Auszug aus einer Kundenrezension über das Violettbuch Kirchenfinanzen: "Wie der Staat die Kirchen finanziert"
Das Märchen von der „armen Kirche“ läßt sich durch viele, viele Fakten widerlegen. Die Kirche, katholisch wie evangelisch, ist nicht arm, sondern sie ist steinreich. Da die Kirche nicht über das Vermögen und den Reichtum informiert, den sie besitzt, muß man jedoch durchforschen, wo sie ihre Besitztümer und Reichtümer angesammelt hat. Das ist, allein hier in Deutschland, gar nicht so einfach. Die Kirche hat über 80.000 Körperschaften, die alle einen eigenen Finanzbericht erstellen; sich durch diesen Dschungel durchzuarbeiten, ist sehr, sehr schwierig.
Doch der renommierte Politologe Carsten Frerk hat sich diese Mühe gemacht und in einem umfassenden Buch aufgeschlüsselt, wo die Besitztümer der Kirchen als solche offenkundig sind und wo versteckte Einnahmen vorliegen. Der Autor ist auf ein immenses Gesamtvermögen gekommen, das sich auf über 500 Milliarden Euro beläuft – eine Zahl, die man sich kaum vorstellen kann. Wie sie sich zusammensetzt, hat Frerk in seinem Buch ausführlich aufgeschlüsselt: Da geht es um Immobilien, um Kapitalvermögen, um die Diakonischen Hilfswerke, um diverse Stiftungen: Es bestehen, beide Konfessionen zusammengenommen, allein 20.000 Stiftungen, die der Kirche zugeordnet werden. Da ist aber auch das Vermögen der Ordensgemeinschaften, der diversen Versicherungen, der Siedlungswerke, der Hilfs- und Missionswerke = typisch christlich, denn als spirituelle kann ich das nicht gutheißen, all der Verbände, der Medienunternehmen, die die Kirche besitzt. Sie verfügt über eigene Rundfunksender und Filmunternehmen, über Druckereien, Büchereien. Die kircheneigenen Verlage, zum Teil ganze Verlagsketten, umfangreiche Konzerne sowie die Versicherungen stellen einen Riesenbereich dar, in dem sich Vermögen sammelt. Eine schier unüberschaubare Anzahl und Vielfalt von Einrichtungen unterschiedlichster Art – komplette Ferienstätten, Hochschulen, Banken und sonstiges mehr – gehören zum Eigentum und Immobilienbesitz der Kirchen. Und aus all diesen verschiedenen Betrieben, Unternehmen usw. setzt sich nach Frerk allein hier in Deutschland ein Vermögen von über 500 Milliarden Euro zusammen. „Der Spiegel“ ist auf dieselbe Zahl gekommen. – Da kann man ganz sicher nicht sagen, die Kirchen seien arm!
Zur Veranschaulichung können weitere Fakten dienlich sein: Es handelt sich um insgesamt 50.000 Unternehmen, durch welche die Kirchen in den erwähnten Branchen – Immobilien, Banken, Fondsgesellschaften, im Medienbereich, im Versicherungsbereich – tätig sind. Insgesamt beschäftigen sie 1,3 Millionen Mitarbeiter und erwirtschaften einen Gesamtumsatz in Höhe von 125 Milliarden Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Mit diesem Gesamtumsatz liegen die Kirchen in Deutschland derzeit auf Platz 2 hinter Daimler-Chrysler. Unter den Dienstleistungskonzernen belegen die Kirchen den 1. Platz vor der Deutschen Telekom mit 55,8 Milliarden Euro Umsatz, der Deutschen Post mit 40 Milliarden Euro und der Deutschen Bahn mit 28,2 Milliarden Euro. Man muß diese Zahlen einmal in Verhältnis zueinander setzen, um sich klarzumachen, daß es hier um ein Wirtschaftsimperium geht und weniger um eine Religionsgemeinschaft. (nach Friedhelm Schwarz, „Wirtschaftsimperium Kirche“, 2005, S. 13)
