Dann hier auch noch, weil es (fast) perfekt zum Thema passt.

Ich habe oft, vielleicht zu oft, etwas dazu geschrieben, eigentlich ist es nicht mein Ziel, hier die Schweizer zu verärgern.
Meine besten Freunde sind nun mal Schweizer. Im Gegensatz zu den Deutschen, den Weltmeistern im Klagen und
Nestbeschmutzen, verteidigen viel Schweizer ihr Heimatland. Das ist doch auch zu verstehen.
Trotzdem ein paar Anmerkungen:
1. Viele Schweizer nehmen die dauernden Abstimmungen gar nicht mehr wahr bzw. ernst, warum wohl?
2. Der Grund ist der, dass du abstimmen kannst, was du willst, es hapert oft an der Durchsetzung von Volkes Wille.
3. Auffällig oft dann, wenn Volkes Wille Geld kostet. Stichwort: "Wir würden ja gern, aber leider..."
4. Es ist also ein Märchen, dass Ergebnisse von Volksabstimmungen garantiert umgesetzt werden.
5. Leichter tut man sich da mit einem Minarett-Verbot. (55% Wahlbeteiligung)
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/volksabstimmung-schweizer-verbieten-bau-von-minaretten-1885602.htmlEin typisches Beispiel, wie eine Volksabstimmung enden kann: Verlorenes internationales Ansehen, ein schier endlos
streitendes Volk, weil sich auch viele Schweizer dafür schämen und weitere, fast endlose Folgeerscheinungen.
6. Nur als Frage: Ist es immer ideal, wenn ein Volk, quasi aus dem "Bauch heraus", solch schwerwiegende Entscheidungen treffen darf?
7. Die Lobbyisten geben sich im Bundeshaus die Klinke in die Hand, besonders die Bauindustrie hält gern mal einen "Plausch" ab.
Bundesräte sind alles, nur nicht unabhängig....hinter den Kulissen läuft das gleiche Spiel wie in Deutschland.
8. Verschiedene Interessen spalten seit jeher die Gesellschaft. Junge Menschen haben ganz andere Prioritäten, als alte.
Daher ist es leicht möglich, dass (als Beispiel) die Mehrheit gegen Zuwendungen stimmt, wenn es um allein erziehende Mütter, oder allgemein
um Kinder und Familie geht. "Wir wollen keine Staatskinder"- Eidgenossen erinnern sich sicher an diese Parole. Mit anderen Worten, wenn die
abstimmende Mehrheit, aus reinem Egoismus, gegen die Interessen einer bedürftigen Minderheit entscheidet, was passiert dann wohl?
Ist das gerecht? Wären die Politiker, in solchen Fällen, nicht doch die besseren Entscheidungsträger?
9. Für mich gibt es kaum ein Land in Europa, welches sozial kälter aufgestellt ist. Sind Mama und Papa gesund, verdienen sie gutes Geld,
ist die Schweiz ein wunderbares Land für sie. Für Kranke, sozial schwache Menschen, Familien mit mehreren Kindern, oder für Alte
mit kleinen Renten, kann die Schweiz eine Strafe sein. Man sieht oft an den Zähnen der Schweizer, was sie verdienen.
Wenn das die Vorstellung von der perfekten Demokratie ist- nein danke!
Ich war Fahrer für das Bundeshaus, habe einige Bundes- und Ständeräte durch die Gegend gefahren. Natürlich plaudere ich
jetzt nicht aus dem Nähkästchen, gehe nicht ins Detail, es wäre unredlich.
Nur so viel:
Wir werden alle ausgetrickst, auch die Schweizer. Direkte Demokratie hin, indirekte Demokratie her- es sind alles Mogelpackungen!