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Seit mehr als 200 Jahren werden die Kirchen fürstlich für Enteignungen entschädigt. Auch für die Gehälter mancher Bischöfe kommen nicht nur Kirchenmitglieder, sondern alle Steuerzahler auf. Warum der Fall Tebartz-van Elst gerade jene angeht, die nicht katholisch sind.
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Von Ihrem Steuergeld wandert ein Teil auch an die Kirchen. 475 Millionen Euro waren es 2012. Eine knappe halbe Milliarde Euro ist es also, die Jahr für Jahr in die Schöße der Kirchen wandert. Und das vor allem deshalb, weil vor etwas mehr als 200 Jahren die Kirchenfürsten einen - aus heutiger Sicht - verdammt guten Deal mit den weltlichen Herrschern im ausgehenden Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation geschlossen haben, den Reichsdeputationshauptschluss von 1803.
Mehr als zwei Million Euro bekommt etwas das Bistum Limburg von Bischof Tebartz-van Elst vom Land Hessen überwiesen. Alles Steuergeld. Verwendungsnachweise sind nicht vorgesehen. Die Kirche kann mit dem Geld machen, was sie will.
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Natürlich, die Kirche verbittet sich Einmischung von außen. So macht sie das immer. Sie betreibt Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser. Fast alles dort wird aus Steuermitteln oder aus den Kassen der Sozialversicherungen bezahlt, zum Teil bis zu 100 Prozent. Das ist auch zunächst völlig in Ordnung so.
Das Problem ist: Die Kirchen verwenden für ihre sozialen Dienste zwar kaum eigene Mittel. Aber wie ihre Mitarbeiter bezahlt werden, ob sie streiken dürfen, welche Rechte sie haben - das bestimmen die Kirchen selbst. Nein, da darf ihnen niemand reinreden. Den Gläubigen ist das schon schwer zu vermitteln. Eine konfessionslose Erzieherin findet in manchen ländlichen Gebieten allein deshalb keinen Job, weil es dort ausschließlich konfessionsgebundene Kindergärten gibt.
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Nach 200 Jahren dürften die Enteignungen mehr als kompensiert sein. Das Grundgesetz sieht ausdrücklich vor, dass die Zahlungen nicht ewig weitergehen können. 2010 gab es zwischen Kirchen und Ländern erste Gespräche in diese Richtung, sie scheiterten.
Die Kirchen heucheln ihre Gesprächsbereitschaft bisher nur vor. In Wahrheit wollen sie nur noch mehr Geld. Eine Abfindung für die entgangenen Einnahmen, wenn sie einer Aufhebung des Reichsdeputationshauptschlusses zustimmen. Das Geld für 25 Jahre auf einen Schlag, das war die Forderung. Macht zwölf Milliarden Euro. Unbezahlbar.
Darum zahlen die Länder, die vor allem in der Pflicht sind, brav immer weiter. Jahr für Jahr. Damit sich der Bischof einen 7er BMW als Dienstwagen leisten kann. Falls einer die Stelle in der Bibel findet, die dies rechtfertigt, möge er sich bitte melden.
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