Der Vatikan besitzt bereits ein Drittel der Häuser Roms: Allein der Grundbesitz in Deutschland beläuft sich bei beiden Kirchen zusammen auf über achttausend Quadrat-Kilometer. Das entspricht der Fläche vom Stadtstaat Hamburg, zusammen mit Berlin, Bremen und Bremerhaven plus dem Saarland. Dabei handelt es sich aber nicht nur um Waldstücke oder Äcker!. Die Kirchen besitzen in den Städten die sogenannten Filetgrundstücke, das heißt Grundstücke in besten Lagen, wo der Quadratmeter dann nicht nur bei einigen Euros liegt, sondern in die Hunderte oder Tausende von Euros geht. Und das ist nicht nur in Deutschland so, sondern gleichermaßen überall dort, wo der Katholizismus und der Protestantismus herrschen. Z.B. sind es in Italien ca. 500.000 ha, in Amerika schätzt man über 1 Million. Als in den 70er Jahren ein Journalist in Rom recherchierte, kam er zu dem Ergebnis, daß ein Viertel der ganzen Stadt bereits in den Händen des Vatikans war. (L’Europeo, 7.1.1977) Und zwar fungierte als Eigentümer nicht der Vatikan allein – das wäre ja augenfällig gewesen –, sondern die betreffenden Liegenschaften waren aufgeteilt auf 325 katholische Nonnen- und 87 Mönchsorden. Da blickt eben fast kein Mensch mehr durch. 21 Jahre später, 1998, recherchierte ein anderer Journalist erneut und stellte fest, daß nun fast ein Drittel aller Häuser Roms bereits im Besitz des Vatikans waren. (La Padania, 21.6.1998) Er sagte, es sei sehr schwierig gewesen, in dieser Sache Klarheit zu gewinnen, weil der Vatikan, politisch gesehen, ein eigener Staat ist; viele dieser Häuser und Anwesen sind nicht registriert, weil sie als exterritorial gelten, da der Vatikan in Italien praktisch „Ausland“ ist. Nach der Veröffentlichung des Resultats seiner Ermittlungen wurden empörte Stimmen laut, die die allgemeine Richtigkeit dieser Fakten in Zweifel zogen. Daraufhin stellte der Journalist auch in Verona als einem weiteren Beispiel Nachforschungen an. Er erstellte einen Plan dieser Stadt, in welchem er alle Häuser, die der Kirche gehörten, schwarz einfärbte. Dieses Dokument veröffentlichte er – und, siehe da, die Hälfte des Stadtplanes war schwarz!. Das gibt andeutungsweise einen Eindruck davon, wie viel der Vatikan besitzt. Es ist unermeßlich. Am Rande eine kleine Zusatzinformation: Kurz nach der Veröffentlichung des soeben erwähnten Artikels wurde der Direktor der betreffenden Zeitung gefeuert. So wurde der Aufklärung der Bevölkerung ein Riegel vorgeschoben. – Aus diesen Vorgängen kann man schließen, daß entweder diese Zeitung der Kirche selbst gehörte oder abhängig von anderen Betrieben in der Hand der Kirche war. Es geht hier um sehr viel Geld. In dem besagten zweiten Bericht über den Immobilienbesitz in Rom, der im Jahr 1998 erschien, schrieb jener Journalist: „Die überwiegende Mehrzahl dieses märchenhaften Vermögens ist von der Steuerpflicht ausgenommen.“ (La Padania, 21.6.1998) Es handelt sich also um immense Beträge, die die Kirche hier nicht nur besitzt, sondern auch Jahr für Jahr in Form von Miete, Pacht usw. einnimmt.
