Die Hauptattraktion, wie es die Travel-führer nennen, ist unumgänglich. Salakaewkoo. Auch ich machte mich auf den Weg, aber nicht mit dem Fahrrad, wie es die meisten zu tun pflegen, denn zu Unausgeschlafenheit wegen lärmigen Nächten kamen nun auch noch Rückenschmerzen wegen den harten thailändischen Matratzen und Kissen in mein Leben. Nein, ich machte mich auf den Weg mit einem Tuk-Tuk, völlig dankbar ihm seinen standard Preis zu zahlen, denn er wird ja auch stundenlang auf mich warten, während ich im Park sein werde.

Salakaewkoo scheint auch wieder ein tiefes Geheimnis zu hüten, denn wo immer ich auch versuchte mich zu belehren, fand ich nur sehr oberflächliche Berichte zu faszinierenden Videos und Bilder, die bizzar benannt sind.
ein Video über Salakaewkoo by TravelChampion
Niemand, so scheint mir, kommt so recht zugange damit, was hier angeboten ist und die Statuen, die teils eine Höhe von 7 Stockwerken erreichen, stehen kahl herum in wohlgepflegten Gärtchen und wollen zusammengefädelt werden in ihrer Aussage.






Die thailändischen Beschriftungen halfen mir natürlich nicht, zudem liess ich mir sagen, selbst mit einem Thai Translator hat man keinen viel leichteren Zugang zum Sinn des Parkes, da sie nur die einzelnen Symbole erklären und factisch sind. So fragte ich mich zuerst, ja säg emal, ist dies ein Thai Mickymaus Park oder ist dies hier ein tief religiöses Heiligtum und man braucht Hindu wie Buddhistisches Verständis zur Deutung?

Die reichlich vorhandenen bildlichen Darstellungen sind direkt aus Hindu, Buddistishen und Christlichen religiösen und literarischen Texten stammend, jedoch in ihrer Auswahl von persönlicher Bedeutung.

Luang Pu Bunleua Sulilat, der geistige Vater dieser Anlage, ist ursprünglich von Laos. Die Legende berichtet, dass er als acht jähriger Junge in eine Höhle gefallen ist und dort den Einsiedler Keoku angetroffen hat, der sein geistiger Lehrmeister wurde, und nach dem Sala Keoku (Hall of Keoku) benannt ist.
Es heisst, dass er sich keinem ofiziellem Studium in Kunst unterzogen hat, aber es ist auch nicht klar erklärt, ob Keoku ihm das Bildhandwerk beigebracht hat. Auf jeden fall widmete er sich nach Abschluss seiner Ausbildung mit Keoku ca. 1958 dem Errichten von Monumentalenwerken.


Er fing mit der Umsetzung, aus seinen Ideen einen Park zu gruenden, bereits in Laos an, wo ein ähnlicher Park unweit von Vientiane steht. Dieser heisst „Buddha Park“ und ist aus verschienen Gründen nicht mehr in dem guten Zustand wie sein „Salakaewkoo“ in Nong Khai. Zumeist, weil er damals die Mischung von Beton, das Material das er zur Kreation seiner Statuen benützte, noch nicht zum selben Erfolg zubereiten konnte.
Buddha Park in Laos
Vom Thema her ist Buddha Park fast identisch. Auch hier ist das Rad des Lebens zentral. Auch hier stellt er den Anfang eines Lebens mit der Idee dar, dass das ‚Leben als Sperm‘ mit dem Durchschreiten eines Schlundes anfängt. Dieser Schlund ist das gewaltiges Maul eines Dämones. Es scheint mir Sulitat gibt damit entweder seiner eigenen Gesinnung ausdruck, nämlich sexuell dem weiblichen Volk nicht sehr wohlgestimmt zu sein, oder allgemein dem buddhistischen Prinzip, das das Weibliche oft verdammt als das, was den Menschen immerwieder in die Reinkarnation gebärt (the gateway to hell).

picture by Peter Marmorek (sehr ironisch, haha)

Buddha Park picture saniksanuk at wordpress
aber wie dem auch sei, es ist beeindruckend wie der angebliche Sperm durch diesen Mund in einen langen Korridor gelangt und sicher an all den kleinen Seitenfenstern und Moeglichkeiten vorbei strebt, näher und näher dem Ziel, und finally am erreichten Höhepunkt sich in einen Lebensbaum ergibt.

Das politische Klima in Laos änderte sich 1975 und Bunleua Sulilat und seine Familie scheinen unter einem Druck gewesen zu sein, der sie veranlasste, sich in Thailand, in Nong Khai, direkt über dem Mekong, neu anzusiedeln. Hier fing er offensichtlich mit seinem Lebenswerk wieder neu an. Ähnliche Installationen stehen auch hier in einem Park und zentral im Garten ist auch hier das Thema des Lebens, dargestellt in einem sich wiederholenden Kreislauf.


Wohingegen im Buddha Park ein Leben mit all seinen Moeglichkeiten jenem Korridor entlang dargestellt zu sein scheint, stellt Sulitat das im Salakaewkoo so dar, dass man (resp. der Sperm) wiederum durch dieses Dämones Schlund schlüpfen muss, aber man kommt in einen circular angelegten Garten, wo dann wiederum das Leben und seine Moeglichkeiten sich im Kreise drehend und wiederholend dargestellt sind.

ein flickr imge
Liebende, die attached to each other selbst im Tod zusammen sind, und so wohl eine Wiedergeburt im neuen Zyklus durchmachen werden, sind eine seiner sehr bekannten Skulpturen.
Sulitat weicht vom rein religiösen Buddhistischen Wheel of Life in dem Sinne ab, dass er nicht das Streben und Erreichen des Nirvana darstellt, sondern eher ein ganz normales menschliches Leben, mit all seinen Schwierigkeiten und Genüssen, selbst wenn es möglichweise Sünden sind, die bestraft werden von Göttern und Dämonen. Es war ihm nahe an seinem Herzen, dass alle Menschen aus allen Schichten, allen Religionen mit irgendwelcher persönlichen Einstellung zufrieden miteinander leben sollen und sich verstehen.

Sulitat baute seinen Park nach aussergewoehnlichen eigenen visionaeren wie erdgebundenen Erlebnissen, die er voll Elan und ohne Besorgnisse nach Kritik umsetzte. Schwer zugängliche outsider art, würde ich sagen, art brut eines vielschichtigen Menschen. Ich bin der Ansicht, wenn man Sulitat nicht kennenzulernen versucht, bleibt sein Werk einfach ein komischer Theme-Park.
Als er kränklich und nach einem Unfall starb, hinterliess er Pläne für ein Gebäude, das seine Anhänger fertig stellten. Es dient heute als sein Mausoleum wo er mumifiziert ausgestellt liegt.



Luang Pu Bunleua Sulilat, June 7, 1932 – August 10, 1996
Er war denn auch sehr beliebt bei Familie, Freunden und im Ort und hatte bis zu 100 Mithelfer, einige davon erhalten den Park bis heute.
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