel Verständnis für jeden Thai, der einen Arbeitsplatz dort dem naturnahen in der Landwirtschaft vorzieht.
Ja, ich kenne die riesigen Felder in den Kornkammern der Welt. Trotz menschenverachtender und ausschließlich profitorientierter Methoden leisten sie einen erheblichen Beitrag zur globalen Versorgung mit Lebensmitteln. Ich bin mir sicher, würde dort mit den von Dir bevorzugten Methoden gewirtschaftet, sähe der erheblich kleiner aus.
Und schließlich ist auch Thailand bestimmt keine chemiewaffenfreie Zone.