Die kirchliche Soziallüge: A propos „von der Steuer ausgenommen“: In Deutschland gibt es den Begriff „gemeinnützig“. Damit verbindet man die Vorstellung einer Tätigkeit bzw. Funktion zum Wohle der Allgemeinheit. Sind die deutschen Firmen, die Einrichtungen in Kirchenbesitz, die oben erwähnt wurden, nun alle sogenannte gemeinnützige Betriebe, die zum Wohl der Menschen arbeiten?. Ein weit verbreitetes Märchen besagt, daß die Kirchen von den Steuern, die sie von ihren Mitgliedern einnehmen, einen großen Teil für öffentliche Sozialeinrichtungen einsetzen. Tatsächlich handelt es sich um lediglich 5 bis 8 Prozent, also um einen verschwindend geringen Anteil. Daher ist es nicht nur ein frommes Märchen, sondern in Wahrheit eine Soziallüge, wenn viele kirchenabhängige Politiker dem Volk weismachen wollen, eine Kürzung der staatlichen Subventionierung der Kirchen oder eine Reduktion der Kirchensteuer würde dazu führen, daß der deutsche Sozialstaat zusammenbräche. Die Kirchen sind vielmehr in erheblichem Maße Nutznießer des Sozialstaates. Sie betreiben viele Kindergärten, die von den Gemeinden und von den Eltern finanziert werden. Sie führen Krankenanstalten, die von der öffentlichen Hand und von den Krankenkasse unterhalten werden. Diese Information ist höchst brisant, denn die meisten Menschen gehen tatsächlich davon aus, daß die Kirche recht viel für soziale Zwecke ausgibt. Eine kürzlich erfolgte Umfrage förderte diesbezüglich Interessantes zutage. Die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA veröffentlichte die Meldung: Fast die Hälfte aller Kirchenmitglieder – genau: 46,6% – würden austreten, wenn die Kirchen wenig oder nichts aus Kirchensteuer-Einnahmen für soziale Zwecke verwenden würden. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut FORSA im Auftrag der „Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland“ (fowid) durchführte. („Ida spektrum“, 11.1.2006) Daraus folgt: Würde die Information über die Soziallüge bezüglich der Kirchen, von der wir eben lasen, publik, dann wäre die Kirche mit einem Schlag die Hälfte ihrer Mitglieder los, denn diese gehen alle noch davon aus, daß die Kirche viel von ihrem Geld für soziale Zwecke einsetzt. Ganz besonders diejenigen Menschen, die kaum noch den Gottesdienst (wobei man gerade bzgl. dessen, sich Mal die Zeit nehmen sollte, die Menschen um den Warheitsgehalt des Christentums aufzuklären; oder wievieles sich von alten Kulturen geliehen wurde; Tipp: Sumerer, alt-ehrwürdiges Ägypten, oder auch die alten Inder) besuchen, bleiben vielfach gerade deshalb in der Kirche, weil sie denken, es wäre so. Der Prozentsatz derjenigen, die austräten, wenn die Kirche wenig oder nichts für soziale Zwecke ausgeben würde, beträgt nämlich unter denen, die selten in die Kirche gehen, sogar 61%. Dies liegt erheblich über dem Durchschnitt von 46,6%.
Jetzt sind viele Einnahmequellen der Kirchen genannt worden – vermutlich macht sich der Normalbürger gar keine Vorstellung von ihrer Bandbreite. Ich habe begonnen mit dem Vermögen. Dann hat man erfahren, daß von den Steuern, die die Kirchen erheben, z.B. in Deutschland nur ein Prozentsatz von 5 bis 8% für soziale Zwecke eingesetzt wird, was bedeutet: Von dem horrenden Vermögen, von dem zuvor berichtet wurde, wird für soziale Zwecke so gut wie überhaupt nichts eingesetzt. Milliardenschwere staatliche Subventionen für die Kirchen. Dann gibt es noch einen weiteren Begriff zu: „staatliche Subventionierung“. Gibt es denn zusätzlich zur Kirchensteuer und zu dem riesigen Vermögen noch mehr Geld für die Kirchen? - und ob!. Zunächst einmal ist festzustellen, daß der deutsche Staat durch umfangreiche Steuerbefreiungen zugunsten der Kirchen jährlich auf Einnahmen in Höhe von 6,25 Milliarden Euro verzichtet. Der größte Betrag hiervon sind 3,5 Milliarden Euro an Steuerverlusten des Staates, die dadurch entstehen, daß die Kirchensteuer von der Einkommenssteuer absetzbar ist. Der Staat ist natürlich auf Einnahmen angewiesen, um seine Leistungen für den Bürger zu bestreiten. Daher müssen die Steuergelder, die die Kirche bzw. die Kirchenmitglieder nicht zahlen, letztlich von allen anderen Steuerzahlern aufgebracht werden. Wieder wird die Last auf jene abgewälzt, die ohnehin schon schwer zu tragen haben. Allein in Deutschland fließen den Kirchen zu: Insgesamt 7,9 Milliarden Euro jährlich an Subventionen für den konfessionellen Religionsunterricht (den man abschaffen müsste, durch Einbeziehung der fernöstlichen Religionen, und die Vorrherrschaft des Monotheismus abzuschaffen), für die Ausbildung der Theologen, für die Militärseelsorge und anderes mehr. Es handelt sich also um rund 8 Milliarden Euro aus allgemeinen Steuermitteln – nicht aus dem Kirchensteueraufkommen!. (Friedhelm Schwarz, „Wirtschaftsimperium Kirche“, S. 36) Folglich finanziert in Deutschland jeder Bürger die theologische Ausbildung oder auch die Militärseelsorge mit. Ganz gleich, ob er dieser Kirche angehört, ganz gleich, ob er Pazifist ist – er muß es hinnehmen, daß seine Steuermittel vom Staat für diese Zwecke verwendet werden. Und dies in einer Zeit, in der der Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland ständig darüber klagt, er habe viel zu wenig Geld, um die notwendigsten Sozialmaßnahmen zu finanzieren. In Deutschland werden immer mehr Menschen arm, wenige immer reicher; wir haben derzeit eine Arbeitslosenquote wie nie zuvor, und alle müssen den Gürtel enger schnallen. Davon ist lediglich ein Teil der Bevölkerung ausgenommen – eine Kirche, deren Botschaft von dem Kirchenvolk offenbar immer weniger Wert beigemessen wird, denn inzwischen besuchen nur noch 7 bis 8% der Kirchenmitglieder den Sonntagsgottesdienst. Aber warum wohl?. Menschen sind zunächst einmal aufgeklärte, und das auch unabhängig ob westlich oder nicht, dazu wissen wir aus Archäologischen und historischen Ausgrabungen und weiteren vielen Erungenschaften, und das im Gegensatz zum Mittelatler - wo uns das Denken verboten wurde - das die Bibel nicht aus einem Guß geschrieben wurde, oder auch das sich immens viel bei alten antiken Kulturen geliehen wurde. - Üuml;brigens ist der Tipp betreffend dem Vergleich zwischen: Herakles, Apollonius, Menachem, Asklepios, Mithras, Dionysos, Horus (Horus Mutter hieß Isis Mary, und auch Horus hatte Jünger, und wurde gekreutzt und für drei Tage begraben und wurde wie angeblich Jesus dann auferweckt), Osiris, Aphrodite (daher kommt das Fischzeichen des Christentums), Minmor Artis, in Syrien Adonis, in Italien Bacchus, und Echnatons Hymnen im Vergleich zu Psalmen und Sprüchen Salomos der Bibel sehr interessant..
Die Subventionierung der Kirchen kommt also vor allem einem Kirchenapparat zugute und nicht einer Vielzahl von Gläubigen. Wenn die Kirchenmitglieder, wie gesagt, wüßten, was mit ihrem Geld gemacht wird, dann würden viele austreten. – Normalerweise bezeichnet man derartige Legenden, wie sie hier verbreitet werden, als Betrug. Eine Kirche, die einen Großteil ihrer Mitglieder nur dadurch halten kann, daß sie ihnen vorgaukelt, mit ihren Steuern würden Sozial-Einrichtungen finanziert und würde das Gemeinwohl unterstützt, betrügt ihre eigenen Mitglieder und die gesamte Öffentlichkeit.
Da darf man sich doch fragen...was soll das alles?. Die „ewige Rente“ aus Napoleons Zeiten widerspricht der Verfassung. Hier stellt sich die Frage, wie es möglich ist, daß die Kirche in Deutschland solche Macht hat, um so großzügig vom Staat alimentiert zu werden. Hier ist auch die Geschichte im Spiel, die bis in unsere Gegenwart hineinreicht. Vor etwa 200 Jahren fand die sogenannte Säkularisation statt. Es wurden damals viele Kirchengüter eingezogen, um die linksrheinischen Fürsten, die von Napoleon enteignet worden waren, zu entschädigen. Und nun verlangten die Kirchen, daß sie ihrererseits entschädigt würden für die Verluste, die sie dadurch erlitten. Ich werde gleich noch darauf eingehen, wie diese Reichtümer erworben wurden: durch Blut und Krieg, durch Erbschleicherei und Betrug. Nun forderten die Kirchen für das, was man ihnen von ihrem Raubgut weggenommen hatte, Entschädigungsleistungen und verpflichteten den Staat im Jahr 1803 zu entsprechenden Verträgen. Und diese Verträge sind heute noch gültig. In der deutschen Verfassung steht zwar, daß der Staat verpflichtet ist, diese finanziellen Leistungen abzulösen, doch was hilft das? Es ist bis heute nicht geschehen, so daß sich die alten Verpflichtungen aus der Säkularisation inzwischen als eine „ewige Rente“ erweisen. Das, was den Fürstbischöfen damals genommen worden war, wurde ihnen längst zurückbezahlt; und dennoch laufen die Subventionen weiter. Zum Teil sagt man sogar, der Staat müßte noch wegen jener Verluste bezahlen, die während der Reformation – also einige hundert Jahre zuvor – den Kirchen zugefügt worden waren. All das sind Ammenmärchen, mit denen der Staatsbürger verdummt und dem Volk weisgemacht wird, der Staat habe Verpflichtungen gegenüber den Kirchen. Die Verfassung gebietet, wie gesagt, längst, daß er sich von diesen Verpflichtungen befreit. Da die Tatsachen derart eindeutig und derart extrem sind, ist es erstaunlich, daß sie z.B. in Deutschland gar nicht bekannt sind. Entsteht da nicht der Eindruck, daß die Kirchen den Staat total unterwandert haben?. Daß auch dort, wo Informationen ausgetauscht werden, eine Art Zensur erfolgt, so daß solche entlarvenden Tatsachen nicht bekannt werden?. Hat sich da nicht seit vielen Jahrzehnten – ohne daß es jemand merkt – gleichsam ein Staat im Staat gebildet?. Dann dürfte dem Leser auch eher verständlich sein, warum gerade Deutschland in unserer Zeit als ein herausragendes Beispiel für Religions-Unfreiheit gilt.
Im Kapitalismus haben diejenigen, die das Geld haben, auch die Macht. Und offenbar haben die Kirchen nicht nur das Geld, sondern auch die Macht, die Religionsfreiheit in Deutschland – de facto abzuschaffen. Üppiges Bischofsleben auf Staatskosten. Wofür wird – z.B. in Deutschland – dieses ganze Geld verwendet?. Etwa zwei Drittel werden für Personalkosten ausgegeben. Dabei ist zu bedenken, daß die Gehälter fast aller Bischöfe vom Staat bezahlt werden. So hat ein katholischer Bischof oder ein evangelischer Landesbischof z.B. ein Grundgehalt von annähernd 10.000,- Euro. Beispiel: Der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wird nach der Besoldungsgruppe B 10 entlohnt. Das entspricht dem Gehalt des stellvertretenden Sprechers der Bundesregierung, eines Ministerialdirektors oder eines Generals der Bundeswehr. Das war am 1.8.2004 ein Grundgehalt von 9.965,04 Euro, das sich jedoch kontinuierlich erhöht. Dazu kommen natürlich noch viele Zulagen. Ein einfacher Pfarrer in der höchsten Dienstaltersstufe wird nach A 14 entlohnt; das ist ein Grundgehalt von 4.400,- Euro. Seine tatsächlichen Bezüge sind aber wesentlich höher, z.B. durch Ehestandszulage, Alterszulage, Familienzulage, Kinderzulage, Ausgleichszulage, jährliche Sonderzahlungen, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Rentenversicherungszuschlag, Steuerabgeltungszuschlag sowie ein Sterbegeld in Höhe eines doppelten Monatslohnes, das bei „Normalbürgern“ gestrichen ist. Darüber hinaus genießt ein Pfarrer die Vorzüge einer mietfreien Wohnung; er erhält Beihilfen, Fürsorgen; er muß keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen. (Quelle: öffentlich zugängliche Gehaltstabellen) Also kommt für diesen Geistlichen zu den genannten Grundbeträgen noch sehr, sehr viel hinzu, so daß man sagen kann: Für das verfälschte Predigen und für das Beten bekommen die Amtsträger der Kirche eine üppige Entlohnung, die sich deutlich unterscheidet von der Situation der meisten Bürger und Familien in unserem Land.
Carsten Frerk schreibt in seinem Buch:
Stattdessen vereinnahmen sie jedoch erhebliche Steuergelder und handeln nach dem Prinzip: „Nehmen ist seliger denn geben“.
Das Buch ist ein Sachbuch. Dennoch wird der Autor seinen Ärger manches Mal nicht verhehlen, wenn die Kirchen den Widerspruch zwischen ihrem moralischen Anspruch der Selbstlosigkeit und der finanziellen Realität spielend ausblenden und viele Menschen sich davon blenden lassen. Doch wie sollten sie es besser wissen, wenn die Kirchen darüber schweigen? Wie bereits gesagt: Die Kirche steht „mit Zorn und Zärtlichkeit an der Seite der Armen“, aber leider nur kaum mit dem eigenen Geld.
Das ist nicht nur eine Frage der Glaubwürdigkeit. Wer als „Wertevermittler“ auftritt, sollte auch immer klar sagen, woher das Geld zur Finanzierung kommt, sonst könnte das sehr schnell als Unredlichkeit bewertet werden.